Europa Tour 2011 – "Einmal um die Ostsee"

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung.

Seien Sie auch in diesem Jahr live dabei! Dieses mal: Einmal um die Ostsee. Deutschland – Polen – Lithauen – Letland – Estland – Finland – Norwegen – Schweden – Dänemark – Deutschland. Drücken Sie uns die Daumen. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie weiter unten:

Einen Zugang zum Internet vorausgesetzt und das die Stromversorgung am Bike standgehalten und das Mobiltelefon alias GPS Tracker am Laufen gehalten hat, sollte auf der folgenden Karte eine halbwegs aktuelle und genau Strecke eingezeichnet sein:


Hier passiert die Berichterstattung

13. Juli 2011 – Boys are back in town

Standort: Eddelak, Dithmarschen, Deutschland
Tages KM: 719km
Gesamtkilometer: 7336km

Es ist vollbracht. Wir sind wieder sicher und in einem Stück in Deutschland angekommen. Eine ganze Woche früher als erwartet, aber eigentlich haben wir nich das Gefühl irgend etwas verpasst zu haben. Der letzte Tag war dann auch nur noch runterbrettern von Schweden. Das Wetter war eh nur Mist. Seit der zweiten Stunde in Schweden eigentlich nur noch Sturm und Regen bis an die deutsche Grenze, dann nur noch starker Wind.

Auch dieses Mal hat es leider nicht funktioniert die Maut-Kontrolleur mit dem falschen Geld abzuspeisen. Der dänische Mann hat es gemerkt, dass es schwedische Kronen waren, die ich ihm versucht habe anzudrehen. Man kommt mit den ganzen verschiedenen Münzen aber auch schnell durcheinander.

Wenn man dann wieder über die Kreisgrenze nach Dithmarschen fährt ist das schon ein großes Stück Heimat :)

In der Slideshow sind nun ein paar ausgewählte Bilder in beliebiger Reihenfolge enthalten ( Die Slideshow kann man auch auf Vollbild stellen ). Noch mehr Bilder gibt es dann noch auf der passenden Bildergalerieseite: Europa Tour 2011.

cheers und bis zum nächsten Jahr ( USA 2012 – Westküste – Fuck Yeah )
Sebastian

12. Juli 2011 – 19:34h; Elch gesichtet

Standort: Värnamo, Schweden
Tages KM: 979km
Gesamtkilometer: 6617km

Hallo und Humppa nach Deutschland,

der letzte Stopp auf dieser Reise ist erreicht. Landschaftlich sieht es schon so aus als könne es Deutschland sein, natürlich noch nicht zu vergleichen mit den Flachlandebenen Dithmarschens, aber auf jeden Fall schon mal wieder wie Zivilisation. Inzwischen haben die hier sogar wieder Mc Donalds. Der Süden des Landes ist eindeutig viel stärker belebt.

Die kleinen Städte und die Landschaft von Schweden ist immer noch toll, aber ich bleibe final dabei: Norwegen ist das tollste Land der Reise. Vor allem weil man heute schon sehr gemerkt hat, dass Schweden uns loswerden will. Den halben Tag hat es geregnet, was kein angenehmes Fahren ist, und es gab sogar Hagel, was noch weniger Spaß macht. Damit haben wir dann auch so ziemlich das komplette Wetter einmal auf der Tour durch ( ein wenig Schnee lag schließlich auf dem Nordkap noch rum – das zählt ).

Ein klassisch schwedisches Hobby scheint das Restaurieren von alten Autos zu sein. Ich habe noch nie so viele gut erhaltene Oldtimer fahren, und auch häufig parkend gesehen wie hier.

Mein Highlight des Tages war aber natürlich die Sichtung meines ersten freilebenden Elches – Elchin, um genau zu sein. Leider habe ich die gute Dame nur von der Autobahn aus gesehen, neben der sie am Grasen war. Deswegen war auch leider kein Foto mehr drin. Aber ich habe wenigstens einen Elch gesehen – Fuck Yeah.

Auf der Suche nach einem Campingplatz waren wir zuerst einer anderen Beschildung gefolgt. Nachdem links und rechts der Straße Hinweisschilder mit sowas wie “Militärisches Sperrgebiet” standen, obwohl die Infotafel an dieser Stelle noch einen Campingplatz auswies, fanden wir etwas später noch eine Art Herrberge. Was genau das sein sollte konnten wir nicht entziffern aufgrund mangelnder Schedischkenntnisse. Während Lars auf dem Weg zu der Rezeption war, habe ich Sven kennengelernt. Sven sagte mir, dass die Rezeption leider schon um 6 zu macht und sonst habe er auch noch keinen auf dem Gelände gefunden. Aber bei dem Gebäude dort sei die Tür offen gewesen und die Räume wären alle leer. Man müsse eben nur sein eigenes Bettzeug mitbringen. Während wir den nächsten Platz suchten, wuchtete Sven gerade sein Bettzeug zu seiner Frau in das Haus durch das offene Fenster …

cheers.
Sebastian

11. Juli 2011 – Bäume, Bäume, Bäume

Standort: Lit, Schweden
Tages KM: 651km
Gesamtkilometer: 5636km

Hallo und Humppa nach Deutschland,

Norwegen liegt in meinem persönlichen Ranking immer noch vorne. Auf der Karte ist schwer zu erkennen wir gut eine Straße ausgebaut ist. Autobahnen oder Hauptverkehrsstraße die in Deutschland mindestens vierspurig wären können hier völlig vereinsamte ( aber zumindest nicht kaputte ) Straßen sein. Deswegen muss man die Straße einfach mal antesten und ggf. eine andere Straße nehmen. Deswegen ist unser Kurs in Schweden noch ein wenig Zick-Zack förmig. Dafür haben wir aber auch schon viele Bereiche gesehen. Vom kleinen schwedischen Dorf mit den bekannten roten Häusern bei denen am Ortseingang eigentlich nur das Ortsschild “Bullerbü” fehlte, über mittelgroße Städte ( obwohl das auch erst zum Süden hin zunimmt, im Norden will keiner wohnen ), bis hin zu Wald der den halben Tag gar nicht mehr aufhören will.

