Hallo und Humppa nach Deutschland,
Gefahren heute: 142km
Gefahren gesamt: 1413km
Gestern haben wir noch eine Email von unserer Hausverwaltung bekommen. Morgen von 09:00 bis 16:00 Uhr wird das Wasser abgestellt. Es werden Bauarbeiten an der Leitung vorgenommen. Da haben wir dann immerhin schon mal ein paar Töpfe am Abend vorher mit Wasser gefüllt. So stehen wir dann nicht ganz ohne Wasser da. Dusche und Toilette ist dann entsprechend vorher zu erledigen. Eine Notfallspülung halten wir im Putzeimer vor.
So schlimm ist das aber gar nicht. Bzw. es passt in die Tagesplanung. Denn heute fahren wir noch ein paar Kilometer weiter. Also erstmal Frühstück with a view in der Unterhose und dann gehts los.
Wir fahren ins Monkeyland. Das sind von hier auch noch knappe 60 km zu fahren. Das Monkeyland ist eine Auffangstation für Affen. Also kein Reservat, dass nur afrikanische Affen beheimaten würde. Es gibt ganz unterschiedliche Affenarten aus der ganzen Welt. Zumindest solange sie sich mit den bestehenden Tieren vergesellschaften lässt.
Die Tiere die hier landen kommen aus den unterschiedlichsten Umständen hierher. Es gibt tatsächliche viele Filmtiere hier. Privat gehaltene Affen, Abgaben aus Zoos oder auch Tiere die versucht wurden zu schmugglen. Alles Tiere die aber inzwischen soweit an Menschen gewöhnt waren, dass man sie nicht mehr auswildern konnte.
Das ganze Gelände ist ein zusammenhängender Wald. Außem umzäunt mit einem sehr hohen Zaun, über den die Tiere nicht gelangen können. Im Wald bewegen sich die Tiere frei und eigenständig. Es gibt regelmäßige Futterstationen. Alle Affenarten hier sind Pflanzenfresser und werden mit Salat und Früchten gefüttert.
Menschen dürfen hier nicht alleine hindurchlaufen. Es werden immer Gruppen gebildet, die dann von einem Guide durch den Wald geführt werden. So bekommt man auch die Tiere zu sehen, die nicht überall herumlaufen, weil es vielleicht nicht einmal eine Hand voll von Exemplaren hier gibt.
Auch wenn der Hintergrund erschreckend ist, dass eine solche Anlage nötig ist, weil man die Tiere nicht mehr auswildern kann, so ist das Erlebnis natürlich toll. So nah an eben halbwilde Tiere, naja, vielleicht viertelwilde Tiere, zu kommen und zu fotografieren, ist schon toll und einen Besuch wert würde ich sagen. Auf jeden Fall ein toller Ausflug, wenn man hier schon auf der Ecke ist. Außerdem ist es die größte Anlage dieser Art, die es gibt.
Die größte begehbare Voliere der Welt befindet sich gleich nebenan. Birds of Eden. Ich glaube nicht, dass das hier ein Auffangprojekt ist. Das ist eher ein erdachter Zoo. Aber eben der Größte Vogelkäfig der Welt. Hier liegt ein kompletter Wald unter einem riesigen Netz. Und zwar ziemlich riesig. Wirklich beeindruckend.
Es fließt hier ein Fluss in der Mitte hindurch. Es gibt einen kleinen See und sehr viel Wald. Wenn sich Vögel hier verstecken wollen, dann bekommst du die auch nicht zu sehen.
Für den Hobby-Ornithologen sind viele der Tiere aber menschlichen Besuch gewöhnt und auch regelmäßig an den Futterstationen entlang des Weges zu sehen. Es führt ein Holzsteg einmal durch die Anlage und die verschiedenen Wald und Wasserregionen hindurch, die hier unter dem Netz angelegt sind. Auch das ein großartiges Ausflugsziel und die Reise wert. Für beides zusammen gibt es ein lohnendes Kombi-Ticket.
Für ein spätes Mittagessen entdecken wir das kleine Weingut Bramon Wine Estate. Eine großartige Wahl. Großartige Käseplatte für mich. Ein wirklich tolles Brot. Die Plätze sind große Holztische im Halbschatten, direkt angrenzend an die Weinreben. So lässt sich das Leben wirklich genießen. Weingüter sind hier aber auch immer so toll und geschmackvoll eingerichtet. Herrlich. Wirklich.
Auf der unserer Karte die wir für Birds of Eden und Monkeyland gekauft haben war noch Werbung für eine Großkatzen Auffangstation. Anfänglich hatte ich die Preisschilder auch so verstanden, dass im Kombi-Ticket auch das mit enthalten wäre. Also waren wir noch dort. War dann aber nicht enthalten. Und weil es eh auf dem Weg lag und wir es quasi nur noch so mitgenommen haben, war es auch kein Verlust das dann nicht nochmal extra zu bezahlen und nicht anzusehen.
Es ging zurück zu unserer Doppelhaushälfte. Der Tag war eh fortgeschritten. Heute kein Strand mehr. Aber einen kleinen Ausflug zum Pool musste noch drin sein. Dort kam uns dann auch der Manager der Anlage entgegen. Also eher komisch. Wir waren im Pool. Dann hält der Herr an und fängt ein Gespräch an, wie es und gefällt, was wir so machen, woher wir kommen. Erst dann sagte er nebenbei, dass er ja der Manager hier sei. Das machte dann auch mehr Sinn. Er war aber sehr nett und sehr bemüht.
Alle unsere deutschen Nachbarn scheinen auch schon wieder abgereist. Heute Abend scheinen wir die einzigen Gäste hier zu sein.
Abendessen aus der eigenen Küche. Sonnenuntergang mit Buch in der Hand auf dem Sofa und Meeresrauschen bei offener Tür. Gute Nacht.
cheers.
Sebastian


