Tag 6, Tokyo. Diese Schweinehunde! Um ein Haar hätten die mich gehabt! Ich bin im Supermarkt gewesen und hatte mir neben dem üblichen Orangensaft noch aus dem Kühlregal eine Dose Zitronen-Limo mitgenommen. Setz mich damit hin. Mach die Dose auf und setze gerade an … „was riecht das Ding komisch ?“. Ist das nicht ein Bier ?! Wer in aller Welt macht Bier mit Zitronengeschmack und druckt dann noch eine Zitrone auf die Dose:

2015-04-06-10.41.07

Das 4% Alc geht da ein wenig in der Menge der Japanischen Zeichen unter. Letztendlich gerade noch gemerkt und die Statistik bleibt unberührt.

Ansonsten war heute der Tag mit den meisten Kilometern. Wieder einmal mit etwas Hilfe von Bus und Bahn. Mit der U-Bahn ging es morgens zu Tokio Station wo ich die nächsten beiden Touren mit dem Sightseeing Bus unternahm. Schön um sich einen Überblick zu verschaffen, aber nicht sonderlich viel mit echtem Wissen unterfüttert. Es wurde eher auf den ersten 7-Eleven-Store hingewiesen den es in Japan gab oder das es in der U-Bahn Station einen Automaten gibt, an dem man sich Apfel-Stücke aus einer bestimmten Region ziehen kann.

Der Japaner gibt ja allem einen Namen. Jedes Gebäude und jede Brücke bekommt einen. Von den 18 Tokyoer Brücken wurde aber nur die „Tiger-Brücke“ mit einem Tiernamen versehen. Spannender waren dann die Baustellen für Olympia 2020. Oder das die es hier hinbekommen besondere Staatsgebäude 1 Jahr früher fertigzustellen und 750 Million EUR günstiger als geplant. Schöne Grüße an die Elbphilharmonie oder BER.

Einer Sache fehlt es in der öffentlichen Infrastruktur hier: Mülleimer. Es gibt hier, abgesehen von ein paar weniger in ein paar weniger Parkanlagen, keine öffentlichen Mülleimer. In Deutschland würden man vermutlich deutlich mehr Müll dann einfach auf die Straße werfen. Der Japaner ist das glücklicherweise anders. Aber hier ist es trotzdem noch sauberer. Heute pickte eine Hotelangestellter sogar Zigarettenstummel und kleine Zweige aus den Bodengittern um einen Baum.

Das Wetter passte leider zur Bus Tour und Google hatte letztendlich nicht ganz recht. Es blieb bei Regen bis ca. 15h. Allerdings wieder so ein leichter Regen, der natürlich nicht davon abhält rauszugehen. Das Verdeck des Busses blieb allerdings geschlossen.

Nachdem die Bustouren Nachmittags absolviert waren ging es nochmal vom Tokyo Tower, dem alten Fernsehmasten, zu Fuß weiter in die Innenstadt und in Richtung Hafen. Hier fanden sich nicht nur besonders viele Geschäfte für Fischprodukte sondern auch eine Reihe von Buddhismus Fachgeschäfte. Letztere haben fast immer eine Schaufenster Richtung Norden, da Buddhismus Zubehör fast ausschließlich aus Holz hergestellt ist und so ein Ausbleichen in der Sonne verhindert werden soll.

Wer sich einmal richtig wertgeschätzt fühlen möchte, dem kann scheinbar in den Nobelläden geholfen werden. Beim Verlassen einer Gucci Boutique verabschiedete sich die Schar aus drei Verkäuferinnen mit einer so tiefen Verbeugung, die meisten würden dabei vorne überkippen. Man ist eben mehr als nur sehr höflich hier.

Überreicht der Japaner irgendetwas, passiert das auch immer demütigst mit beiden Händen. Man kann sehen wie sehr unwohl sich manch einer fühlt wenn er das Wechselgeld an der Kasse nicht mit zwei Händen übergeben kann.

An der Kasse vom 7-Eleven hatte mich heute eine gebürtige Inderin bedient. Sie war offensichtlich noch nicht zu lange in Tokyo und bekam in Sprache und Bedienung fleißig Hilfe von ihrer Kollegin. Sowohl Sie und ich wussten, dass wir beide sehr fehlt am Platze waren was japanische Gebräuche und vor allem Sprache anging. Ich habe trotzdem die gelernten Wortfetzen und Geld mit beiden Händen überreichen voll durchgezogen.

Morgen soll es dann mit dem Zug nach Kyoto weitergehen. Ich bin gespannt, wann, wo ich wie in welchem Zustand ankommen werde. Auf jeden Fall wird dies bis zum Abflug die letzte Nacht in einer Kapsel sein. Und das wo ich mich gerade so eingelebt habe:

IMG_1500

cheers.
Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.