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Kilometer gesamt: 2623,23 km

Hallo nach Deutschland,

heute melden wir uns aus Galaţi in Rumänien. Wir haben Bulgarien wieder verlassen und fahren in Richtung Norden langsam zurück.

Galaţi ist mit mehr als 250.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Rumäniens. Die Stadt lebt vor allem von ihrer Schwerindustrie und die günstige Lage an der Donau. Der Unterschied von den rumänischen Dörfern und kleinen Städten im Westen und Süd-Westen zu dieser Stadt ist sehr groß. Es kommt einem fast wie ein anderes Land vor.

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Wir verlassen Bulgarien auf einer Fähre und fahren hier über die Danube rüber nach Rumänien, wo wir den restlichen Tag fahren werden. Man merkt schon schnell hinter der Grenze die Unterschiede der Länder. Es sind beides nicht die wohlhabensten Länder. Aber Rumänien ist dann doch noch ein bisschen weniger kaputt als Bulgarien.

Wenn man hier durch das Land fährt und auch zwischen Stand und Land und so richtiges Dorf hin- und herfährt, dann fallen die Unterschiede schon sehr auf. Gerade der Unterschied zwischen den Städten und eben dem richtigen Dorfleben sind schon sehr groß. So muss das vielleicht auch in Deutschland direkt nach der Wende gewesen sein, wenn man West-Städte und Ost-Land verglichen hat.

Baumstrizel haben wir noch keine gesehen. Wir sind enttäuscht. Ich wollte unbedingt so richtig an einem Straßenstand Baumstritzel essen.

Stattdessen gibt Staub überall. Jede Menge Staub. Es ist eben Sommer und die Ernte in vollem Gange. Die Mähdrescher sind hier überall zu sehen. Überall heißt überall. Auf den Feldern und auf den Straßen. Und da haben hier wohl vorfahrt. Zumindest verhalten die sich so. Da muss man schon mal seinen Kopf einziehen wenn die brutal um die Kurve gehen.

Zwischen den Städten und Dörfern siehst du dann immer mal wieder alte Sozialistische Anlagen. Völlig kaputt und verrottet. Irgendwo im Nirgendwo stehen noch riesige alte Anlagen, mit denen man nichts mehr anfängt. Vielleicht würde sich das schon noch für Altmetall lohnen. Oder da geht nur keiner bei wegen Blei oder Asbest. Alles verseucht. Ich hätte eigentlich riesen Lust da mal einzusteigen. Das sind bestimmt richtig geile Fotospots.

Wenn man hier über das Land fährt, dann sehen wir hier immer mal wieder alte Hebebrunnen. Also richtig viele. Ein Brunnen. Tiefes Loch. Unten Wasser. Darüber ein langer Hebel, also ein Baumstamm oder Ast. Vorne dran ein Eimer. Da kann man sich dann einen Eimer Wasser schöpfen. Meistens sind die nicht irgendwie schmuddelig. Häufig ist darum gepflastert und sauber angemalt. Also schon eine richtige Infrastruktur.

Heute Abend nehmen wir uns in der Stadt wieder ein kleines Zimmer. Das ist hier ja immer so schön günstig. Abgesattelt und kurz umgezogene gehen wir nochmal zu Fuß die Straße runter in die Stadt. Hier ist eine Art Marktplatz. Heute ist da ein große Bühne aufgestellt und es gibt hier ein Folklore fest. Da bleibt man natürlich gerne mal stehen und guckt ein bisschen.

Wir essen eine Querstraße weiter in einem kleinen Restaurant etwas zu Abend und lassen es und gut ergehen.

Morgen geht es weiter in den Norden. Wir sind bereits kurz vor der Grenze zu Moldawien. Ich bin gespannt was uns erwartet und wie da so die gelebte politische Situation so ist. Russland meint ja immer noch, dass das zu denen gehören würde…

cheers.
Sebastian

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