Hallo nach Humppa aus Deutschland,

wir haben Österreich endlich hinter uns gelassen. Nachdem wir ein paar mehr Runden als ursprünglich geplant gedreht haben und noch ein wenig auf den kurvigen Straßen „gespielt“ haben, peilen wir jetzt wieder die Quelle der Elbe als Ziel an. Bis dahin sind es aber noch ein paar Kilometer.

Gefahren Kilometer gesamt: 2721km
Gefahren Kilometer heute: 352km

Inzwischen sind wir auch technisch wieder voll für die Tour ausgerüstet. Heute morgen hat Lars ein paar Motorrad Werkstätten angefahren und abtelefoniert. Und tatsächlich gab es in der Nähe eine BMW Werkstatt die einen passenden Hinterreifen für die Maschine auf Lager hatte. Um 13 Uhr haben wir einen Termin bekommen. Bis dahin haben wir einfach das Navi eine schöne Route in der Gegend ausrechnen lassen.

Und das war wieder eine hervorragende Strecke! Die ganze Strecke südlich von St. Pölten führt durch Waldstrecken. Geht bergauf und wieder bergab. Eine der Streckenabschnitte schien auf eine sehr bekannte Strecke für alle Arten von Fahrern gewesen zu sein. Bevor wir den Berg hinaufgefahren sind kamen wir noch an einer Wirtschaft vorbei, bei der sicher 40 Motorräder vor der Tür standen.

Ein paar Meter in die Strecke hinein kamen uns aber auch ein paar Sportwagen entgegen. Die Jungs waren auch mehr als sportlich unterwegs. Direkt vor mir rutschte ein BMW auch noch mit seinem Heck um die Kurve. Die hatten also auch ihren Spass.

Und die folgende Strecke ( 21 ) hat wirklich Spass gemacht. In ein/zwei Kurven hat mein Hintern auch einen kleinen Satz gemacht. Spätestens nach der Strecke sind jetzt alle Angstnoppen abgefahren und der Reifen ist bis außen blank.

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Distance: 0km

Gegen 11:30 Uhr gab es dann wieder das Frühstück bei Billa. Also ein Leberkäse Semmeln frisch vom Schlachter, eine Banane für die Vitamine und eine Apfelsaftschorle für den Tag.

Unsere letzte große „kurvige“ Strecke in Österreich nach Navi war dann auch wieder eine visuell beeindruckende. Es ging durch eine wirklich winzige Felsschlucht in das Tal hinein. Ein kleiner Fluss, daneben eine kleine Straße über die ein LKW vielleicht gerade fahren kann. Links und rechts davon gehen die Felswände gerade nach oben. In dem Moment müsste man eigentlich permanent filmen was man sieht. Es ist so großartig. Ich will wieder permanent Fotos machen. Auch wenn einzelne Bilder das gar nicht einfangen könnten. Man muss es eben selber erlebt haben.

Das ganze Tal ist sehr schön anzusehen. Und es sind außer uns fast keine weiteren Fahrzeuge unterwegs. 2 Motorräder kommen uns entgegen. Ansonsten nur der kleine Wald links und rechts. Ab und an kleine Holzhäuser und der Fluss oder besser ein Bach. Das Tal wird langsam immer größer und flacher. Wir biegen auf die nächste Hauptstraße und fahren Richtung Baden zum Motorradhändler für unseren Termin. Das wird vermutlich der Berge und Täler Teil der Tour gewesen sein.

Die Jungs in der Werkstatt sind echt fix unterwegs. Wir sind ein paar Minuten früher da. Aber Punkt 13 Uhr schieben die das Mopped in die Werkstatt und ziehen den neuen Reifen auf. Genug Zeit sich ein wenig durch die Ausstellungsstücke zu bewegen und neue und gebrauchte Maschinen mal probe zu sitzen. „Nur mal gucken.“ Schöne Moppeds haben die da stehen. Es sitzt sich sehr gut darauf. Auch wenn ich nicht die eine millionste GS fahren will und die Adventure Modelle schon echt fette Schiffe sind inzwischen. Bzw. mehr breit und weniger fett im Gewicht. Denn die fühlen sich immer noch handhabbar an.

Dann hat das vielleicht 45 Minuten gedauert. Dann war die Maschine auch schon fertig. Lars hat einen neuen Reifen und die Tour kann weiter gehen. Jetzt mach ich mir ständig Gedanken um meinen Hinterreifen und ob der die Tour noch mitmacht … aber noch sieht das gut aus.

Mit dem neuen Reifen kann es jetzt uneingeschränkt weiter gehen. Die nächsten Kilometer natürlich mit ein paar Gängen niedriger. Neue Reifen sind immer etwas rutschig und müssen erst eingefahren werden.

