Kilometer heute: 458,28 km
Kilometer gesamt: 721,53 km
Hallo nach Deutschland,
wir haben inzwischen Kroatien erreicht und einen großartigen Tag erlebt, was die Motorradstrecken und Landschaften angeht.
Wenn man Deutschland einmal mitzählt, auch wenn wir nicht mit dem Motorrad in Deutschland unterwegs gewesen sind, zumindest nur bis zum Bahnhof in Altona, so haben wir inzwischen das fünfte Land der Reise erreicht.
- Deutschland
- Österreich
- Italien
- Slowenien
- Kroatien
Wenn alles gut läuft, dann werden es morgen bereits sieben Länder sein. Aber das sehen wir dann morgen. Den wie wir gerade festgestellt haben, müssen wir unseren Reiseplan ein wenig ändern …
Weil es heute schon recht spät ist, schreibe ich mir nur ein paar Stichpunkte auf. Die müssen dann später ausformuliert werden.
[Update, jetzt auch ausformuliert]. Heute Morgen gibt es noch ein Frühstück in unserem kleinen Hotel. Wir sind hier irgendwie außerhalb der Saison. Zumindest außerhalb der Saison der ausländischen Gäste. Und wir sind wohl mit einem Abstand von mindestens 30 Jahren die Jüngsten hier am Frühstücksbuffett. Mehr für uns, weil die anderen Gäste nicht mehr schnell genug sind.
Eine grobe Strecke habe ich wie immer mit dem Navi abgesteckt. Also eine Route. Die Route hat feste Zwischenpunkte die ich versuche so eng zu stecken, dass es nur eine sinnvolle Strecke gibt. Zwischen den beiden Routenpunkten navigiert dann das Navi und schlägt die konkrete Straße vor. Das führt immer gerne mal zu Abweichungen und Irrwege. Wenn das Navi dann durch Einbahnstraßen fahren will, weil es die Strecke nicht besser kennt.
Oder das das Navi einen Routenpunkt anfährt und dann auf gleicher Strecke wieder zurück fahren will, nachdem es den Punkt erreicht hat. Das passiert gerne, wenn ich einen Pass fahren möchte, den ich auf der Straßenkarte in Google gesehen habe. Aber mein Navi kennt den Pass nicht, oder der Pass ist kein Pass mit einer befestigten Straße. Und für unbefestigte Straßen ist mein Mopped leider nicht das Richtige.
An anderen Tagen, so wie heute, ist das Navi dann auch wieder nicht sehr wählerisch was die Strecken angeht und es kommen richtig tolle Adventure-Strecken dabei raus. Also noch nicht Hard-Enduro-Adventure. Aber schon abenteuerliche Wege, die auch seit langer Zeit keinen Menschen mehr gesehen habe und auch nicht so recht in die Kategorie „befestigt“ fallen.
Neben ein paar Adventure Abschnitten hatten wir aber insgesamt heute wieder traumhafte Routen. Großartige Ausblicke. Strecken mit spannenden Kurven und Serpentinen. Strecken bei denen du gemütlich durch langgezogene Kurven durch das Tal pendelst und großartige Landstraßen strecken. Es ist sooo schön und macht so viel Spaß.
Die Temperaturen schwanken. Auf den langen Gerade in der Sonne geht die Temperatur hoch bis knapp 30°C. In den hohen Lagen im Wald oder auch im tiefen Tal, in das keine Sonne mehr kommt, da gehen die Temperaturen auch wieder runter auf 14°C.
Heute ist hier ein wenig die Polizei unterwegs. Aber wir bekommen immer von anderen freundlichen Motorradfahrer den Hinweis ( man klopft sich mit der flachen Hand oben auf den Helm ), oder man wird auch von anderen freundlichen Autofahrern gewarnt, wenn eine Kontrolle naht. Wir gucken dann freundlich und fahren weiter. Als Tourer fällt man da auch immer noch eher durch das Raster, als die Jungs aus der Sport- und Rennfraktion.
Kroatien ist Mitglied der EU und damit auch Teil des Schengen Raums. Kurz kontrolliert werden wir dann aber doch, als wir einreise. Aber nur die Pässe vorzeigen und einmal um das Mopped laufen. Das wars. Schon sind wir drin. Imd Land Nummer fünf auf der Reise.
Wir folgen unserer Route. Das Land und die Landschaft werden schon anders. Wir kommen auch durch eine Geisterstadt. Nichts los hier. Und es sieht auch wirklich so aus, als wenn das hier nicht mehr bewohnt ist.
Und beinahe wäre ich hier noch von einem Hund vom Mopped geholt worden. Man kennt das, dass Hunde gerade Motorradfahrer nochmal lauter begrüßen. Oder auch ein paar Meter neben der Straße noch ein bisschen hinterherlaufen. Aber ich hatte heute wirklich einen Hund, der bei der Fahrt durch das Dorf sogar ganz an das Mopped ran ist und mir in die Knöchel beißen wollte. Da bin ich kurz zusammengezuckt und hab das Mopped nochmal rüber gezogen.
Wir haben uns heute wieder ein Hotel genommen. Die Strecke heute war lang und anstrengend, dann hatte keiner mehr Lust noch ein Zelt aufzubauen.
Der Ort heißt Križevci. Die Unterkunft zu finden war gar nicht so leicht. Wir haben bestimmt 15 min gesucht. Obwohl wir an der richtigen Adresse standen. Aber der Name der bei booking.com aufgeführt war, stand leider nicht direkt in großer Schrift an dem Gebäude. Dafür ein anderer Name. Erst wenn man direkt vor der Tür steht, dann ist dort ein kleines Schild angebracht. Eine Briefkastenfirma vielleicht.
Aber die Unterkunft ist gut. Die Dame am Empfang war des Englischen nicht so mächtig. Aber da das Ziel ja klar ist, kann man sich gut verständigen und kommt zu einem Ergebnis.
Auf der anderen Straßenseite standen wir während unserer Suche schon vor einem Restaurant oder Grill. Die servieren Beilagen zu ihrem Bier, so kann man es wohl am besten nennen. Dort haben wir auf jeden Fall noch etwas Essen können. Die große Fleischplatte für jeden, plus ein Softgetränk. 16 EUR für alles. Da kann man nicht meckern, wenn man pappsatt aufsteht und es noch geschmeckt hat.
Leider müssen wir gerade feststellen, dass inzwischen Serbien wieder auf der Liste der Hochrisikogebiete steht. Auch wenn wir auf den Motorrädern maximal wenig Kontakt zu anderen haben und das höchsten wenn wir uns ein Hotel nehmen, dann bedeutet Hochrisikogebiet auch, dass man sich in Quarantäne begeben muss wenn man nach Hause kommt.
Das Problem ist aber, dass ein wenig um Serbien herum eine deutlich längere Strecke bedeutet. Wir werden versuchen die Strecke zu kürzen. Also Serbien nur als Transit zu nutzen. Verlässt man das Land in weniger als 12 Stunden und fährt nur hindurch, dann entfällt eine entsprechende Pflicht.
cheers.
Sebastian


