Hallo und humppa nach Norddeutschland.

Dieses mal trägt die ehemalige Flash Forum Konferenz (FFK) das erste mal den Namen BeyondTellerrand Play (#btplay). Das soll natürlich keinesfalls die Abkehr von Adobes Flash Technologie bedeuten, aber die Konferenz beheimatet schon seit je her weit mehr als nur Flash. Dem sollte nun auch in einem anderem Namen Rechnung getragen werden.

„Create Or Die“ – Boris Jabes, Microsoft

Kaum steckt „Flash“ nicht mehr im Namen der Konferenz, schon bekommt Microsoft die Keynote. Da ist man natürlich erstmal vorsichtig gespannt was der gute Mann einem erzählen wird. Der Versuch das Publikum Technologieunabhängig zu begeistern und die Kreativität in den Vordergrund zu stellen war für eine Keynote schön gedacht. Als Visual Studio angepriesen wurde und C++ als die Geräteunabhängige Sprache der Zukunft verkauft werden sollte verlor das irgendwie an Wert. Naja, bei Adobe gabs in den Jahren zuvor nunmal auch die altbekannten Flashplattform Slides zu sehen.

ASFEAT – ActionScript Computer Vision“ – Eugene Zatepyakin

Eugene wollte ich eigentlich schon letztes Jahr in Brighton gesehen haben. Allerdings war der Saal restlos überfüllt und es gab nicht mal mehr Stehplätze. Bekannt wurde er durch die ASFEAT / IN2AIR Library bekannt. Wesentlicher Bestandteil dieser Lib sind Tools zur Bilderkennung und Verfolgung. Damit lassen sich spannende Sachen u.a. im Bereich Augmented Reality machen.

Vorgestellt hatte er außerdem auch noch eine Flash Lib mit der sich innerhalb von Flash WebCams besser nutzen lassen sollen. Dies ersetzt die native WebCam Anbindung und unterstützt dabei z.B. HD Video bei 60fps. Leider habe ich noch nichts online gesehen.

Generative Cognition and Data“ – Wes Grubbs

Wes Grubbs von der US Agentur Pitch Interactive stellte einige Projekte der Agentur vor, die sich auf Datenvisualisierung spezialisiert hat. Kunden sind dabei vor allem Verlage für Print und Onlinepublikationen. Technisch werden hier Flash, JavaScript oder Processing eingesetzt. Ein Streifzug durch die Firmenseite mit den verschiedenen Projekten ist dringend zu empfehlen. Spannend und sieht gut aus.

Childlike Curiosity“ – Nico Zimmermann

Nico, vormals bei den Powerflashern, ist nun mit Freunden in der Drei-Mann-Web-Schmiede britzpetermann in Bonn am Werk. Vorgestellt hat er ein paar Projekte die u.a. in der Selbstverordneten Experimentierzeit entstanden sind.

Z.B. drei Schaufensterinstallationen basierend auf Microsofts Kinect, node.js und Arduino ( zum analogen betätigen der Off-Taste auf der Beamer-Fernbedienung ) mittels Rückprojektion auf semitransparente Folie im Büroschaufenster:

Playing With Chaos“ – Keith Peters

Keith Peters entführt das Publikum in die faszinierende Welt der Fraktale. Ich muss schon sagen, dass sich mit wenigen mathematischen Regeln sehr interessant aussehende Gebilde zaubern lassen. Ich werde mir das Thema auf jeden Fall nochmal ansehen. Die Folien und Beispielimplementierungen finden sich auf dem Blog von Keith: http://www.bit-101.com/chaos/.

New font technologies for new media“ – Tim Ahrens, Typekit

Typekit ist einer der größten Anbieter für Webfonts. Letztes Jahr wurde Typekit von Adobe übernommen. Tim bringt ein wenig Licht ins Dunkle um das Thema Webfonts. Was ist der Unterschied zwischen WOFF oder EOF. Wie wird aus einer Schrift ein Webfont und was ist bei guten Webfonts zu beachten. Sehr gut das mal gehört zu haben. Sehr interessant.

