gefahrene Kilometer heute: 335.1km
gefahrene Kilometer gesamt: 1358.9km

Hallo und Hummpa nach Deutschland,

Tag 5. Heute starten wir aus unserem Old Hospital Hostel in Seyðisfjörður. Die Zimmer sind zwar sehr hellhörig gewesen, aber wenn man der letzte ist der zu Bett geht, dann ist das viel weniger ein Problem. Eine richtige Nacht haben wir während unseres Aufenthalts noch nicht erlebt. Der Sonnenuntergang ist zu dieser Jahreszeit erst gegen Mitternacht. Aber auch dann ist es nicht wirklich stockfinster. Dem gegenüber steht der Sonnenaufgang nur knappe 3,5 Stunden später.

Mit diesem Rhythmus gehen aber auch alle mit. Man wird nicht komisch angesehen, wenn man erst um kurz vor zehn Uhr zum Einchecken in das Hotel kommt. Es ist draußen ja noch sehr hell und man kann immer noch viel sehen. Aber wir merken auch, dass wir das die ersten 3-4 Tage zu lange ausgenutzt haben und immer mindestens 12 Stunden auf den Beinen waren Dinge zu sehen.

Es geht also nochmal zurück über den Pass der Route 93. An diesem Morgen ist oben noch weniger zu erkennen als bei dem Hinweg gestern Abend. Streckenweise ist Schritttempo die beste Wahl. Aber wieder ist es ein Tag, der morgens mit bedecktem Himmel beginnt, aber über den Tag immer mehr aufklart.

Unser Reiseführer weist darauf hin, dass eine Bucht weiter in Borgarfjarðarhöfn – versuchen sie das jetzt mal nüchtern auszusprechen – eine kleine Insel mit einer Kolonie von Papageientauchern zu sehen wäre. Bisher hatten wir nicht das Glück welche zu sehen. Da sind doch 70 Kilometer Schotterpiste – für eine Richtung – eine gern in Kauf genommenen Umweg.

Zu unserem Glück war die Schotterpiste an vielen Stellen noch sehr frisch. Und eigentlich waren es auch nur 50km. Die anderen 20km waren geteert. Aber der kleine Extra-Weg hat sich gelohnt. Wieder einmal sind wir befreit von all zu touristischen Attraktionen. Nur vergleichsweise wenige verirren sich hierher. Im Scheitel der Bucht liegt ein kleines Dörfchen. Im Fjord ankert gerade ein kleines Kreuzfahrtschiff. Die Passagiere werden gerade ausgeschifft und rennen wie kleine Ameisen alle in der gleichen roten Jacke durch das Dorf, das eigentlich gerade einmal zehn Häuser hat.

Fünf Kilometer hinter dem Dorf gibt es einen kleinen Hafen. Drei Bote liegen darin, eines wird gerade an Land neu gestrichen. Dahinter ist ein kleiner grüner Hügel der von unzähligen Vögeln umkreist wird. Ein kleiner Steg führt hinauf. Schon beim Draufzugehen sehen wir die ersten Papageientaucher in dem Hügel stehen. Die kleinen Vögel bewegen sich an Land unglaublich tapsig und unbeholfen. Sind aber wahre Alleskönner, wenn sie erstmal im Wasser sind. Sie graben kleine Höhlen in den Boden um darin zu nisten. Ca. 2 bis 3 Millionen Paare dieser Tiere gibt es Schätzungsweise auf Island. Den Hügel teilen sie sich mit allerlei verschiedenen Möwenarten. Sie ersparen sich das Graben und nisten in den Steilwänden.

Leider kommen wir gerade zur Mittagszeit dort an. Die meisten der Papageientaucher scheinen in größeren Gruppen auf dem Meer um den Hügel zu treiben und nicht in ihren Nestern zu verbringen. Die frühen Morgen- oder Abendstunden sind sicher besser um mehr von diesen niedlichen Tieren an Land zu fotographieren.

Wir fahren weiter über die Route 925 und 926 zurück auf die Ringstraße 1. Unser Tagesziel heute ist Mývatn. Eine großer See und gleichnamigen Gebiet im Nord/Nordwesten der Insel. Der See selber ist bekannt für eine große Vielzahl an Vögeln. Vor allen Enten lassen sich hier nieder.

Im Norden des Sees befinden sich aber auch sehr geothermische Gebiete. Und so steuern wir das Mývatn Nature Bath an. Das Pendant zur „Blue Lagon“ im Südwesten der Insel. Dieses Bad speist sich aus einer natürlichen heißen Quelle. Die Wassertemperatur liegt zwischen 30 und 40°C und hat eine helle blaue Farbe. Durch die natürlichen Quellen ist die Temperatur aber nicht immer gleichmäßig. Wirklich gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Geruch. Den die heißen Quellen sind sehr schwefelhaltig. Daher riecht es eher nach faulen Eiern als nach Mr. Proper Frühlingsfrisch. Das alles zusammen lässt einen eher an Pipi aus der Pampers-Werbung denken, das durch den Pool treibt. Aber naja, wenn man erstmal drin sitzt …

Wer den richtigen lokalen Touch mitmachen möchte, der nimmt außerdem noch die Bier-Option. Mit einem extra Bändchen an der Hand wird das kühle Bier direkt in den warmen Pool gebracht. Umfallen kann man nicht. Denn tiefer als 60 oder vielleicht 70 Zentimeter ist das Becken an keiner Stelle. Weil stehen eindeutig zu kalt ist, knie ich die meiste Zeit im Wasser. Zum Glück sieht man den Grund nicht und weiß nicht, in was man da kniet …

cheers.
Sebastian

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