Also von Wald ist langsam wirklich genug. Leider haben wir immer noch keinen Elch gesehen. So langsam gebe ich die Hoffnung auf. Heute haben wir aber auch keine Rentiere mehr gesehen, das wird jetzt wohl auch vorbei sein.

Schweden ist aber immer noch schön anzusehen. Die kleinen süßen Städchen oder meist mehr Dörfer mit den tollen Häusern. Und zwischendurch immer mal wieder ein Fluss oder See – und was sehr sympathisch macht, kaum noch Mücken !

So langsam meldet sich der Allerwerteste wieder zu Wort. Während man nach drei Tagen gut eingefahren war, ist man jetzt fast wieder froh vom Bock runter zu sein. Durchschnittlich starten wir morgens um 09 – 09.30h und fahren bis 19.00-20.30h. Dazwischen wird eigentlich nur zum Tanken oder für Fotos gestoppt, also max. 15min.

Die Nacht verbringen wir heute in Lit in einem kleinen Häuschen auf dem Campingplatz.

Vor uns haben wir noch gut 1.800km. Wenn wir morgen gut durchkommen, dann könnten wir bereits übermorgen wieder zu Hause sein ( für die letzten 200km von der dänischen Grenze macht man keinen Stopp mehr ).

Heute habe ich wieder gekocht. Es gab Pizza. Warum bezahlt hier selbst die Mofa-Gang von 14 Jahren mit Kreditkarte die Pizza? Aber als deutscher Motorradfahrer scheint man doch noch respektvoll auszusehen. Selbst der mutmaßliche Dorfalkoholiker, der mit einem halbvollen Bierglas und zwei weiteren Flaschen im Laden auf und ab lief, traute sich nicht mich anzusprechen. Sprachbarriere können es in dem Zustand eigentlich nicht mehr sein. Stattdessen wurde erste die Mofa-Gang, später andere Gäste belästigt ( mit Kreditkarte bezahlen durfte der nette Mann übrigens nicht mehr ).

Lars geht jetzt noch ein wenig Spazieren ( man wird alt ).

Bilder sind schon ca. 3000 gemacht, die werden ( in Auszügen ) nach der Rückkehr dann an dieser Stelle veröffentlicht.

cheers.
Sebastian

10. Juli 2011 – Es kann wieder dunkel werden

Standort: Nordschweden, Ostseeseite
Tages KM: 734km
Gesamtkilometer: 4985km

Hallo und Humppa nach Deutschland,

Norwegen bleibt immer noch das tollste Land. Auch die letzten Kilometer die wir heute morgen noch duch Norwegen gefahren sind waren wunderbar. Bevor wir auf schwedischem Grund und Boden ankamen, fuhren wir noch ein wenig durchs Landesinnere von Norwegen. Die vielen kleinen Seen zwischen den Felsebenen mit den kleinen Hütten drauf sehen wirklich klasse aus.

Unterwegs sieht man immer noch sehr sehr viele Wohnmobile die irgendwo für eine Nacht auf einem Parkplatz neben der Straße stehen und dann weiterziehen. Dementsprechend kommen einem unterwegs auch ständig diese Camper entgegen.

Zwischendurch wurden wir aber auch von der Tschechischen Mafia verfolgt. Bereits gestern hatten wir eine Gruppe von drei tschechischen Motorradfahrern, die uns das erste mal auf der Straße trotz Kurven sehr zügig überholten. Wenig später fuhren wir an der Gruppe vorbei, als diese Fotos machten. Dieses Spielchen wiederholte sich dann über den Tag verteilt ca. 3-4 mal. Wir waren heute morgen schon eine Stunde unterwegs als uns diese Gruppe wieder auf einer Tankstelle begegnete.

Während die ersten Kilometer in Schweden noch ebenso toll aussehen wie Norwegen, wenn man denn mitbekommt, dass man überhaupt in Schweden ist, denn die Grenze ist sehr klein und hat kein “Willkommen in Schweden” Schild, sondern ein “Willkommen in Lappland” Schild, wir die Strecke relativ schnell unspannend. Lange gerade Straßen durch den Wald. Inzwischen handelt es sich auch wieder um einen echten Wald mit richtigen Bäumen und Sträuchern. Hier laufen auch noch vereinzelt die letzten Rentiere durch den Wald und über die Straße, aber nun haben wir auch schon seit min 200km keine mehr gesehen.

Nun haben wir auch wieder den Polarkreis überschritten, es bleibt die Sonne nun also nicht mehr die ganze Nacht sichtbar. Wirklich dunkel wird es aber sicher noch nicht werden.

