gefahrene Kilometer heute: 46.49km
gefahrene Kilometer gesamt: 330.74km

Den heutigen Tag haben wir in Bandung verbracht. Los ging es mit einem Ausflug ins „Afrikanisch Asiatische Museum“. So der offizielle Titel. Im Inneren dreht es sich aber eigentlich nur um die „Africa Asian Conference“ von 1955. Von Indonesien ausgerichtet war es die erste Afrika Asien Konferenz dieser Art und verschaffte dem Gastgeber entsprechenden Respekt und Mitspracherecht. Und das gerade einmal 10 Jahre nachdem sich Indonesien von den Niederlanden losgesagt hatte. Dementsprechend wichtig ist diese Zusammenkunft für Indonesien gewesen.

Daher gibt es im den ansonsten überschaubaren Räumlichkeiten des Museums auch alles, was es auf dieser Konferenz gab – die original Rattan-Sitzecke, eine Schreibmaschine der Konferenz ( von Siemens ), ein Schallplattenspieler, ein Telefon, ein Kamera und wahrscheinlich auch einen Aschenbecher von 1955.

Direkt an dem Museum verläuft die Braga-Straße. Die Hauptstraße des Stadtkerns und eine der wenigen Straßen mit einem begehbaren Bürgersteig. Allerdings gab es hier nicht viel zu sehen. Außer einer der sehr sehr seltenen existierenden UND funktionierenden Fußgängerampeln. Diese zeigen erstens eine kleine Animation und zweitens sogar einen Ton, der zum Ablauf der Wartezeit immer schneller wird. Gleichzeitig läuft auch das animierte Männchen schneller.

Zumindest auf Java ist der Islam die vorherrschende Religion. Daher gibt es im Stadtzentrum der größeren Städte immer eine Moschee. Während sich auf der einen Seite ein kleiner Park befand auf dem Familien saßen und Kinder spielten, gab es auf der anderen Seite der Moschee allerlei komische Gestalten.

Spannend waren aber auch die kleinen Einkaufsstraßen, in die sich sicher nicht viele Touristen verirren. Aufgerissenen Straßenseiten – vermutliche sollte hier die Entwässerung erneuert werden, aber getan wurde nichts. Solange lagen überall Bretter und einige Steinplatten über die Löcher, in denen sich die ein oder andere Ratte beobachten ließ, um zu den Geschäften zu gelangen. Jedes dieser Garagenabteile war eine kleine eigene Welt für sich und teilweise bis unter die Decke gestapelt mit den jeweiligen Angeboten. Seien es Lebensmittel, Pflegeprodukte aller Art, Stoffe oder Plastik-Kitsch.

Weil wir aber mit dem Museum, der Braga-Straße und unserem kleinen Abstecher in die lokalen Geschäfte sehr schnell fertig waren, konnten wir vor unserem Nachmittagstermin noch einen Abstecher machen.

Unser Guide setzte uns einmal in der lokalen Klamotten und Jeans-Meile ab. Kaufwillige werden hier sicher etwas finden, die anderen können sich darüber amüsieren, dass jedes zweite Geschäft von einer großen Actionfigur oder Marvel-Character geziert wird.

Ein andere kleiner Abstecher ging zum Präsidenten-Palast beim Geologischen Museum. Das Museum haben wir ausgelassen und den Palast konnte man nur von außen fotografieren. Also haben wir ein paar Minuten die Beine baumeln lassen und uns neben die kleine Laufstrecke, die es komischer weise vor dem Palast gibt, gesetzt. Und ehe wir uns versahen haben wir wieder für ein paar Fotos posiert. Auch ein Polizist konnte es sicht nicht verkneifen uns nach einem Foto zu fragen. Das indonesische Facebook wird also gerade überschwemmt von unseren Bildern.

Etwas dreist war allerdings ein Jugendlicher der offensichtlich seine neue Kamera ausprobieren musste. Er stelle tatsächlich ohne zu Fragen die Kamera samt Stativ erst vor uns und dann noch einmal im 90° und im 45° Winkel zu uns auf und machte in aller Ruhe seine Fotos. Sein Kumpel durfte nur den Objektivkarton tragen und hatte eindeutig weniger Spaß als er.

Letzte Station für heute war die „Bambusauffürung am Nachmittag in Saung Angklung Udjo“ (original Übersetzung aus dem Flyer, inkl. fehlendem h). Die Aufführung ist eine Mischung aus verschiedenen Indonesischen Traditionen. So wird ein kurzes Puppenspiel mit Holzpuppen ( also 3D Puppen ) gezeigt, einige Tänze sowie das Spiel mit den Angklung. Dabei handelt es sich um ein Bambus-Instrument bei dem 2-3 Bambusrohre in einer Halterung so eingespannt sind, dass sie durch seitliches Anschlagen der gesamten Haltung einen Ton abgeben. Durch verschieden hohe Bambusrohre gibt es entsprechend verschiedene Töne. Die Anlage ist gleichzeitig eine musikalische Schule. Die Tänze und die ersten Angklung Aufführungen kamen daher von Kindern. Während das finale dann von einem professionellen Orchester gespielt wurde. Das einfachere Angklung-Spiel der Kinder sollte dann auch gesanglich untermalt werden. Und da der Moderator international sehr sprachfest war, gab es auch eine Version von Hänschen-Klein, das in den lokalen Sprachn gesungen wurde. Natürlich kam er dann zu den Zuschauern des jeweiligen Landes und natürlich kam er für Deutschland zu mir und so schmetterte ich in schlechtester Tonlage Hänschen-Klein ins Mikro.

Es bekam aber auch jeder Zuschauer ein Angklung in die Hand. Jeweils mit einer Nummer bzw. einem Symbol darauf. So gab es einen Crash-Kurs im Spielen und dann ein gemeinsames musizieren nach Symbolen. Tatsächlich ein großen und sehr gut moderierter Spaß.

Zum Schluss wurden alle Zuschauen noch einmal von den Kindern zum Tanz aufgefordert. Eine Mischung aus im Kreis drehen, Abklatschen und Polonese, aber wenn man sich drauf einlässt mit einem entsprechenden Spaß-Faktor. Lustig wars heute!

cheers.
Sebastian

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