Hallo und Humppa nach Deutschland,

Gefahren heute: 85km
Gefahren gesamt: 1235km

Wir melden uns aus der Hauptstadt der deutschen Rentner in Südafrika. Zumindest kommt es uns gerade so vor, wenn wir die umliegenden Gäste so sehen und hören.

Der Reihe nach. Am Morgen genießen wir noch einmal das inkludierte Frühstück ins unserem Hotel am See. Heute auch mit einem Omlett. Weil wir gestern dann noch gelesen haben, dass man da nur den Kellner fragen muss. Wir sind da einfach zu nett und begnügen uns mit dem Buffett.

Das Ziel heute ist Brenton Sea. Hier haben wir eine Wohnung für die nächsten 5 Nächte. Hier können wir uns einmal richtig ausbreiten. Brenton on Sea ist eine kleine Gemeinde direkt am Meer in der Nähe der größeren Stadt Knysna.

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Distance: 0km

Auch diese Entfernung von Wilderness ist heute nicht groß. Wir müssen also wieder besonders entspannt unterwegs sein, weil wir auch hier nicht vor 14 Uhr in unsere Wohnung kommen.

Daher machen wir noch einen kleinen ersten Abstecher nach Buffels Bay. Ein kleines Surfer Örtchen auf der anderen Seite der Bucht von Brenton. Von hier am Strand können wir also schon Brenton auf der anderen Seite der Bucht sehen. Der Ort hier sieht aber auch schon echt süß aus. Es gibt viele kleine nette Häuschen auf einem kleinen Hügel an der Küste. Am Strand sind in der Tat ein paar Surfer im Wasser. Entlang der kleinen Straße am Wasser stehen überall bemalte Surfboards als kleine Kunstausstellung am Strand.

Der obligatorische Surfershop im Ort heißt „The Kiff“. Ein bemalter kaputter Käfer an der Abfahrt zum Ort macht dafür Werbung. Schon sehr Klischee.

Für einen kleinen Mittagssnack, und weil wir ja eh noch etwas Zeit rumkriegen müssen, fahren wir schon mal nach Knysna. Wir machen halt in einem kleinen Kaffee in einer Art Hinterhof Kunstgemeinde. Hier stehen verschieden kleinen Kunstgeschäfte und Cafes in einem Hinterhof. Der ist toll bepflanzt und überall stehen Tische und Stühle. Viel vegetarisches. Alles sehr styleisch gemacht. Also alles für westliche Touristen oder Digital Nomads die sich das leisten können, was Einheimische nicht können. Also ist schon wirklich nett gemacht und wirklich schön hier. Aber die Gäste sind auch schon rein weiß.

Meine Kamera liegt auf dem Tisch. Das Kind hopst durch die Gegend. Da spricht mich ein Touristen Guide an, der hier scheinbar gerade eine kleine Führung beendet hatte und zwei seiner weißen Touristen abgesetzt hatte: „Papa, come with Camera“, und zeigte in die Büsche. Da saß ein Chameleon. Fand ich natürlich super nett, dass er mich darauf hingewiesen hat. Er würde eben auch viel fotografieren. Aber eigentlich macht er eben lokale Touren, z.B. durchs Township. Von da oben könne man tolle Fotos machen – also gleich noch ein bisschen Sales für seine Touren betreiben. Aber ich glaube auch wirklich, dass er mich primär wegen der Kamera angesprochen hat und das noch gar nicht so als purer Verkauf gemeint war. Wobei das ja aber auch Hand in Hand geht. Die beiden die er hier abgesetzt hatte waren auch Deutsche.

Dann gehen wir nochmal einkaufen. Wieder in unseren Standardladen „Checkers“. Hier merkt man aber schnell den Unterschied zu Hermanus. Es muss hier ein Einkommensgefälle geben. Die Auswahl ist immer noch gut, aber der Laden in Hermanus war schon eine noch bessere Version, obwohl der Ort Hermanus schon deutlich weniger Einwohner haben müsste als die Stadt hier. Aber Hermanus ist dann vermutlich insgesamt deutlich wohlhabender, es gibt dort also wohl mehr potente Käufer.

Dann ist es auch Zeit zum Einchecken und wir fahren zu unserer Wohnung. Aus dem Stadtzentrum sind es nochmal knappe 20 Minuten bis zu unseren „Cotteges on the Sea“, was wirklich eine kleine Ansammlung von Häuschen und Doppelhaushälften am Meer ist. Von dort geht es nur noch vorbei am Parkplatz, dann den Steg den Hang runter an den Strand. Also eine super Lage.

Wir haben hier tatsächlich unsere eigene kleine Doppelhaushälfte über zwei Etagen. Mehr Zimmer als wir selber brauchen. Aber eine Größe kleiner, wäre wieder zu klein gewesen. So haben wir noch eine unbewohnte Etage. Der pure Luxus. Im Wohnzimmer sitzen, die Terrassentür ganz auf. Und dann blickst du über die kleine Zufahrt den Hang runter auf das Meer. Es rauscht und ein frischer Wind weht. Herrlich. Unsere beste Location bisher. Auch die teuerste. Aber es hat sich gelohnt. Und weil wir dann eben auch fünf Nächte hier sind, lohnt es sich auch sich ein wenig auszubreiten.

Hier werden wir aber auch komplett selber kochen und müssen uns um das eigene Frühstück kümmern. Das haben wir aber auch schon eingekauft.

Wir gehen natürlich noch einmal runter an den Strand. Ein herrlicher Strand. Wieder so ein schöner diesiger Nebel in der Luft weil das kalte Wasser mit viel Kraft auf das warme Land trifft. Einfach schön hier.

Als wir so durch unser Dorfanlage spazieren bekommen wir dann aber auch mit, dass wir zum einen die einzigen unter 60 zu sein scheinen. Und zum anderen, dass es überall Deutsche sind, die hier heute eingecheckt haben.

Beim Auspacken und Ausbreiten packt mich dann aber noch der Schock des Tages. Ich hatte auch gleich meine Kamera nochmal gecheckt um ggf. Akkus für Morgen zu tauschen. Die Kamera sprang nicht mehr an. Wenn Kamera oder Laptop ausfallen, dann sind die Sachen die mich dann so richtig aus der Ruhe bringen, bzw. richtig ärgern. Also erst einmal alles probiert. Alles Akkus durchprobiert. Zehn mal ein und wieder aus. Was komischerweise funktioniert ist der Batteriegriff. D.h. der Akku in der Kamera selber geht nicht. Der Akku in der Kamera und dann aber zusätzlich den Batteriegriff montiert, aber KEINEN Akku im Batteriegriff, das geht. Wenn ich dann aber noch einen Akku im Batteriegriff habe, dann gibt es da noch einen Zusätzlichen Wackelkontakt zwischen Kamera und Griff und er wechselt immer zwischen dem Griff-Akku und dem Kamera-Akku. Also besser nur einen Akku in der Kamera. Muss man nicht verstehen. Ich habe aber erstmal einen Hack mit dem die Kamera läuft. Und damit für heute erst einmal: Gute Nacht.

cheers.
Sebastian

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