Hallo und Humppa nach Norddeutschland,

Endlich darf ich mal wieder raus. Dieses mal zur JavaScript Conference Europa ( jsconf.eu ) nach Berlin. Die Tickets ware relativ schnell ausverkauft – es sollte auch bewusst klein gehalten werden. Insgesamt wurde knapp 200 JS-Fans Eintritt gewährt. Man merkte auch recht schnell, dass es sich wirklich um eine europäische Konferenz handelte. Deutsche Sprache war eher die Außnahme.

Die Keynote von Dion Almaer, Ben Galbraith ( ajaxian.com ) zusammengefasst: „Das Web ist gut und ganz wichtig in der Zukunft. Die JavaScript Performance wird besser. Ende“ – war also recht übersichtlich.

Als Freund von dojo habe ich mich natürlich auf Peter Higgins ( @phiggins ) gefreut. Es gab nichts großes Neues. Mehr ein „Good Parts“ Version von Peter Higgins. Dazu gehörten für ihn auch die Etablierung von serverseitiges JavaScript mit node.js und CommonJS, sowie require.js.

Jenn Lukas Vortrag „JavaScript + Web Standards II: The Quickening“ war im Wesentlich ein Vortrag zu Webstandards. „Halte dich an Standards. Achte darauf das deine Seite auch ohne JavaScript funktioniert. Denke an ScreenReader uns SEO.“ Immer mal wieder gut sich auf den Boden der Tatsachen zurückholen zu lassen. Genauso wie man auch Test für seine Anwendung schreiben sollte ….

Tim Caswell hat in seinen „Techniques and Tools for Taming Tangled Twisted Trains of Thought“ node.js vorgestellt und dessen non-blocking Architektur.

Ein wenig off topic war der Vortrag von Nicole Sullivan. Ihr Job ist die Optimierung von CSS in großen Projekten. Sie hat z.B. das CSS von Facebook optimiert. „Benutze ‚grep‘ um doppelte Definitionen von Tags zu finden. Erstelle ein einheitliches Gridlayout um Seitendefinitionen nicht unnötig zu wiederholen.“ -> „It’s all about pattern matching.“ Sehr schön zu sehen, dass man es eigentlich schon ganz richtig macht, und sich nur häufiger mal dazu zwingen müsste aufzuräumen.

Sehr spannend und unbedingt einen Blick wert ist die Cloud9 IDE die Fabian Jakobs vorgestellt hat. Dabei handelt es sich um einen webbasierten Editor mit allem was dazugehört. Sieht gut aus und scheint flüssig zu laufen. Und das alles auch noch erweiterbar und weitestgehend opensource -> http://github.com/ajaxorg/cloud9. Give it a try !

Spannend und politisch wurde es als Microsofts Product Manager Pete LePage den neuen IE9 vorstellt. Microsoft scheint sich tatsächlich an Standards halten zu wollen und steuert dafür eine große Zahl von Testfällen bei. Auch die JavaScript Engine wurde maßgeblich verbessert. Außerdem wird der IE9 die Grafikkarte zum Rendern verwenden werden können. Man wird also wirklich gespannt sein können. Und dann darf man sich wieder über den IE ärgern, wenn man die ganzen Anpassungen für den IE wieder umbauen muss weil sie aufmal funktionieren wie in anderen Browsern.

Den Abschluss für den ersten Tag bildete Brandon Eich, einer der Schöpfer von JavaScript und immer noch tätig im ECMA Ausschuss für die Weiterentwicklung von JavaScript, Er stellt die Pläne und aktuellen Drafts zu ECMA5 vor. Dort ging es vor allem um Proxy Objecte innerhalb der JavaScript Implementationen. Die Proxy Objekte stellen eine API zu einer Meta-Ebene bereit. Dies soll z.B. die Implementationen von Getter und Setter Methode vereinfachen. Dann wird es sicher noch viel mehr Anwendungsfällen geben wenn man das alles richtig verstanden hätte. Diese Proxy- Handling ist bereits im aktuellen Firefox 4 umgesetzt. Für WebKit steht ebenfalls eine Implementation bereit.

