Hallo und Hummpa nach Deutschland.
Während Florida noch recht flach ist und auch keine hohe Vegetation aufweist ändert sich die Landschaft nun schneller. Man kann sagen, dass rund alle 100km die Landschaft irgendwie anders wird. Andere Vegetation, mehr Wald, weniger Wald, mehr Sumpf, weniger Sumpf, mehr Lange Strassen, mehr kurze Straßen, Häuser ohne Rädern, Häuser mit Räder und Häuser ohne Räder. Hier im Süden von Georgia scheinen die sog. „Mobile Homes“ schon recht im Trend zu liegen. Dabei wird das ganze Haus irgendwo auf einem Stahlträger fertig gebaut und dann 1:1 per Truck ausgeliefert.

Die Dinger scheinen so sehr im Trend zu liegen, dass die scheinbar auch ohne Bestellung ausgeliefert und irgendwo aufgestellt werden. Richtige Häusersiedlungen, geschweige denn Dörfer, sind eher selten oder gar nicht so angesagt. Stattdessen stehen Häuser einfach überall rum. Irgendwo zwischen den Bäumen an der Straße, mal weiter vorne, mal weiter hinten, mal zwei dicht beieinander, mal eine Meile auseinander, stehe die flachen, breiten ( so, dass sie der Länge nach auf den Auslieferungs-LKW passen ) Häuser. Und es gibt wirklich viele Häuser bei denen ein Schaukelstuhl auf der Veranda steht – ganz wie im Fernsehen.
Auch wie im Fernsehen: Die Baumplantagen mit den hängenden Flächten im Geäst.
Auch wie im Fernsehen: Die tollen Warnschildern auf den Straßen „Roadwork Ahead“. Gegen die Arbeitslosigkeit werden einfach viel mehr Personen eingestellt ( sicher zu einem sehr günstigen Kurs ) und viel weniger Maschinen eingesetzt. Also 10 Leute reparieren eine Überlandleitung.

Um so länger man durch Georiga fährt um so mehr schöne Ecken findet man dort. Wirklich traumhaft. Hier fallen aber auch die sozialen Unterschiede auf. Man sieht es einfach von Außen. Besonders auffällig ist dies in offensichtlich ärmeren Gegendenen, in denen Regierungsgebäude stehen ( z.B. Rathaus oder Post ). Die umstehenden Häuser sind ungepflegt der Garten ungeliebt und das Regierungsgebäude klassisch, representativ gebaut, gepflegter und sauberst getrimmter Rasen.
Wenn es sich nicht um öffentliches Gelände handelt scheint sich ohnehin niemand an Abfall zu stören. Wir ein Haus nicht mehr bewohnt wird es verlassen und aus. Dann steht es dort und verfält vor sich hin ( vorhin sind wir an den letzten Überresten zweier Häuser vorbeigefahren. Die Verrottung war so weit fortgeschritten, dass nur noch die gemauerten Kamine standen.

Never the less – Georigia by Bike auf der 341 – schwer zu empfehlen.

Frühstück bei Taco Bell ( eine Fast Food-Kette mit Tacos ). Besser als gedacht mit spannenden Geschmacksrichtungen an der Getränketheke.

Auf der Karte waren wir kurz vor Atlanta. Wir haben uns also ein wenig ( 20min ) Außerhalb ein Motel gesucht. Für die deutsche Fangemeinde sollte es eines mit Internetverbindung sein, damit wir Bilder und Texte einstellen konnten. Auf dem großen Werbeschild wurde ein günstiges Zimmer angeboten mit Breitbandinternet. Gesehen, geblieben. Sobald der Laptop ausgepackt war die ernüchternde Erkenntnis: Ein WLAN ist zwar vorhanden, funktioniert aber irgendwie nicht. Egal wo auf dem Gelände, immer das gleiche Ergebnis. Also schnell zur Rezeption und um Hilfe bitten. Der gute Mann versuchte sofort sein bestes, zeigte die entsprechende WLAN Antenne und auch den Router. Auch direkt neben dem Sender konnte keine Verbindung aufgebaut werden. Er versuchte daraufhin seinen „IT-Guy“ zu erreichen. Leider erfolglos. Gut dann eben im nächsten Starbucks. 10min später klopfte es an der Tür und der Klischee-Computer-Inder stand an der Tür um mir helfen zu wollen. Ein paar Reisetipps später und dem Wissen, dass seine Schwester in Berlin eine Nonne im Krankenhaus ist, sollte ich ihn als studierter ITler bei dem Router helfen. Leider scheint der Router nicht richtig zu ticken. Also doch Starbucks.

Während ich mich mit dem nicht vorhanden Internet herumgeschlagen habe, hatte Lars eine nette Bekanntschaft auf dem Gang. SIE fragte woher wir denn kommen und wie unsere Motorrad-Gang heißt. Und wenn wir noch ein Mädel für die Nacht suchten, Sie wäre in Raum 230 …

Nächster Plan: Mit den Bikes schon mal in die Stadt fahren um sich mal in Downtown umzusehen. Die Idee ist toll, die Strecke in die Stadt wieder einmal wunderbar anzusehen. In der Stadt leider Rushhour. Stadteinwärts geht es allerdings noch. Nach der ersten Runde durch die Stadt findet sich auch ein bezahlbarer Abstellplatz für die Maschinen. Kaum sind die Räder abgestellt und abgeschlossen fängt es natürlich an zu Regnen ( ich habe keine Jacke mit, aber den Fotoapparat ). Die Stimmung sinkt, der Regen steigt. Die Straßen rauschen in der Tat Sturtzbäche hinab. Am Randstein rinnt 30min hohes Wasser den Berg hinab. Unbedachtes hineinsteigen würde einen nicht lange auf den Beinen halten. Nach 5min waren wir bereits so durchnässt, dass alles andere auch egal war. Also wenigstens noch einen 15Minuten Spaziergang durch Downtown ( wir hatten die Fusswege für uns komplette alleine ). Während wir das weiter Vorgehen unter einem Vorsprung diskutieren lernen wir „Steve“ kennen. Wir sollen bitte warten und noch nicht wieder nach Hause fahren. Schließlich sollen wir Atlante nochmal ohne Regen erleben. Wir versprechen Ihm morgen nochmal wieder zu kommen ( was wir auch machen wollen, schließlich wollen wir Coca-Cola besuchen ). Die Entscheidung war richtig. Das Wetter wird für nicht länger als 10min besser.

Jetzt wird nochmal gegessen. Kulturell. Sprich: Hotters ( Wer das nicht kennt, nicht so wichtig. Die Bedienung hieß Alicia, warum auch immer man sich den Namen dann merken konnte… ).

Keep you updated,
Sebastian

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