Kilometer heute: 1131 km (Anreise mit dem Zug) / 263,25 km
Kilometer gesamt: 263,25 km

Hallo nach Deutschland,

Motorrad-Tour! Hurra. Wir sind offiziell auf den Bikes und haben unsere ersten paar hundert Kilometer hinter uns gebracht und so die ersten drei Länder bereist.

Wir sind inzwischen in Arta Terme in Italien angekommen. Wir hätten schon etwas weiter sein können. Aber das hat dann mit der Bahn doch nicht so richtig geklappt. Zumindest nicht pünktlich.

Gestern beim „Boarding“ hatten wir bereits 45 Minuten Verspätung. Dementsprechend sind wir gute eine Stunde später als geplant in Hamburg abgefahren.

Heute Nacht hat der Zug dann nicht so viel Zeit wieder aufgeholt. Irgendwann gegen 4:15 Uhr bin ich wach geworden. Zu der Zeit stand der Zug gerade in Nürnberg. Hier wird der Zug aufgeteilt. Ein Teil des Zuges fährt nach Wien. Der Teil mit den Autos und die passenden Passagiere fahren nach Innsbruck.

Irgendwann gegen 6 Uhr bin ich wieder wach geworden. Der Zug hatte sich noch nicht weiter bewegt.

So wie es aussieht kommt hier aber auch noch ein Zug aus Brüssel hinzu, der mit eingemischt wird. Zumindest gab es dann später die Ansage vom Zugführer, dass wir noch eine Stunde auf den Zug aus Brüssel warten musste. Damit waren wir schon bei gut 2 Stunden Verspätung.

Eine weiter halbe Stunde kam hinzu mit der Durchsage „Vor uns im Gleis ist ein Güterzug, der auf illegal Mitreisende kontrolliert wird und das Gleis versperrt.“

Die ÖBB ist allerdings sehr hilfsbereit und kulant was das angeht. Als wir unsere Motorräder abgeladen hatte, haben wir nur von anderen Motorrad fahrenden mitbekommen, dass die sich beschwert haben. Und tatsächlich haben wir 50% unserer Tickets erstattet bekommen. Bzw. werden es bekommen. Ich musste nur einmal zum Schalter. Die Tickets sind eingereicht und ich bekomme die Erstattung überwiesen. Klasse Sache. Die Option würde ich beim nächsten mal auch nehmen. 2,5 Stunden länger reisen, dafür aber nur 50% zahlen.

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Distance: 0km

Aber nun hatten wir es endlich geschafft. Wir stehen mit den Motorrädern in Innsbruck. Inzwischen war es bereits nach 12 Uhr Mittags. Eben nicht mehr 09:15 Uhr. Aber egal. Die Tour kann jetzt so richtig los gehen. Naja, sagen wir fasst.

Wir fahren mit kleinen Bluetooth- Headsets am Helm. Ging früher auch ohne. Ist aber doch schon praktisch sowas zu haben. Wenn es den funktioniert. Das Gerät von Lars tut das jetzt mehr. Also wahrscheinlich auch vorher schon, aber zumindest jetzt geht es nicht. 

Nächster Stop. Louis Motorrad bei Innsbruck. Lars kauft sich also ein Neues. Hat er jetzt ja durch den gesparten Fahrpreis wieder drin. Hat sich also schon gelohnt.

Nächster Stop: Spar Markt. Liegt zum Glück direkt gegenüber. Jetzt erstmal Getränke und Mittag kaufen. Ein Leberkäse Brötchen von der Fleischtheke. Hier eine Selbstverständlichkeit. Aber süßen Senf gab es nicht. Komische Ecke hier.

Aber jetzt geht es dann auch endlich wirklich los. Wir fahren die nächste Tour. Auf ans Schwarze Meer.

Heute Nacht noch im Zug in Deutschland gewesen sind wir heute Morgen nach Österreich im Zug eingereist. Corona bedingte Kontrollen gab es nicht. Die Tragemoral was Masken angeht scheint hier auch nicht sonderlich hoch zu sein.

Von Innsbruck aus haben wir aber tatsächlich schon bald die nächste Grenze erreicht. Über die Brennerstraße geht es nach Italien. Ein Tag. Drei Länder.

Erst mache ich mich noch lustig, dass die Brennerstraße fast frei ist im Vergleich zu dem Stau auf der Brennerautobahn. Wenig später stecken wir dann im Stau und schieben uns nur langsam voran. Die Brennerstraße an einem Samstag ist halt keine gute Idee.

Der Teil des Tages war also nicht so gut. Aber noch kurz davor ging es über schöne österreichische Dorfstraßen am kurvigen Bergen. Ein ganz entspanntes Reinkommen.

Aber auch der italienische Teil hat einige tollen Strecken heute für uns. Wir fahren aktuell noch keine großen Pässe. Ein paar kleine eingestreut, aber hauptsache wir schaffen heute etwas Strecke.

Es ist immer wieder komisch wenn man im tiroler Teil von Italien ist. Eigentlich ist es doch Italien. Aber alles ist hier in Deutsch beschriftet. Es ist eben nicht Italien. Es ist Tirol.

Kaum hat man aber Tirol verlassen, ist kein Schild mehr auf deutsch. Man fährt durch die Dolomiten. Eine richtig tolle Ecke. Erinnerung an mich selber: hier kann man nochmal gut hin. Mit der Familie oder dem Motorrad.

Das man hier gut Motorrad fahren kann beweisen die ganzen Bikes auf der Straße. Es vergeht einem die Lust die Fahrer zu grüßen. Aber man macht es ja trotzdem. Selbst die Harley-Fahrer die nicht grüßen.

Die Berge und Täler hier sind wirklich klasse. Die kleinen Flüssen die neben einem her fließen wenn man durch die Täler fährt. Die Flüsse sind dann im Frühjahr sicher nicht so klein. Wenn man die breiten Flussbetten sieht und sieht was für dicke Steine hier versenkt werden in Bauvorhaben. Dann geht hier sicher einiges an Wasser durch.

Ich möchte in jedem Fall wieder alle 100 Meter anhalten und Bilder machen. Aber heute reiße ich mich noch zusammen. Erstmal ein paar Kilometer auf die Uhr bekommen und die Landschaft aus dem Sattel heraus genießen.

Wir entscheiden uns gegen Camping. Die Berggipfel hängen alle noch in dicken Wolken. Richtig anziehen kann man sich heute nicht. Im Tal an der Tankstelle stellen wir uns lieber in den Schatten, weil es in der Sonne zu warm in den Klamotten ist. Einen Berg weiter ist es dann aber schon wieder sehr kühl im Tal. Und später auf dem Weg zum Hotel, dass wir uns unterwegs gebucht haben, sind die Straßen dann schon sehr nass. Hier muss es also vor kurzem geregnet haben. Hier fahren wir dann erstmal sehr gemütlich mit den immer noch frischen Reifen.

Auch die Strecke zum Hotel wieder ein Traum an Berglandschaften und Straßen durch Wälder und Täler.

Wir landen in einem kleinen italienischen Hotel. Das echte Italien. Man versteht kein Deutsch, auch wenn das Restaurant noch schlecht übersetzte deutsche Karten hat. Aber es sind auch keine Deutschen zu Gast. Das ist echter Urlaub. Selbst Englisch funktioniert nur bruchstückhaft. Aber mit „Grazie“ und viel Lächeln geht das auch wunderbar.

cheers.
Sebastian

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