gefahrene Kilometer heute: 57.87km
gefahrene Kilometer gesamt: 2105.91km

Heute sind wir schon zwei Wochen unterwegs. Man darf sich gar nicht klar machen, dass man inzwischen dem Ende des Urlaubs näher ist als dem Anfang. Heute steht auf jeden Fall für uns eine Tempeltag auf dem Programm.

Auch heute haben wir wieder einen persönlichen Guide. Dieses mal gehört der Guide aber nicht zum Hotel und wir haben auch sonst keinen direkten Kontakt. Wir verlassen uns also darauf, dass da schon irgendwer morgen kommen wird und uns vom Hotel abholt. Wir warten sehr lange in der Hotel-Lobby. Die angegebene Zeit auf unserer Tourplanung entspricht nicht unbedingt den üblichen Zeiten beruhigt uns die Dame vom Empfang. Und in der Tat werden wir dann noch etwas später abgeholt.

Unsere erste Station heute ist eine kleine Schule für benachteiligte und auch behinderte Kinder. Das Projekt lebt von Spenden und veranstaltet solche Touren für Touristen um auch darüber Geld für den Unterhalt zu erhalten. Weil heute Sonntag ist sind leider keine Kinder anzutreffen. Schule ist in Indonesien von Montags bis Samstags. Samstags ist allerdings nur Vormittags Unterricht.

Wir besichtigen also in diesem Fall nur die Schule. Teilweise kommt man sich vor wie in einer Urwaldschule. Die Gebäude sind teilweise aus Brettern zusammengenagelt und mit Palmen bedeckt. Teilweise aber auch massiv gemauert und mit Dachpfannen versehen. Wo gekocht wird ist unschwer zu erkennen. Weil viel auf offenem Feuer gekocht wird, sind die Wände und decken schwarz vor Ruß.

Normalerweise hätten wir zusammen mit den Kindern Opfergaben vorbereitet. Heute übernimmt das extra für uns eine der Lehrerinnen. Opfergaben gibt es morgens und abends für jedes Haus. Bevor morgens gegessen wird, wird auch den Göttern ein Teil dessen, was es zu essen gibt, als Gabe gereicht. Am Nachmittag oder am Abend gibt es dann noch eine weitere Gabe aus Blüten. Die sind auch schon bei der morgentlichen Gabe dabei und das Herzstück der Opfergabe.

Es müssen immer fünf verschiedene Sorten an Blumen sein. Und auch die Zusammenstellung der Blumen und Blüten folgt vorgegebene Regeln und ist nicht willkürlich. So müssen z.B. die Farben aufeinander abgestimmt sein.

Gemacht werden die kleinen Körbchen aus einem Stück Palmenblatt. An den Ecken werden die Palmen mit kleinen Holzstäbchen durchstochen um zusammenzuhalten ( in der Massenproduktion werden hier auch einfach Metallklammern verwendet – nicht aber bei uns ).

Wir bekommen drei verschiedene Varianten gezeigt. Die erste und einfachste ist ein kleinen quadratisches Schälchen für den täglichen Gebrauch. Variante zwei ist vergleichbar nur in einer dreieckigen Form. Die dritte Variante ist deutlich aufwändiger und wird an besonderen Feiertagen oder im Tempel verwendet.

Nachdem wir unsere Opfergaben hergestellt haben ( mit etwas Hilfe vielleicht ) wurden wir entsprechend für einen Tempelbesuch angezogen. Das heißt konkret für mich ein doppelter Sarong und noch eine Art Turban auf dem Kopf. Meine Güte – was war mir warm !!

So angezogen geht es weiter zum Gunung Kawi Tempel. Dieser Tempel ist eine alte Steinruine aus dem 11. Jahrhundert. Damals lebte hier die Königsfamilie. Die komplette Anlage ist aus Fels gehauen und bestand für mehrere hundert Jahre und wurde in der Zeit auch als Wohnsitz verwendet.