Wir sind eine lange Zeit immer mal wieder neben einem Fluss entlang gefahren. Auf dieser Strecke wurde der Fluss vier mal zu einem kleinen See aufgestaut und als Antrieb für Wasserkraftwerke verwendet. Auf der anderen Seite des Damms war das Flussbett allerdings fast vollständig ausgetrocknet.

Ein paar Tage wird es noch dauern bis wir wieder in Deutschland sind, aber dennoch sind wir deutlich schneller vorangekommen als gedacht. Mit mehr Licht und doch besseren Straßen als gedacht fährt es sich einfach besser.

cheers.
Sebastian

09. Juli 2011 – Zwei Mann, viel Fjord

Standort: Lyngskroa / Norwegen
Tages KM: 454km
Gesamtkilometer: 4251km

Heute war nicht viel los. Norwegen ist immer noch das tollste Land Welt ( mindestens optisch ). Die Straßen sind super und spannend.

Auf dem Rückweg von unserem Wasserfall Campingplatz mussten wir auch wieder durch die Tunnel ( der längste ca 7km lang ). Weil es inzwischen aber mit 26°C für norwegische Verhältnisse schon sehr warm war, hatten auch die Rentiere keinen Bock mehr bei der Hitze draußen auf der Straße zu stehen. Deswegen haben die einfach mal den Tunnel zugemacht und sich als Herde in den Ausgang des Tunnels gestellt. Sieht man auch nicht häufig.

Ansonsten düsen wir hier die norwegische Küste an den Fjorden entlang und man kommt aus der Bewunderung nicht mehr heraus. Jeder sollte einmal die Tour der letzten zwei Tage von Norden Finlands bis ans Nordkap und zurück an der Küste gemacht habe – tut euch den Gefallen !

cheers.
Sebastian

08. Juli 2011 – Nordkap

Standort: 50km südlich vom Nordkap, Wasserfall / Norwegen
Tages KM: 644km
Gesamtkilometer: 3797km

In Finnland geht es immer weiter raus aus dem niedrigen Wald und immer weiter in Richtung Tundra. Die Bäume werden immer kleiner und die Zahl der niedrigen Bodendecker nimmt zu. Es gibt viele kleine Moore, immer noch keinen einzigen Elch, aber dafür regelmäßig Rentiere und das bei einer tollen Strecke, die zunehmend auch kurvig wird.

Auf der Suche nach einem Geldautomaten merken wir dann doch, dasd die Englischkenntnisse auf dem Land ihr Ende finden. Die jüngere Generation spricht überall perfektes Englisch, die ältere Generation allerdings nicht mehr – liegt wahrscheinlich daran, dass die Serien im Fernsehen hier nicht übersetzt, sondern max. untertitelt werden.

Seit Mittag sind wir in Norwegen angekommen. Jetzt haben wir hier richtig weitläufig nichts. Kleinste Büsche, keine Bäume, aber kurvige und zunehmend hügelige Straßen und kaum noch Seen oder Flüsse.

Die Strecke wird langsam hügeliger und auch der Wald nimmt wieder ein wenig zu. Solange bis man auf mal durch richtige Berglandschaften fährt. Links von dir liegt der lange, spiegelglatte und riesige Bergsee, der sich mit seinem kristallklaren Wasser zwischen den Bergen hindurch schlängelt und rechts von dir, die ewig hohe Steilwand. Die Straße quetscht sich dazwischen und windet sich nach links und rechts. Später folgt die Straße einen Fluss, immer noch zwischen den Steilwänden.

Wenn man anhält um von diesem atemberaubenden Ausblick Bilder zu machen, dann merkt man nur, dass man doch lieber eine Kurve später angehalten wäre, weil es dort noch besser aussieht als zuvor, und gleiche ein Kurve später noch spannender als in den Vorherigen. Eigentlich willst du nur umdrehen um alles nochmal zu sehen.

Irgendwann in Richtung Nordkap hören die Berge wieder auf weil du in Küstennähe kommst. Du fährst später an kleinen alten Fischerdörfern vorbei, draußen hängen die Netze zum Trocknen und es stinkt nach Fisch. Die ganze Zeit über wechselt sich die Landschaft ab, es bleibt immer spannend, wie es wohl hinter der nächsten Kurve aussehen wird und auch die Straßen sind toll in Schuss und fahrerisch spannend. Irgendwann wird auch das Nordkap auf den Schildern ausgewiesen – noch 160km. Du fährst fast die ganze Zeit direkt an der Küste. Rechts von dir das Meer, links von dir die Steilküste oder Flüsse die dort ins Meer enden. Zwischendurch fährst du immer mal wieder durch einen Tunnel, die alle eiskalt sind. Die Tunnel sind teilweise sehr schlecht gepflastert und sehr schlecht ausgeläuchtet. Es gibt keine Betonwände, sondern nur den rohen Fels in den der Tunnel geschlagen wurde. An vielen Stellen tropft Konden- oder Sickerwasser von den Decken und bildet teilweise kleine Rinnsale in den Tunneln.

Zwischendurch haben wir eine kleine Pause in einer kleinen Bucht gemacht. Es gab hier einen Wasserfall ein wenig ins Landesinnere hinein, der eine kleine Flusslandschaft bildete, die ins Meer mündete. Nichtsahnend ist dieser Ort natürlich schon verseucht von deutschen Touristen. Überhaupt ist die Zahl der deutschen PKW und Wohnmobilde in Richtung Nordkap deutlich in die Höhe geschossen. Auch die Zahl der Motorradfahrer ist beachtlich. Keine so neue Idee mit dem Mopped da hin zu fahren.

