Hallo und Humppa nach Deutschland,
heute besuchen wir Rom und den Vatikan. Ein Muss auf jeder Italien-Reise. Und überhaupt. Man muss diese Stadt gesehen, in der so viel Geschichte mitschwingt.
Das letzte Mal war ich mit der Schule hier. Mit meinem Geschichtslehrer. Mit ein bisschen Abstand weiß man das heute viel mehr zu schätzen, was man damals schon alles gesehen hat und man damals als Schinderei empfand.
Immerhin erinnere ich mich noch an das offizielle Gründungsjahr „Sieben Fünf Drei. Rom schlüpft aus dem Ei“. Man muss dann nur wissen, dass das vor Christus meint. Die Ursprünge der „Ewigen Stadt“ sind aber vermutlich deutlich älter.
Erstmal müssen wir aber da hin. Vom Campingplatz gibt es auch einen Shuttelservice. Ein Bus, der dich vom Campingplatz zur Metro Station Fermi bringt. Dort nehmen wir dann die Metro weiter in die Stadt. An der Fermi Station landet man aber gleich an der richtigen Linie, die einem zu allen spannenden Bauwerken bringt. Mit dem Shuttel ist man wirklich schnell bei der Metro und wir fahren von dort auch nicht mehr weit.
Wir steigen direkt an der Station Circo Maximo aus. Und mit dem Shuttel sind wir dann in 35min vom Campingplatz zum Circus Maximus gekommen. Der Shuttle-Service war eine gute Idee. Spoiler: Das werde ich heute Abend nicht mehr sagen.
„[Der Circus Maximus] war größte Circus im antiken Rom. Er hatte eine Gesamtlänge von rund 600 Metern (die Arena und Stufen eingerechnet) sowie eine Breite von 140 Metern. Sein Fassungsvermögen soll laut Dionysios von Halikarnassos im Ausbaustand zur Zeit des Augustus 150.000 Plätze, zur Zeit des älteren Plinius 250.000 Plätze betragen haben. Er wurde bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. für Wagenrennen genutzt.“ [Wikipedia]
Heute muss man sich viel von der einstigen Größe vorstellen. Der Platz ist noch vollkommen erhalten. Die Dimensionen lassen sich also gut erfassen und ablaufen. Die Bauten sind größtenteils nicht mehr vorhanden. Teile der Südtribünen stehen und lassen auf das Bauwerk, die Ränge und die inneren Räume schließen. Es muss zu seiner Zeit ein mehr als imposantes Bauwerk für die Menschen gewesen sein. Vor allem wer nicht in Rom lebte, sondern zu der Zeit irgendwo auf dem Land mit Reet gedeckten kleinen Hütten und mit der ganzen Familie und den Schweinen in einem Zimmer schlief, und dann soetwas gesehen hat. Aliens!
Von dort geht es weiter zum Kolosseum. Da das hier schon die alte Innenstadt des historischen Roms ist, liegt das alles in Fußweite. Auch wenn dir ab hier jetzt die Leute über die Füße laufen. Nein, so schlimm ist es in der Tat nicht. Es ist viel los, aber es ist nicht so, dass man anderen Menschen nicht mehr aus dem Weg gehen könnte. Und natürlich sammelt es sich dann gerade um das Kolosseum herum.
„Das Kolosseum ist das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater, der größte geschlossene Bau der römischen Antike und weiterhin das größte je gebaute Amphitheater der Welt. Zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet, diente das Kolosseum als Austragungsort zumeist höchst grausamer und brutaler Veranstaltungen, die von Mitgliedern des Kaiserhauses zur Unterhaltung und Belustigung der freien Bewohner Roms und des römischen Reichs bei kostenlosem Eintritt ausgerichtet wurden.“ [Wikipedia]
Das Kolosseum gehört schon zu den sehr beeindruckenden Sachen. Wie oben geschrieben, wer damals hier vorbei kam und soetwas wie mehr als ein Erdgeschosse nicht kannte, der viel hier vom Glauben ab. Und das ist im Grunde noch heute so. Was das für ein Aufwand gewesen sein muss, um so mehr für die Zeit, diese Konstruktion zu bauen. Mit den Aufwändigen Verzierungen. Und dann steht das noch 2000 Jahre später immer noch. Wenn man heute sieht wie viel Aufwand und noch mehr Geld in die Restauration gesteckt wird. Man kann den Zauber nur vor Ort erleben. Unglaublich beeindruckend.
Wie wir schon beim David in Florenz erfahren haben, sind dann Attraktion auch schnell überlaufen. Beim Kolosseum ist es nicht anders. Natürlich würden wir uns das auch gerne von Innen einmal ansehen. Das wird am Ende aber nichts. Die Schlange am Eingang führt einmal um das halbe Gebäude. Also einfach anstehen wird Stunden dauern. Hinzu kommt aber, dass man auch erst einmal für das Ticket noch anstehen muss. Nochmal eine Schlange. Auch hier hätte man vorher online Tickets für bestimmte Zeitslots reservieren können. Aber auch hier sind die nächsten freien Slots noch Tage entfernt. Bei diesem Besuch von Rom also kein Besuch im Colosseum. Mal eben spontan vorbeigehen ist nicht mehr.