You gotta do what you gotta do“ – Marcin Wichary, Google

Marcin ist seines Zeichens eigentlich User Experience Designer im Google Chrome Team. Ab und zu darf er da aber mal raus um dann u.a. die Google Doodles zu programmieren. Sicherlich kennt jeder von uns eines der bekannten interaktiven Google Doodles:

PacMan Spiel:
http://www.google.com/doodles/30th-anniversary-of-pac-man

Stanislaw Lems Animation/Game:
http://www.google.com/doodles/60th-anniversary-of-stanislaw-lems-first-publication

Martha Graham Animation:
http://www.google.com/doodles/martha-grahams-117th-birthday

Bei Google arbeiten 6 Designer ausschließlich für die Erstellung der Google Doodles. Hinzu kommen ab und zu noch weitere Kräfte wie z.B.
Marcin die Specials umsetzen. Für PacMan wurden z.B. 5.000 Zeilen Code geschrieben. Für das Special zu dem polnischen Schriftsteller Stanislaw Lems waren es sogar 17.000.

Beyond Play !“ – Joshua Davis

Den letzten Talk des Tages vor der Party hielt Joshua Davis. Joshua ist einfach ein Presenter-Typ. Eigentlich völlig egal was er auf der Bühne erzählt, es ist auf jeden Fall interessant und äußerst unterhaltsam. Der Vortrag war eine wunderbare Mischung aus Teilen des Vortrags den er in Brighton gegeben hatte und vieles neue zum Thema „Play!“.

— Partytime —
Ende Tag 1, jetzt gehts zum gemütlichen Teil
— /Partytime —

Illogical(higly)“ – Frank Reitberger

Ein Titel unter dem man sich erstmal nichts vorstellen kann. Aber das gehört natürlich auch zum guten Ton um neugierig zu machen. Auch dieses Mal gab es bei Frank wieder Demoszene written in Flash zu sehen. Man kann da gar nicht viel zu sagen, sowas muss man eben sehen.

I Like“ – Saban Ünlü

… mein in diesem Fall wirklich den Like-Button von Facebook. Wer noch nie etwas mit Facebook Apps zu tun hatte ( aber, wer will das auch schon, das ändert sich ja eh alle 5 min ) der hat in diesem Vortrag den allumfassenden Einstieg bekommen. Die Slides zum Talk gibt es hier: http://nettrek.de/html/de/workshops/talk-i-like-btplay

Exploring the Infinite!“ – Tom Beddard

Nachdem es von Keith Peters ja bereits einen Vortrag zu Fraktalen samt mathematischer Grundlagen gab, legte Tom Beddard hier noch einen oben drauf. Fraktale gibt es hier nicht nur in 2D und schwarz/weiß, sondern er stellte Teile seines aktuellen Projekts „Fractal Lab“ vor. Die beta-Phase ist gerade abgeschlossen, wir warten gespannt auf das erste Release.

Gerendert werden dann nämlich 3D-Fraktale in bunt und zur Laufzeit mit WebGL. Hier schon mal ein Video-Vorgeschmack ( wobei die gezeigte Version schon deutlich schneller und qualitativ um einiges besser war als die Verion im Video ):

You want to do WHAT with JavaScript?!“ – Sebastian Golasch

Hier gabs einmal einen kleinen Überblick was man mit JavaScript außerhalb des Browsers noch so anstellen kann. Also im wesentlichen natürlich, was kann ich noch so mit node.js ansteuern ( Wii, Mobile, Kinect ).

HTML5: Life in the Trenches“ – Grant Skinner

Schon vor Jahren hat man die Libs von Grant Skinner innerhalb von Flash benutzt um dies oder das endlich vernünftig handhaben zu können. Vielleicht wird das ja wieder so. Dieses mal hat Grant seine JavaScript Library „Create JS“ vorgestellt. Eigentlich handelt es sich dabei um eine Suite aus EaselJS, im Grunde Displaylisten für Canvas, TweenJS zur Animation, SoundJS – ratet wofür – und PreloadJS zum laden von sämtlichen Assets und Libs.

Pixels for the People“ – Seb Lee-Delisle

Den Abschluss durfte Seb machen. Auch hier ging es ähnlich zu wie in Brighton. Im Rahmen seiner Vorliebe für großflächige Installationen erkennt er in einem Videostream verschieden Mobiltelefone. Die Telefone die die Webbrowser auf den Server zugreifen kommunizieren mittelns node.js mit dem Applikationsserver. Dieser lässt jedes Telefon seine eigene Id mittels BLinkmuster auf dem Display ausgeben. Die Kamera filter diese Blinkmuster und erkennt somit im Bild welches Mobilphone wo im Bildausschnitt zu sehen ist. Hat man das erstmal geschafft lassen sich tolle Sachen mit dem Publikum machen. Geplant ist es eine digitale La Ola-Welle in einem Stadium während eines Musikkonzerts hinzubekommen. Bis dahin gilt es allerdings noch die Qualität zu verbessern. Witze ist es allemale.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr !

cheers.
Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.