Nachdem man nun bereits seit 45km auf einer Strecke fährt, die eigentlich nur zum Nordkap führt und zu kaum etwas Anderen, kommt man zu einer Mautstation. 70Kronen (12Eur) für ein Mopped ( später für die Rückrichtung nochmal ).

Kaum hat man dann das Nordkap erreicht – wieder Geld bezahlen: 35Eur, wenn Sie das Nordkap Gelände betreten wollen. Die Leistungen: Wir haben ein Souvenier-Shop, und eine Bar (nichts inklusive), wir haben einen kleinen Zaun aufgestellt damit Sie nicht herunterfallen ( um die am meisten besuchten Stellen, aber nicht überall ). Wir haben ein Museum zum Besuch irgendeines thaländischen Präsidenten mit 3 Exponaten und wir haben ein 3D Film vorbereitet, das kostet aber extra – Kapitalistenschweine – ja wir habens bezahlt.

Man fährt auf den Parkplatz – und überall Deutsche.

Einmal um das Gelände, die klassischen Touri-Bilder machen. Alle inklusivleistungen mitnehmen ( Parken, Zaun anfassen, durch den Shop gehen und die Toilette benutzen! ). Natürlich haben wir dann noch Postkarten vom Nordkap verschickt ( Karte + Marke ca. 3Eur ). Das ist nämlich das nördlichste Postamt Europas (oder sogar der Welt?) und man bekommt einen tollen Stempel auf seine Briefmarke – also liebe Empfänger – schön aufbewahren.

Wir hatten klares Wetter, kein Regen und es kam zum Schluss sogar noch richtig die Sonne raus und wir hatten strahlend blauen Himmel. Das haben sich dann auch die Rentiere zu Nutze gemacht, die dann auf einmal überall herauskamen und das ganze Hochland in Beschlag nahmen und wieder überall auf der Straße standen.

Dann ging es wieder zurück. Und kamen nun schon jede Menge Busse entgegen die die Touristen auf die Station brachten um die Mitternachtssonne zu sehen. Also eigentlich nichts besonderes, weil hier oben ja nun mal die Sonne für längere Zeit nicht untergeht, aber wenn man eben um Mitternacht sich die Sonne vom Nordkap aus ansieht und noch Geld für eine Schnaps da lässt, dann unterstützt man das thailändische Museum, das dann vielleicht ein vierstes Exponat bekommt.

Auf dem Rückweg haben wir dann an einem Hotel angehalten um dort zu nächtigen. Peter ( ein deutscher Tourist, deswegen Peter ) meinte, dass es sich dabei um Teile des ehemaligen Olympiadorfs aus Limmehammer handele, das man hier wieder aufgebaut hatte. Wie auch immer, die wollten 265Eur die Nacht, das wollten wir nicht. Deswegen haben wir an dem bereits vorhin erwähnten Wasserfall unser Zelt aufgeschlagen.

Duschen unter einem Wasserfall – wo bekommt man das schon geboten.

cheers,
Sebastian

07. Juli 2011 – Rentiere

Standort: am Fluss irgendwo links, mitte-oben / Finnland
Tages KM: 718km
Gesamtkilometer: 3153km

Hallo und Hummpa nach Deutschland!

irgendwie war heute nicht sooo viel los. Finnland ist sehr schön und hat bisher die mit Abstand besten Straßen. Aber leider sind auch die Nebenstraßen auf unserer Route immer noch sehr gerade und nicht sehr spannend. Daher haben wir uns entschieden die Europastraße zu benutzen und dann ggf. an anderer Stelle Zeit zu lassen. Daher haben wir heute sogar 718km geschafft.

Auch wenn wir schon fast durch Finnland durch sind haben wir noch nicht einen Elch gesehen – so eine Unverschämtheit am Kunden. Seit dem Polarkreis, den wir vor gut zwei Stunden überquerten, haben wir statt der Elche aber Rentiere ( war das eigentlich das Gleiche wie ein “Karibu” ? ). Die laufen hier tatsächlich alle paar Kilometer in kleinen Gruppen oder einzeln über die Straßen und stören sich so gar nicht am Autoverkehr, sondern gucken dich noch doof an, wie es dir einfallen könne, ihn vom Flanieren über die Straße abzuhalten. Und gleich hinter der nächten Kurve wartet die nächste Gruppe. Hinweisschlider für die Zeitgenossen gibt es übrigens keine ( bzw nur ein einziges bis jetzt ), während es für die Elche, von denen wir wie gesagt nicht einen gesehen haben, bis vor den Polarkreis jeden Kilometer sicher ein Hinweisschild gab.

Jetzt sind wir einer einer doppelgeschössigen Blockhütte direkt neben einem Fluss. Die Hütte mit Sauna, Küche und Ofen kommt uns bei dem Regen gerade recht, die Klamotten wieder ein wenig zu trocknen. Die letzte Stunden waren wir nämlich wieder unter Wasser gefahren, während der Rest des Tages nur tolles Wetter für uns bereit gehalten hat. Aber seit dem Polarkreis ist alles anders.

Hier direkt am Fluss wissen wir auch endlich was die ganze Sache mit den Mücken und Finnland soll. Hier gibt es dermaßen viele und aggressive Mücken, dass wir in kürzester Zeit komplett zerstochen wurden. Selbst Fotos werden nur in den schweren Motorradklamotten gemacht und mit übergezogener Kapuze um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten – dann stechen die einfach ins Gesucht. Fenster werden nicht geöffnet und auch die Tür wir nur zu zweit bedient, um das Risiko eindringender Mücken so gering wie möglich zu halten.