Bevor es mit Bussen zur Party ging wurden noch die Gewinner des zuvor ausgelobten 1kB JS Wettbewerbs gekrönt. Ziel war es etwas möglichst Eindrucksvolles in maximal 1024 Zeichen JavaScript Code zu pressen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Wie der erste Platz beweist bekommt man ein komplettes Jump + Run Spiel in 1024 Zeichen unter. Nur auf dem zweiten Platz: Ein komplettes Schachspiel inklusive Computergegner ( der sich zudem noch nicht schlagen lässt ). Man sollte sich die Liste der Gewinner unbedingt mal ansehen

Tag 2

Den Opener am zweiten Tag machte der JavaScript Guru Douglas Crockford der mit einem einfachen Slide die anwesenden Massen begeistern konnte “ IE6 must die! „. Es ging weiter um Schleifen innerhalb von JS und natürlich auch dort um serverseitiges JavaScript. Auch als Presenter sehr zu empfehlen.

Jens Arps stellte in „The hitchhiker’s guide to client side persistent data storage.“ die verschieden aktuellen Methoden vor Daten auf dem Client dauerthaft und ggf. in größerer Menge zu speichern. Leider kommt er zum Schluss, dass man immer noch nicht über die Verknüpfung mehrer Lösungen herumkommt, da auch hier die Browserwelt zu differenziert ist und SQLite noch nicht ausreichend verbreitet und auch in der Implementation zu unterschiedlich ist.

Ryan Dahl ist der Schöpfer von node.js. In „Techniques for a single stack world“ stellt er die aus seiner Sicht 10 größten TODOs für node.js vor. So fehlt z.B. im Moment noch ein richtiger SSL support und eine ausreichende Performance Test Suite.

Bei Jed Schmidt ging es um sein (fab) framework, das für einen nicht blockierenden Code sorgt, und dabei einen möglichst reibungslosen Callback- Mechnismus implementiert. Die Schreibweise des Codes ist dabei zwar bei wenigen Zeilen schnell getan und das Ergebnis vermutlich auch schnell funktionsfähig, doch bevor dafür nicht jemand einen vernünftigen Editor / Syntaxhighlighting gebaut hat, scheint es zu schnell zu unübersichtlich zu werden.

Ebenfalls etwas fürs Auge: „Robotic JavaScript“. Jörn Zaefferer & Nikolai Onken gingen der Frage nach was man mit JavaScript alles anstellen kann, wenn man den Browser erst einmal verlassen hat. In Verbindung mit node.js auf dem Server lassen sich so nicht nur Verbindung mit dem Wii- Controller herstellen, sondern auch Hardware ansteuern, wie z.B. Discokugeln -ferngesteuert mit dem iPhone.

Mark Wubben, den man sonst als Schöpfer von siFr kennt, beschäftigte sich mit der Erstellung von Browser-Extensions. Leider musste ich die Bahn rechtzeitig erwischen, sonst gäbe es vielleicht mehr zu berichten.

JSONF EU – Gerne wieder.

cheers,
Sebastian

2 thoughts on “ JSCONF 2010, Berlin ”

  1. Hi,

    danke für das Post!
    Warum schließt du denn daraus, dass wenig deutsch gesprochen wurde, dass es keine „europäische“ Konferenz war? Europa ist ja wesentlich größer als Deutschland und nicht überall wird Deutsch gesprochen. Als höfliche JavaScriptler einigen wir uns da natürlich auf die Sprache unserer Computer-Bücher, damit alle mitreden können. Alles andere wäre ja ziemlicher Schwachsinn. Die deutsche JS Szene ist im letzten Jahr total aufgewacht. Während 2009 kaum Deutsche und vor Allem kaum deutsche Sprecher da waren, ging dieses Jahr beides in Richtung 50%.

    Cheers
    Malte

    1. Hi Malte,

      da hast du mich leider falsch verstanden. Ich meinte, dass man gemerkt hat, dass es eine europäische Konferenz war, gerade weil so wenig deutsch, sondern eben mehr englisch gesprochen wurde, und das mir das eben sehr sehr positiv aufgefallen war. Also nur weiter so.

      cheers,
      Sebastian

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