Für die Freiwillige Feuerwehr haben wir uns ein Navigationsgerät angeschafft und dies wollte ich nun schon seit langer langer Zeit mit den Geokoordinaten der Hydranten bestücken, damit man im Einsatzfall auch die selten verwendeten Hydranten schnell findet. Künftig sollen hier auch die Koordinaten der Hydranten aus den Nachbargemeinen eingespielt werden. Wird diese bei einem Einsatz unterstützt kann man bereits auf solche Daten zurückgreifen.

Für die GoPal-Geräte bieten sich im Grunde drei Ansatzpunkte für das einspielen eigener Daten:

  1. Originäre Kartedaten/POIs im .PSF-Format
  2. Routen/ Tracks
  3. Eigenständige Programme


Das vorliegende Geräte ist ein Medion E4430 auf Windows CE Basis mit einem ARM Prozessor. Die GoPal Navigationssoftware (AE 4.7) greift auf NavTeq ( < -> Map24 ) Kartenmaterial zurück. Ausgeliefert werden z.B. schon erweiterte Points-of-Interest im .PSF-Format. Wie sollte es anders sein: Eine Liste mit ALDI-Märkten.

1. Originäre Kartedaten/POIs im .PSF-Format
Leider habe ich keine aktuelle Software oder igendeine art Script gefunden ( und noch herunterladtbar wäre ), dass aus irgendeinem Rohmaterial das binäre .PSF-Format generiert, noch eine nachbaubare Beschreibung des Formates. Damit konnte ich diese Variante leider nicht weiterverfolgen.

2. Routen/ Tracks
Innerhalb der GoPal Software ist es möglich gefahre Routen zu speichern ( „Menü“ -> „Route bearbeiten“ -> „laden/speichern“). Wie der Navigationspunkt verrät können gespeicherte Routen auch wieder geladen werden. GoPal speichert die Routen in einem XML-Format ab. Es ist also nicht schwirig eine entsprechende Beispieldatei vom Navi zu laden und die eigenen Daten nach dem gleichen Muster anzulegen. Danach reicht es die eigene XML-Datei auf das Gerät zu laden. Die Route kann ausgewählt werden und die einzelnen Marker erscheinen als kleine Fähnchen in der Karte.

Ungünstig nur, dass das Navi nun mal eine Route erstellen will, also aus den einzelnen Einträgen eine zusammenhängende Strecke errechnet ( was im Beispiel der Hydranten keine sinnhafte Strecke ergibt und auch eine gewisse Berechnungszeit in Anspruch nimmt ). Anschließend nervt das Navi natürlich mit Fahrtanweisungen entlang der „Route“ ( Lautlose Stimme hilft in diesem Fall weiter ). Der Vorteil ist nun aber, dass jeder meiner Hydranten als kleine Fahne direkt in der Karte zu sehen ist. Leider keine weiteren Angaben, wie z.B. dessen Größe.

Eine solche Route oder Tour XML besteht aus dem tour-Rootelement, einem options-Element, der verschiedene Reiseparameter definiert, sowie einer Menge an dest-Elementen, die die einzelnen Ziele oder Positionen darstellen:

< ?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1" standalone="yes"?>
<tour>
<options VehicleSpeedNonMotorway="27" VehicleSpeedMotorway="33" VehicleSpeedInPedestrianArea="2" Type="3" Tunnels="1" TollRoad="1" TTIMode="0" PedestrianSpeed="1" MotorWays="0" Mode="2" Ferries="1" CyclistSpeed="4"/>
<dest Longitude="1016948" Latitude="7152347" Country="0" City="H100"/>
<dest Longitude="1016823" Latitude="7152340" Country="0" City="H100"/>
</tour>

Die Länge und Breite wird hier nicht wie sonst üblich mit Fließkommawerten angegeben. Ein tolles Tool mit dem man diese Routen-XML ganz schnell aus den verschiedensten Quellformaten erstellen kann ( und genauso in alle anderen Formate wandelt ) ist der RouteConverter (nur Win) von Christian Pesch.
Wenn man diese simple XML-Datei erstmal erstellt hat braucht man sie nur noch auf das Navi zu kopieren. Dies geht über ActiveSync (Win). Dies findet sich u.a. auf der beigelegten Software CD. Ist ActiveSync auf dem eigenen PC installiert und das Navi über ein USB-Kabel am PC angeschlossen taucht unter Arbeitsplatz ein weiteres Gerät ( Mobiles Gerät ) auf, durch dessen Ordnerstruktur ich dann mittel Explorer navigieren kann.
Die fertige Route XML muss dann unter \My Flash Disk\settings\0\Navigation\tour eingefügt werden. Anschließend taucht ein Eintrag mit dem Dateinamen unter dem Routenmenü ( „Menü“ -> „Route bearbeiten“ -> „laden/speichern“) auf, der geladen werden kann.

3. Eigenständige Programme
Da der das Navigationsgerät auf Windows basiert kann man natürlich auch noch andere Programme hinzuinstallieren. Dies wäre z.B. der POI-Observer. Man gibt diesem Programm eine Liste mit Geokoordinaten mit. Nähert man sich nun während der Fahrt einem solchen Punkt wird ein Soundfile abgespielt und eine Grafik eingeblendet um auf diesen besondern Punkt hinzuweisen ( gerne genommen für Blitzer ). Der POI-Observer wird erstellt und gepflegt von der Forengemeinschaft NaviFriends. Das einzige was man dagegen sagen kann, ist das sich ein Forum nicht recht gut eignet wenn man sich dem Thema das erste Mal nähert ( die wichtigsten Links folgen ).

