gefahrene Kilometer heute: 333km
gefahrene Kilometer gesamt: 698km

Hallo und Humppa nach Deutschland !

Gestern Abend gabe es großes Abendbuffet auf der Bagatelle Range. Es gab alles das zu Essen, was wir an diesem Morgen auch in Reservat noch in lebedinger Form sehen sollten.

Es gab Springbock- Rippchen, Oryx- Filet als Carpaccio ( im übrigen äußerst appetietlich ) und Kuru- Steak frisch vom Grill. Dazu noch ein sehr leckeres Blumenkohlpuree und reichhaltige Salate. Die Bagatelle Ranch hat also schon mal die Standards ganz schön hoch gelegt.

Während des Essen kam dann auch unser Terassen Hausgast, der Springbock mit Sicherheitshörnern, auch in der Essengruppe vorbei, ging von Tisch zu Tisch und legte sich schließlich in die Mitte aller Essenden … vermutlich nicht wissend dass auf den Tellern ringsum seine Familie lag.

Den nächste morgen hieß es dann wieder früh aufstehen, und das freiwillig im Urlaub. Es ging in einer kleinen Gruppe auf die „Morning Scenic View“ Tour, also eine geführte, gefahrne Tour durch das Reservat der Ranch.

Mit allen Objektiven bis an die Zähne bewaffnet ging es im Sightseeing- Jeep auf die 2,5 stündige Tour. Der WAHNSINN !! In der ersten halben Stunde staunt man über jedes sich bewegende Tier. Jeder Springbock ist noch etwas besonders und wird sofort verucht zu fotografieren. Nach dem zweihundertsten Springbock stumpft dieses Verhalten allerdings etwas ab. Da muss schon mehr her.

Der/Die/Das Oryx war das nächste Großwild in der Reihe. Schön zu sehen wie es aussieht bevor es auf den Teller kommt. Auch unser Guide fragte nach, ob es uns denn den Abend zuvor geschmeckt hätte.

Ein Akatzienbaum mit einem jahrzehnte alten Gemeinschaftsnest von Webervögeln war ebenfalls Teil der Tour. Unglaublich beeindruckende Bauwerke solch kleiner Tiere.

Es gab noch Asgeier, Trappen sowie Hornschäbel zu sehen, sowie eine Anzahl anderer Tiere, deren Namen ich mir nicht alle gemerkt habe. Aber zu so einer richtigen Safari sind natürlich auch Zebras, die leider zu schnell wieder über die nächste Düne verschwunden waren, als das sie sich sauber hätten ablichten lassen und Giraffen. Zu dem Reservat gehörte eine kleine Gruppe der Tiere, die sogar ein 4 Tage altes Junges hatte. Der Anblick ist mit dem einer Gruppe im Zoo absolut nicht zu vergleichen. Diese Tiere in freier Wildbahn ( wenn man mal von dem 7000ha Gehege absieht, zu erleben ist unbeschreiblich.

Für jedes Tier hielt unser Guide den Wagen an, erklärte vieles zu den Tieren und ermöglichste den ganzen Hobby-Paparazzi Bilder zu machen. Bevor er sich vor jeder Weiterfahrt mit dem immer gleichen und sehr monotonen Satz „Each and Everyone OK ?“ rückversicherte, dass auch wirklich jeder seine Bilder gemacht hat.

Zurück an der Lodge ging es zum großen Frühstück. Eier und Bacon wurden frisch zubereitet und eine Pfau gucke uns aus sicherer Entfernung nicht auf dem Grill zu landen, beim Essen zu. Danach ging es dann auch weiter. Die Rücktour durch den weichen Sand klappte dieses Mal ohne stecken zu bleiben.

Die nächste Station sollte Keetmannshope ( nach dem Holländer „Keetmann“, der eine christliche Mission gegründet hatte ) sein. Hier kommen wir in der Pension „Gessert“ unter. Eine kleine private Pension mit sechs Zimmern.

Auf der Strecke tanken wir in Mariental. Die Tankstelle steht an der Straße außerhalb des Stadtkerns. An jeder Säule stehen mindestens zwei Angestellte parat. Einer bedankt dein Auto, der andere wischt alle Scheiben. Ein etwas ungutes Gefühlt hinterlässt der Umstand, dass ebenfalls pro Säule noch ein bewaffneter Sicherheitsbeamte patrouliert und die Kasse hinter dicken Eisenstäben gesichert ist.

Wir reisen am frühen Nachmittag dürfen noch kurz im Wohnzimmer platz nehmen, wo uns der Haushund „Toffie“ ( der so heißt weil er immer die Schokolade vom Tisch klaut ) gleich mehr als überschwänglich begrüßt und über das Sofa springt als wäre es nichts.

Das Wohnzimmer, dass zugleich auch an den Wintergarten der als Frühstücksraum genutzt wird, angrenzt ist mit allerlei Kleinigkeiten vollgestellt, dekoriert und mit jeder Menge afrikanisch, kirchlichen Malereien behangen. Alles eigentlich deutlich zu viel für meinen Geschmack, aber mit einer Liebe zu Detail und in Gänze nicht ungeschmackvoll, sodass es wirklich beeindruckend wirkt und die Arbeit hinter dieser Leistung, die sich in einem unglaublich herzlichen und verwinkeltem Garten fortführt, gewürdigt werden muss. Eine unglaubliche liebevolle Pension.

Von dort ging es weiter zum sog. „Giants Playground“. Eine Feldlandschaft die aussieht, als hätte man ganz viele große und ziemlich rechteckige Feldblöcke übereinander gestapelt. Angeblich sollen Aliens damit aber nichts zu tun gehabt haben, sondern die Felsen wären durch nätürliche Verwitterung entstanden. Es ist auf jeden Fall wert diese bizarre Landschaft zu sehen.

Nicht unweit davon befindet sich der Köcherbaumwald. Eine der größten zusammenhängenden Vorkommen der Köcherbäume ( der Wald steht auf einer Fläche von vielleicht 5ha ). Diese verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie in ihrem Stamm ein großes Gewebe, ähnlich einem Schwamm, haben, dass sehr viel Wasser aufnehmen kann. Die Buschmänner haben diesen inneren Teil entfernt um so einen Köcher für ihre Pfeile zu haben. Inzwischen steht der Baum auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten.

Gegessen wird Abends sehr amerikanisch. Das „Spur“ ist letztendlich eine amerikanische Sportsbar. Nur das im Fernsehen Rugby läuft ( Die South Africa Springbocks besiegen Australien ). Wir bestellen Burger. Weil Montags Burger Tag ist bekommt jeder noch einen zweiten Burger umsonst. Die werden uns schon fertig in einer Plastiktüte verpackt zum mitnehmen auf den Tisch gestellt.

Alles in allem Zahlen wir für zwei Bier, zwei große Cola und zwei wirkliche guten und großen Burgern plus Beilagen, keine 20 Euro. Die Gratis-Burger zum Mitnehmen sind da noch nicht mals mit drin.

Hungrig musste heute keiner ins Bett. Morgen geht es weiter in die Wüste :)

cheers.
Sebastian

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