Landschaftlich sieht es inzwischen aber schon anders aus. Zwischen den Bäumen, die kaum mehr als 10 bis vielleicht 15m hoch wachsen, stehen nun kaum noch kleine Büsche. Der Boden ist bedeckt von Moosen und sowas wie Heidekraut. Laubbäume werden auch immer weniger. Im wesentlichen noch Birken. Das ist schon fast Tundra hier.

Ziel für morgen: Nordkap !!

cheers,
Sebastian

06. Juli 2011 – Sven-Murat

Standort: Osoite / Finnland
Tages KM: 512km
Gesamtkilometer: 2435km

Hallo und Hummpa nach Deutschland!

Heute morgen war Lars so gnädig und ließ mich ausschlafen. Blöderweise stand das Zelt in der Sonne und es wurde so warm in dem Teil, dass ich freiwillig aufgestanden bin ( und das ist schon mal eine Zeile wert ).

Während meines Zusammenpackens ( Lars war unterwegs und hat Fotos gemacht, während ich am ausschlafen war ), habe ich Steve kennen gelernt ( den finnischen Namen von Steve konnte ich mir wirklich nicht merken; da waren Buchstaben in dem Namen, die habe ich noch nie gehör ) – obwohl eigentlich müssten wir Steve in den nordischen Ländern wengisten Sven nennen. Ich habe als Sven kennen gelernt. Sven fährt Harley und übernachtete ein Zelt weiter. Sven will dieses Jahr noch auf ein Äxte-Werfen-Festival irgendwo in Finnland mit seinen Freunden – wie eine große Familie sei es da. Es wird auch getrunken, aber vor allem ist es dort wie bei einer Familie.

Später kam Sven dann nochmal vorbei und begrüßte uns aus Spaß nochmal mit einem freundlichen “Heil Hitler” bevor er uns seinen Lieblingswein zeigte. Von dieser seltenen hausgemachten Sorte hat er nur noch wenige Flaschen und wollte die jetzt mit einem Freund leeren ( 10.00h Ortszeit ). Sven gehört zu den Harley-Fahrern die noch grüßen! Ansonsten gibts hier in Finnland sowieso wieder viel mehr Moppedfahrer und die grüßen auch noch alle ganz nett – toll.

Weiter gehts auf den Pferdchen. Ab in den Norden – der Sonne hinterher. Und tatsächlich ist heute der erste Tag an dem wir nicht einmal die Regenklamotten angehabt haben. Auch wenn wir es die letzten Tage nicht hätten tragen mussten, hatten wir heute bis zu 27°C. Fahrtwind war also dringend notwendig.

Hier gibt es viele Tankstellen die keinen Tankwart mehr haben, sondern nur noch über Kreditkarte oder Bargeldautomaten reagieren. Komischer Weise werden unsere Kreditkarten zurückgewiesen, auch wenn das entsprechende MasterCard Symbol auf dem Automaten zu sehen war. Also mit Scheinen füttern das Teil.

Zu Mittag waren wir dann in einem Ort mit Supermarkt und “Pizza & Kebap” Laden gleich nebenan. Also gabs zu Mittag eine mittlere Pizza, die in Deutschland definitiv also große durchgegangen wäre. Der türkischstämmige Budenbesitzer Sven-Murat findet unsere Tour übrigens auch total klasse. Wenn seine Bude läuft ( es schien als wenn er den aktuellen Laden gerade am ausräumen war – und vielleicht irgendwo anders ein Lädchen eröffnen wollte ), dann wolle er mit dem Auto auch über die baltischen Staaten nach Deutschland und weiter in die Türkei. Aber auch Sven-Murat sprach tolles Englisch – wie jeder hier den wir getroffen haben und wenn es die Kassierin bei Lidl ( gibt hier auch, nur wir waren im S-Market ) ist – nur die Eltern von dem Campingplatzwart hier scheinen kein Englisch zu sprechen.

Eleche haben wir immer noch nicht gesehen, obwohl alle naslang vor ihnen gewart wird. Die scheinen gerade gewerkschaftsmäßig zu streiken, sind im Zoo oder machen ihre Steuererklärung.

Die finnischen Städte, sagen wir besser Orte, sind ja nicht so wie deutsche. Nicht nur das das hier halt kleiner ist, die Häuser sind auch viel weiter verteilt. Der Ortskern ist evtl. zusammenhängend gebaut ( also 10 Häuser, wie Rathaus, Dönerbude und Lidl ). Alle anderen Häuser stehen dann aber weiter verteilt und haben immer noch eine kleines Stück Wald zwischen dem Nachbarn. Aber tolle Häuser gibt es hier … oh wie schön ist Finnland. Nicht nur das alle quasi zwangsläufig an einem See stehen die sehen auch häufig noch toll aus.

Jetzt sind wir auf einem Campingplatz und haben eine klein Hütte bezogen. Weil es keine 2-Personen Hütte mehr gab, gabs ein Upgrade auf eine 4-Personen Hütte mit Kühlschrank. Lars hat uns Grillwürste in seiner Pfanne gezaubert und es gabe leckere Kekse aus dem Supermarkt zum Nachtisch ( so gut die sollte man importieren ).

