Hallo und Humppa nach Deutschland,

gefahrene Kilometer heute: 393 km
gefahrene Kilometer gesamt: 1253 km

wir melden uns heute Abend aus Bravantice in Tschechien. Der kleine Ort befindet sich noch ca. 20km vom Länderdreick zwischen Polen, Tschechien und der Slowakei entfernt. Wir hatten einen großartigen Tag auf der Straße. Richtig klasse Strecken und bisher bestes Motorrad Wetter. Nicht zu warm. Nicht zu kalt und vor allem trocken. Mal abgesehen von den letzten 15min in denen es wieder angefangen hat leicht zu regnen.

Aber wir sind hier erstmal gut in einer Biker-Bar mit Restaurant und ein paar Zimmern unter gekommen. Gerade gab es Schweinebraten mit Knödeln und Kohlgemüse. Für 26 EUR haben wir zu zweit gegessen und getrunken. Wir sind für heute also bestens versorgt.

Preislich kommt man hier auch an der Tankstelle noch relativ gut davon. In Polen liegt der Liter Super 95 (E10) bei ca 1,40 EUR. In Tschechien sind es gut 1,60 EUR.

Hatte ich schon erwähnt wie richtig tolle unsere Strecken heute gewesen sind? Durch Wälder über Berge. Durch langgezogene grüne Täler mit kleinen Flüssen. Wirklich herrlich.

Wir sind heute Morgen in Polen gestartet. Nach ein paar Kilometern ging es dann wieder zurück nach Tschechien. Dann aber doch nochmal zurück nach Polen. Und dann sind wird nun wieder in Tschechien. Wir folgen den schönen Bergstraßen und die folgen nicht zwingend den Grenzen. Aber nun sollte das Grenzhopping ein Ende haben.

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Distance: 0km

Es wird hier viel gebaut. Auch an den Straßen. Das führte gestern und auch heute dazu, dass wir doch das ein oder andere Mal die Route anpassen mussten. Und wenn man dann die tschechischen Zusatzschilder nicht lesen kann, dann muss man manchmal raten oder einfach drauf los fahren. Wir standen am Schild und haben schon nach einer alternativen Route umgeschaut. Da hielt ein deutscher Bus neben uns und machte die Tür auf. Man war gemeinsam ein wenig ratlos ob es da nun weiter geht oder nicht.

Durch Zufall kommen wir hier an richtigen Highlights vorbei, wie der Adersbacher Felsenstadt, wo auch der Bus hin wollte. Diese anscheinend wohl auch aus den Narnia Filmen bekannte Felsformationen laden hier viele Besucher zum Wandern ein. Wir haben das nur aus der Ferne gesehen. Lars war auch schon mal alleine hier und fand es sehr sehenswert. Heute sind wir dort nicht nochmal hindurchgewandert.

Grundsätzlich kann man sich aber die ganze Ecke der letzten 2 Tage hier zum Wandern mal ganz oben auf den Stapel legen. Richtig, richtig gute Ecke und tolle kleine Städtchen gibt es hier.

Weiter geht es durch das Tal. Neben der Straße verläuft ein Gleis, dass auch noch benutzt wird. Irgendwann holen wir dann auch einen kleinen Zug ein. Der besteht auch nur aus zwei Wagons. Also eher eine kleine Regionalbahn. Wir überholen. Am nächsten Bahnübergang überholt uns dann aber wieder die Bahn. Denn die Schranken sind unten. Kurz darauf sind wir dann wieder schneller als die Bahn – bis zum nächsten Bahnübergang. So ging das dann drei mal. Gegrüßt hat uns der Lokführer aber noch nicht. Frech.

Grundsätzlich scheint die Bahn hier aber erfolgreich genutzt zu sein. Es gibt viele Schienen die auch noch genutzt zu werden scheinen. Auch viele kleinen Städchen und Dörfer haben hier einen Bahnhof. Selbst in vermeindlich kleineren Ecken stehen hier immer mal wieder Güterwagons auf den Abstellgleisen.

Per Zufall kommen wir dann an der nächsten lokalen Sehenswürdigkeit vorbei. Der Stadt Albendorf in Polen. Oder auch eigentlich heute Wambierzyce, das als Schlesisches Jerusalem bekannt ist. „Ein bedeutendes katholisches Wallfahrtszentrum im Powiat Kłodzki, Niederschlesien. Es ist berühmt für die Basilika Mariä Heimsuchung (erbaut 1715–1723) und den Kalvarienberg mit 45 Kapellen. Der Ort wurde nach 1945 polnisch und trägt den Namen Wambierzyce; tschechisch heißt er Vambeřice.“ (Wikipedia)

Zurück in Tschechien kommen wir an vielen Mohnfeldern vorbei. Noch blühen nicht alle Pflanzen sondern nur die ersten. Das wäre sicher ein noch schöneres Bild. Aber es ist eh nur weißer Mohn.

