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Ein herzliches Hallo nach Deutschland,

ich melde mich heute vom anderen Ende der Welt. Fast ziemlich genau. Gestern sind wir in Christchurch gelandet und haben uns die Stadt ein wenig angesehen. Aber so richtig richtig los geht es erst heute für uns. Den heute bekommen wir unser Auto. Unseren Camping-Van. Das müssen wir aber wieder am Fliughafen abholen.

Gestern waren wir mit einem Shuttel-Service vom Flughafen in die Stadt gekommen. Die haben auch eine App um sich für die nächste Fahrt zu registrieren. Allersdings haben wir natürlich das Pech und es gibt keine Fahrten aktuell. Weil ein normales Taxi einfach zu teuer ist wenn wir hier noch ein paar Tage verbringen wollen, dann muss es eben auch der Bus tun. Google kennt die Verbindung. Alles kein Problem, die Haltestelle ist fast direkt vor unserem Hotel.

Am Flughafen angekommen laufen wir in Richtung Autovermietung. Die Adresse haben wir ja. Also wir das Gelände vom Flughafen schon ein paar Minuten verlassen haben und sich langsam Ungläubigkeit mit der schweren Tasche auf dem Rücken breit macht checke wir nochmal die Mails von der Vermietung: „Unsere Station ist 20min vom Flughafen entfernt. Ab 21 Miettagen bieten wir einen Shuttle-Service an.“ (wir haben das Auto 20 Tage gemietet). Wir laufen also diese 20 Minuten Strecke tapfer. Natürlich kommen wir ein paar Minuten zu spät. Das ist nicht schlimm. Wir bekommen trotzdem ein Auto ab.

Wir sind jetzt stolzer Mieter eines Toyota Estima oder so ähnlich. Ich hab das Modell noch nicht bei uns gesehen. Und es ist komplett umgebaut. Irgendwo haben ich einen Sticker gesehen von einer Japanischen Customizing Firma. Aber das ist egal. Es wird uns hoffentlich sicher durch das Land bringen.

Das Auto ist wie so ein Chrysler Voyager. Also eigentlich eine 7-sitzige Familienkutsche. Das Modell ist aber umgebaut. Und zwar ziemlich cool. Das Auto ist nur noch ein Zweisitzer. Die Rückbank und der Kofferaum ist eine neue Konstruktion. Die Rückbank ist jetzt eine Klappbank mit Auflagen. Tagsüber kann man darauf sitzen. Darunter ist Stauraum für Koffer und die Bettwäsche. Abends können die beiden Sitze gedreht werden, die Bank wird dann ausgezogen und die Polsterauflagen verteilt. So bekommt man vom Kofferraum bis über die umgedrehten Sitze eine Liegefläche von angeblich 2.05m. Ich passe auch gerade so rein.

Alle Fenster haben Gardinen die wir vorziehen können. So bekommt man das Gefühl von Privatsphäre im Inneren.

Der Kofferraum ist einer Küche gewichen. Wir haben einen kleinen Kühlschrank. Der eigentlich gar nicht so kleine ist wie wir nach dem ersten Befüllen festgestellt haben. Nach dem Abholen des Autos war natürlich der große Supermarkt der erste Halt mit dem Auto.

Außerdem gibt es ein paar Schubladen mit Besteck und Küchenutensilien. Teller, Töpfe, Pfanne. Alles da. Wir haben sogar zwei Gaskocher an Board. Einer ist fest verbaut und kann aus der Küche herausgezogen werden. Der zweite ist mobil. Wir haben uns extra noch einen kleinen Campingtisch und Stühle dazu gemietet. Etwas teuer fand ich jetzt die Miete von 40$NZ für das Stromkabel. Damit wir auf dem Campingplätz auch Laptop und Akkus laden können. Aber da bin ich dann ja das Opfer. Ohne den Laptop zu laden. Das mache ich ja nicht mit. Also drück ich das bereitwillig ab.

Als guter Deutscher willst du das Auto ja nochmal inspizieren. Hat es auch keine Schäden, nicht dass mit das später angelastet wird. Weil keiner Anstalten machte habe ich nochmal nachgefragt. „Nein, nein. Ihr habt das große Versicherungspaket. Das ist völlig egal. Ist eh alles abgedeckt.“ Na ok. Dann mal los.

Alle Sachen sind im Auto verladen. Trotzdem schnell nochmal ums Auto Lichttest und Bildern von allen Seiten machen. Dann gehts los. Wie gesagt, erstmal in den Supermarkt.

Soviel haben wir gar nicht eingekauft. Und immer das günstigste genommen. Trotzdem landen wir schon über 100$NZ (~61 EUR). Die Lebensmittel sind nicht übermäßig teuer. Aber es kostet alles schon etwas mehr als in Deutschland. Wurst und Käse schlagen hart zu Buche. Ebenso Brot. Das heißt dann wohl Diet die kommenden drei Wochen …

Fest auf dem Programm für Neuseeland stand Whale Watching. Das soll man neben Island nur hier so dicht am Land gut machen können. Der beste und fast einzige Ort dafür ist Kaikoura. Das liegt nördlich von Christchurch an der Ostküste. Außerdem ist das der Ort der so am weitesten weg ist von allen anderen Sehenswürdigkeiten die auf der Karte eingekreist waren. Wir haben uns dafür entschieden von Christchurch dorthin zu fahren und den Punkt als erstes zu machen.

