Hallo und Humppa nach Deutschland,

Gefahren heute: 17km
Gefahren gesamt: 1542km

es ist kaum zu glauben, oder ich will es auch nicht wirklich wahr haben, aber es sind schon wieder zwei Wochen um. Das geht leider immer so schnell, wenn man sich einfach wohl fühlt.

Wir verbringen heute unseren letzten Tag hier in der Gegend. Deswegen haben wir heute wieder richtig schön nichts vor und genießen das Süße Nichtstun. Und Essen. Nichts tun hat irgendwie immer einen höheren Anteil an Essen.

Erstmal essen wir Frühstück. Wieder bei uns in der Selbstversorgung. Kombiniert mit spätem Aufstehen und einem sehr gemütlichen Lebenswandel. Und ein Wandel von einem Küchentisch auf ein Sofa vor der geöffneten Tür mit Blick auf das Meer, trägt einen das zeitlich schon einmal bis zum Mittag. Also bis zur nächsten Mahlzeit.

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Distance: 0km

Und die nächste Mahlzeit, zu einem späten Mittag, nehmen wir auf der anderen Seite des Hügels zu uns. Wenn wir von unserem Brenton on Sea nach Knysna fahren wollen müssen wir einmal um die Bucht vom Knysna River. Dabei kommen wir dann immer an Belvidere Estates vorbei. Ich weiß nicht, ob das auch als eigenständiger Ort zählt, oder eben nur ein Ortsteilname ist.

Es ist eher eine Gated Community und liegt unten am Fluss. Auf Google gut bewertet war das kleine Café Oak Leaf. Dadrauf sind wir los. Angekommen sind wir in einer der stärksten Parallelwelten. Das Paradebeispiel von Old White könnte man meinen.

Es ist alles optisch wirklich extrem geschmackvoll eingerichtet. Man fährt auf eine große Auffahrt mit Kiesbett. Draußen nette Tische im sonnigen Innenhof. Umwachsen mit Weinreben. Ein sauberer Garten. Das Publikum mindestens über 60. Meistens deutlich. Alle haben ein Lachen im Gesicht. Denn die Sonne scheint. Man kann sich alles Leisten. Auch die besten Ärzte und damit geht es ganz gut. Man hat das Gefühl in einem reichen amerikanischen Vorort zu sein.

Natürlich sind alle Angestellten Farbig. Die Chefin sitzt vermutlich neben uns am Tisch in der Ecke und kontrolliert die Umsätze der letzten Woche. Blonde, tupierte Haare. Freundlich. Engagiert und auch sehr nett zu den Angestellten. Gibt noch Hinweise und stellt Fragen.

Auf dem Tisch stehen neben dem Menü und noch Info-Kärtchen zum Mini-Spa direkt nebenan. Maniküre, Pediküre und ein paar Massagen. Alle sind gut gelaunt. Alle sehen auch so aus, als wenn es ihnen an nichts mangelt. Gut angezogen. Gut ausgerüstet. Wären wir in Amerika und nicht in Afrika würde das noch deutlich natürlicher sein.

Es ist aber auch wirklich schön. Und wir werden wirklich sehr locker und höflich bedient. Ich denke auch, dass die vermutlich noch sehr gute Gehälter zahlen. In der Küche wird gelacht. Und wow, ist das eine tolle Karte. Eine kleine Karte, aber extrem gut. Es gibt einen Rock Shandy mit einem Steak Sandwhich. Und weil wirklich alles so super lecker ist, kann ich zu einem Nachtisch auch nicht Nein sagen und probiere den Cheesecake. Alles ist ein Gedicht. Ein Lob an die Küche. Es macht wirklich alles sehr viel Spaß hier.

Ich musste mit dem Auto noch eine Runde durch die Straßen hier drehen, wenn schon das kleine Café so ist wie es ist. Aber genau das Bild setzt sich in der kleinen Gemeinde fort. Es ist die super rich gated Community. Alles ist super gepflegt. Jedes Haus ein Traum. Wirklich tolle alte Häuser. Die Gated Community hat noch eine innere Gated Community. Ein Wachmann fährt hier auch am Tag auf Steife. Und am Fluss liegen ein paar kleine Boote am Steg. Das ist bestimmt ein Ruderclub der da neben steht. Auch wenn hier vermutlich die meisten zu alt sind um noch selber zu rudern. Aber es passt ins Klischee. Es ist so schön herrlich kitschig.

Dann suhlen wir uns wieder in unserer Armut und reisen ab. Zurück zu unserer lumpigen Doppelhaushälfte nur in Strandnähe, nicht mal direkt am Strand. An den gehen wir dann aber noch. Erstmal bauen wir eine richtig tolle Sandburg. Die einzige hier und heute am Strand. Und eine sehr große noch dazu. Da gucken alle neidisch.

Es geht auf eine letzte kleine Runde in unseren Pool. Danach besuchen wir das Restaurant, dass zu dem Hotel neben unserer Ferienhausanlage gehört. Auch sehr gehoben. Ich komme mir schon ein wenig underdressed vor, nachdem ich mich im Saal so umgeschaut habe. Die haben uns auch gleich in die andere Ecke gesetzt. Vermutlich aber schon, weil tatsächlich die meisten Tische schon belegt oder reserviert waren, und sich auch in der Tat später noch füllten. Wir haben gut, wenn auch nicht überragend, aber teuer gegessen. Die haben uns immer weniger beachtet. Nachdem wir nicht die teuersten Menüs, keine Flasche Wein und dann nicht mal Nachtisch haben wollten. Also kein großer Umsatz.

Das war doch wieder ein schöner Urlaubstag heute. Morgen geht es weiter zu unserem östlichsten Punkt der Reise, in die Nähe des Addo Elephant Parks. Das wird ein langer Abschnitt. Daher gehts jetzt wieder für alle ins Bett. Gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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