Es gibt hier ein richtiges kleines Hüttendorf ( direkt am See ) und wie es sich gehört auch eine Sauna, von der aus man quasi direkt in den See springen kann. Klischee erfüllt.

Die berühmten finnischen Mücken haben uns nun auch endgültig eingeholt. Wenn man Fotos direkt am See macht hat man mindestens 5 auf dem Arm sitzen. Im Gegensatz zu unseren deutschen Mücken, die eher nachts im Verborgenen operieren, greift die gemeine finnische Mücke auch am Tage an. Das macht es deutlich leichter die Hütte binnen weniger Minuten mückenfrei zu bekommen. Einfach die Arme ausstrecken und draufhauen.

cheers,
Sebastian

05. Juli 2011 – Wir sinken

Standort: Lake Boddom / Finnland ( vielleicht )
Tages KM: 388km
Gesamtkilometer: 1920km

Tag vier. Technisches Problem zwei. Und Papa hatte noch gesagt: “Nimm ein Überbrückungskabel mit, falls der Kram mit dem 12V Stecker nicht funktioniert und die Batterie leer ist.” Und was passiert – Lars Motorrad springt nicht an weil die Batterie leet ist. Hätte ich auf Papa gehört hätte ich ihm helfen können.

Nun hat Lars den ADAC mal wieder angerufen – die kennen ihn ja noch vom letzten Jahr. Nur sind die Jungs hier deutlich besser auf Zack. Binnen wenigen Minuten kam der Rückruf von dem Riga ADAC und die konnten sogar englisch! Nach gerade mal 40min war der Mann vor Ort und konnte beim Starten helfen.

Während der Wartezeit haben wir dann noch Steve kennen gelernt ( der sich am Telefon mit Janek gemeldet hat ). Steve, der im Juwelier neben dem Hotel gearbeitet hat, hat uns gleich Hilfe angeboten. Er fährt selber Motorrad und kennt auch eine gute Werkstatt. Aber der ADAC reicht und wir winken Steve noch durch die Scheibe seinens Juwelierladens.

Weiter gehts von Riga in Richtung Estland. Wir wollen weiter auf den Hauptstraßen und nicht weiter auf den Europastraßen. Das funktioniert zuerst einmal sehr gut. Die Straßen sind zwar auf und wirklich nicht gut (@Christian: Bei deinem Bock wäre hier schon längst was abgefallen, das hätte dir keinen Spaß gebracht). Irgendwann mündete die Hauptstraße einfach in einer Schotterpiste. Zu Anfang war die Strecke auch noch sehr fest gefahren, also auch mit meinen Reifen gut zu fahren, aber der Sand wurde leider immer weicher. So weich, dass leider nicht 30km/h für mich drin waren ohne Gefahr zu laufen vom Bock zu fliegen. Das hat Lars dann auch den Spaß vermießt, sodass solche Hauptstraßen nicht gefragt waren.

Also zurück auf die Europastraßen und weiter nach Estland.

Kaum über die Grenze wurde die Straßen sofort um einiges Besser. Wir haben dann wieder einen “Hauptstraße” ausprobiert, aber auch hier nach wenigen Metern Schotterpiste. Dann doch wieder Europastraße mit dem Ziel heute noch die Fähre in Tallin rechtzeitig zu erreichen.

In Estland haben wir dann auch die ersten Schilder “Achtung Elche” gesehen – jetzt gehts los, endlich Elche. Aber dann leider doch nichts drauß geworden. Nur immer noch jede Menge Störche.

Estland scheint es doch deutlich besser zu gehen, als seinen anderen baltischen Nachbarn. Heile Straßen, heile Häuser und auch wertvollere und weniger kaputte Autos auf den Straßen. Aber auch für die Freizeit scheint mehr Geld da zu sein. Man sieht sehr viele Rennradfahrer und Rennradteams die auf den Straßen auch von Begleitfahrzeugen überwacht werden. Wenn man nach Tallin einfährt sieht man auch eine optische Nähe zu den nordischen Staaten was die Häuser angeht. Viele Holzhäuser, häufig auch in dem bekannten schweden-rot. Aber auch sehr abwechslungsreich in der Architektur. Das gleiche gilt auch für die Innenstadt. Eine tolle Mischung aus alten und neuen Gebäuden (@Olli: Das für Riga gilt in Estland genauso).

In Tallin sind wir dann auf die Fähre nach Helsinki. Lars hat 136€ für uns mit dem Moppeds bezahlt. Unser Campingplatznachbar erzählte gerade, dass er für die Überfahrt mit einem Auto und zwei Personen 58€ bezahlt hätte. Irgendwas stimmt da noch nicht ganz.

Auf der Fähre merkte man, dass sich das Preisniveau wieder ein wenig geändert hat. Schluss ist mit baltischer Günstigkeit. Hier gelten wieder deutsche Preise und schlimmer.

Lars hatte dann schon mal das Navi für Finnland programmieren wollen. Das zeigt auch auf hoher See die Position an und auch die akutell ermittelte Höhe:

L: “Wir sind gerade 14m über Normal Null.”
S: “Das passt. Da unten ist das Meer und wir sitzen hier an Deck.”
L: “Jetzt sind es noch 10m.”
L: “Und jetzt nur noch 5m.”
L: “Wir sinken!”

