Hallo nach Humppa aus Deutschland,
unser aktueller Standort ist Hostinné in Tschechien. Wir haben wir ein Hotel bezogen. Natürlich erste Adresse, direkt am historischen Marktplatz. Heute haben wir aber nicht die DDR Luxus Suite, sondern nur ein einfaches Zimmer mit geteiltem Bad und WC auf dem Flur. Deswegen kostet das Zimmer auch nur 26 EUR pro Nacht.
Gefahren Kilometer gesamt: 3106km
Gefahren Kilometer heute: 385km
Ich werde mich aber auch heute nur sehr kurz fassen, und muss den vollen Text nachreichen. Unser Hotel hat kein Restaurant sondern nur eine Bar. Man hat uns das Restaurant des Sporthotels am Ort empfohlen. Da waren wir gerade und haben uns so richtig überfressen. Jetzt bin ich nicht mehr in der Lage heute noch viel Text zu schreiben. Daher vorübergehend für mich nur in paar Stichpunkte und schon mal die Bilder. Den kompletten Text muss ich dann nachreichen.
Und jetzt wird nachgereicht: Wir haben unseren ganzen Tag in Tschechien verbracht. Es ist sehr schön hier. Wir sind vor allem über Land gefahren. Gebirge gibt es im mittleren Süden weniger. Das geht erst an der Nordgrenze los. Das Riesengebirge. So eine Art Wurmfortsatz der Karpaten. Gehört aber wohl geologisch nicht dazu? Mutmaßungen. Kein Fachwissen. Ich schweife ab.
Wir sind über Dörfer gefahren. Kleine Städtchen. Kleine Wäldchen. Und viele Marktplätze. Gefühlt gibt es in jedem Dorf einen Löschteich. Und einen Marktplatz. Die haben das wirklich mit Markplätzen. Also solche aus der romantischen Vorstellung. Ein Platz in der Mitte, vielleicht ein kleiner Brunnen, eine Statue oder Denkmal, also auf jeden Fall etwas das die richtige Mitte markiert. Darum stehen die Häuser dicht an dicht mit Blick in diese Mitte.
Das sieht wirklich toll aus. Wirklich romantisch. Und wir haben auch zwischen den Städchen tolle Strecken erwischt. Herrliches Pendeln über Land. Wenn der Regen nicht wäre. Das wäre noch schöner. Wir saufen nicht ab, wir sind nicht nass bis auf die Unterhose. Es sind diese intervallartigen, leichten Sommerregen. Die Straße ist nass und das verringert dann das Vertrauen in Grip auf der Straße. Man fährt deutlich aufrechter als man wollen würde.
Wir haben schon heute Morgen nach der ersten halben Stunde die Regenklamotte angezogen. Und seid dem auch nicht wieder ausgezogen. Sonne. Regen. Sonne. Niesel-Regen. Zwischenzeitlich gabs aber auch schon ganz anständige Blitz- und Donnererscheinungen. Nicht in der Nähe. Aber wir waren wachsam. Positiv gesehen aber eben nicht so schlimm, dass es gar keine Freude macht. Es ist immer noch Jammern auf hohem Niveau. Wir können immer noch gut fahren und müssen uns nicht unterstellen.
Die Straßenverhältnisse sind insgesamt sehr unterschiedlich. Wir haben alles dabei. Schlaglöcher wie in Rumänien sind genau so vertreten wie die schönsten Schnellstraßen in Dubai. Die goldene Mitte überwiegt. Man kommt gut vorwärts und auch die Gabel bekommt ab und zu ihre Auftritte.
Wir fahren in einer großen Linkskurve in den Norden um möglichst viel vom bergigeren Grenzgebiet zu Polen mitnehmen zu können und dem Riesengebirge zu folgen. An einer Stelle nehmen wir dann tatsächlich noch ein paar Kilometer auf der Polnischen Seite mit und damit das sechste Land auf dieser Tour. Auf polnischer Seite machen wir dann auch nur eine kurze Pinkelpause. Dann gehts weiter und die Straße führt direkt wieder auf die tschechische Seite. Zum Pinkeln nach Polen.
