Hallo nach Humppa aus Deutschland,
Gefahren Kilometer gesamt: 1983km
Gefahren Kilometer heute: 494km
wir melden uns aus Mühlen. Immer noch in Österreich. Wir haben heute unser Lager auf einem Campingplatz aufgeschlagen. Weil ich nicht weiß wann ich wieder zu Strom komme fasse ich mich sehr kurz und formuliere meine Stichwörter später nochmal. Aber hier schon mal ein paar Bilder und die aktuelle Route von heute.
Wir sind in der Tat etwas fleißiger gewesen als die letzten beiden Tage. Das lag auch daran, dass wir ein Teil der Strecke schon kannten. Eigentlich wollten wir nur einen Teil nochmal fahren und dann anders abbiegen. Aber als der Pass über die Nockalm Maut kosten sollte, sind wir halt die längere Strecke drumherum gefahren. Sicher totaler Quatsch. Hätte sicher nur ein paar einzelne Euro gekostet. Es war aber auch keinesfalls ein Fehler. Den die Ausweichstrecke war auch mehr als super.
Unser Frühstück gabs beim Dorfbäcker. Kein Kaffee, aber süßes und herzhaft Belegtes.
Unsere Tagesverpflegung haben wir uns beim ADEG ( so oder so ähnlich besorgt ). Es ist auf jeden Fall ein normaler Supermarkt gewesen. Da haben wir das Übliche ( natürlich gesunde, liebe Mutter ) eingekauft und in den Koffern verstaut. Grundsätzlich haben wir ja eher das Abendessen als klassiches Menu im Tagesablauf. Das Frühstück ist immer sehr variable. Mal haben wir noch Reste vom Vortag im Koffer und das reicht. Mal der Dorfbäcker oder im Hotel, wenn es ein Frühstück inkludiert gibt. Oder wir lassen es komplett sein. Mittagessen sind eher die Kleinigkeiten die man über den Tag bei den Stops immer mal wieder isst.
Über den Tag haben wir herausgefunden, dass das Headset ca. 1,5 Tage ohne Laden aushält. Wenn man vergessen hat es zu laden, dann hält es eben noch einen halben weiteren Tag aus. Dann ist Schluss. Das ist aber auch schon gut. Wobei wir auch nicht durchgehend die Verbindung ständig offen haben. Manchmal hört man auch nur so Musik oder genießt die Strecke in Stille.
Weil wir jetzt zeitig los gekommen sind und eben einige Strecken auch Strecke gemacht haben, hatten wir bis um 11 Uhr schon fast 200km geschafft. Es gibt Tage, da kommen wir um 12 Uhr vielleicht mal auf 80km weil wir uns wieder die letzten Ecken ausgesucht haben. Aber es gab heute schnelle und kurvige Landstraßen, das hat auch ordentlich Spaß gebracht.
Diese schnellen Landstraßen muss man sich dann aber auch immer mal wieder mit Sportwagen teilen. Die kommen in diesem Teil der Alpen schon noch häufiger vor. Und es gibt immer einen Porsche der schneller fährt als man selber und es dir vor allem auch ganz dringend zeigen muss.
Wir waren eine Hügelkette von Italien oder Slowenien entfernt. Man merkt hier nochmal die Höhe der Berge und damit auch die Tiefe der Täler. Wirklich geniale Aussichten hier. Die Täler sind teilweise aber auch nochmal deutlich breiter und erlauben auch richtige Landwirtschaftliche Flächen. Dafür gehts danach halt nochmal mehr in die Höhe. Und es sieht eben schon insgesamt wieder ganz anders aus.
Mit den höheren Berge nehmen aber auch die Windgeschwindigkeiten von Sturzwinden zu. Da muss man schon mal aufpassen, dass dich eine unangemeldete Böe nicht von der Seite auf eine andere Spur setzt wenn man gerade mal um eine Ecke kommt.
Fönwinde merkt man aber auch schnell an der Temperatur. Die gehen dann auch gerne mal schnell auf die 29°C hoch. Was in den dicken Klamotten immer ein ganz besonderes Erlebnis ist. Da steht man dann schnell wieder in der eigenen Suppe und freut sich auf das nächste Tal.
Die unterschiedliche Auffassung von Straßenbeschilderung ist auch immer wieder eine spannende Sache. Wann stelle ich Warnhinweise auf – „Achtung Kurve“ oder „Straßenschäden“. Da gibt es international viel Interpretationsspielraum. Wenn die hier Schilder „Straßenschäden“ aufstellen, dann meinen die das auch so.
Wir kommen vorbei am Wörthersee und damit auch am berühmten ein „Schloss am Wörthersee“. Das ist schon eine ziemliche Schickimicki Ecke hier. Fast jeder Meter Ufer ist da schon eingezäunt. Außerdem stehen da viele Ferrari rum. Sieht natürlich auch wirklich idyllisch aus. Da könnte ich mir auch ein Häusschen vorstellen. Und einen Ferrari könnte ich mir auch gut vorstellen.
Zwischen Villach und Klagenfurt haben wir inzwischen den südlichsten Punkt unserer Reise durchfahren. Ab hier geht es nur noch weiter zurück in den Norden. Immer schade, weil es sich nach dem Anfang vom Ende anfühlt.
Meine persönliche Lieblingsabschnitt für heute war die Strecke zwischen Meiselding über Straßburg und Marienheim. Es war nichts los. Es war eine geniale Strecke. Es ist tolles Hinterland mit einer großartigen Aussicht. Richtig, richtig gut hier.
Heute Abend stehen wir auf dem Campingplatz. Wir haben unser Lager fertig eingerichtet. Inzwischen haben wir sogar schon unser Geschirr gespült. Es gab gute Bollo aus der Tüte, mit Liebe zubereitet auf dem Gaskocher vor dem Zelt. Es schmeckt großartig. Sicher hat auch ganz viel das Drumherum zum Geschmack beigetragen. Jetzt ist es Zeit für die eigenen vier dünnen Zeltwände. Gute Nacht.
cheers.
Sebastian


