Hallo nach Deutschland,

weiterhin herzliche Grüße aus der 27qm Hütte hier in Dänemark. Erstmal wichtig: ich hatte immer noch keinen HotDog und auch kein Softeis. Das muss sich morgen dringend ändern.

Das Wetter hat sich leider nicht ganz so hervorragend präsentiert wie gestern. Bereits Abends gingen die Temperaturen stark zurück. Wir mussten fasst die Heizung in unserem Plastikhaus anmachen. Der Wind pfiff. Ein leichter Regen prasselte und es schmirgelte der Sand, der vom Wind gegen die Hauswand gedrückt wurde, langsam das Plastik an der Außenwand platt.

Dieses schöne Wetter hat sich leider auch den Großteil des Tages gehalten. Also vor allem ein bedeckter Himmel und viel Wind. Grundsätzlich erstmal nicht schlimm, denn es regnete nicht.

Unsere erste Station sollte aber der Leuchturm Lyngvig Fyr sein. Für 8€ wollten wir dann aber doch nicht raus klettern, sondern erstmal in die Dünen und ein paar schöne Bilder vom Leuchtturm machen. Das ist bei dem Wind aber leichter gesagt als getan. Man bedenke den sehr feinen Sand in den Dünen.

Die erste Überquerung der Düne haben wir glatt abgebrochen. An einer Stelle an der fast nur Sand und kaum Bewuchs war, fühlte sich der Sand am Bein und im Gesicht an wie 1000 Nadeln, die dich immer wieder stechen. So stelle ich mir einen kleinen Sandsturm in der Wüste vor. Das haben wir abgebrochen und sind an einer besser bewachsenen Stelle mit weniger Flugsand zum Strand.

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Ab dem Zeitpunkt war es natürlich schon zu spät. In absolut jeder Hosentasche, in jedem Fach im Rücksack und überhaupt einfach überall war Sand.

Die gute Haarpomade hält in diesem Fall aber nicht nur die Haar … wobei bei dem Wind gibt sogar die Extra-Ladung nach … aber es hält vor allem auch den Sand im Haar. Mal eine ganz andere Form des Ansatzes.

Dementsprechend waren wir wenig motiviert hier noch viel länger Zeit zu verbringen. Auch wenn die Ecke sicher bei besserem Wetter sehr schön ist und sicher auch ein Ausflug auf den Leuchtturm nicht unspannend gewesen wäre. Hätte man vielleicht zuerst machen sollen. Bevor einen die Motivation verlässt.

Von dort ging es wieder zurück in Richtung unserer Hütte. Aber diesmal mit einem Halt in Hvide Sande. Der Ort hat rund 3000 Einwohner. Hier gibt es vor allem eine Schleuse zwischen der Nordsee und dem Fjord. Erst mit dem Bau dieser Schleuse entstand der Ort um 1930.

Heute gibt es hier vor allem einen Hafen mit vielen Fischerbooten. Eine Stahlwerft um kleine Schiffe und Fähren zu reparieren. Und eine kleine Einkaufstraße für die Touristen hier auf der Ecke. 

Es gibt hier also eigentlich nicht zu viel zu sehen. Viel richtet sich an den Tourismus. Den viele Städte gibt es hier nicht. Dafür sehr viele Ferienhäuser.

Wir schlendern also auch einmal durch den Hafen. Die Ecke scheint vor allem auch für Angler sehr interessant zu sein. Es stehen auch bei diesem Wetter viele mit einer Rute im Hafenbecken und viele Hinweisschilder regeln hier das Angeln.

Die Einkaufstraße ist schnell passiert. Weil die Softeisläden gute Werbung machen, setzen wir uns noch ein paar Minuten in eine kleine Bäckerei. Eine Rabarbaschnitte und ein Schokomuffin. Sehr lecker. Backen können die ja hier.

Wir sind aber noch nicht an „Auswärts“ gewöhnt. Man trägt hier keine Masken in Geschäften. Ein paar Deutsche sind es noch so sehr gewöhnt, sodass sie auch hier damit anstehen. Verstehen kann ich das sehr gut. Man wundert sich und fühlt sich ohne Maske unwohl in Gegenwart anderer Menschen. Zum Glück halten noch alle intuitiv Abstand.

Apropos Deutsche. Die gibt es hier sogar noch mehr als Sand. 70% aller Autos haben hier deutsche Kennzeichen. Selbst hier spricht jede Bedienung oder Mitarbeiter fließend Deutsch. Das wiederum fühlt sich noch nicht so ganz richtig an.

Später geht es wieder zurück zur Hütte. Ein kleiner Strandspaziergang muss dann auch heute wieder sein. Inzwischen ist der Wind nicht mehr so stark. Die Wolkendecke lichtet sich etwas und es kommt sogar noch etwas Sonne heraus.

Auf dem Weg liegt auch ein kleines Museum. Ich weiß gar nicht ganz genau worum es bei dem Museum geht. Es gibt auf jeden Fall auch zwei Außen-Exponate. Geht man den Radweg in den Dünen entlang, so steht dort eine alte Telefonzelle. Vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts. Darin hängt noch ein altes Telefon oder zumindest ein Nachbar. Mit einer Sprechmuschel am Gerät und einer Mono-Hörschmuschel an einem Kabel. Tritt man in das Häuschen löst ein Bewegungsmelder die Klingel des Telefons aus und man kann tatsächlich abnehmen. Corona-konform natürlich mit einem Spender für Desinfektionsmittel.

Mal schauen, wie das Wetter die kommenden Tage so wird.

cheers.
Sebastian

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