Weil wir die Straßen und Reisegeschwindigkeiten aber noch nicht einschätzen können – wie weit kommen wir an einem Tag? – haben wir uns nicht getraut die Tour für den gleichen Tag zu buchen. Gebucht ist das Whale Watching also für morgen früh. D.h. wir haben heute den Tag Zeit um nach Kaikoura zu fahren.

Auf der Karte ist die 7 und die 70, genauer die SH70 ( State Highway ) als „Scenic Road“ markiert. Also eine landschaftlich besonders sehenswerte. Dann nehmen wir die natürlich auch. Heute haben wir ja Zeit. Morgen würden wir dann die direktere SH1 wieder in den Süden fahren. Nochmal an Christchurch vorbei.

Jetzt gehts also los. Meine erste Fahrt durch Neuseeland. Hier gilt übrigens der Linksverkehr. Ein Überbleibsel britiacher Kolonialisierung. Innerorts 50. Außerorts maximal 100. Und zwar für alle Fahrzeuge gleichermaßen. Auch LKW dürfen hier anscheinend 100km/h schnell fahren. Die sieht man allerdings so gut wie nie. Das Fahren ist hier sehr entspannt. Jeder hält von alleine 100m Abstand. Schneller als 105km/h fährt hier keiner. Das Links fahren klappt auf Anhieb relativ gut. Da ist noch ein wenig aus Namibia hängen geblieben. Abgesehen von einem kleinen Aussetzer nach einem Photostop. Genau dann muss natürlich auch einer von vorne kommen. Was noch nicht so gut klappt ist das Blinken. Der ist hier auch außen. Also rechts und nicht links. Deswegen geht hier ab und an noch der Scheibenwischer anstelle des Blinkers an.

So richtig sieht es aber noch nicht nach dem Neuseeland in meiner Vorstellung aus. Da fehlt noch Tropisches. Im Moment sieht es eher so aus wie bei uns. Die gleichen Bäume und Sträucher. Die Häuser sind eher amerikanische einfache Holzbauweise. Daher empfinde ich die Strecke gerade auch noch nicht als so Scenic. Es kann auch daran liegen, dass es schon etwas bewölkt ist. Vielleicht sehen wir einfach nur eine tolle Aussicht nicht.

Wir schaffen es kurz vor 16h Kaikoura. Um 16h gibt es noch eine Waltour. Vielleicht gibt es ja noch spontane Ausfälle und wir bekommen noch Plätze und können doch heute noch auf Tour und sparen uns morgen Zeit? Leider ist dem aber nicht so. Keine Plätze mehr frei. Wir bleiben also bei dem Plan. Morgen gucken wir uns Wale an

In Kaikoura gibt es auch eine Seelöwen Kolonie. Das muss ich mir natürlich ansehen. Und tatsächlich liegen hier sogar eine ganze Menge Seelöwen in der Sonne auf den Felsen und füttern ihr Jungen oder lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Dem Menschen wird hier sehr viel Vertrauen entgegen gebracht. Es gibt eine Hinweistafel „Bitte nicht stören und Abstandhalten.“ Das wars. Überall anders hätte man noch Zäune aufgebaut. Hier wird dem Menschenverstand vertraut. Das ist schön. Man ist das leider nicht mehr gewöhnt aus unserer Gesellschaft.

Auf dem Weg dorthin liegt noch eine Möwen Kolonie. Beides zusammen gibt ein sehr starkes Aroma in der Luft.

Kaum befinden wir uns auf dem Rückweg von den Seelöwen fängt es auch schon an zu Regnen. Gut, dass wir jetzt nicht auf einem Walschiff sind und bei schlechtem Wetter und Seegang draußen sind. Wir hoffen auf morgen.

Wir suchen uns einen Campingplatz in der Nähe damit wir es morgen nicht so weit haben. Zwei Straßen abgefahren und einen gefunden. Es gibt noch frei Plätze. Alles perfekt. Unser Stromkabel können wir anschließen und durch den angedrückten Kofferraum nach innen verlegen. Es gibt sogar 250mb freies WLAN. Die Verbindungsqualität ist draußen auf dem Platz aber fragwürdig und die Geschwindigkeit die sich alle Camper teilen müssen mies. Deswegen wird dieser Post vermutlich erst später erscheinen.

Aber der Platz hat eine Gemeinschaftsküche. Hier könen wir unsere Nudeln machen. Ein fürstliches Essen für den Campingplatz. Solange bis wir uns an die Gaskochplatten in unserem Kofferraum trauen.

Jetzt heißt es das erste mal unsere Schlafkammer im Inneren des Autos aufbauen. Ist schon ganz schön fummelig. Vor allem wenn es draußen regnet und du alles aufbauen musst während du drinnen sitzt und ständig umsteigen musst weil du selber gerade auf den Polsten sitzt. Aber so ist das Abenteuer. Und wir haben es geaschafft. Der Wecker steht auf 7h. Um 8:15h geht unser Walfänger-Boot …



cheers.
Sebastian

1 thought on “ Am anderen Ende der Welt, Neuseeland – Tag 2, Auf dem Weg zu den Walen ”

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