Hallo und Humppa nach Deutschland,

Gefahren heute: 410km
Gefahren gesamt: 2687km

Gestern haben mit dem Addo Elephant Park den östlichsten Punkt unserer Reise schon verlassen. Heute geht es wieder zurück in Richtung Kapstadt, wo wir in zwei Tagen wieder abfliegen werden.

Unser Frühstücksmaterial haben wir schon fast komplett aufgegessen. Es gibt für jeden noch eine Scheibe kleines Brot mit Magarine und einen Rest Marmelade, dann haben wir unsere letzten Einkäufe dieser Reise aufgegessen.

Wir gehen nochmal richtig Frühstücken. Im 4-Sterne Addo Wildlife Hotel. Die haben hier sogar einen kleinen Zoo auf dem Gelände. Hotelgäste können den kostenlos besuchen. Wer nur Frühstücksgast ist, der muss extra zahlen. Darauf hab ich dann keine Lust mehr. Das Frühstück hat für ein 4-Sterne Hotel nämlich auch nicht überzeugt.

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Distance: 0km

Unser Etappenziel für heute Abend heißt Oudtshoorn. Im Grunde fahren wir nur gerade in den Westen. Wir fahren also parallel zur Küste im Landesinneren die Strecke zurück. In Luftlinie sind es vielleicht 40-50km bis zur Küstenstraße, die wir den Weg zum Addo hin gefahren sind. Gefühlt ist das hier aber ein ganz anderes Land.

Ich finde das richtig gut und habe gerade viel mehr das Gefühl mich in Afrika zu befinden, als das bis zum Addo der Fall gewesen ist. Alles ist noch einmal viel kahler. Nur in wenigen Fällen sind die Büsche höher als vielleicht 50cm. Es gibt wenig helles grün. Es überwiegt der rotbraune Farbton der Erde. Links und Rechts von uns Berge. Jede Menge Berge. Kahl. Nicht mit Bäumen gewachsen wie in Europa. Endlich ist es echt anders.

Über ganz weite Strecken kommen hier keine Autos mehr entgegen. Das fühlt sich wieder wie Namibia an. Obwohl es damals noch deutlich weniger waren als hier. Größere Städte oder Siedlungen gibt es hier auch nur noch alle 30 bis 50 Kilometer. Immerhin ist die Straße noch asphaltiert. Auch wenn irgendwann aus der zweispurigen Straße irgendwann ein Single-Track wird. Links und rechts der Straße ist der Sand gut befestigt. D.h. auch LKW bremsen nicht ab, wenn sie dir entgegenkommen und weichen einfach nach links aus.

Es gibt immer mal wieder kleine Gruppen von Affen die hier an Masten oder auf Zäunen sitzen. Mitten im Nirgendwo. Und es laufen hier fast weiße Springböcke herum. Wasser steht hier nirgendwo mehr. Es gibt noch ausgetrocknete Flussläufe. Es muss hier also mal stärkere Regenfälle in den Bergen geben.

Die kleinen Städtchen sind klare Kolonialbauten. Eine größere Hauptstraße mit allem was man braucht. Davon ab gehen dann nochmal wenige Stichstraßen. Aber auch hier gibt es die Blechhütten außerhalb der Stadt.

In Willowmore (benannt nach dem Landwirt und Ortsgründer William Moore) machen wir einen kurzen Snackstop zum Mittag. Direkt nach dem Parken werden wir angesprochen, ob man gegen kleines Geld unser Auto waschen soll, während wir drinnen sind. Bzw. es versucht. Auf der Straße spricht man hier kein Englisch mehr. Afrikaans. Im Laden kommen wir mit Englisch natürlich gut weiter. Aber der Akzent wird sehr deutlich.

Hier durch die Berge und Steppe zu fahren macht schon sehr viel mehr Spaß. Weil es eben so anders ist. Richtig gut. Direkt erstes Learning für Südafrika: Auch mehr Zeit fürs Hinterland nehmen. Garden Route und Kapstadt ist nicht ausreichend aussagekräftig für dieses Land.

Irgendwann zieht dann auch so ein Tross an deutschen Harley Rentnern an mir vorbei. Also bestimmt 20 Fahrer. Geführte Tour mit einem Transporter hinten dran. Ohnehin gibt es hier aber sehr viele Motorradfahrer. Vor allem aber richtige Tourer die auch Offroad können. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es hier viele gute leichte Offroad Strecken gibt und spannende Routen durch die Berge. Muss ich dringend nochmal recherchieren. Das wäre nochmal einen Ausflug hierher wert.

Oudtshoorn ist dann wieder eine richtige Stadt. Jede Stadt hier hat mindestens einen KFC. Wir kommen vorbei an Luxushotels. Restaurants und allem Möglichen.

Wir sind heute untergebracht auf einer Straußenfarm. Wobei das jetzt eher nicht nach einer aktiven Straußenfarm aussieht, sondern nach einer älteren Hotelanlage, die ihre beste Zeit hatte, mit ein paar Straußen und Kaninchen als Touristen-Attraktionen dazu. Ok, da sind schon noch ein paar mehr Strauße. Die werden hier schon einen vernünftigen Vollzeitpfleger haben. Aber für einen eigenständigen Betrieb definitiv zu klein. Da haben wir schon unterwegs größere Anlagen gesehen.

Auch wenn die besten Zeiten vorbei sind. Alles ist sehr sauber. Alle sind sehr freundlich und zuvorkommend. Man kann das hier gut mal einen Tag aushalten. Aber es scheint auch Gäste zu geben, die hier durchaus ein paar mehr Tage verbringen.

Wir Essen zum Abend im angeschlossenen Restaurant. Es stehen auch Strauß und Kudu auf der Speisekarte. Das müssen wir dann natürlich hier noch einmal im Urlaub mitnehmen. Sehr gut.

Etwas was ich nicht vermissen werde, wenn wir wieder zurück sind: Das einlagige Klopapier, dass hier die Standardaustattung ist. Da sollten wir doch inzwischen weiter sein. So verbraucht man doch viel mehr, weil man selber 10 Lagen herstellen muss …

Morgen fahren wir weiter nach Stellenbosch. Unsere letzte Station und Übernachtung in diesem Land. Das wird noch einmal eine längere Strecke.

Für heute erst einmal: Gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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