Hallo und Humppa nach Deutschland,
gefahrene Kilometer heute: 318 km
gefahrene Kilometer gesamt: 860 km
wir melden uns heute Abend aus Karpacz in Polen. Der Ort liegt am Fuß der Schneekoppe. Bekannt aus der nervigen Müsli-Werbung. Benannt nach dem Berg von 1603,2m und damit dem höchsten Berg des Riesengebirges und auch ganz Tschechiens. Der Gipfel markiert die Grenze zwischen Polen und Tschechien. Von der tschechischen Seite scheint es dort Skilifte zu geben. Auf der polnischen Seite gibt es noch die Kleine Koppe. Das gehört wohl hier alles mit zur Ski- und Ferienregion. Und da sind wir gerade ganz günstig unter gekommen.
Gestartet sind wir heute Morgen noch bei Dresden in unserem wunderschönen ibis Hotel. Das sind die, bei denen das Badezimmer aus einem großen Block Plastik besteht. Es ist alles sauber und funktional. Es gibts nichts zu beschweren.
Dann ging es weiter nach Dohna. Dort sitzt der lokale Yamaha Partner, bei denen ich schon einen Termin für die 1000km Inspektion gemacht hatte. Pünktlich da. Pünktlich dran gekommen. Es gibt einen tollen Wartebereich und man bekommt sogar so einen kleinen Pieper wie in einigen Schnellrestaurants, die dann Geräusche machen, wenn die Bestellung fertig ist. Top ausgestattet der Laden. Für mich gabs dann gleich schon das erste Sicherheitsupdate, dass die bei mir eingespielt haben. „Es gab da schon einen Rückruf, dass etwas eingespielt werden muss.“ Das geht ja gut los. Aber die Jungs haben dann gleich nochmal meine Kabel in „schön“ angeklemmt. Denen war wohl meine Verdrahtung vom Navi nicht sauber genug. Top Service. Immer wieder gerne.
Bei eben jenem Händler steht auch als Ausstellungsstück die alte Yamaha Tenere von Erik Peters, einem Motorrad Influencer, dem wir immer mal wieder fast begegnen.
Während das Mopped in der Wartung ist gehen wir nochmal zum Bäcker. Dank meiner super Orientierung gehen wir auch ein paar Meter extra und sehen uns die andere Seite des Dorfes nochmal an. Beim Bäcker wollte ich Tüten sparen und das Pizzabrötchen und die Apfeltasche hätten auch gemeinsam in eine Tüte gekonnt. Sie landen ja eh in wenigen Minuten in einem Magen. Die gute Bäckersfrau brachte es nicht übers Herz. Sie könne das nicht. Sie müsse das in zweiten Tüten unterbringen. Das gehöre nicht zusammen. Beide Teilchen waren keine 10 Minuten später wieder vereint. Happy End.
Irgendwann war die Inspektion dann auch durch. Wir hatten den Kaffee im Wartebereich. Updates waren alle auf dem Mopped eingespielt. Dann konnte es endlich so richtig los gehen auf die Tour.
Dann ging es erst einmal eine kleine Runde durch die Sächsische Schweiz. Wirklich eine wunderschöne Ecke Deutschlands. Tolle Straßen erwischt. Eine wunderschöne Landschaft durch Täler mit kleinen Bächen, z.B. das Kirnitzschtal. Wunderbar hier.
Das Kirnitzschtal beginnt oder endet in Bad Schandau an der Elbe. Auch das kann man sich nochmal für später zum Wandern merken. Von Bad Schandau aus kann man mit der kleinen Kirnitzschtalbahn das Tal hinauf fahren. Die kleine Straßenbahn teilt sich dabei die enge Talstraße mit dem restlichen Verkehr. Es gibt aber nur einen Schiene auf der linken Fahrtbahnseite. Für beide Fahrtrichtungen der Bahn. Was sehr verwirrend ist. Da würde mich mal die Unfallstatistik interessieren. Schön sieht es aber aus. Die gelb Bahn im grünen Tal.
