Hatte ich eigentlich schon das wahnsinnig gute Wetter gelobt? Es ist Ende Oktober und wir haben hier 24-27°C und Sonne satt. Tatsächlich ist es den Portugiesen verstöändlicherweise schon zu warum und trocken. In den Wäldern des Landes kam es in den letzten Wochen und Monaten immer wieder zu Waldbränden auf Grund der langen Trockenzeit und anhaltend hohen Temperaturen. Wir freuen uns über ein paar warme Tage nach dem eher durchmischten und regenreichen Sommer zu Hause.

Heute bewegen wir uns in Richtung Osten. Es wird ein Abstecher zum Castelo de São Jorge, dem großen Schloss, dass über der Stadt thront und von überall zu sehen ist. Auf dem Weg dorthin geht es nochmal vorbei am Convento do Carmo. Heute hat es auch geöffnet. Seid dem Erdbeben von Lissabon 1755 ist die Anlage zerstört. Über die Jahrhunderte wurde das meiste wiederhergestellt. Einzig das Kirchenschiff ist bis heute ohne Dach. Immer Sommer finden hier Konzerte statt. Unter der Woche lässt es sich besuchen und bietet einen spannenden Blick in den Himmel.

Der Weg zum Schloss führt durch interessante große und kleine Straßen der Lissaboner Altstadt. Vorbei an schönen Plätzen. Alles bei bestem Sonnenwetter. So macht das Entdecken der Stadt wirklich Spass. So lässt sich das Leben genießen. Es ist also sehr ratsam sich einfach ein wenig Zeit mitzunehmen und mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Die Plätze sind alle mit schönen Mustern gepflastert und die auch in der Altstadt gibt es immer wieder schön bunte Häuser. Ob bemalt, gekachelt und mit interessanten Mustern gemauert.

Da das Schloss auf einem Hügel über der Stadt steht, heißt es, dass die letzte Meter immer bergauf gehen. Ein klein wenig Training muss ja sein. Aber im Hochsommer muss ich das auch nicht unbedingt haben … Die kleinen Straßen und Gassen die hinauf zum Schloß führen sind noch malerischer als die Altstadt.

Oben am Schloss angekommen müssen wir uns glücklicherweise nicht lange anstellen. Beim Verlassen später sah die Schlange deutlich länger aus. Glück gehabt. Hier also am besten um die Mittagszeit vorbei schauen. Morgens und am Nachmittag ist das Schloss deutlich besser besucht.

Der Platz und Weg um das Castelo bietet eine unglaublich tolle Sicht auf die Stadt. Natürlich belagern die Touristen hier die Außenmauern für ihre Stadtfotos. Sowas würde ich ja nie tun …

Aber selbst für den Genießer ist hier vernünftig gesorgt. Anstelle eines kleinen Imbisswagens steht hier oben ein kleiner mobiler Weinladen. Wer mag nimmt sich hier also ein Glas Rotwein und genießt das Leben auf der Mauer sitzend mit dem Blick auf die Stadt. Limo gabs für mich nicht. Aber auch das Innenleben des Castelos ist sehenswert und lädt zu einem Rundgang ein der weitere tolle Blicke einmal rund um die Stadt ermöglichst.

Wir gehen weiter und streifen noch ein wenig durch Alfama, dem östlichen Teil der Altstadt, südöstlich des Castelos. In jeder der kleinen Gassen finden sich kleine Cafes und kleine Restaurant die alle vielleicht 3, maximal 4 kleine Tische draußen auf der Straße stehen haben. Hier und dort genießen auch die Einheimischen eine Tasse Kaffee oder nur ein Glas Wasser.

Der kleine Fußweg rauf auf die nächste Anhöhe zum Igreja e Convento da Graça lohnt sich. Die auf der Anhöhe östlich vom Castelo bietet ebenfalls eine tolle Übersicht über die Altstadt und die Rückseite des Schlosses. Auch hier auf dem Platz gibt es wieder ein Cafe und gerade zum Sonnenuntergang oder gegen Abend herrscht hier eine tolle Atmosphäre. Ein paar Straßenmusiker spielen und untermalen die Szenerie.

Wir schlagen wieder den Weg ein in Richtung unseres Appartments. Rein zufällig führt uns der Weg wieder an der Fresshalle, oder offiziell Timeout Market, vorbei. Heute gibt es eine kleine Runde Garnelen als Vorspeise. Ein kleines Steak im Hauptgang und ein Stück Pizza für den Weg. Bestens gesättigt geht der Tag zu Ende.

cheers.
Sebastian

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