Kilometer heute: 456,32 km
Kilometer gesamt: 3079,55 km

Hallo nach Deutschland,

heute melden wir uns aus Soroca in Moldawien. Weil das nicht mehr zur EU gehört funktionierte heute das Roaming nicht. Daher klappte auch die Live- Position die meiste Zeit nicht.

Wir haben also inzwischen die EU verlassen und sind heute Morgen von Rumänien nach Moldawien eingereist.

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Heute Morgen gibt es kein Frühstück im Hotel. Das machen wir dann später einfach unterwegs aus dem Koffer. Also das ganz normale Reiseleben.

Für uns geht es also erst einmal weiter in den Norden. Immer zu auf die Grenze nach Moldawien. „Historisch gehörte das Territorium ab der Gründung des Fürstentums Moldau zu diesem Staat, ab 1812 zum Russischen Kaiserreich, nach dem Ersten Weltkrieg großteils zu Rumänien und ab 1940 / 1944 zur Sowjetunion. Als eigenständiger Staat existiert die Republik Moldau seit 1991, als sich die Moldauische SSR während der Auflösung der Sowjetunion für unabhängig erklärte. Seit jener Zeit behindert der Transnistrien-Konflikt erheblich die politische Entwicklung des Staates; der Staatsteil Transnistrien steht nicht unter Kontrolle der moldauischen Regierung. Moldau ist seit dem 23. Juni 2022 EU-Beitrittskandidat.“ (Wikipedia)

Also mal gucken, was uns erwartet. Aber an der direkten Grenze ist das erst einmal sehr entspannt und kein bisschen ungewöhnlich. Schließlich haben wir hier eine echte EU Außengrenze. Die Beamte sind sehr nett und ganz entspannt. Ich glaube auch, dass Tourenfahrern grundsätzlich weniger unterstellt wird. Der eine Beamte spricht sogar ein bisschen Deutsch. Der erste Nenner war also direkt geschaffen. Parallel gibt es noch einen anderen Deutschen der Einreisen will. Alles ganz entspannt. Die Kollegen gehen noch einmal alibimäßig um die Motorräder. Wir sollen auch noch einmal die Koffer öffnen. Wir müssen aber nichts raus holen. Die werfen nur einen flüchtigen Blick oben rein. Wir hätten locker Navigold unten im Koffer schmuggeln können. Haben wir nicht gemacht. Wir waren im Land.

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Landschaftlich ändert sich nicht wirklich etwas im Vergleich zu Rumänien. Es wirkt vielleicht ein wenig aufgeräumter hier, da beziehe ich jetzt vor allem die Ort mit ein, obwohl Moldawien eigentlich noch ärmer ist als Rumänien, was das Pro-Kopf-Einkommen angeht.

Bisher blieb der große technische Crash aus. Dafür gabs jetzt einen kleinen technischen Crash. Lars hatte sich an einer Dashcam probiert und die am Mopped montiert. Die hat dann allerdings heute aufgegeben und sich komplett verabschiedet. Soo schlecht sind die Straßen hier jetzt aber auch nicht. Und das war auch noch auf einer guten Straße.

Gut sind die Straßen aber auch nicht. Also zumindest die, die ich bzw. das Navi eben rausgesucht haben. Die Straße wird erst immer kleiner. Dann werden die Schlaglöcher immer größer. Und dann bewegen wir uns zwischenzeitlich nur noch auf einer Spurbahn. Laut Karte waren das aber noch normal große Straßen. So ändert sich hier gerne die Definition von sowas. Da will man die kleinen Straßen gar nicht erst sehen oder befahren.

Aber wir sehen sie dann doch noch. Irgendwann landen wir dann doch noch auf den Schotterpisten. Ich brauche dringend eine richtige Reiseenduro, damit mir so eine Strecke auch mal Spaß macht. So schwimmt die Maschine so ganz gemein durch die Gegend. Und ich bin zu groß, als das ich durch Stehen mehr Druck auf das Vorderrad kriegen könnte. Da falle ich gleich Vorne über.

