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Ich habe es endlich geschafft. Ich stehe mit meinen Füßen auf Neuseeländischem Boden. Ein kleiner Traum ist wahr geworden. Einmal am anderen Ende der Welt zu stehen. Scheiße ja.

Wir hatten noch einen kleinen Zwischenstopp in Sydney eingelegt. Einmal die Stadt ansehen, wenn man schon mal da ist. Dort hatten wir nur drei Tage. Was für die Stadt zum Kennenlernen erstmal Ok war. Heute ging unser Flieger weiter von Sydney. Nach Christchurch. Christchurch liegt an der Ostküste der südlichen Insel von Neuseeland.

Unser Reiseabschnitt „Neuseeland“ fängt zumindest für uns erst einmal richtig gut an. Auf dem Flug von Sydney nach Christchurch sind wir in die luxeriöse Situation eines kostenloses Upgrades in die Business Class gekommen. Also etwas was normalerweise nochmal 1000€ pro Nase mehr gekostet hätte. Der Flug dauert – in diesem Fall leider nur – rund 2,5 Stunden. Aber immer. Einmal in einem Airbus A380 nicht im unteren Deck einzusteigen – in der Holzklasse – sondern den anderen Eingang zu nehmen, ausgeschildert „Business / First Class“. Die obere Etage des A380. Wir sitzen nicht nebeneinander sondern nur 3 Plätze hintereinander. Aber ok. So lässt es sich leben. Vernünftiges Essen. Getränke frei was immer man will. Es gibt eine Bar an der man sich bedienen lassen könnte und es gibt jede Menge Beinfreiheit. Neben uns die versnoppten Töchter, die sich nicht mehr über diesen Luxus freuen können, sondern es wie selbstverständlich hinnehmen.

Leider ist der Flug dann doch irgendwann vorbei. Wir landen in Christchurch. Nicht der größte Flughafen der Welt. Aber wahrscheinlich größer als Hamburg?

Wir haben uns einen Tag für Christchurch selber Zeit genommen. D.h. wir nehmen heute noch nicht unseren Campervan entgegen. Den wir auch am Flughafen abholen werden. Das aber dann erst morgen. Wir nehmen uns einen kleinen Stadt-Shuttle. Für wenig Geld kommen wir so ins Stadtzentrum. Es heißt immer noch etwas durchhalten was die Zeitumstellung angeht. Zumindest für mich. Neuseeland ist nochmal eine Stunde weiter vorraus als Sydney. Nun also volle 12 Stunden vor deutscher Zeit. Jetzt also nicht schlapp machen. Es wird erst ins Bett gegangen, wenn es dunkel wird.

Erstmal besziehen wir unser kleines Hotelzimmer. Das ist so eine schöne Plastikabine. Gefühlt aus einem einzigen Stück gefertigt. Das „Badezimmer“ ist eine Art geschlossener Zylinder der in der einen Ecke des Raumes steht. Wiederum geteilt in eine Toilette und eine Dusche. Eine akustische Privatsphäre gibt es zum restlichen Hotelzimmer nicht. Der Zylinder ist auch halbtransparent. Es geht weiter. Eine Runde durch die Stadt.

Und hier bekommt man irgendwie komische bis beklemmende Gefühle. Am 22. Februar 2011 gab es das große Erdbeben in Christchurch mit einer Stärke von 6,3. Große Teile der Stadt sind damals zerstört worden. Über 100 Personen kamen dabei durch Einstürze ums Leben.

Und irgendwie sieht diese Stadt nicht nach einer typischen Stadt aus, die 350.000 Menschen zählt. In der größe gibt es eine größere Einkaufsstraße. Es gibt ein richtiges, belebtes Stadtzentrum. Es gibt sicher auch schon eine paar Hochhäuser. Hier stimmt dieser Eindruck nicht.

Mit dem Airport Shuttle fahren wir eine längere Zeit bis wir im Stadtzentrum sind. Wir sehen eine ganze Menge Familienhäuser und eine große Vorstadt. Aber im Stadtkern ist irgendwie … Platz. Mitten im Stadtkern gibt es viele große freie Flächen. Vereinzelt stehen dort fast Hochhäuser. Gebäude die absolut gar nicht zu ihrem direkten Umfeld passen. Offensichtlich gabe es hier einmal einen klareren Stadtkern mit mehr hohen Gebäuden von denen jetzt nur noch einzelne übrig geblieben sind.

Und es gibt viele neue Gebäude. Die Stadtbibliothek scheint ein toller neuer Bau zu sein. Eine spannende Architektur die vielleicht versucht ein neues Stadtzentrum zu bilden. Rundherum gibt es noch freie Flächen. Eine große Baustelle. Aber auch viele Flächen die jetzt großzügig als Parkplätze genutzt werden. Daneben die alte teilweise zerstörte Kirche. Durch Stahlträger abgestützt soll sie wieder aufgebaut werden. Solange gibt es ein paar hunder Meter weiter eine Übergangskirche. Ein großes Trapezdach bis auf den Boden. Alles in weiß.

Eine neue moderne Einkaufsstraße gibt es. Die ist aber jetzt gerade wie ausgestorben. Es gibt auch noch eine alte Einkaufstraße. Mit kleinen netten Läden und Cafes. Die alte Tram die jetzt hier noch für die Touristen durch die Stadt fährt, fährt dort direkt hindurch. 1,5m von der Hauswand entfernt.

Wir laufen weiter. Und ziehen einen großen Bogen. Natürlich führt der mich noch einmal durch den botanischen Garten. Schließlich sind die Pflanzen ein wichtiger Grund hier mal vorbei zu schauen. Aber noch sieht es sehr so aus wie bei uns. Die gleichen Laub und Nadelbäume. Aber hier im Garten gibt es zumindest die ersten Palmen und auch schon ein paar Farne und auch Farnbäume. Ansonsten ist es sehr weitläufig und ganz nett gemacht.

Auf dem Weg zurück ins Hotel finden wir einen netten kleinen Hinterhof mit Bars. Eigentlich sind es vier verschiedene Bars. Jeweils leicht unterschiedliche Schwerpunkte an Getränken, Essen oder Kunden. Aber man hat sich zusammengetan. Es gibt nur eine Karte. Man kann alles bei jedem der Läden bestellen. Die geben das dann weiter und scheinen das dann mit den Kollegen zu verrechnen. So gibt es den ersten wirklich seeehr leckeren und guten Burger in Neuseeland und einen Lemon-Lime-Bitter.

Ein guter erster Tag. Aber eben mit gemischten Gefühlen was diese Stadt angeht. Diese Leere und Platz in einer Stadt mit soviele Menschen fühlt sich nicht richtig an. Schön ist sie aber trotzdem.

Morgen geht es zurück an den Flughafen. Wir holen unser Reisegefährt für die nächsten drei Wochen ab. Und dann startet die richtige Reise.

cheers.
Sebastian

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