Zuerstmal muss der POI-Oberserver auf dem Navi installiert werden. Dazu gibt es inzwischen einen einfachen Installer. Dieser muss einfach bei angeschlossenem Navi auf dem eigenen PC gestartet werden. Hinweis: Im Installationsverlauf kann man zwar auswählen wo die Dateien installiert werden sollen ( auf dem Flashspeicher des Navi oder auf einer weiteren SD-Karte ), aber der Installer bricht bei Nichtvorhandensein einer SD-Karte leider schon vorher ab, Also bitte schnell mal eine Karte einlegen.

Beim Installieren wie immer Ja und Amen und der POI-Observer ist schon installiert. Wenn man das Navi jetzt einmal durchstartet ( auf den On/Off-Knopf oben auf dem Gerät und anschließend das Reload-Symbol auf dem Bildschirm betätigen ), startet der POI-Observer im Hintergrund mit. Wenn der Observer läuft ist dies zu erkennen an einem kleinen roten bzw. grünen Quadrat in der untereren linken Ecke.

Nun geht es darum seine eigenen Koordinaten dem POI-Oberserver bereitzustellen. Das macht man mit der observer.obs-Datei. Diese liegt im Installationsverzeichnis auf dem Navi ( \Storage Card\poiobserver ). Diese Datei enthält das Mapping zwischen den Geokoordinaten, dem abzuspielenden Sound und dem Bild sowie der Auslösebedingung für Sound und Bild ( z.B. 100m vor Erreichen des Punktes ).

Um die Observer-Datei zu erstellen wird eine .asc-Datei in das binäre Format gewandelt. Die .asc-Datei hält kommasepariert Länge, Breite und eine Ortsbeschreibung und ist daher ebenfalls einfach zu erstellen:

;Hydrantenplan 02.01.2010 14:01:10 Sebastian Martens
9.1460,53.9480,"100|Eddelak- Wilhelm-Johnsen-Str. 8"
9.1445,53.9482,"100|Eddelak- Hugo-Gehrts-Str. 5"
9.1448,53.9488,"100|Eddelak- Wilhelm-Johnsen-Str."

Achtung: Beim Erstellen der Datei sollte darauf geachtet werden, dass die Beschreibung in doppelten Anführungszeichen steht und auch in der Beschreibung kein Komma (oder evtl. anderes verwendetes Trennzeichen) vorkommt.

Will man verschiedenartige Ereignisse in einer Oberserver-Datei verwenden, z.B. die verschiedenen Größen von Hydranten, dann muss pro Ereignisart eine eigene .asc-Datei erstellt werden. Anschließend können mehrere asc-Dateien mit unterschiedlichen Einstellungen zu einer Observer-Datei kombiniert werden.

Das Erstellen der Observer-Datei aus den einzelnen asc-Dateien übernimmt das Programm POIConfigurator+.exe. Dieses bekommt man als Teil des sog. Newbie-Pakets. Das Ganze einmal auf der eigenen Platte entpacken und unter PC-Programme nachschauen. In dem Ordner Manuals finden sich auch ein paar nützliche weitere Hinweise.

Hat man sich selber noch keine Navigationsdatei erstellt, die die Verwaltung mehrer asc-Datei und deren Einstellungen übernimmt, reicht ein Klick auf Hinzufügen. Dies erstellt einen neuen Eintrag für eine asc-Datei die in die neue Observer-Datei integriert werden soll. Auf der rechten Seite lassen sich dann verschiedene Einstellungen vornehmen. Die wichtigsten sind das Auswählen einer asc-Datei. Das Auswählen einer Bitmap-Datei ( dem Symbol das angezeigt werden soll ): hier am besten eine 8-bit Bitmap verwendet. Der Wert IV Dist, also der Auslöseeigenschaft, z.B. angegeben in Sekunden vor Erreichen des Punktes oder in Meter vor Erreichen des Punktes. Und schließlich die Wahl eines Sounds der Abgespielt werden soll. Achtung: Bei Verwendung von Sound und Bild müssen diese den gleichen Dateinamen ( nicht die gleiche Dateiendung ) haben, ansonsten überschreibt der Name der Sounddatei den Namen der Bilddatei und es wird immer versucht das falsche Bild zu laden ( bis mir das aufgefallen war …. ). Wenn alles fertig ist ein Klick auf Konvertieren und die aktuelle Observer-Datei befindet sich im POI-Verzeichnis. Dann nur noch auf das Gerät kopieren, durchstarten und testen. Nicht vergessen auch die Bilder und Sound in die entsprechenden Verzeichnisse aufs Navi zu kopieren.

Auf dem Navi befinden sich noch drei .ini-Dateien zum Konfigurieren des Observers. Eine nützliche Einstellung ist in der ObsGlobals.ini der Wert AnnounceOpenTime der die Zeit enthält wie lange ein Warnsymbol angezeigt wird.

Alles Weiter gibts in der Foren von http://www.navifriends.com/ und http://www.gopalworld.de/. Eine Anmeldung ist nötig um die meisten der oben verlinkten Dateien herunterzuladen.

cheers,
Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.