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Hallo und liebe Grüße nach Deutschland,

es ist Beach-Day. Man kann ja nicht nur jeden Tag hart arbeiten hier im Urlaub. Da muss auch mal einen Tag Strand dabei sein. Das wäre dann heute. Zumindest ein halber Tag. Also ein klein wenig Strand zumindest.

Von unserem Campingplatz in Pukenui geht es erst einmal wieder ein paar Kilometer Richtung Norden. Wir halten am Rarawa Beach, der etwas weiter nördlich von dem rosa Strand der Henderson Bay liegt. Dies soll einer DER schönsten Strände des Landes sein. Ganz unrecht haben sie nicht. Ein einsamer wirklich weißer Strand mehr soo feinem Sand, dass man den noch den ganzen Tag überall in den Klamotten hat. Überall!

Außer ein paar vereinzelten Surfern ist hier nicht viel los am Strand. Ab und an fährt ein Geländewagen von der Einfahrt den Strand herunter. Meistens mit Anhängern und kleinen Booten die sie dann vermutlich hinter der nächsten Kurve zu Wasser lassen.

Der Strand ist traumhaft. Die Sonne steht hoch und warm. Das Wasser ist ziemlich frisch. Der Pazifik ist nicht sonderlich warm. Selbst bei solch hohen Temperaturen. Was ja eigentlich sehr angenehm wäre um sich ab und an abzukühlen. Wenn da nicht gerade dieses komische Gefühl im Wasser wäre. Anscheinend haben gerade ziemlich viele Fische oder sonstige Meerbewohner direkt vor dieser Küste gelaicht. Das ganze Wasser ist über und über voll mit kleinen Eiern oder sonstigen transparenten Glibberkugeln. Das unterstützt nicht gerade die Freude am Plantschen im Meer. Aber hey. Das ist halt Natur. Es wird also mehr Sonne getankt und nichts getan als gebadet.

Irgendwann brechen wir aber auch hier auf. Wir wechseln einmal die Küstenseite. Von der östlichen Pazifikküste hin zur westlichen Küste an der tasmanischen See in Richtung Australien. Und obwohl der Unterschied nur knappe 10 Kilometer Luftlinie ausmacht ist das Bild ein ganz anderes.

Der Rarawa Beach hatte weißen Sand. Sonne. Nur einem leichten Lüftchen. Vergleichsweise ruhige See. Der perfekte Bade und Strandtag. Auf der anderen Seite liegt der 90 Mile Beach. Der heißt so, weil an der Westküste der Strand tatsächlich mehr als 90 Meilen lang ist. Ganz vom Norden von Cape Reigna bis zu den Waldgebieten. Hier zeichnet sich aber ein anderes Bild. Meterhohe Wellen. Deutlich mehr Wind. Nur direkt hinter den Dünen ist es windstiller. Und über den ganzen Strand liegt ein Dunst aus salzig-klebriger Luft. Als wäre man ganz woanders. Hier ist es mehr so wie an einem stürmigen Tag irgendwo an der Ostsee. Der Geruch ist ganz anders. Viel salziger. Es riecht viel mehr nach einem aufgewühlten Meer.

Aber hier am Strand muss auch die Idee zu dem Pixar Kurzfilm „Piper“ entstanden sein. Der Strand ist auch hier wieder sehr lang und flach. D.h. die Wellen laufen hier sehr lange aus. Kommt eine Welle auf den Strand zu, dann läuft die Welle 5-20m flach über den Strand. Jedes Mal wenn das Wasser wieder vom Strand abläuft sieht man wie sich eine Unzahl von Muscheln wieder in den Sandboden eingraben. Möwen und jede Menge andere Vögel jagen den Muscheln hinterher bevor die sie unter dem Sand nicht mehr finden können … oder bis zur nächsten Welle warten müssen, bis erneut die Muscheln das Wasser filtern und sich dann wieder hastig im Sand eingraben.

