Auch Irland steht schon länger auf der Liste der Länder die ich unbedingt einmal besucht haben wollte. Ich dachte dabei immer an eine Rundtour um die Insel. Nun ergab es sich aber, dass ich beruflich zwei Tage nach Dublin musste. Also haben wir noch einen Tag drangehängt um zumindest einmal Dublin besichtigen zu können.

Dublin ist wie die meisten größeren europäischen Städte nicht sonderlich günstig. Unterkünfte kosten ähnlich viel wie deutsche oder englische Hotels. Essen ist ebenso wie in Großbritannien durchschnittlich teurer als in Deutschland. Untergekommen sind wir über AirBnb im Tempel Bar Distrikt. Tempel Bar ist nach der gleichnamigen Bar benannt. Der ganze Bereich ist das Ausgehviertel der Stadt. Touristen wie auch Einheimische machen hier am Abend die Straßen unsicher.

Dublin ist die Hauptstadt der Republik Irland und gleichzeitig die größte Stadt des Landes mit rund 530.000 Einwohnern. Der irische Name der Stadt ist „Baile Átha Cliath“. In der ganzen Stadt sind alle Schilder immer in doppelter Ausführung zu finden, jeweils in Englisch und Irisch. Beide Sprachen sind offizielle Amtssprachen des Landes.

Der Fluss Liffey teilt die Stadt in die Northside und Southside. Der Süden gilt allgemein als die bessere Gegend.

Die erste Station unser Roundtour durch die Stadt ist das Trinity College, die Universität der Stadt. Die Bibliothek ist u.a. die Heimat des Book of Kells, das als überragendes Beispiel der insularen Buchmalerei angesehen wird und im Jahr 2011 zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. Das genaue Alter ist strittig, wird aber auf das siebte Jahrhundert geschätzt. Auch wenn es unter der Woche ist müssen wir hier anstehen.

Wir gehen weiter. Nächster Halt an dem wir eher zufällig vorbei kommen: Die National Gallery of Ireland. Der Eintritt ist kostenlos und so beschließen wir einen kurzen Blick zumindest auf die alten ( und neue ) Meister zu werfen … Goya, Monet, Picasso, Rembrandt, Van Gogh und auch Vermeer wurden ausgestellt. Ich hatte mich schon gewundert, dass vor fast allen Räumen darauf hingewiesen wurde, dass fotografieren nicht erlaubt sei. Ausgerechnet for dem Raum zur klassischen Malerei fehlte der Hinweis. Aber ich wurde dann weniger Sekunden später von einem Aufseher persönlich darauf hingewiesen, dass das auch für diesen Raum gilt.

Das Dublin Castle steht in Mitten der Altstadt von Dublin. Es wird wohl auch heute noch teilweise für offizielle Anlässe genutzt. Wenn man es besichtigen will muss man allerdings zeitig dort sein. Man schließt nachmittags sehr früh. Daher musste ich mich mit einem Blick und Rundgang von außen begnügen. Eine komplette Tour im Inneren hätte ich an dem Tag vielleicht auch nicht mehr unter bekommen.

Das gleiche Problem mit den Öffnungszeiten hat auch die St. Patricks Cathedral. Sie ist die größere der beiden Kathedralen der Church of Ireland in der Dublin. Der Bischofsitz ist allerdings in der andere Kathedrale, der Christ Church. Die liegt nur ein kleines bisschen besser. Vielleicht deswegen. Ansonsten die St. Patricks Cathedral durchaus einen Blick wert. Erst recht weil man spätestens über das US Fernsehen Irland immer mit „St. Patrick“ verbindet. Der Bau und der umgebende Platz ist allerdings wirklich eindrucksvoll. Wie gesagt: rechtzeitiges Erscheinen sichert auch hier den Blick von Innen. „Nur fünf Minuten“ verstehen die dort genau so wenig wie Mutti damals beim zu Bett gehen.

In die Christ Church hätte ich heute gar nicht gekonnt. Scheinbar gab es am Abend eine größere Veranstaltung. Die Kirche war den ganzen Tag auf Bühnenarbeitern belagert. Es wurden draußen Zelte und Monitorwände aufgestellt und auch nach ins Innere wurde allerhand Ausrüstung verbracht. Aber auch hier macht die Außensicht neugierig auf das Innere.

Zu einem vollständigen Dublin Besuch würde auch ein Besuch der Jameson Distillery. Ursprünglich wurde Jameson tatsächlich in Dublin auf der Northside produziert. Heute stehen dort noch die Verwaltung und eben die alte Distillery, die besichtigt werden kann … wenn sie denn nicht gerade renoviert wird. Also kommt besser nächstes Jahr wieder. Jameson ist wahrscheinlich nach Kerrygold das zweitwichtigste Exportgut des Landes.

Wenn man zu Fuß ein wenig durch die kleineren Straßen auf der Northside geht merkt man wie sehr Irland und diese Bezirke Dublins unter den wirtschaftlichen Problemen 2009-2014 gelitten hat. Viele Straßen sind kaputt. Viele Häuser stark heruntergekommen. Man sieht hier drastisch die starken Unterschiede, denn gleichzeitig ist Dublin Sitz der ganzen IT Größen wir Google, Microsoft, Facebook und Co.

Alles in allem gibt es in Dublin nicht DIE Sehenswürdigkeiten die man gesehen haben muss. Die verschiedenen Stationen sind sehenswert. Man kann aber auch nicht sagen, dass man viel verpasst hat, wenn man es nicht gesehen haben sollte. Was man wirklich in Dublin gemacht haben sollte ist ein Abend im Temple Bar Viertel. Irische Pubs sind einfach was sie versprechen. Die Atmosphäre ist gelassen. Auf der Straße findet sich das Partyvolk aber auch Straßenkünstler. Streitereien oder Ausfälle gibt es auf der Straße nicht.

Mein ursprünglicher Plan, einen Rundtour einmal durch das Land, bleibt also bestehen. Wer noch nach Dublin kommen mag, der braucht nicht viel mehr Zeit als 1,5 Tage einzuplanen.

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