Nach einer Runde um den Block geht es vorbei am Forum Romanum. Das ist in Rom der älteste erhaltene Marktplatz. Er war früher Mittelpunkt es des öffentlichen Lebens. Hier wurde verkauft. Hier wurden Bekanntmachungen getätigt. Politische Meinungsmache betrieben und diskutiert. Heute ist es immer noch eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten. Es ist alles voller Ruinen. Alles liegt voller Trümmer einstiger Bauten. Am Straßenrand stehen die Statuen der Römischen Kaiser. Ich möchte mir eine Toga umwerfen.
Weiter geht es vorbei am Nationaldenkmal Viktor Emanuels II. Oder der „Schreibmaschine“ wie man es hier wohl gerne nennt. Eines der wenigen Fakten an die ich mich noch aus meiner Schulfahrt hierher erinnern konnte. Das Nationaldenkmal zu Ehren Viktor Emanuels II., des ersten Königs des vereinigten Italien, wurde 1927 eingeweiht. Ist also deutlich jünger als die umgebenden Trümmer. Außerdem hat es auch etwas gedauert. Denn der Beschluss zu dem Bau ist aus dem Jahr 1878. Fast 50 Jahre. Klingt schon nach deutschen Amtszeiten. Gut. Da gabs noch eine Weltkrieg dazwischen.
Und gut sehen kann man das auch gerade ohnehin nicht. Denn hier ist viel verhüllt. Es wird gebaut und aufgehübscht. 2025 ist in Rom wieder ein Heiliges Jahr. Alle 25 Jahre gibt es ein heiliges Jahr oder auch Jubeljahr, in dem der Papst den Gläubigen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen einen vollkommenen Ablass ihrer zeitlichen Sündenstrafen gewährt in Rom. Das kirchliche Jubeljahr knüpfte indirekt an das biblische Erlassjahr an: einen alle 50 Jahre gebotenen Schuldenerlass und Besitzausgleich an Land für alle Israeliten. Die Idee für die katholische Kirche geht auf Papst Bonifaz VIII. im Jahr 1300 zurück. Erst noch mit schwankenden Wiederholungen. Seit 1470 findet es alle 25 Jahre statt.
Gleich nebenan steht die Trajanssäule. Die Trajanssäule ist eine Ehrensäule, die 112/113 n. Chr. für den römischen Kaiser Trajan auf dessen Forum in Rom errichtet wurde. Die monumentale Säule befindet sich noch heute an ihrer ursprünglichen Stelle und stellt weit sichtbar den eindrucksvollsten und bekanntesten Rest des Trajansforums dar.
Nächster Stop. Pantheon. Eine großes Steinhaus mit einem Loch in der Decke. Also in Kurz. Ein Pantheon war in der Antike ein geweihtes Heiligtum aller Götter. Die Kuppel des Pantheons ist der bemerkenswerteste Teil des Gebäudes. Mit einem Innendurchmesser von 43,44 m ist sie bis heute das Größte, das jemals aus unbewehrtem Beton gebaut wurde. Am Scheitelpunkt der Kuppel befindet sich eine kreisrunde Öffnung von neun Metern Durchmesser, das Opaion, das neben dem Eingangsportal die einzige Lichtquelle des Innenraums darstellt. Um das hierdurch eindringende Regenwasser abzuleiten, ist der Boden des Kuppelsaals leicht zum Zentrum hin geneigt.
Soweit die Theorie. Von Innen konnten bzw. wollten wir das Pantheon nicht ansehen. Auch hier wieder lange Schlange. Nicht sooo lang wie vor dem Kolosseum. Es wäre mit Geduld machbar gewesen. Aber dafür reichte die Motivation dann heute doch nicht mehr.
Auch die Piazza Navona, eine der charakteristischen Plätze des barocken Rom, ist viel verkleidet. Auch hier macht man sich noch schön für das Jubeljahr. Gerade die schönen Brunnen werden gerade überarbeitet.
Wir bewegen uns weiter in Richtung Nordwesten überqueren den Tiber. Es geht vorbei am Castel Sant’Angelo, der Engelsburg. Sie wurde ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian erbaut. Heute ist es ein Museum. Man kennt sie auch aus den Illuminati Filmen mit Tom Hanks.
Die nächste Station kann man von dort aus schon sehen. Die St. Peter’s Basilica. Den Petersdom des Vatikans. Eine der größten und bedeutensten Kirchen der Welt. 20.000 Menschen passen in den Dom. Und der ist nicht mehr Teil von Italien. Der liegt auf dem Gelände des unabhängigen Staates der Vatikanstadt. Der nach Fläche und Anzahl dauerhafter Bewohner kleinste unabhängige und anerkannte Staat der Welt. Und das einzige Land der Welt mit Latein als Amtssprache. Wir verlassen also kurzzeitig Italien.
