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Distance: 0km

Hallo und liebe Grüße nach Deutschland,

wir sind hier am anderen Ende der Welt und haben das Ende dieser Welt erreicht. Wir sind heute am nördlichsten Zipfel des Neuseeländischen Festlandes angekommen. Damit waren wir genau 2 Wochen unterwegs vom südlichsten Ende der Südinsel Neuseelands bis zum nördlichsten Ende der Nordinsel.

Von Küste zu Küste sind es hier teilweise weniger als 10km. Man hat also mehr als genug Strand in der Nähe. Und genau so einen steuern wir auch an. Die Henderson Bay soll einen rosafarbenen Strand haben. Das muss man sich natürlich einmal ansehen.

Hier oben führt nur noch eine Straße bis an den nördlichsten Punkt. Von dieser ab gehen links uns rechts immer wieder kleiner Straßen oder Sandwege in kleine Siedlungen oder eben bis an den Strand.

Ob das nun so ein richtiges Rosa ist oder nicht – darüber lässt sich sicher streiten. Das es nicht gelb, kein reines weiß oder schwarz, das kann man festhalten. Aber so richtig rosa? Vielleicht haben wir nicht das richtige Wetter. Aber schön ist der Strand. Vor allem auch deswegen weil hier niemand zu sehen ist. Man hat den kompletten Sandstrand für sich alleine.

Aber heute bleiben wir nicht am Strand liegen, es wird nur etwas den Strand entlange geschlendert. Wir wollen noch bis ganz hoch in den Norden. Daher heißt der nächste Stopp Cape Reigna.

Und da sind wir nur. Am nördlichsten Punkt. Es sind endlich viele Menschen hier. Aber leer ist es bei weitem auch nicht. Es gibt auch Tagestouren ganz aus Aukland die bis hier her fahren. Das möchte ich allerdings auch nicht machen. 4-5 Stunden in einem Bus bis hier fahren nur um dann hier zu sein führ einen kleinen Fussmarsch. Neben den üblichen Campern stehen hier also auch ein paar Busse mit Touristengruppen. Aber es sind nicht die Massen an Leuten wie in den Nationalparks oder den Gletschern.

Auf dem Parkplatz lässt man das Auto stehen und kann dann die letzten Meter zu Fuß gehen. Nach 1-2km hat man fast die Spitze erreicht hier steht der Leuchtturm am Cape Reigna. Von hier aus kann man die beiden Meere Pazifik und die Tasmanische See aufeinander treffen sehen.

Ein wichtiger Hinweise für Touristen: Anscheinend ist das Mitbringen von Essen auf diesem Wanderweg verboten! Zumindest weißt uns eine scheinbar überkorrekte Dame hin, als wir gerade unsere Wasserflaschen aufdrehen wollten um etwas zu trinken. Wenn das tatsächlich so wäre, dass das Essen hier verboten wäre, dann glaube ich trotzdem nicht daran, dass auch das Trinken hier verboten ist … Nun gut. Bei allem bleibt die Aussicht von hier aus beeindruckend.

Wie es unter den netten Touristen hier so üblich ist unterstützt man sich gegenseitig. Vor allem mit der Aussage „Soll ich ein Foto von euch machen?“. Wir scheinen so einen Eindruck gemacht zu haben und lernen so einen Herren aus Irland kennen, geschätzt Mitte 60. Natürlich kommt man dann zwangsläufig auf das aktuelle Thema „Brexit“ zu sprechen. Als Ire ist er natürlich ein bekennender Skeptiker der ganzen Veranstaltung. „Die sollen mal ruhig die Grenze zu machen. Die werden schon sehen was die davon haben. Die warten nur darauf. Die Grenze wird brennen!“. Ich finde das total toll, dass man auch am anderen Ende der Welt solch tollen Politik-Gespräche zwischen fremden führen kann. Liebe Grüße nach Großbritannien an dieser Stelle. Machen Sie bitte keinen Scheiß!

Zurück am Auto geht es weiter. Den nördlichsten Punkt unserer Reise haben wir nun hinter uns. Der nächste Stopp liegt nur ein paar Minuten entfernt. Die Riesen Sanddüne. Ich glaube das Ding hat auch keinen anderen Namen. Aber wie dieser eingängige Name korrekterweise verrät, gibt es hier oben eine riesige Sanddüne. Mitten in der sonst teilweise bewaldeten oder zumindest grünen Umgebung ist hier ein kleiner Sandabschnitt zu einer riesigen, und das meint wirklich riesigen Sanddüne angewachsen.

Das Auto kann man unten auf einem Parkplatz stehen lassen. Wer mag kann sich direkt daneben kleine Sandboards leihen für einen eher unverschämten Preis. Das haben wir jetzt nicht gemacht. Wahrscheinlich auch weil man eher nur einmal Bock hat in dem weichen Sand diese wirklich große Düne zu besteigen. Bis ganz nach oben sind wir dennoch nicht. Man muss ja nicht jeden Massentourismus mitgemacht haben. Für ein paar tolle Fotos ist der Stopp aber mehr als geeignet.

Weil es die Touristenmassen hier nach oben nicht mehr verschlägt ist auch die Dichte an Campingplätzen verständlicherweise deutlich dünner. Wir fahren zurück bis nach Pukenui. Hier bekommen wir noch einen Platz. Viele Touristen scheint es hier nicht hin zu verschlagen. Es steht außer uns kein einziger der üblichen Touristen-Schleudern auf dem Gelände. Es sind eher die lokalen Dauercamper die sich hier niedergelassen haben. Das lässt sich bereits am Office erkennen, dass nicht von hoher Frequenz und Notwendigkeit zeugt. Man kennt sich eher so. Was den Platz aber auch nicht weniger sympathisch macht.

100m von unserem Standplatz sind die Toiletten und Duschen. Die Küchenzeile zum Ausnehmen von Fischen die direkt daneben aufgebaut ist und die gleiche Größe wie die Duschanlage hat zeugt von dem Schwerpunkt, den der Campingplatz macht. Man nimmt gerade eine größere Ladung Fische auseinander. Der Geruch ist ja wirklich nichts für mich. Aber in der Dusche und zum Glück auch im Auto bekommt man das nicht mehr mit.

Für eine gute Öko-Bilanz im Wasserverbrauch sorgen die Duschen durch knallharte Sparpolitik. Die Herren verfügen über 4 Duschen. Nichts im Vergleich zu den Scheißhaushallen von gestern. Die Dusche braucht mehr als eine Minute bis das Wasser auf leicht erhöhte Temperaturen kommt. Und auch die Menge an Wasser spricht für Umweltbewusstsein. Für eine Liter Wasser braucht die Dusche vermutlich so 5 Minuten. Aber es geht auch so ganz gut. Das gehört zu dem Abenteuer hier im hohen Norden dazu … um so weiter man in den Norden fährt um so dichter ist man am Äquator. Ist auch ein Gedanke der zu Hause nicht funktioniert.

cheers.
Sebastian

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