Wir haben unsere ursprüngliche Tour aber auch etwas eingekürzt, bzw. etwas direkter gestaltet. Es geht jetzt westlich an Wien vorbei in Richtung Tschechische Grenze. Wir nehmen noch ein paar schöne Landstraßen mit über die es sich angenehm pendeln lässt. Aber insgesamt läuft es etwas geradliniger. Das liegt aber auch daran, dass das Land inzwischen immer flacher wird. Die großen Alpen haben wir hinter uns gelassen.

Die Landstraßen werden länger und etwas gerader. Damit kommen wir aber auch schneller weiter und schon sind wir in Tschechien. Direkt hinter der Grenze kommen erstmal ein großes Einkaufszentrum, ein Casino und Drachen-Vergnügungspark für Kinder. Sonst ist das Nichts. Erstmal keine Stadt. Das steht da direkt hinter der Grenze. Das wirkt schon ein wenig merkwürdig. Sicher auch alles nur zur Geldwäsche.

Die erste größere Stadt durch die wir kommen ist Znojmo. Wir fahren nur durch die Stadt hindurch und das Navi macht einen kleinen Schlenker. Aber die Stadt sieht schön aus. Besonders die Altstadt sieht schön aus und hat ein paar nette Gassen durch die uns das Navi hindurchführt.

Dann geht es noch ein bisschen weiter über das Land. Bis wir Tanken müssen. Tschechien spielt beim Euro noch nicht mit. Man zahlt mit Tschechischen Kronen. Aktuell steht der Kurs ca. EUR 1:26,7 CZK. Da muss man also immer ein wenig rechnen. Das Bezin ist etwas billiger als bei uns, aber nicht viel.

Ein Blick ins Wetter und das Regenradar sagt, dass wir uns wieder ein Hotel nehmen sollten. Ab heute Nacht soll es wieder Regnen. Wahrscheinlich auch morgen wieder immer mal wieder zwischendurch.

Das Internet empfiehlt ein Hotel wenige Kilometer entfernt. 46 EUR für 2 Personen mit Frühstück. Da können wir nicht meckern. Das sind 30 EUR weniger als in Österreich. Zumindest gefühlt fahren wir sehr viel durchs Nichts. Kleine Dörfer, viel Wald, ein paar Seen. Aber keine großen Sehenswürdigkeiten. Dafür ist das Hotel ziemlich groß. Vermutlich wurde das Hotel in Planwirtschaftlichen Zeiten einfach hierher geplant. Damit fand dann hier einfach der Urlaub in dem Wald statt. Und dann brauchte man auch ein großes Hotel.

Aber auch von Innen findet man sehr viel „DDR Luxus“ in Original Ausstattung. Es sieht wirklich so aus wie bei Oma und Opa in den 70er Jahren. Dunkelbraune Eiche bei allen Möbeln. Große Glaskugeln bei den Leuchten. Viel Braun und Beigetöne.

Am Empfang spricht man gebrochen Englisch. Aber wir kommen gut durch. Als man uns das Zimmer zeigen will, scheint das Bett noch nicht gemacht. Sofort halt. Er besorgt sofort ein anderes Zimmer. Wir bekommen wahrscheinlich gerade eine Upgrade ins Familienzimmer. Also statt 2 Betten steht jetzt hier ein Doppelbett und zwei Einzelbetten. Dank Corona gilt natürlich Abstand halten. Kein Kuscheln im Doppelbett.

Alles ist sauber und ordentlich. Es gibt aber kein Westfernsehen im Volksempfänger mit Bild. Es gibt ein Klo ohne Waschbecken und ein separates Bad. Dort dann mit Waschbecken. Es gibt aber nur eine Badewanne. Mit Handbrause, aber ohne Duschvorhang.

Ich hab mich beim Duschen ein wenig gewundert, dass ich anscheinend doch sehr dreckig war. Aber vielleicht liegt das doch am Wasser … ich trinke dann wohl lieber nur meine Apfelschorle.

Es gibt auch ein Restaurant im Hotel. Wir entscheiden und beide für den panierten Käse mit Schinken. Die Speisekarte ist nämlich zweisprachig. Tschechisch und Deutsch. Ich weiß nicht ob hier deutsches Publikum immer noch so aktuell ist, oder ob das wirklich noch aus DDR Zeiten übrig geblieben ist.

Ich dachte dass mit paniertem Käse und Schinken wahrscheinlich ein Cordon Bleu gemeint wäre und es sich um einen Übersetzungsfehler handelt. Aber es ist wirklich ein Stück panierten Käses gemeint. Zum Glück mag ich Käse. Auch wenn das hier eindeutig direkt aus der Gefriere in die Fritteuse gewandert ist. Aber immer kostet das Hauptgericht mal 2, plus ein Bier und eine Pepsi zusammen gerade mal 15 EUR.

Jetzt genießen wir einfach unsere DDR Luxus Suite …

cheers.
Sebastian

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