Die Navi Route bleibt abenteuerlich. Wir besuchen so einige Hinterhöfe in diesem Land. Das eine schien auch noch eine wilde Müllkippe gewesen zu sein. Echt nicht mehr schön. Aber spannend. Es gab natürlich auch jede Menge kleine Gassen in den Dörfern. Da kommen wirklich nicht viele Leute rum. Da wird man schon ziemlich doof angesehen.

Dann kommen wir an die innländische Grenze. Also Moldawien zur Region Transnistrien. Und diese Grenze merkst du dann schon. Das nehmen die hier schon ernst.

An der Stelle an der wir passieren, gibt es einen größeren Fluss mit einer Brücke. Danach sind es noch 1-2 Kilometer bis zur inneren Grenze. Aber schon auf dem Weg da hin über Funk – „Hast du das auch gerade gesehen? Da stand ein kleiner Wachposten, der hatte ne Kalaschnikow um den Hals und daneben stand ein kleiner Panzer?!?!“. Es wird ernst.

Es gibt eine richtige Grenze. Also mit ein paar Containern als Grenzhäuschen. Es gibt einen heruntergelassenen Schlagbaum. Und da stehen auch ein paar mehr Jungs rum. Und die tragen dann auch vor sich im Anschlag Kalaschnikows klar erkennbar vor sich hin. Das hier jedem klar ist, dass das hier kein Kuchenbacken ist.

Wir halten an wie gewünscht und steigen auch direkt ab und nehmen die Helme ab. Die sind super freundlich trotz des ersten Auftretens. Man ist um Verständigung bemüht und hilft bei der nächsten Station, dass man einmal zum Container-Häuschen gehen muss. Und half eine Ukrainerin. Sie hatte am Arm einen Aufnähner einer Ukrainischen Truppe.

Auch beim Zoll war man super freundlich. Wenn auch mit unseren deutschen Dokumenten aufgeschmissen. Die kamen damit nicht zurecht und konnte das nicht verstehen was das jetzt für Dokumente sind, obwohl normale Reisepässe, aber es ging hier eher um den Fahrzeugbrief. Die haben dann intern noch ein wenig diskutiert. Am Ende durften wir aber passieren. Insgesamt war die Einreise also kein Problem und wir wurden super freundlich behandelt.

Es wird hier nochmal sozialistischer. Ortseingänge, auch zu kleinen 500 Seelen Dörfern, sind hier gerne mal mit große, monumentale Beton-Konstrukte als Ortsschilder. Gerne frisch gestrichen. Bunt. Halt kyrillische Zeichen die wir nicht lesen können. Aber eben auch monumental.

Wir bleiben die Nacht über hier und steigen im Hotel Central ab. 200m Luftlinie von der Ukrainischen Grenze entfernt. Von der wir nicht viel mitbekommen. Dazwischen ist ein kleiner Fluss. „Dahinten“ sieht man, dass es da eine Brücke mit Kontrollen gibt, aber insgesamt könnte das auch ein Übergang irgendwo in Europa sein. Kein großer Stacheldraht. Keine Abwehranlagen oder militärische Präsenz.

Der Ort ist sehr nett. Man müsste eigentlich noch länger hier bleiben. Wir gehen zu Fuß noch ein wenig durch den Ort auf der Suche nach unserem Abendessen. Wir landen im Restaurant „Salat“. Als säßen wir in einem normalen, hippen Laden in Deutschland. Sitzt du drin, hättest du es auf den ersten Blick wirklich nicht unterscheiden können. Der Wunsch nach westlichem, normalen Luxus. Der Laden ist gut besucht. Wir werden sehr nett bedient und überlegen, ob wie hier noch auch Morgen noch frühstücken, weil die Karte so toll aussieht. Billig ist es im Vergleich zum Land nicht. Teuer ist es für uns auch nicht.

Für uns geht es Morgen in Richtung Ukraine. Für heute: Gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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