Was auch in Tschechien immer wieder auffällt ist so eine Dämon-Figur. An ganz vielen Enden und Ecke. In der Mitte eines Kreisels als große Metalfigur, immer mal wieder auf Schildern. Aus Holz. Gemalt. Gefräst. Was auch immer. Der Rübenzahl. Kennt man natürlich irgendwie aus dem Sprachgebrauch. Auch wenn man gar nicht so sehr die Geschichte dahinter kennt. Hier wird man damit konfrontiert.

Hier nochmal aus der Wikipedia zum lernen: „Die Herkunft des Namens Rübezahl ist nicht geklärt. 1561 schreibt Martin Helwig auf seiner Landkarte Rübenczal. 1662 gibt Johannes Praetorius verschiedene Schreibweisen wie Rübezal, Ribezal, Riebenzahl an. In seinen Sammlungen erscheint Rübezahl vielgestaltig, mal Riese, Bewacher des Bergschatzes, als Mönch, der Menschen vom Weg abbringt, als Rabe oder Esel und vielfach Diabolus, Satan. In seiner ersten Rübezahl-Geschichte gab Johann Karl August Musäus 1783 eine legendäre Erklärung des Namens. Laut dieser Erzählung entführt Rübezahl die Königstochter Emma, die er heiraten will, in sein unterirdisches Reich. Mit Rüben, die sie in jede gewünschte Gestalt verwandeln kann, versucht er ihre Sehnsucht nach ihrem Zuhause zu stillen. Doch die Rüben verwelken. Schließlich verspricht ihm die Frau ihre Hand, wenn er ihr die Zahl der Rüben auf dem Feld nennt. Gelingt ihm dies nicht, muss er sie gehen lassen. Sofort macht sich der Berggeist an die Arbeit. Um auch sicher zu sein, dass die Anzahl stimmt, zählt er gleich noch einmal, kommt aber zu einem anderen Ergebnis. Währenddessen flieht die Gefangene auf einer zum Pferd verwandelten Zauberrübe zu ihrem Prinzen Ratibor und verspottet den Geist mit der Anrede als Rübezahl. Daher wird er sehr zornig, wenn er mit diesem Spottnamen bedacht wird.“ (Wikipedia)

Auch heute finden wir wieder jede Menge kleine Dörfer und Städte auf der Tour wo die Welt noch in Ordnung scheint. Wunderschöne Häuser aus Holz oder Stein, die toll wieder aufbereitet wurden. Teilweise könnten es auch französische Dörfer sein.

Natürlich begegnet dir auch immer wieder kaputtes Ostdeutschland. Viele alte Fabriken oder ehemals große Produktionsstätten an Orten, an denen du das nicht erwarten würdest. Gerade so alte, kaputte Industrie hat natürlich auch immer viel Fotocharm. Ich würde gerne viel mehr anhalten, als wir das eigentlich tun. Aber hier geht es ja auch ums Fahren und schöne Eindrücke einfach mal mitzunehmen.

Was hier auch eine lokale Wichtigkeit zu haben scheint: Softeis. Was dem Polen die Pizza ist. Das ist dem Tschechen sein Softeis. Immer wieder gibt es Aufsteller für den nächsten Softeisladen. Mal steht da ein kleiner Imbisswagen für Softeis an der Straße. Mal integriert in einem Restaurant oder sonstigen Imbiss. Aber Softeis gibt es hier definitiv in jedem Ort.

Zuletzt finden wir noch einen kleinen Aussichtsturm in Mitten von Feldern. Von dort aus konnte man schon sehen, dass leichte Wolken aufgezogen sind über den nächsten Bergen, über die wir Morgen fahren werden. Wenige Minuten später waren aber auch diese Berge komplett in schwarze Wolken und Regen gehüllt. Gut das wir da schon unsere feste Unterkunft hatten.

Morgen geht es weiter in Richtung Slowakei und den Karpaten. Frühstück gibt es Morgen nicht in der Unterkunft sondern irgendwann unterwegs.

cheers.
Sebastian

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