Genau wie in SanMarino gibt es auch hier keine Grenzkontrollen. Das übernimmt Italien. Auf dieser Seite bilden ein paar Steinpoller mit einer Eisenkette die Staatsgrenze. Daran darf man einfach vorbei gehen und den Petersplatz besichtigen. Jetzt haben wir schon zwei der europäischen Zwergenstaaten innerhalb von 3 Tagen besucht.
Leider sind auch hier die Schlangen wieder ewig lang. Es geht einmal komplett über den Platz, wenn man das Innere des Doms und die Sixtinische Kappelle besichtigen will. Das ist etwas, dass ich schon sehr gerne nochmal machen würde. Schon von Außen ist der Petersdom beeindruckend. Und das auf dem nur kleinen Abschnitt des Petersplatzes. Es bleibt also ein weiterer Besuch Roms nicht aus.
Jetzt müssen wir aber auch langsam wieder zurück wenn wir unseren Shuttelbus erwischen wollen. Also umgedreht. Wir gehen in Richtung Roma Termini. Dem Hauptbahnhof. Von dort wollen wir wieder die Metro nehmen. Ein kleines Zwischenziel soll der Trevi Brunnen sein.
Durch die Straßen von Rom zu laufen ist toll. Eine tolle Altstadt. Irgendwie sind alle Gebäude schon. Alles ist spannend anzusehen. Es ist voll. Aber gleichzeitig ist alles entspannt.
Wir kommen auch vorbei an einer großer Wand mit Säulen. Später lerne ich, dass das Hadrianeum war. Die imposanten Reste eines Tempels an der Piazza di Pietra, der zu Ehren des vergöttlichten römischen Kaisers Hadrian im Jahre 145 von seinem Nachfolger Antoninus Pius geweiht wurde.
Kurz darauf folgt der Trevi Brunnen. Puh. Auch in der Off-Season gibt es hier und heute keine Herankommen an das Wasser. Alles ist voll mit Menschen. Auch zwischen den ganzen Handys und schlechten Selfie-Posen bleibt es ein wunderbar anzusehendes Stück barocker Baukunst.
Vorbei am Amtssitz des Italienischen Präsidenten. Dort werden wir noch von offensichtlichen US Amerikanern gefragt, ob das der „Palast des Papstes“ sei.
Und dann erreichen wir auch Roma Termini. Wir finden auch schnell die richtige Metro und sind dann nach fast 16 Kilometern durch die Stadt wieder auf dem Weg zu unserem Shuttlebus.
Wir erinnern uns, dass ich den heute Morgen noch für eine gute Option gehalten habe … Wir sind inzwischen extrem pünktlich unterwegs, was die Abfahrt des Busses angeht. Um 18 Uhr soll der Bus hier abfahren zurück zum Campingplatz. Um 17:58h kommen wir aus der U-Bahn Station raus. Um 17:59h rennen wir in Richtung Bus nachdem wir ihn gesehen haben. Um Punkt 18:00:00 Uhr gehen die Türen zu, während wir 20m vom Bus entfernt auf diesen zu rennen. Es ist eine Filmreife Szene. Nicht mein Lieblingsfilm.
Gut, dass die Metro-Tickets auch für den Bus gelten. Da suchen wir uns jetzt den nächsten. Und auch da haben wir Glück. Der fährt nämlich nur 10 Minuten später an dieser Station ab in die richtige Richtung. Damit landen wir dann auch nur 20 Minuten später als der Shuttle wieder vor der Tür unseres Campingplatzes. Shuttle ist schon eine feine Sache. Aber es tut auch nicht wirklich Not. Und die nächste Bus-Haltestelle ist dann auch nur 300m entfernt.
Über spannende Möglichkeiten lese ich dann leider erst Abends im Nachhinein. Im Vatikan gibt es einen Deutschen Garten. Als Deutscher braucht man nur die Schweizer Garde am Eingang auf Deutsch anzusprechen und den Ausweis zu zeigen. Dann kann man den besuchen. Das wäre noch ein schönes Detail gewesen.
Gelaufen sind wir aber auch so ganz gut. Knappe 17 Kilometer haben wir heute auf der Uhr. Das sind ein paar Schritte geworden.
Rom ist eine unglaublich tolle Stadt. Auch wenn ich mich wiederhole: Ein Muss! Als Schüler hab ich das nicht ausreichend zu schätzen gewusst. Also sparen sie es sich für später im Leben auf!
Natürlich hilft dem positiven Gesamteindruck, die positive Gesamtstimmung. Urlaub und gutes Wetter. nicht zu heiß, nicht zu kalt. Keine Hochsaison, also es könnten noch viel mehr Menschen in der Stadt sein. So war es das perfekte Rom Wetter.
Die Füße sind jetzt aber auch platt. Es gibt eine Pizza zum Mitnehmen vom Campingplatz Restaurant und dann nur noch Füße hochlegen. Gute Nacht.
cheers.
Sebastian