Aber auch dieses Stranderlebnis geht wieder zu Ende. Wir wollen weiter in den Süden die Küste entlang. Deswegen geht es erst einmal wieder einen kleinen Waldweg zurück zur Hauptstraße. Und das ist wirklich ein Waldweg. Eine Sand und Schotterpiste durch den Wald. Über die außer uns zu diesem Zeitpunkt niemand fährt. Und dennoch gibt es hier im Mitten vom Nichts einen Kreisverkehr für eine kreuzende Waldstraße. Das schlägt sogar die Franzosen mit ihren Kreisverkehren!

Es geht weiter in Richtung Süden. Runter von der Route 1 über die Route 15 und die 12 in Richtung Küste und Kauri Forrests. Die Route an der Küste entlang ist wunderschön zu Fahren. Meer. Wald. Strand. Eine schöne Tour und eine schöne Aussicht. Wir kommen durch ein paar kleine entlegenere Städtchen und Dörfer. Hier scheinen noch viele Maori auf dem Land zu wohnen.

Irgendwann wird die Gegend immer bewaldeter und die Straße windet sich in immer engeren Kurven durch das Grün. Und schon sind wird im Waipoua Forrest. Einem der ältesten Waldnaturschutzgebiete Neuseelands.

Jetzt fahren wir aber nur durch den Wald und halten noch nicht für eine Wanderung. Das kommt morgen. Heute wollen wir nur noch einen Campingplatz finden. Das Kauri Forrest Camp ist die nächste Empfehlung, bzw. eine der wenigen Möglichkeiten überhaupt hier in der Nähe zu übernachten.

Und es macht dem Namen Camp alle Ehre. Von der kleinen gewundenen Hauptstraße ohne viel Verkehr geht es noch eine Schotterpiste durch den Wald. Irgendwann kommt eine Art Blockhütten-Kiosk mitten im Wald. Etwas dahinter mehr Blockhütten und Grünflächen zwischen den Bäumen. Ein wirklicher Waldcampingplatz. Mit vielen kleinen Nischen und Stellplätzen von Bäumen umringt. Ein paar der Wohnwagen sehen auch hier wie Hippie-Dauercamper aus. Es sind viele Camper mit Fahrrad und Zelt unterwegs. Die Edelcamper finden sich hier nicht.

Mobilfunknetz gibt es hier auch nicht. Wer ins Internet will der kann das offene WLAN an der Kiosk-Hütte nehmen. Es gibt hier einen Parkranger der uns zufällig willkommen heißt. Bezahlt wird hier aber in Bar, indem man das Geld passend in einem Umschlag in einen Briefkasten wirft.

Neben dem Briefkasten gibt es noch ein paar Aushänge. Die z.B. über die nächtliche Wald-Wanderung informiert die der Ranger hier anbietet. Mit Glück hört man auch den ein oder andere Kiwi. Sehen wäre deutlich unwahrscheinlicher. Trotzdem trage ich mich in die Liste ein. Wenn man schon mal hier ist, dann kann man auch die Nachtwanderung mitmachen.

Als es dann soweit ist bin ich dann allerdings schon fast eingeschlafen von der ganzen frischen Luft und kann mich nicht mehr zur Wanderung aufraffen. Aber ich hatte es vorher immerhin noch auf eigene Faust ein paar Minuten durch Wald gewagt um ein paar Fotos zu machen. Kiwis gabs auch da nicht zu sehen.

Das Abendbrot besteht aus grandiosen Bohnen aus der Dose. Genau das richtige Campingessen mitten auf dem Waldcampingplatz.

Der Himmel über dem Platz ist sternenklar. So strahlend sieht man die Sterne nur sehr weit weg von großen Städten und der Lichtverschmutzung. Die Fenster können wir leider nicht auf lassen um beim Einschlafen die Sterne zu beobachten. Das würde sich in Insektenstichen rächen. Aber die Fliegengitterfenster erlauben zumindest ein Hören der Umgebung. Der Fluss der nur wenige Meter hinter uns durch den Wald fließt und auch sonst alle Urwaldgeräusche.

cheers.
Sebastian

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