gefahrene Kilometer heute: 211km
gefahrene Kilometer gesamt: 909km

Hallo und Humppa nach Deutschland !

Das Frühstück in der Pension Gessert ist ein Traum. Der süße Wintergarten, der zu dieser Zeit abgesehen von uns, nur von Rentner-Ehepaaren sowei einem Graupapagei besiedelt wird, hat für jedes Zimmer einen kleinen Frühstückstisch.

Jeder Tisch bekommt seine eigene kleine Frühstücksplatte mit Wurst, Käse und Obst, die mit einer solchen Hingabe dekoriert ist, wie es für die Ganze Wohnung, jedes Zimmer und den Garten der Fall ist.

Eigentlich ist man schon fast satt von der Platte und dem Brot, da kommt der Hausherr mit Kochschürze selber an den Tisch und fragt ob es noch etwas Ei sein darf, oder Bacon. Er bedient immer nur einen Tisch zur Zeit. Verschwindet dann für 10 Minuten in die Küche und kommt mit einem Teller voller Rührei, Bacon, Mini-Steak, Mini-Maiskartoffelpuffer, und und und wieder zurück und kümmert sich dann um den nächsten Tisch. Etwas Zeit darf man schon mitbringen, aber es lohnt sich! Vielen lieben Dank für diesen tollen Aufenthalt ( mal abgesehen von dem Papagei, der nur genau eine Pfeifreihenfolge drauf hatte, und diese unermüdlich wiederholen konnte ).

Wir tanken noch schnell das Auto. Auch hier wird das Auto von Tankwarten betankt. Der Tankwart dieses mal sah aus wie Peter Dinklage ( googeln falls nicht bekannt ), in farbig, und mit Afro.

Bevor es weiter auf die Reise geht halten wir noch schnell am örtlichen Spar-Markt … das es die auch überall geben muss, wo einmal ein Deutscher durchgekommen ist. Man hat den Eindruck, als würde es in dem Laden mehr Angestellte als Kunden geben. Als Deutscher bin ich total verwirrt. Wir packen und Birnen und Orangen in Tüten ab. Stückweise, genau wie in Deutschland. Das Abwiegen und Draufkleben des Barcode-Schildchens übernimmt aber ein Sparmitarbeiter, dem ich meine Tüte in die Hand gebe. Danach begibt sich der freundliche Helfer wieder an den Stehtisch, an dem auch 5 andere Abwiegeassistenten stehen und tiefenentspannt auf Kundschaft warten.

In jedem Gang findet sich mindestens ein Mitarbeiter. Auch wenn man nur 30 Sek. die Blicke durch die Regale schweifen lässt, wird sofort gefragt, ob man behilflich sein könnte.

Die Fleischtheke ist gut gefüllt, der Blick in den Schlachtbetrieb ist offen. Im hinteren Teil werden gerade Würste gefüllt und zum trocknen aufgehängt. Auch hier arbeiten mind. 5 Personen.

Leider bin ich auch heute zum Wiederholten male in die Konzentrat-Falle gelaufen. Locker in das Regal gegriffen um sich einen leckeren Fruchsaft mitzunehmen, erwische ich ein Konzentrat, dass erst mit Wasser verdünnt werden muss, damit es einem nicht den Rachenraum veräzt. Man muss doch bitte nicht alles aus den Staaten übernehmen. Den auch verdünnt schmeckt das meistens nie so richtig gut …

Unsere Tour führt uns weiter am Naute Damm vorbei, dem fünft größten Damm des Landes. Er versorgt die Stadt Keetmannshope mit Wasser. Außerdem sorgt er für die Bewässerung einer Dattelpalmenplantage und seit wenigen Jahren auch für die eines Weinbaus. Sollte euch also mal Wein aus Naute/Namibia vor die Füße fallen, dann kommt der hier her.

Die Endstation für heute ist das Canyon Village. Eine Unterkunft weit draußen mit einem großen Berg im Rücken, bestehend aus 16 kleinen Häuschen, mit jeweils zwei Zimmern. Vom unserer Terasse lässt es sich in genau diesem Moment sehr entspannt das Leben genießen mit einem tollen Ausblick in die rote Wüste und den hellblauen Himmel.

Weil wir pünktlich angekommen sind und für heute kein festes Programm mehr haben, gehen wir auf eigene Faust den Wanderpfad durch die Berge. Auf der Karte der angebotenen Aktivitäten ist auch eine Wanderung über diesen angeblich 3km langen Pfad angegeben. Die Strecke soll sehr einfach sein und die Tour in 1-2 Stunden absolviert sein. Den Pfad wäre außerdem super ausgeschildert und leicht zu finden.

Für uns schien das also erstmal keine Herausforderung. Wir haben dann auch eher mit einer Stunde gerechnet. Also erstmal eine schöner Zeitvertreib. Vielleicht bekommt man ja noch ein paar schöne Fotos von der Gegend.

Letztendlich haben wir dann aber etwas mehr als 3 Stunden für den Pfad gebraucht. Den Rundgang konnten wir allerdings nicht beenden, da unsere Spurenlesefähigkeiten irgendwann nicht mehr ausreichten und wir den Weg zurückgegangen sind. Wie die Tour, gerade von den sonst aktuell anwensenden Rentnern in 1-2 Stunden machbar sein soll, können wir uns nicht erklären. Unsportlich sollte man bei Tour nämlich nicht sein.

Aber die Tour hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Es gab eine tolle Aussicht über die Berge und das weite Nichts. Aber vor allem stand auf einmal eine Gruppe Zebras einige hundert Meter vor uns auf dem Wanderpfad. Wie sich später herausstellen sollte, gibt es tatsächlich Flachland- und Bergzebras. Unsere kleine Gruppe war ganz offensichtlich ein Vertreter der letzteren. Dabei auch ein kleines Pfohlen. Damit haben wir auch Zebras ganz offiziell auf der Liste des Großwilds abgehakt. Zebra-High-Five.

Pünktlich zum Abendbuffet waren wir dann wieder zurück im Camp. Eine kleine Runde durch den Pool und dann ans Essen. Ein sehr guter Ausklang für den Tag.

cheers.
Sebastian

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