Bei einem Halt kam uns noch eine Gruppe Niederländische Motorradfahrer entgegen. Besonders der eine winkte mir mehr als überschwänglich entgegen. Erst auf dem zweiten Blick bemerkte ich, dass er auch Tenere-Fahrer war und dass vermutlich der Grund gewesen ist. Ich bin da scheinbar in einem sehr illustren Klub gelandet.
Ab Bad Schandau geht es ein kleines Stück die Elbe entlang und wird dann irgendwann zu Tschechischem Staatsgebiet. Dort dann noch ein paar Mal die Elbe gequert und dann ab in die Berge über ganz kleine Straßen.
Eigentlich wollten wir hier noch zur „Bikerhöhle“. Halt eine Bar / Kneipe / Laden in einer Höhle, die sich als Bikertreff durchgesetzt hat. Aber irgendwie sind alle Straßen dahin gesperrt. Wir machen zwei Anläufe und landen immer wieder in einer Sperrung. Also wird der Stopp übersprungen. Weiter gehts.
Tankstopps sind in Tschechien aber aktuell angenehmer als in Deutschland. Ca. 15% billiger ist der Liter hier aktuell. Tschechien ist noch nicht mit dem Euro unterwegs. Wir müssen die Tschechische Krone also immer noch umrechnen.
Wir haben echt tolle Ecken gefunden. Es ging immer schön über Land. Kleine Straßen. Teilweise echt wunderschöne Ecken. Es gibt hier viel tolle alte Holzhäuser die farbenfroh aufgearbeitet wurden. Also hier ist die Welt im kleinen echt noch in Ordnung. Alles ist grüner. Überall immer Wald. Ein wirklich toller Tag. Gegend wie auch die Strecke.
Nur warm ist es nicht. Die Anzeige schwankt in der Spitze zwischen 16°C und auch mal nur 11°C wenn wir gerade im Wald in den höheren Lagen unterwegs sind. Ansonsten haben wir mit dem Wetter wieder einmal Glück. Richtiger Regen bleibt aus. Immer mal wieder gibt es ganz leichten Sprühregen. Aber auch nur wenige Minuten. Nichts was laufende Tropfen auf dem Visier erzeugt.
Auf irgendeinem Berg in Tschechien sehen wir dann eine riesige Antenne oben auf einem Gipel. Spitz zulaufend wie ein riesiger Alu-Hut steht das Teil da markant in der Gegend. Sehr wahrscheinlich ist das dann auch ein Alu-Hut auf Staatsebene. Gegen sowietische Gedankenkontrolle und gegen Funkwellen-Spionage. Sowas vermutlich.
Dann verlassen wir Tschechien und fahren ein Stück auf der polnischen Seite des Riesengebirges. Hier ist es ebenso schön. Einfach eine tolle Reiseecke hier. Gegen 17 Uhr starten wir dann wieder unsere Unterkunft zu suchen. Stabil ist das Wetter noch nicht. Und wir sind noch nicht so wirklich eingefahren. Der Hinter tut schon gut weh.
Wir buchen das Hotel wieder über klassichen online Plattformen von unterwegs. Im Hotel sehen wir dann ein Bild mit so einen Ufo-Bau auf einem Berg. Wir meinen beide das schon mal gesehen zu haben und verorten es völlig falsch. Als wir dann später nochmal zu Fuß durch die Stadt gehen, sehen wir eben jenes Gebäude genau hier oben auf dem Berg stehen. Das erklärt so einiges.
Die eine Hälfte der Läden hat hier schon im Ort geschlossen. Es ist keine Ski-Saison. Die andere Hälfte der Läden ist ein Sushi-Laden und unglaubliche viele Pizza läden. Pizza gibt es hier überall. Es gibt hier mehr Pizza als bei uns Döner und Pizza zusammen. Essen wir aber nicht.
Wir essen im Hotel. Rouladen mit Kohl und Schnupfnudeln für 14€. Richtig gut. Und bei dem Wetter auch vollkommen angemessen. Dann gehts ab zu Bett. Gute Nacht.
Morgen genießen wir noch ein entspanntes Frühstück im Hotel. Dann zurück auf die Straße. Bald sind wir wieder auf der Tschechischen Seite des Riesengebirges und dann auf dem Weg in die Karpaten in die Slowakei.
cheers.
Sebastian

