Nachdem wir für gestern kein Auto mehr gemietet bekommen haben, haben wir gestern das vergleichsweise gute Wetter nochmal genutzt und sind am Strand gewesen. Aber auch hier scheint jetzt der Herbst Einzug gehalten zu haben. Es braucht eine Strandmuschel gegen den Wind und das T-Shirt ist an geblieben. Sonst wäre es doch glatt zu frisch geworden.

Für heute, unseren achten Tag auf der Insel, dagegen hatte wir endlich ein Auto mieten können. Nachdem wir Vorgestern mit dem Versuch gescheitert waren mit dem Bus nach Palma zu fahren, haben wir uns nun nicht mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen wollen. Es hatte einfach kein Bus angehalten.

Wenn man Palma besuchen möchte dann reicht es eben nicht, wenn man sehr spät fährt und so vielleicht noch einen Bus bekommt. Heute also mit dem Auto. Das letzte Verfügbare war eine Audi A1. Also keine große Umgewöhnung für mich.

Das Auto bekommt man mit leerem Tank. Also ab zur Tankstelle. Auch hier gibt es einen Tankwarteservice. Man muss nichts selber tun und es kostet hier nichts extra.

Die Fahrt in die Stadt ist relativ entspannt. Es gibt eine große Autobahn quasi direkt von Port d’Alcúdia durch nach Palma. Man kommt fast zwangsläufig im Stadtzentrum an, wenn man immer gerade aus fährt. Die halbe Stadt scheint zudem unterkellert zu sein. Es gibt überall ausgeschilderte Parkhäuser in der Stadt die unterirdisch angelegt sind. Ein ganzer Tag Parken hat uns am Ende 13 EUR gekostet. Das ist also nur halb so teuer wie in Hamburg.

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Und ich muss sagen, ich bin sehr positiv von Palma überrascht. Eine sehr schöne Stadt. Ja, sehr vieles ist sehr touristisch, aber es gibt überall auch schöne Ecken nur eine Querstraße weiter.

Das Museum „Es Baluard Museu d’Art Contemporani de Palma“ bietet einen tollen ersten Anlaufpunkt. Wir waren leider nicht drin, aber auch das Gelände bietet mit einem kleinen Plateau eine tolle Übersicht über die Stadt und den Hafen. Und vor allem über die dicken Yachten die dort aktuell vor Anker liegen. Eine größer und teurer als die Andere. Und davon wirklich sehr viele. Also Palma muss schon ein ganze heißer Ort sein, wenn man sieht was hier vor Anker liegt.

Und die richtig großen Yachten liegen dann auch noch im gesperrten Hafenbereich. Da kommt man nicht mal richtig ran um die zu sehen. Nur eine ältere Dame saß gerade auf ihrem Boot zusammen mit ihrem Kapitän und hat das Wetter bei einer Tasse Tee genossen.

Ist Kapitän auf so einem Schiff eigentlich ein Vollzeitjob? Eigentlich müsste doch so ein Job gar nicht so schlecht bezahlt sein. Und wenn ich mir vorstelle ich müsste dann auch noch ein Person die ganze Zeit bezahlen, auch wenn ich vielleicht nur 6 Wochen im Jahr unterwegs bin … Das sind Problem, die ich sehr wahrscheinlich nie haben werde. Mal gucken, was die Lottozahlen morgen so bringen.

In die Stadt selber sind wir dann ohne feste Route gegangen. Ich mache einfach Google Maps auf. Suche nach „Attractions“ und gucke das ich ein paar der Punkte einfach wild ablaufe. Meistens gibt das eine spannende Route, wenn man sich auch an die kleineren Gassen hält und im Altstadtbereich bleibt.

Natürlich gibt es ein paar sehr stark touristische Ecken. Am Fuße der „Catedral-Basílica de Santa María de Mallorca“ gibt es die sehr teure Ecke. Eben fußläufig zum Yachthafen. Auf der Ecke finden sich auch sehr viele Immobilienmarkler mit tollen „Angeboten“ im Schaufenster. Und wenn man durch die Altstadt läuft, dann kommt man irgendwann zwangsläufig zur Nord-Süd-Meile, eine große Einkaufstraße mit allem was das Herz begehrt und man eigentlich nicht braucht.

Es gibt aber auch ein paar sehr lecker aussehende Backwaren, Eis, Tappas und Sonstiges in den Auslagen. Aber wir finden wir ein schönes kleines Café etwas abseits der ganz schlimmen Routen. Man hört auch viel Spanisch auf den Nebentischen und nicht nur Deutsch. Ein sehr leckerer Mittagsstop am Rande eines kleinen Platzes mit Serano-Schinken-Baguett, Oliven und etwas Manchego. Mmhhh lecker.

Der Rest bleibt schwer beschreibbar. Wie das eigentlich immer so ist. Man muss es halt gesehen und erlebt haben. Die touristischen Einkaufstraßen sind natürlich überall die gleichen. Man denkt sich bei so vielen Läden immer wieder „Wer kauft sich sowas, dass es diesen Laden noch geben kann?“. Und dann läuft dir genau so jemand entgegen, mit genau der Tasche, über die du dich gerade noch lustig gemacht hast.

Aber auch ab davon gibt es viele tolle Ecken zu entdecken. Man muss halt nur runter von den großen Straßen und hinein in die kleinen Gassen. In einer Ecke saßen überall junge Frauen auf der Straße und in den Ecke und zeichneten Gebäude und Straßenverläufe ab. Scheinbar musste es dort eine Kunsthochschule geben und das war die aktuelle Aufgabe für die Studenten.

Wie ich inzwischen gelernt habe, liegt Palma in der Mitte DER beiden Hotspots. Zur rechten, im Osten haben wir S’Arenal. Eben besser bekannt für den Ballermann. Also dem Hotspot für den deutschen Party-Tourismus. Auf der anderen Seite der Bucht, in deren Mitte eben Palma liegt, haben wir Magaluf. Das ist das englische Pendant zu S’Arenal und der Inbegriff des brisitischen Partytourismus auf der Insel.

In der Masse gewinnt hier aber immer noch Deutschland. Über 10 Millionen Touristen besuchen Mallorca jedes Jahr ( die Corona Jahre jetzt einmal ausgenommen ). Deutsche Touristen machen davon etwas über 35% aus. Britische Gäste landen auf Platz zwei mit einem Anteil von 23% aller Touristischen Einreisen.

Wir schlendern weiter kreuz und quer durch die Stadt. Genießen die kleinen Gassen in denen die Blumen in Töpfen auf der Straße stehen und es manchmal spannende Einblicke in tolle Innenhöfe gibt. Noch einen Schokoladen-Brownie zum Abschluss, dann geht es wieder ins Auto und zurück an das andere Ende der Insel.

cheers.
Sebastian

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