Der dritte Tag in Lissabon. Bisher gibt sich die Stadt immer noch größte Mühe mir sehr zu gefallen. Und das funktioniert sehr gut.

Heute bewegen wir uns von unserem Appartment in Richtung Süd-Osten. Wir sind nahe der Altstadt in Barro Alto untergekommen. Von hier aus ist eigentlich alles bestens zu erreichen. Wir hatten uns ein paar Sehenswürdigkeiten vom Reiseführer empfehlen lassen. Das war heute allerdings nicht besonders erfolgreich. Vom Aussichtspunkt Miradouro de São Pedro de Alcântara hätte man eine sehr gute Sicht über die Altstadt und rüber zum Castello haben sollen. Die Plattform auf einem Hügel ist dafür auch bestens gelegen. Allerdings wird gerade das Geländer neu gemacht. So ist die ganze Aussicht leider durch einen Bauzaun versperrt.

Wir besuchen wenige Meter entfernt die Kirch „Igreja de São Roque“. Sehenswert, wenn auch nicht etwas ganz Besonderes, dass man gesehen haben muss.

Leider, leider ist der botanische Garten der Universität aktuell auch geschlossen. Auch hier wird gerade kräftig gebaut, sodass mir auch hier ein Besuch verwehrt bleibt. Die nächste Empfehlung ist das „Convento do Carmo“. Das Convento do Carmo ist ein ehemaliges Kloster des Karmeliter-Ordens und heute leider geschlossen. Hier werden wir also in den kommenden Tagen noch Bilder machen müssen.

Direkt neben an befindet sich die touristisch am überlaufenste Attraktion dieser Gegend, der Elevador de Santa Justa. Der große eiserne Fahrstuhl verbindet „den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado. Errichtet wurde die markante Stahlkonstruktion im Jahre 1902 nach Plänen des Ingenieurs Raoul Mesnier de Ponsard. Der ursprüngliche Antrieb war eine Dampfmaschine, diese wurde jedoch 1907 durch Elektromotoren ersetzt.“, sagt Wikipedia. Ich sage: Den Eintritt muss man nicht zahlen, wenn man eine Ganztages-Karte der Metro hat, damit ist der Besuch inklusive. Ansonsten lohnt sich der Besuch nicht zwingend. Die kostenlose untere Etage bietet keine schlechtere Aussicht. Und wenn sie fahren wollen, dann am besten von oben nach unten. Dort ist viel weniger los, als sich unten anzustellen.

Weiter gehts es über den Comércio Square. Der große Platz am Wasser ist einer er alten Markplätze. Heute ist er eher Veranstaltungsort und Touristendrehkreuz. Schön anzusehen ist er trotzdem. Und für eine kleine Rast um sich das Treiben einmal anzusehen eignet es sich allemale.

Achtung, achtung: Die Igreja da Madalena hat einen Aufpasser. Fotos sind nicht erlaubt. Machen sie doch welche dann versteckt sich der dunkelhäutige in der dunklen Ecke hinter der Tür auf der rechten Seite. Unbedingt ein Auge darauf haben! Nur so als kleiner Tipp.

Die Kathedrale von Lissabon (Sé de Lisboa) steht natürlich in jedem Reiseführer. Die Menschenmassen und die Menge an geparkten Bussen davor bestätigen das. Sie ist aber vor allem historisch bedeutend und weniger die schönste Kirche der Stadt. Das Gebäude befindet sich an dem Standort, an dem früher eine Moschee existierte. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1147, somit gilt die Catedral Sé Patriarcal als die älteste Kirche der Stadt. Sie gehört aber auf jeden Fall auf die Routenplanung. Allein durch ihre Größe ist sie beeindruckend. Am besten besucht man die Kirche aber am Nachmittag. Vormittags drängen sich hier die Reisegruppen aneinander.

Direkt neben der großen Sé de Lisboa befindet sich die Igreja de Santo António de Lisboa. Hier platzen wir fünf Minuten vor fünf hinein. Fünf Minuten bevor die Messe beginnt. Alle Sitzreihen sind schon belegt. Irgendwie werden wir komisch angesehen. Mit dem Tourismus-Ausweis (Kamera) in der Hand und ganz offensichtlich nicht daran interessiert sich mit in die Kirche zu setzen, fallen wir, zumindest gefühlt, unangenehm auf. Man kann sich nur noch in den Strom der anderen Touristen einreihen und ein unschuldiges Gesicht machen. In der Krypta hat bereits Papst Johannes Paul II zu dem heiligen St. Antonius gebetet, der hier geboren sein soll. Wenn man die Krypta besuchen will, dann geht es durch das Nebenzimmer in den Untergrund. Hier bereitet sich gerade der Pfarrer mit seinen Messdienern vor. Noch mehr Blicke die dich irgendwie berührt ansehen.

Wir gehen zurück in Richtung unseres Appartments. Einmal am Wasser entlang. Während die ganzen Touristen nicht, wäre es eine unschlagbar schöne Promenade. Tolle Cafes und ein entspanntes Treiben sorgen für eine sehr nette Atmosphäre.

Das kulinarische Highlight des Tages war allerdings mein neuer Freund die „Fresshalle“. Oder wie es offiziell heißt: Der Timeout Market bzw. Mercado Da Ribeira. Das Gebäude das von außen an die Hamburger Deichtorhaller erinnert ist auf der einen Seite lokaler Wochenmarkt und auf der anderen Seite touristischer Schlemmerplatz. Die Mitte der großen Halle besteht aus jeder Menge Bänke und Tische. Ringer herum an den Außenseiten befinden sich kleine Stände. Einer neben dem anderen. Meistens schön sortiert nach Fleisch, Fisch, Pizza und Nachtisch. Jeder der Läden bzw. kleinen Restaurants hier ist eine kleine Niederlassung eines Restaurants aus der Stadt. Nur das man hier eben hier die beste Auswahl von allen bekommt. Und in kleineren Portionen. Man bestellt an einem Tresen und bekommt dort i.d.R. einen kleinen Transponder mit, der aufleuchtet sobald mein Essen zum Abholen bereit ist. Solange kann ich versuchen einen Platz an den Tischen zu bekommen. Erstmal erschlägt dich die Auswahl und etwas später dann auch tatsächlich der gute Geschmack und die Qualität. Sicherlich werden hier viel mehr Touristen essen als Einheimische, aber um sich eine schnelle Übersicht inkl. Tasting der besten Restaurants zu machen, ist das eine tolle Gelegenheit. Hier werden wir nicht das letzte Mal gewesen sein …

cheers.
Sebastian

1 thought on “ Lissabon – Tag 3: Barro Alto ”

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