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Distance: 0km

Ein herzliches Hallo nach Deutschland,

es ist der zwölfte Tag für uns in Neuseeland. Heute wird unser letzter Tag auf der Südinsel sein. Denn für heute Abend haben wir die Fähre von der Südinsel auf die Nordinsel gebucht. Und … heute ist Silvester. Aber genau so wenig wie ich Weihnachten aktiv wahrgenommen habe, ist für mich gerade im Fokus, dass heute Silvester ist. Es ist irgendwie ein ganz normaler Tag. Mal abgesehen davon, dass wir eben am anderen Ende der Welt sind.

Unsere Nacht im Hostel haben wir gut überstanden. Wir haben gestern Abend noch einen kleinen Lüfter bekommen, damit es im Zimmer nicht ganz so warm ist, bzw. es sich nicht ganz so heiß anfühlt. Wirklich gebracht hat es aber nichts.

Bevor wir voll in den Tag starten gehen wir in Nelson noch einkaufen. Einmal die Vorräte befüllen.

Unser Tagesziel heute lautet Picton. Von hier aus fahren die Fähren rüber auf die Nordseite. Wir haben allerdings genug Zeit. Auf dem direkte Weg wären es nur ein paar Kilometer. Weil wir keinen Zeitdruck haben nehmen wir einen kleinen Umweg in Kauf.

Auf unserem Weg gibt es einen weiteren kleinen Drehort aus dem „Hobbit“. Die Szene in der die Zwerge nach dem Elfenwald in Fässern den Fluss hinterfahren und dann später an Land gehen, dieser Szene wurde hier gedreht. Mal abgesehen von dem Drehort ist es eine tolle Badestelle die auch eifrig genutzt wird. Heute ist es auch gefühlt wieder besonders warm – das Wasser dagegen sehr erfrischend.

Wir machen keinen kompletten Badestopp. Aber die Füße ein wenig ins kühle Nass zu halten – das muss sein. Dann gibt es noch eine kleine Nachmittagsstulle und weiter gehts.

Wir nehmen die SH60. Außer Wein wird hier im Grunde nichts angebaut. Es gibt hier viele Weingüter die auch eine Verköstigung anbieten. Und wenn man schon mal da ist, und man etwas Zeit hat, dann kann man sich auch auf eine Empfehlung des Reiseführers einlassen und sich eine Käse- und Wurstplatte gönnen. Wir halten beim Weingut Wairau. Und die Käse- und Wurstplatte ist wirklich gut. Am Wein rieche ich nur, aber einen solch fruchtigen Geruch kenne ich sonst nicht einmal aus einem Glas Saft. Die Weine sind also anscheinend schwer zu empfehlen. In Deutschland gibt es allerdings aktuell keinen Vertrieb.

Die Fahrt geht weiter. Wir durchqueren schon einmal Picton. Hier legt etwas später am Tag unsere Fähre ab auf die Nordinsel. Aber erstmal machen wir noch einen kleinen Abstecher in die Marlborough Sounds.

Wir fahren ohne bestimmtes Ziel, einfach auf Verdacht eine kleine Straße in die Sounds, die auf der Karte so aussieht als wenn es dort eine schöne Aussicht geben könnte. Leider ist dem nicht ganz so. Zumindest in den Fjord hinein lässt sich nur an wenigen Stellen blicken. An den meisten Stellen ist die Böschung verbaut oder bewachsen.

Aber ein wenig später kommen wir dann doch am Fuß des Fjordes an. Ein kleiner Strand mit einem Parkplatz lädt zum Verweilen ein. Ansonsten ist niemand hier. Etwas weiter den Strand runter lässt ein Anwohner ein Boot zu Wasser. Aber wir reißen alle Fenster auf, holen den Klappstuhl raus und genießen ein Buch in der Hand und die Füße hoch zu legen.

Die Strecke wäre auf jeden Fall wieder eine sehr gute Route für eine Motorradtour. Die Straßenverhältnisse sind gut. Die Kurven zahlreich. Von der Landschaft hatte ich mir auch hier ein wenig mehr erhofft. Es sieht immer noch toll aus, aber die Fjorde in Norwegen fand ich beeindruckender.

Die Zeit auf der Südinsel ist für uns vorbei. Die Klappstühle werden eingepackt. Wir fahren wieder in Richtung Picton und zur Fährstation. Wenn alles gut läuft dann kommen wir eine halbe Stunde vor Mitternacht auf der anderen Seite in unserem Hotel an.

Heute und zu der Zeit wollten wir uns nicht auf die Suche nach einem Campingplatz verlassen und hatte ein Hotelzimmer gebucht. Nach dem bescheidenen Hostel von gestern eine wahre Luxuserfahrung, wie wir später feststellen.

Aber erstmal auf die Fähre. Viel los war nicht. Kein Wunder, so kurz vor Silvester. Neben uns gab es noch ein paar mehr Autos. Aber Dreiviertel der Parkfläche des Fährengeländes waren noch frei.

Während wir warten komm auch hier ein Beamter vom „Bio-Zoll“ bei uns ans Fenster und fragt, ob wir irgendwelche Wanderungen unternommen hätten und ungeputzte Schuhe dabei. Das die selbst innerhalb des Landes so sehr darauf achten …

Nachdem das Auto abgestellt ist und der Rumpf in der Tat fast vollständig leer, kann man sich auf dem Schiff auch fast verlaufen. Keine Menschenmassen.

Die See ist spiegelglatt. Obwohl dies eine der unangenehmsten Überfahrten sein soll, das hier im Grunde permanent starke Winde vorherrschen bekommen wir davon nichts mit. Ganz im Gegenteil. Die Sonne geht langsam in unserem Rücken unter. Die Fjorde liegen in einem leichten Dunst was zu tollen Farbspielen und einer Wunderschönen Aussicht und Fotomotiven führt.

Unser Abendessen gibt es dann im Fährenbistro. Fish&Chips. Nach der Bestellung fragt mich die gute Serviekraft ob er da einen britischen Akzent hört. Das lag bestimmt nur an der Fish&Chips Bestellung …

Erwartungsgemäß kommen wir etwas später gesund und munter auf der Nordseite in Wellington an. Unser Hotel liegt noch gute 15 Minuten vom Fähranleger entfernt. Aber die Straßen sind entsprechend leer und wir schnell da. Ein etwas schlechtes Gewissen haben wir schon, dass wir 20min vor Mitternacht noch dort ankommen und der Inhaber immer noch geduldig auf uns wartet um uns einchecken zu können.

Das Tagwerk ist getan. Auf eine Silvesterparty gehen wir heute nicht mehr. Es ist ja irgendwie doch ein normaler Tag. Morgen gehts im Neuen Jahr und auf einer neuen Insel weiter. Eine Stadtbesichtigung von Wellington.

cheers.
Sebastian

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