Hallo und Humppa nach Deutschland,

Gefahren heute: 214km
Gefahren gesamt: 2274km

Heute geht es extra früh los. Der zweite Tag im National Park. Der, laut Information, um 05:30 Uhr Morgens öffnet. Das war dann auch mein Anspruch für den Tag, zumindest so gegen 6 Uhr dann auch vor der Tür zu stehen. Der frühe Vogel macht das Bild vom Löwen bevor es zu warm wird und sich wieder alle in den Schatten verziehen. So der Gedanke.

Also stelle ich mir dann auch einen Wecker mit einer 4 ganz vorne. Dann kann ich noch ein schnelles Frühstück für alle machen und wir kommen rechtzeitig los. Und wir kommen dann auch sogar alle zeitig los und sind dann noch vor 6 Uhr am Haupttor.

Aber vor 7 Uhr kommt man nur mit einer geführten Tour in den Park. Nicht wenn man mit dem eigenen PKW unterwegs ist. Das geht erst nach 7 Uhr. Na hurra. Völlig vergebens so früh aufgestanden. Eine Stunde wollen wir hier auch nicht vor der Tür stehen. Also drehen wir nochmal um. Setzen uns eine halbe Stunde nochmal ins Appartment und stehen dann um Punkt 7 Uhr nochmal vor der Tür.

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Distance: 0km

Mit der kleinen Extra-Tour bekommen wir noch ein wenig vom Arbeitsalltag mit. Hier fahren am Morgen dann schon die LKW der Zitrusfarmen durch die Gegend. Auf der Ladefläche aber keine Kisten mit Zitronen oder Orangen, sondern mit den Arbeitern der Frühschicht. Angeschnallt waren die aber nicht. Aber nett, wenn es hier große Sammeltaxis gibt.

Auch hier stehen wieder mitten auf der Straße im Nirgendwo Leute an der Straße und warten. Die nächsten 5 Kilometer davor oder dahinter sind keine Häuser in der Nähe zu sehen. Wo kommen die her? Was machen die hier? Wo wollen die hin?

Der offizielle durchschnittliche Monatslohn in Südafrika soll ca. 26.000 Rand betragen. Das wären ca. 1.300 EUR. Für Farbige in ländlichen Gegenden liegt der Wert wohl bei ca. 2.000 Rand im Monat. Also z.B. die Haushaltshilfen die hier die Fremdenzimmer sauber machen. Das wären dann nur noch so ca. 100 EUR im Monat. Keine Ahnung, ob das bei unserer Unterkunft der Fall ist, oder was hier die konkreten Werte sind. Aber das wären dann nur 2 Übernachtungen die man hier im Monate buchen müsste, und schon wäre die Kraft bezahlt.

Zurück zum National Park. Wir sind inzwischen hineingefahren und probieren heute ein paar andere Strecken aus. Wir kommen auch wieder an der Stelle vorbei, an der es gestern den Massenauflauf an Elefanten gab. Heute ist fast kein Tier zu sehen.

Wir entdecken noch ein paar neue Arten die wir gestern nicht vor der Kamera hatten. Große afrikanische Hasen, riesige Vögel. Schakale in der Entfernung. Aber eigentlich hatten wir heute ja nochmal auf Nahaufnahmen von Löwen gehofft. Ein großes Männchen vielleicht.

Irgendwann kommen wir an einer Gruppe parkender Autos vorbei. Da hält man dann schon mal an und guckt, was die wohl entdeckt haben. Das war aber schwer auszumachen. In welche Richtung man überhaupt schauen musste. Das lag dann auch noch hinter uns. Später kriegen wir dann raus, dass auf einem Berghügel eine Gruppe von Löwen gesichtet wurde. Das war dann wohl genau dieser Moment und wir hätten auf der anderen, weit entfernten Seite des Tals Löwen sehen müssen. Die hatten wir in dem Moment aber selbst mit dem Tele nicht gesehen.

Unsere Vermieterin scheint auch in der WhatsApp Gruppe der Ranger zu sein. Wir hatten gestern schon 1-2 Tipps von ihr als SMS bekommen. Heute kamen noch mehr Updates. Meistens hatten die die Tiere aber schon selber gesehen.

Am späten Nachmittag kam dann aber noch der beste Tipp des Tages. Wir hatten eigentlich schon fast aufgegeben noch weitere Löwen zu sehen. Auch wenn wir das heute unbedingt wollten. Aber wir hatten heute kein Glück. Noch eine letzte Runde und dann würden wir den Park verlassen. Dann kam noch eine SMS von der Vermieterin, dass noch eine Löwin gesichtet wurde. An einer Stelle, an der wir vor nicht einmal 40min vorbei gekommen waren. Also Vollgas umgedreht und wieder an die Stelle gefahren.

Und natürlich waren wir nicht die ersten. Auto um Auto verstopfte die Straße. Nichts ging mehr. Gesehen haben wir in dem Moment noch nichts. Haben uns hinten in der Schlange der Autos angestellt. Von Erzählungen weiter vorne haben wir zumindest mitbekommen, dass eine Löwin dort vorne im Schatten lag. Dann fuhr erst ein Auto weg, weil nichts passierte. Dann noch eines. Und wir kamen zwei Positionen weiter nach vorne. Und dann bewegte sich die Löwin weiter. Genau in bester Sichtweite von unserem Auto.

Und dann lag das Tier da vielleicht 15 Meter vor uns hinter einem Busch und lauerte auf eine Gruppe Zebras die weiter vorne auch neben der Straße standen. Vielleicht hätten wir also gleich Glück und könnten mitbekommen, wie die Löwin auf die Zebras los geht.

Sie lag mit voller Körperspannung auf der Lauer. Aber auch aufgrund der ganzen Zuschauer und PKW bewegten sich die Zebras langsam von den Autos weg. In die andere Richtung. Die Position der Löwin wurde mit der Zeit also nicht besser. Sie griff aber nicht an. Irgendwann waren die Zebras dann soweit weg, dass die Löwin ihre Position aufgab und die Deckung verlies.

In dem Moment kam sie genau auf unseren Wagen zu. Das Tier wurde immer größer im Tele-Objektiv bis die Kamera schnell nicht mehr scharf stellen konnte. Dann lief sie da, vielleicht 2,5 Meter von unserem geöffneten Auto-Fenster entfernt an unserem Wagen vorbei und blickte mich direkt an. Das sind schon sehr imposante Wesen auf so eine kurze Distanz. Ziemlich groß. Ein sehr intensiver Moment, da auch keine Kamera mehr dazwischen war.

Dann lief sie hinter uns den Hügel hinauf. Vielleicht wollte sie die Zebras umkreisen. Aber jetzt lösten wir uns aus der Kolonne an Autos. Jetzt hatten wir alles gesehen, was wir heute haben sehen können und verließen dann den Park wieder.

Es war unglaublich toll. Das ist aber auch gerade sehr mein Ding. Alle Arten von Safari-Touren und Tiere entdecken fand und finde ich einfach sehr spannend. Daher ist das hier, selbstgefahren, auch ein kleines großes Highlight für mich. Schade, dass wir schon wieder gehen müssen.

Morgen treten wir die Rückreise an. Also zumindest geht es für uns Morgen wieder stramm zurück in Richtung Kapstadt. Dafür müssen wir noch ein paar Kilometer machen, die wir auf dem Weg hierher über ein paar Tage verteilt haben. Für heute erst einmal: Gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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