Jetzt sind wir 45min außerhalb von Helsinki ( das beim durchfahren übrigens nichts sonderlich reizvoll aussah (@Olli: Das Riga Thema gilt hier immer noch und ist von dieser Aussage ausgenommen )) auf einem Campingplatz. Um uns herum mindestens 3 deutsche Fraktionen – warum sind wir den erst von da weg ?

Hier ist es jetzt 23h und immer noch sehr hell. Ob das hier überhaupt noch dunkel wird werden wir später sehen.

cheers.
Sebastian

04. Juli 2011 – One Night in Riga

Standort: Riga / Letland
Tages KM: 530km
Gesamtkilometer: 1532km

Hallo und Hummpa nach Deutschland,

heute haben wir es von der Wolfschanze in Polen bis nach Riga in Letland geschafft und dabei komplett Litauen durchquert.

Heute morgen nach dem Aufstehen haben wir zuerst die Überreste der Wolfschanze besucht – Hitler geheimen Bunker im Herzen Polens. Die Bilder folgen später, aber es ist wirklich überwältigend was die da an Beton in den Wald gesetzt haben. Mehrere Meter dicke Wänder nichts als Stahlbeton. Inzwischen sind die ganzen Ruinen so bemost, dass sie man teilweise den 10m hohen Bunker erst bemerkt wenn man daneben steht. Irgendwie hält der Pole es auch nicht für notwendig sich um dieses historische Gut angemessen zu kümmern. In Deutschland wäre man mit Infotafeln zugeschmissen worden, hier nichts davon zu sehen. Lediglich DVD und VHS! Werbeartikel.

Die Strecke nach Litauen wird von Meter zu Meter immer schlechter. Kurz vor der Grenze muss man wirklich aufpassen, dass man sich keinen Achsbruch einfängt, so tief sind die Schlaglöcher. Den Einheimischen interresiert das aber nicht. Der kann immer noch mit 120km durch die 70er Zone fahren, in einem Abstand von 10cm zu einem Motorrad.

Litauen selber sieht genau wie der Norden Polens genau so aus wie bei uns auch. Also landschaftlich nichts anderes als zu Hause. In Sachen Häuser und Infrastruktur bin ich aber so froh in Deutschland zu wohnen. Es erinnerte ein wenig an die USA. Überall stehen kleine zerfalle Häuser und die Autos sind alle alt und fallen auseinander. Der einzige Unterschied, in den USA wohnen die meistens nicht mehr in den Häusern. Richtig tolle Straßen auch hier nur, wenn das EU Label drauf klebt ( auf den Strecken sind die auch sehr gut mit den neuesten Blitzern ausgestattet, warnen aber immer noch vor jedem ).

Auf den von Europa beszahlten Straßen findet sich alle 2km eine Bushaltestelle. Nur das ich auf diesen Straßen noch nie auch nur einen Linienbus gesehen habe. Schließlich hängen an den Stellen auch keine Fahrpläne o.ä. An anderer Stelle werden die öffentlichen Verklehrsmittel aber stark genutzt.

Der Pole und der Litauener haben aber das Herrenhändtäschen wieder modern gemacht. Jeder ausgemergelte Mann der die Straße entlang trottet hat eine Plastiktüte oder Vergleichbares in der Hand.

Ein weiteres kulturelles Highlight: Der Berg der Kreuze (o.ä.). Gläubige aus aller Welt haben hier auf einem kleinen Hügel von einer Grundläche von vielleicht 100m² mehrere 100 tausende Kreuze zusammengetragen ( Bilder kommen wie gesagt später, die lassen dieses Ausmaß dann vielleicht erahnen ). Es fanden sich hier Kreuze mit Grüßen aus der Schweitz, UK und auch zufällig eins das Andreas und Ulli mit ihrer Reisegruppe GS650 auf ihrer Motorradtour durche die baltischen Staaten vor genau einem Monat dortgelassen haben.

Sehr auffällig ist auch die nicht vorhandene Zahl an Motorrädern hier. Die Zahl der Moppeds in Polen und Litauen die wir getroffen haben konnte man sich an zwei Händen abzählen. Demnach gucken auch alle Leute hoch wenn wir vorbeifahren ( und die kleinen Kinder winken auch – und wir natürlich zurück ). Auch gewunken hatten eine halbnackte und extrem angetrunkene Frau in Polen, deren Mann dies offensichtlich peinlich war ( wir haben nicht zurückgewunken – bei den gutaussehenden Mädels in Litauen dann aber doch wieder ).

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Polen waren meist schon nicht sehr groß, demgegenüber sah man doch auch häufiger richtige Großbetriebe die an Planwirtschaft erinnerten. In Litauen dagegen scheint das wirklich mehr für den Eigenbedarf zu sein. Ganz häufig sind gleich neben der Straße ein oder zwei Kühe angepflockt und können an dieser Stelle fressen. Mehr als 8 Kühe in einer kleinen Herde die dann auch eingezeunt waren, gab es nicht zu sehen. Auch Ziegen stehen hier wieder hoch im Kurs – die laufen aber völlig frei durch die Gegend und über die Straße.

Weil wir schon so gut in der Zeit waren, und die Strecke nicht mehr weit, haben wir uns entschlossen nach Riga weiter zufahren und dort ein Motel zu nehmen. Motels gabs vorher nicht, also sind wir in einem 4* Hotel nahe Innenstadt untergekommen. 2 Personen mit Frühstück 60€ und das ist natürlich schon sehr teuer im Vergleich zu den bisherigen Stationen. Insgesamt ist hier das Preisniveau schon wieder etwas höher. Aber diese Stadt ist sooooooo klasse. Das ist bisher die schönste Altstadt die ich kenne. Gleichzeitig aber so viele tolle Lokale und so viel los – echt klasse. Hier muss ich nochmal mit mehr Zeit her. ( @Olli: Ja, stimmt, mit dem anderen Thema hattest du völlig recht *smile* ).

