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Hallo und liebe Grüße nach Deutschland,

heute ist der Tag an dem ich meine Liebe zu Maiskolben mit gesalzener Butter entdecken werde!

Die japanische Familie nebenan ist natürlich früher wach als wir. Während wir langsam wach werden, wird dort schon der Frühstückstisch gedeckt. Es gibt mindestens Muscheln mit Senf und Ketchup. Vielen Andere ist nicht zu erkennen. Es verlockt auf jeden Fall nicht sonderlich. Da bleiben wir lieber bei dem was wir an Board haben. Obwohl das Frühstück heute langweilig ausfällt. Es gibt Stulle mit Schinken, Käse und Gurke.

Wir bleiben in Rotorua und besuchen das Maori Dorf Whakarewarewa. Wobei das der kurze Name ist. Der vollständige Name des Dorfes lautet eigentlich Te Whakarewarewatangaoteopetauäawähiao – zu Deutsch etwa „Der Versammlungplatz für die Kriegszüge von Wahiao„. Und ich dachte immer finnische Worte wären lang.

Das Dorf ist noch ein echtes Maori Dorf. Hier leben auch heute noch Mitglieder vom Tuhourangi/Ngati Wahiao Stamm. Wir machen eine Führung mit die von Stammesmitgliedern abgehalten werden. Natürlich sind die Stammesmitglieder heute ganz normale Angestellte und haben entweder hier im Dorf einen Job im Tourismus oder auch außerhalb.

Das Dorf ist heute noch bewohnt. Auch wenn viele Stammesangehörige heute nicht mehr direkt auf dem Gelände wohnen. Das liegt unter anderem daran, dass keine neuen Häuser auf dem ursprünglichen Gelände gebaut werden dürfen. Das Gelände ist geothermisch hochaktiv. Mehr als 60 Geysire gibt es auf dem Gelände. Außerdem noch zahlreiche Bodenspalten und Schlammlöcher. Es dürfen nur noch die Häuser bewohnt werden die bereits bestehen. Und in denen will man häufig nicht mehr wohnen. Durch die geothermische Aktivität befindet sich das Gelände in stetiger Veränderung. Ab und an kommt es dann wohl auch vor, dass irgendwann das Wohnzimmer im Schwefeldampf steht, wenn sich unter dem Haus ein Spalt gebildet hat.

Die Führung beginnt am Dorfeingang. Unser Führer stammt selbst aus dem Dorf, wohnt aber mit seinen Kindern nicht mehr direkt auf dem Gelände. Sein Sohn ist hier ein „Penny-Diver“. Die Dorfgrenze markiert ein Fluss. Darüber führt eine kleine Brücke. Am Fuß der Brücke rufen die Jungs des Dorfes um Aufmerksamkeit, in der Hoffnung, dass Touristen einen Penny, bzw. eben ein Geldstück in den Fluss werfen. Dem tauchen die Kinder hinter und präsentieren ihre Beute um sich so das Taschengeld aufzubessern. Der Fluss soll dabei mit 10-15°C ziemlich kalt sein, auch wenn die umliegenden Gewässer alle kochend heiß sind.

Aber davon können sich die Kinder dann in einem der kleinen Bäder im Dorf erholen und wieder aufwärmen. Neben einer klaren Heißwasserquelle sind Betonbecken in den Boden gelassen, die so ständig mit frischem warmen Wasser befüllt werden. Hier ist das Wasser knappe 45°C warm.

Kochen funktioniert hier im Dorf etwas anders als bei uns. Über einigen Bodenspalten aus denen besonders heißen Dampf austritt werden hier einfach Boxen aus dickem Holz aufgestellt. Der Boden wird mit einem Metallgitter ausgelegt, aber der heiße Dampf strömt in die Box. Dort hinein werden dann auch einfach die zu kochenden Mahlzeiten in Töpfen oder kleinen Netzsäcken hineingestellt. Dann braucht es etwas Erfahrung zu wissen wann das Essen gar ist. Länger als wenn es bei 200°C im Schnellkochtopf gegart wird auf jeden Fall, aber ein paar Stunden steht das Essen hier schon.

Die Führung geht weiter einmal durch das Dorf bis wir am anderen Ende vorbei am Friedhof gehen hin zum Geysir, den man hier quasi im Hinterhof stehen hat. Alle paar Stunden bricht der Geysir auch aus. Bei uns hat er etwas mehr gespuckt, aber ein knackiger Ausbruch war das noch nicht.

Nach dem offiziellen Ende der Tour probieren wir im Dorf in heißem Schwefelwasser gekochte Maiskolben. Dazu gibt es ein kleines Stück Butter und Salz. Is(s)t das lecker! Der Schwefel gibt eine interessante Note. Das ist natürlich nicht gesundheitsgefährdend. Hier ernährt man sich vermutlich schon seit Jahrhunderten so … obwohl. Soviele von den Maori gibt es auch nicht mehr … das hat wohl eher andere Gründe.

Im Dorf gibt es noch einen kleinen Kiosk. Wir wollen uns etwas zu trinken besorgen. Dabei treffen wir David – den vollen Maori Namen habe ich mir nicht merken können. Vermutlich der Besitzer. Auf jeden Fall scheint er sehr viel Zeit hier zu verbringen und steht in einem engeren Verhältnis zu der Dame hinter dem Tresen. Die Freundin seinen Sohnes kommt aus Berlin. Dort hat der Sohn dann auch eine längere Zeit gelebt. Aber inzwischen sind bei am Fischen hier in Neuseeland.

Nach der wirklich sehr netten Unterhaltung mit dem sehr redseligen David schauen wir uns noch die „Cultural Performance“ an. Was ein richtiges Maori Dorf sein will, dass muss natürlich auch noch eine Vorführung von Neuseeländischen Tänzen und das Maori Kriegstanzes Haka präsentieren. Auf der einen Seite ist das natürlich sehr interessant zu sehen. Auf der anderen Seite sind die jungen Herren und Damen auf der Bühne wahrscheinlich normale Bankangestellte die am Wochenende Mutter und Vater im Maori-Dorf aushelfen den Touristen Haka-Tänze zu zeigen. Und damit der Tourist dann auch glücklich ist müssen/dürfen zum Ende alle mutigen Männer noch mit auf die Bühne und bekommen einen Crash-Kurs in Haka … und wer wird natürlich gleich angesprochen „Möchten Sie nicht mit nach Vorne kommen?!“ … da kann man dann ja auch nicht Nein sagen.

Wenn man es richtig macht könnte das ungefähr so aussehen:

Das war dann aber auch schon der Ausflug in ein Maori Dorf. Ich glaube wir haben die richtige Wahl getroffen und haben nicht eines der Dörfer mit riesigen Postern am Highway genommen bei dem vermutlich Busseweise die Touristen ausgeladen werden.

Unsere Fahrt geht weiter. Weiter in den Norden. Wir fahren an Auckland vorbei. Hier werden wir in ein paar Tagen wieder ankommen. Heute sehen wir die Stadt nur aus dem Seitenfenster. Wir fahren weiter bis in die Nähe der Omaha Bay. Unser Campingplatz liegt heute direkt an einem riesigen See der auch eine Mündung ins Meer hat. Touristen finden sich hier anscheinend kaum. Das meiste sind einheimische Camper die hier am See ihre Sommerferien verbringen.

Gekocht wird wieder in der fetten Elke. Wir haben inzwischen die dritte Gaskartusche verbraucht. War doch ganz gut, den Viererpack im Supermarkt mitgenommen zu haben.

cheers.
Sebastian

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