Da der Tempel etwas weiter Außerhalb lieg, ist die Fahrt dorthin etwas länger. Da wir neben unserem Guide auch noch einen Fahrer haben, hat unser Guide genug Zeit sich mit uns zu unterhalten. Es wird ein interessantes Gespräch über Religion und Politik, nachdem ich nach den Moscheen gefragt habe. Offiziell sind auf Bali mehr als 90% Hindus. Unser Guide spricht davon, dass es aktuell eigentlich nur noch 70% sein sollen. Es würden sehr viele Moscheen gebaut werden. Bei dem Bau dürften aber nur muslimische Firmen helfen. Außerdem entstünden im direkten Umfeld auch Wohnungen die für Muslime reserviert wären. Bei der Heirat müsste der Partner im Islam zum Islam konvertieren. Der Hinduismus schreibt so etwas nicht vor. Und schließlich würden politische Ämter eigentlich nur an Muslime vergeben werden. Spätestens in den höhren Ebenen. Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.

Der Gunung Kawi Tempel liegt relativ weit von der Straße entfernt und man geht einige hundert Stufen hinunter zum Tempel. Aber der Weg runter ist weniger das Problem. Aber irgendwann muss man ja auch wieder zurück …

Unsere nächste Station ist der Pura Tirta Empul oder Wassertempel. Dies ist einer der heiligsten Tempel auf Bali. Das Zentrum des Tempels ist eine Wasserquelle. Von diesem zentralen Wasserbecken aus fließt das Wasser in mehrere Tempelbereiche. Auch in ein großes Becken in dem rituelle Waschungen stattfinden. Der Pura Tirta Empul Tempel sollte von jedem Hindu einmal in seinem Leben besucht werden.

Wegen des Wochenendes ist heute entsprechend viel los. Deswegen reihen wir uns nicht in die Schlange in dem großen Becken ein um an eine der 13 Quellöffnungen zu gelangen. Bei der großen Waschung müssen nacheinander 10 bestimmte Quellöffnungen abgelaufen werden. Für die kleine Runde kann man auch vom Beckenrand Wasser aus der letzten Öffnung entnehmen und es sich über den Kopf gießen. Für uns reicht die Variante heute aus. Ich hätte auch gerne die große Runde gemacht. Alleine schon um für eine Stunde im kühlen Wasser zu stehen. Aber ich hätte wohl 1-2 Stunden im Wasser stehen müssen.

Im inneren Bereich gibt es außerdem einen gesonderten Bereich für Zeremonien die der Tempelpriester persönlich abhält. Hier beten Familien nach Absprache. Auch hier herrscht heute reges Treiben.

Unser Tempelprogramm ist fertig für heute. Wir lassen uns innerhalb von Ubud am Monkey Forrest absetzen. Das ist ein Park innerhalb der Stadt, der von Affen bevölkert wird. Hier finden sich also wieder ziemlich viele Touristen. Aber der Park ist schön angelegt mit Wanderpfaden, Hängebrücken und eben vielen Affen. Im Gegensatz zu Pemuteran sind die Affen hier allerdings sehr friedlich und zutraulich. In den Eingangsbereichen finden sich Händler die kleine Bananenstauden verkaufen um die Affen damit zu füttern. Dabei sitzen die Affen dann auch gerne auf den Schultern oder Köpfen der Bananenspender.

Unsere Freunde währt allerdings nicht zu lange. Nach einer halben Stunde fängt es erst leicht, dann sehr schnell immer stärker an zu Regnen. Erst versuchen wir uns noch unter zu stellen. Dann versuchen wir am Ausgang ein Taxi zu erwischen. Sehen tun wir aber keins. Taxis sind hier eher eine private Wirtschaft und die Touristen haben ihre eigenen Fahrer. Unter einem großen Ficus Schutz suchend lernen wir zwei Australier kennen. Sie warten auf ihren eigenen Fahrer. Die beiden sind so freundlich uns mitzunehmen. So kommen wir dann doch noch zurück zu unserem Hotel. Dort läuft inzwischen der Pool über. Aber trocken sind wir eh nicht mehr.

Abends gehen wir wieder zu Fuß in die Stadt zum Essen. Im Vergleich zu dem was wir bisher von Indonesien und Bali gesehen haben, ist Ubud ganz anders. Die Geschäfte sind modern, meist sehr stilvoll – nach meinem westlichen Maßstab – eingerichtet und alles ist sauber und ordentlich. Es passt gar nicht zu dem Rest des Landes. Ist aber trotzdem sehr schön anzusehen.

Morgen gehts aufs Rad!

cheers.
Sebastian

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