Kilometer heute: 470,45 km
Kilometer gesamt: 2229,28 km

Hallo nach Deutschland,

wir melden uns aus Varna direkt an der Schwarzmeerküste von Bulgarien. Heute hatten wir unser Bergfest und haben die Hälfte der Reise erreicht. Ab hier geht es langsam wieder zurück nach Hause.

Mit Bulgarien haben wir inzwischen das achte Land der Reise erreicht. Gleichzeitig ein komplett neues Land. Also ein zusätzlicher Länderpunkt verdient.

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Die letzte Nacht hatten wir in Bechet direkt an der Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien geschlafen. Bechet ist eine der 5 Möglichkeiten zwischen Rumänien und Bulgarien über die Donau zu kommen.

Im Hotel waren wir gefühlt die einzigen Gäste. Im großen Gästeraum saßen wir alleine an großen, runden Tischen für 8 Personen. Sonst war keiner im Raum. Das Frühstück war reichhaltig und wurstlastig.

Nach dem Frühstuck haben wir wieder unsere Motorräder beladen. Die standen die Nacht über hinten auf dem Hof. Eingezäunt auf dem Grundstück. Bewacht wurden die Motorräder sogar vom Hund des Besitzers, Bruno. Einem großen deutschen Schäferhund. Der will nur Spielen. Macht aber im ersten Moment schon ordentlich krach. Sobald aber einer der Besitzer den Hund einmal kurz Bescheid gibt, dass wir dazu gehören, kommt Bruno mit seinem Spielzeugteddy an und will mit uns spielen. Dann durften wir auch unsere Motorräder wieder mitnehmen.

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Nach dem Beladen der Motorräder haben wir uns noch kurz Bargeld aus dem Automaten geholt. Hier kommt man doch das ein um andere Mal mit Bargeld etwas besser durch. Und weil wir auch auf dem Rückweg nochmal durch Rumänien fahren werden, werden wir das Geld schon noch los.

Dann noch ein kleiner Abstecher in den Supermarkt. Und nun auf zur Grenze. In Bechet geht es mit der Fähre über die Donau. Wahrscheinlich der kaputteste Grenzübergang den ich je gesehen habe. Aus der Stadt geht es über eine lange Straße zur Donau. Dort gibt es dann ein alte überdachte Halle, der Stützpunkt für die Ausreise aus Rumänien. Hier nochmal kurz Pass und Papiere kontrollieren. Dann fährt man über eine extrem kaputte Straße vor zum Donauufer. Dort gibt es eine Rampe bis ins Wasser.

Es stehen schon gut 10 LKW auf der rumänischen Seite und warten auf die Fähre. Wir fahren direkt nach Vorne vor. Die Fähre ist auch schon auf der Anfahrt. Wobei „Fähre“ nicht so dem entspricht was ich bisher als Fähre kennengelernt habe. Eigentlich sind es zwei Donauschiffe, die in der Mitte zusammengeschweißt wurden. Dann noch eine große Metallplatte und eine Laderampe angebaut und fertig ist die Fähre.

Während wir warten werden wir noch von einem der wartenden LKW Fahrer angesprochen. Er meint das Wasser steht gerade sehr niedrig. Im April steht das Wasser am höchsten. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes würde wohl eine andere Fähre eingesetzt werden. Die hat aber leider weniger Platz. Auf der Bulgarischen Seite würden die LKW wohl schon über 5km anstehen und darauf warten übersetzen zu können.

Die LKW fahren vorwärts auf die Fähre. Die ersten LKW haben dort genügend Platz um noch einmal umzudrehen. Auf der gegenüberliegenden Seite können die Trucks dann direkt vorwärts von der Fähre fahren. Nicht so gut läuft es für die letzten Trucks. Dann ist nicht mehr genug Platz, damit der LKW umdrehen kann. Diese LKW müssen rückwarts von der Fähre fahren, weil die Fähre nur eine Auf- und Abfahrrampe hat.

Und so kommen wir auf die Fähre und fahren damit über die Donau von Rumänien nach Bulgarien. Auf der anderen Seite wieder dann Pass und Papiere vorzeigen. Dort zahlen wir dann auch die Überfahrt. 3 EUR für Fahrer und Motorrad.

Ab dann geht es für uns durch Bulgarien. Der LKW Fahrer von der Fähre meinte, die Straßen in Bulgarien wären ja besonders schlecht. Das können wir auf den ersten Stunden nicht nachvollziehen. Die meistens Straßen die wir befahren sind tatsächlich relativ gut. Zumindest besser als das, was wir in Rumänien befahren haben. Gut, dass waren ja gestern auch vor allem Schotter- und Sandpisten. Das hatten wir in Bulgarien gar nicht.

Je später der Tag wurde und wenn es dann noch mal weiter auf das Land ging und die Straßen immer kleiner, dann wurden auch die Straßen in Bulgarien schlechter und die Schlaglöcher deutlich größer. Die Augen müssen also schon immer auf die Straße gerichtet sein. Sonst kommt eine Überraschung in Form eines Schlagloches, in dem das Vorderrad komplett verschwindet.

Heute sind uns doch einige Mähdrescher entgegen gekommen. Manchmal sogar komplett Drescher-Kolonnen von 2 bis 6 Mähdreschern. Teilweise sogar mit Raupenantrieb. Hier läuft gerade die Mais- und Sonnenblumenernte. Die Mähdrescher haben gerade sicher alle Hände voll zu tun und müssen laufen.

Die Landflächen hier sind häufig riesig. Teilweise fahren wir Minutenlang an nur einem Stück Land vorbei. Solche Flächengrößen gibt es bei uns nicht einmal mehr in Ostdeutschland, in dem es auch noch die alten Großflächen aus Sowjetzeiten gibt.

Auf den ganz großen Flächen und großen Feldern sieht man viele aktuelle und moderne Traktoren und Geräte bei der Arbeit. Auf den kleineren Höfen auf den Dörfern finden sich aber noch sehr häufig auch deutlich ältere Großtraktoren aus UdSSR- Zeiten.

Später am Tag wird es am Himmel doch tatsächlich etwas dunkler. Es kommen ein paar vereinzelte Tropfen Regen herunter. Aber nur für ein paar Minuten. Wir müssen nicht anhalten und uns Regenkleidung anziehen. Für die Reisetemperatur ist das einmal kurz sehr angenehm. Gestern hatten wir Temperaturen bis zu 33°C. Daran sind wir heute nicht ganz herangekommen. Heute hatten wir nur Temperaturen bis 29,5°C. Nach dem Regen und im Schatten der Wolken waren es dann nur noch 22°C. Da musste doch glatt die Jacke wieder etwas geschlossen werden.

Jetzt haben wir ein Hotel bei Warna/Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste bezogen. Für 40 EUR für zwei Personen genießen wir hier den direkten Blick aufs Meer und einen Privatstrand zum Hotel, sowie ein Frühstück.

Ab Morgen geht es dann die Küste in Richtung Nord-Westen weiter, langsam wieder in Richtung Heimat. Den östlichsten Punkt haben wir damit erreicht.

cheers.
Sebastian

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