Aber schön ist es hier schon. Eine richtig grüne Grenze. Alles ein Wald. Da führt dann noch eine Straße entlang, ansonsten ist es hier sehr friedlich und hat nicht viel von einem Grenzgebiet.
Es gibt die Grenze noch. Auf tschechischer Seite stehen da aber auch nur zwei Herren in Weste, rauchen und gucken da wenig kritisch auf die vorbeifahrenden Grenzübertreter. Das ist schon sehr viel Europa hier.
Wenn man die Moppedsachen an hat und dann vielleicht noch einen Helm trägt und den Schlüssel irgendwo hat und die Kreditkarte irgendwo anders, und wenn man dann noch schusselig ist, dann kann es passieren, dass man einem Schokoriegel in der Tasche hat und vergisst den beim Zahlen auch auf das Band zu legen. Zum Glück ist uns das heute nicht passiert. Heute nicht.
Andere Motorradfahrer haben wir heute kaum gesehen. Einmal durch das Land fährt offenbar keiner. Oder die haben alle keine Lust bei dem unsteten Wetter zu fahren. Mehr Straße für uns.
Man sieht hier in fast allen kleinen Orten Lautsprecher installiert. An bestehenden Laternenpfählen oder extra aufgestellte Masten mit Lautsprechern. Neu sieht das nicht aus. Keine Ahnung, ob das noch Propaganda Instrumente auf dem kalten Krieg sind, oder ob das eine neuere Erfindung ist. Es wird auf jeden Fall benutzt. Während wir vor dem Supermarkt stehen oder später auch auf dem Parkplatz des Hotels. Es kommen Durchsagen. Wir verstehen natürlich nichts. Vielleicht warnen die die einheimische Bevölkerung vor uns. Vielleicht wird da auf den bevorstehenden Geburtstag von Oma Erna hingewiesen. Oder ist einfach nur parteiliche Propaganda gegen … was auch immer. Bestimmt ist es das Letzte.
Wir sind wie gesagt inzwischen in Hostinné. Wir haben hier am Marktplatz ein Hotelzimmer gefunden. Das war gar nicht so leicht zu finden. Durch die Hausnummerierung hier in der Straße steigt nämlich keiner durch. Das ist vermutlich eine laufende Nummer nach der Entstehung des Hauses ( ja in Österreich gibt es sowas, eine eindeutige Haus ID und dann aber noch eine normale Nummerierung in der Straße ). Aber das hier ist irgendwie unklar.
Egal. Wir haben es gefunden. Wir haben ein nettes kleines Zimmer. Wir haben sogar extra eine Garage für die Moppeds bekommen. Großartiger Service. Aber Essen zu finden ist nicht zu leicht. Wir sind irgendwie schon zu spät. Aber ein paar Meter aus dem Stadtkern heraus, da gibt es noch ein Sporthotel mit einem Restaurant – hat man uns gesagt. Das hat noch geöffnet. Da wandern wir jetzt hin. Kommen an einem riesigen Sporthotel und einem Reha-Zentrum vorbei. Riesige, tolle moderne Anlagen, in einer Ecke in der sonst nichts los zu sein scheint. Keine Ahnung wie das passt. Oder ob genau das das Konzept ist.
Wir kommunizieren mit Händen und Füßen und bekommen riesige Portionen. Oder vielleicht ist das eine versteckte Kamera für eine Esswettbewerb. Wir rollen raus. Und das bei einem echt guten Preis.
Zurück im Hotelzimmer stellen wir fest, dass hier auch alles im Fernsehen synchronisiert wurde. Das für ein vgl. kleines Land. Aber es gibt auch sonst keine ausländischen Sender. Zumindest hat das Hotel da nichts im Empfang einprogrammiert.
Wir legen uns hin. Morgen geht es noch einmal zur Quelle der Elbe. Das machen wir noch auf den schönen Straßen. Danach schalten wir um und düsen nach Hause. Dafür noch einmal Energie sammeln. Gute Nacht.
cheers.
Sebastian



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