Fahrstrecke heute: 239mls ( 382km )
Fahrstrecke gesamt: 2055mls ( 3288km )

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung.

Wie bereits gestern geschrieben sind wir bei meinem neuen Freund Ranjit in Brigham City, Utah abgestiegen. Guter Preis, gutes Zimmer und spitzen Internet. Trotzdem habe ich leider nicht viel Schlaf bekommen. An meine „schwer atmenden“ Mitreisenden habe ich mich ja inzwischen gewöhnt ( Musik über Kopfhörer in voller Lautstärke ). Diesen Abend hat aber leider das Pärchen im Nachbarzimmer die beiden noch etwas übertönt. Sie hat sich gegen 02.50h fertig gemeldet, er nochmal 10min später (immerhin) …

Heute ging es dann weiter den Hwy 89 in Richtung Süden runter. Das erste Stück ging durch Salt Lake City und seinen Speckgürtel. Also ein paar Stunden einmal Stadtfahrt und die Vororte. Man muss es zumindest mal gesehen haben. Und was dann wieder auffällt ist der große Anteil an Restaurants, Diner, Grills, Burgerbuden und was es nicht sonst noch alles zum Essen gibt. Fast jeder zweite Laden auf der Strecke ( zumindest eben in diesem Stadtgebiet ) hat irgendetwas mit Essen zu tun. Gar kein Wunder, dass die Leute aussehen, wie sie aussehen.

Was auch auffällt: Die Autos werden wieder kleiner. Während es bei uns eigentlich keinen PKW gibt der höher ist als ich, sieht das hier ganz anders aus. Gerade in den nördlicheren Gebieten, gerade Montana, ist es wirklich wie im Fernsehen, bzw. den vorherrschenden Klischees: Die Amis fahren einfach riesige Schlitten. Zumindest in Utah werden die PickUps im landwirtschaftlichen Bereich auch als Traktorenersatz eingesetzt und fahren hier mit allen Möglichen Gütern über die Straße. In Montana oder Idaho waren die aber einfach nur groß und gut. Ein sinnvoller Einsatz war nicht zu erkennen. Sicherlich ist das Fahrverhalten bei Schnee besser, aber bei dem Spritverbrauch … ?!
Hier werden die Autos wie gesagt inzwischen wieder kleiner und entsprechen unseren europäischen Formaten.

Wie Lars bereits während seines Familienbesuchs bemerkt hatte: Fernsehen zahlt sich aus! Getankt wir hier fast ausschließlich über Kreditkarte direkt an der Zapfsäule. Karte rein, Kraftstoff auswählen, Tanken. Aber heute mussten wir vor dem Tanken auch noch unsere Postleitzahl eingeben. Wie gut das das Fernsehen mit „Beverly Hills 90210“ entsprechend dafür sorgt, dass wir eine US PLZ wissen – vielen Dank Fernsehen.

Der Ashley-Moment:
Beim zweiten Mal Tanken standen wir an einer Texaco Tankstelle. Wieder einmal Karte rein, PLZ eingeben und … Bitte wenden Sie sich an den Kassierer. Leider wurde unsere tolle PLZ oder unsere Karte nicht akzeptiert. Also Helm abnehmen und Drinnen beim Kassierer melden.
Der Kassierer war in diesem Fall eine Frau. Den Namen habe ich mir nicht gemerkt, es wäre auch völlig überflüssig gewesen. Den Namen wähle ich im Nachherein in Anlehnung an die in Deutschland vorurteilsbehafteten Namen wie z.B. „Cindy“, „Mandy“ oder „Jaqueline“.
Am Tresen steht also diese nette Person, geschätzt Mitte 30. Die blonden Haare normal frisiert, ok vielleicht ein wenig der „Dallas-Look“. Bei der Schminke wurde kein Geschmack bewiesen, aber ok, darüber lässt sich ja nicht streiten. Man kommt also herein und eröffnet mit einem freundlichen „Hello“. In dem Moment macht Sie den Mund auf und erwidert mit einem „How are you doing ?“. Im nächsten Moment erschrickst du erst, dann ziehen sich deine Gedärme zusammen und dann zuckst zu zusammen, weil du meinst, das bei der Stimme alle Gläser in deinem Umfeld explodieren müssten. Ein echt fieses piepsiges Organ, das leider einfach nur schwer zu ertragen ist.
Ich habe ihr dann also versucht zu erklären, dass meine Kreditkarte nicht akzeptiert wurde und ich bei ihr bezahlen möchte. Sie fragt für wieviel (Dollar) ich tanken möchte – „For fifteen.“, ist meine Antwort. Sie gibt die Zapfsäule frei mit der Summer $4,15. Also ich ihr dann erklärt habe das ich nicht „Four Fifteen“ meine sondern „For fifteen“ verfällt Sie aufgrund des Missverständnisses in ein Gelächter und das mit dieser Stimme, dass ich erstmal einen Schritt nach hinten machen musste. Letztendlich habe ich dann noch einmal für zusätzliche $10 an einer anderen Zapfsäule tanken können – weil Ashley das irgendwie falsch eingetragen hatte musste ich das Mopped nochmal an die nächste Säule fahren. Während der ganzen Aktion meinte Sie noch, dass ich dieses Tanken nicht vergessen würde – wo Sie Recht hat …

Die restliche Tagestour führte uns noch durch eine Reihe von weiteren Kleinstädten. Wie z.B. Mount Pleasant. Hier gibt es noch ein richtiges Autokino am Ortseingang. Aber auch der ganze Rest dieser Kleinstadt ist genau so wie man sich das vorstellt – und noch kitschiger.
Die amerikanische Flagge weht vor den Häusern. Der Garten wird von Rasensprängern bewässert. Es gibt einen Garagenflohmarkt und die Kinder fahren mit ihren kleinen Fahrrädern mit Fähnchen und Fransen am Lenker den Bürgersteig herunter.
Einen Ort weiter, in Manti, hat das Kinder-Footballteam heute scheinbar ein Spiel. Aus dem Grund wurde eine kleine Parade für die Jungs veranstaltet. Das ganze Team wurde auf das Feuerwehrauto gesetzt und einmal mit Blaulicht und Sirene die Hauptstraße rauf und runter gefahren. Nicht nur die stolzen Eltern standen mit Kameras am Straßenrand. Willkommen in einer echten Amerikanischen Kleinstadt.

cheers.
Sebastian

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