gefahrene Kilometer heute: 362,54km
gefahrene Kilometer gesamt: 1218,6km

Hallo und Hummppa! aufs Festland.

Tag zwei unserer wundersamen Reise durch die Noch-Außenbezirke der europäischen Union. Und eigentlich unser erster richtiger Reisetag durch England. Und in diesem Fall England nicht als die fälschliche Bezeichnung Großbritanniens, sondern als das südliche Landesteil des Vereinigten Königreichs.

Als erste und für heute fast einzige Zielkoordinate kennt das Navi heute nur Stonehenge. Es geht von unserem Hotel in Richtung Westen. Wir bleiben in England.

Heute hat man sich nun voll und ganz auf das Linksfahren eingestellt. Es läuft routiniert und trotzdem ohne Fehler. Nur an das Blinken in den Kreiseln muss man sich noch gewöhnen. Das irritiert das ein um andere Mal.

Der von uns bekannte Motorradfahrer-Gruß mit der linken Hand funktioniert hier dank des Linksverkehrs nicht sonderlich gut. Man erkennt den ein oder anderen deutschen Fahrer daran, dass er trotzdem mit der linken Hand grüßt. Aber der englische Fahrer tut das durch ein leichtes seitliches Kopfnicken. Das ist zwar irgendwie komisch, aber was macht man nicht alles für den kollegialen Austausch.

Aber Verkehrskreisel bauen das müssen die hier nicht mehr üben. Im Grunde gibt es keine normale Kreuzung mehr. Nur noch Kreisel. Auch an solchen Stellen, an denen einen Kreisbewegung des Fahrzeugs gar nicht mehr möglich ist und man eh scharf nach links oder rechts einschlagen muss und man vor allem eigentlich gleich nach z.B. rechts blinken könnte. Aber es ist ja ein Kreisel. Und den verlasse ich hier in England mit einem Blinken nach links. Das ist verwirrend.

Insgesamt ist die Strecke heute eine wahr gewordener Motorrad-Tourer-Traum. Die Landschaften sind echt sehr toll anzusehen. Die Strecke führt durch viele kleine malerische Ortschaften. Es sieht einfach so richtig englisch aus. Die Straßen verlaufen nicht langweilig gerade aus, sondern links und rechts, rauf und runter mal übers Land, mal längere Zeiten durchs Wäldchen. Teilweise sind die Straßen allerdings auch so schmal, dass zwei Autos nur sehr vorsichtig aneinander vorbei fahren können. Mit dem Auto möchte ich da nicht fahren müssen. Mit dem Motorrad aber kommen wir wunderbar voran. An den Stellen gibt es dann auch links und rechts nichts mehr neben der Fahrbahn. Die Fahrbahnkante geht direkt in Bäume über. Die werden regelmäßig durch die Außenspiegel der PKW und die LKW getrimmt und passen sich so perfekt der Straße an. Und so führt ein kleiner Schlauch mitten durch den sonst dichten Wald.

Der Straßenbelag ist nicht unbedingt immer ein Traum. Meistens eher einer mit vielen Schlaglöchern. Da können wir uns in Deutschland noch lange nicht beschweren.

Beim Stonehenge Besucherzentrum angekommen dürfen wir uns erst einmal in die Schlange vor dem Ticket Schalter anstellen. 16,50 GBP sind dann als Eintritt auch nicht so günstig. Immerhin ist der Shuttlebus vom Besucherzentrum hin zur eigentlichen Anlage mit inbegriffen. Den Shuttleservice nutzen wir nicht. Wir haben keine Lust nochmal 30min anzustehen. Und gehen lieber zu Fuß. Das Wetter ist eh super den ganzen Tag. Sonntags ist sicher nicht der besucherärmste Tag der Woche.

Aber jetzt können wir wenigstens mit Recht behaupten wir wären einmal da gewesen. Unabhängig davon ist es aber schon beeindruckend auch einmal davor zu stehen, wenn man sich klar macht wer und wann diese Brocke mit welchen Mitteln dort aufgestellt hat.

Aber die sehr, sehr große Horde an Besuchern lässt den Eindruck leider etwas auf touristische Belustigung abwerten. Es hat sich trotzdem gelohnt.

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Wir fahren weiter. Nächstes Zwischenziel ist die Jurrasic Coast. Ein vermeindlich sehr schöner Küstenabschnitt im Südwesten. Ganz zur Küste haben wir es heute aber noch nicht geschafft. Auch wenn wir nur noch einen Katzensprung davon entfernt sind. Unser Lager für diese Nacht haben wir im „Swan Inn“ in Abbotsbury aufgeschlagen.

Dieser kleine Ort hat alles was auch den ganzen Tag und Südengland so interessant machen. Teilweise gut erhaltene alte Häuser, die unglaublich verwinkelt gebaut sind und teilweise sehr tolle englische Gärten haben. Eine für so einen Ort riesige alte Kirche aus Stein. Süße kleine Straßen die mit dem Auto eigentlich gar kein Spaß machen können und daher perfekt für die Reise mit dem Motorrad sind. Eine wunderschöne Landschaft. Sehr nette Leute. Und ich liebe diesen Südenglischen Akzent.

Es ist einfach nur schön hier. Nicht zuletzt auch dank des perfekten Wetters das wir hier abbekommen haben. Sonne satt. Leichte, weiße Wolken am Himmel und ein angenehmes Lüftchen. Bitte eine ganze Woche genau so !

cheers.
Sebastian

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