Lars studiert gerade das aktuelle Riga Programm. Mit den Anzeigen für Massage zum Relaxen und Massage *inklusive*.

Unser Zimmer hat übrigens einen Sharp Fernseher.

Von wenigen Augenblicken abgesehen hatten wir auch heute wieder wirklich Glück mit dem Wetter. Fast durchgehend trockend und zum Schluss vor Riga sogar warm und sonnig. Wir hoffen, dass es so bleibt.

Praxistest zum Thema Intellibook: Ich kann nur davon abraten. Benutzbar ist das nicht. Alles muss man doppelt tippen und ständig kommt man auf dieses Touchpad und löscht den Text – arrrggghhhh. Bitte nicht kaufen und nicht schenken lassen – wer will meins haben ?

cheers.
Sebastian

03. Juli 2011 – Führerbunker

Standort: Wolfschanze / Polen
Tages KM: 672km
Gesamtkilometer: 1002km

Hallo und Hummpa nach Deutschland,

das wichtigste vorweg: Natürlich schaffen Lars und ich es nicht ohne Pannen eine Tour durchzustehen. Blöd nur, dass es gleich am zweiten Tag sein musste. Nur dieses Mal war es auch meine Schuld. Auf Sand bremsen zeigt erstmal was das ABS kann – das Ergebnis: Kawasaki Versys Koffer gegen Touratech Alu Toplader: Kawa win ! Nun müssen wir noch ein wenig mit Klebeband und Kabelbindern arbeiten. Sonst aber alles unbeschädigt und unverletzt.

Aufstehen um 8.15h ist natürlich so gar nicht meine Zeit – nicht mal wenn ich zur Arbeit muss. Aber nun gut. Schnell noch duschen und Frühstücken, den Zimmernachbarn mit der Info aushelfen das Klitschko gewonnen hätte ging es los. Weil es gerade wieder zu Regnen anfing in den Regenklamotten. Den restlichen Tag hatten wir dann allerdings Glück und es blieb komplett trocken.

In Deutschland gestartet hatten wir schon die Befürchtungen wir schlimm die Straßen in Polen erst werden würden, wenn die dort im Osten schon sooo aussahen. Aber zum Glück zahlen wir mit unseren Steuern ja in der EU ein und in Polen werden da die tollsten Straßen von gebaut.

Gleich hinter der deutschen Grenze erwarten den Reisenden link und rechts von der Straße eine Arme von Verkäufern: was verkauft man direkt hinter der Grenze am Straßenrand am besten ? Richtig – Kettensägen! Alle 100m das gleiche.

Auf deutscher Seite würde das nicht gehen. Den hier stehen alle paar Kilometer Polizei oder Zoll die es ganz offensichtlich auf polnische Handelsreisende abgesehn haben. Vielleicht sollte man sicher lieber gegen die eingeborene Bevölkerung wenden: Sie lange blonde Haare und Lonsdale-Pulli, er eher keine Haare, Springerstiefel und Camouflage-Hose (gut das wir zum Führerbunker unterwegs sind).

In Polen angekommen scheinen sich alle Vorurteile zu bestätigen: kaputte Straßen, kaputte Gebäude, alles voll kaputt da.

Wenn man dann aber ein paar Kilometer weiter fährt werden zumndest schnell auch die Straßen besser ( überall stehen die “Wir bauen für Sie” Schilder mit dem EU-Label ). Aber auch landschaftlich wird es schöner.

Am Straßenrand wurde tatsächlich vor “Wilden Bisons” gewarnt und wir sehen echte Kraniche auf den Weiden grasen. Die Storchdichte ist hier auch um einiges höher als bei uns. Das eine Dorf schafft es auf vielleicht 500m² auf 6 besetzte Nester mit echtren Störchen! Und Dachse gibt es hier viele. Zumindest haben wir zwei platt gefahrene Exemplare am Straßenrand gesehen.

Richtig spannend ist auch der Fahrstil der Polen ( und vorbeischauenden Russen ) und ich dachte immer ich wäre schlimm unterwegs. Interessanterweise war jedes zehnte Auto ( ich habe da zwischendrin eine kleine Erhebung geführt ) ein deutsches. Also zumindest mit deutschen Kennzeichen und auch auf dem Weg wieder nach Deutschland ( was unfreiwillige Exporte aus Deutschland ausschließt ). Es waren sogar zwei Dithmarscher Kennzeichen dabei. Der eine dazugehörige PKW parkte allerdings rückwärts gegen einen Baum im Graben.

Das Navi kennt mal wieder alle Straßen. Auch irgendwelche Sandwege mitten durch den Wald. Meine glatte Straßenbereifung mochte das gar nicht, sodass das für mich fast mehr zum Schieben wurde.

Morgen schauen wir uns intensiver den Führerbunker an. Leider regnet jetzt wieder, daher sind wir im Hotel der Wolfschanze ( früher mal bestimmt für die Leibstandarte von Adolf ) untergekommen ( das Fräulein an der Kasse fand das nicht witzig, dass wir keine einheimische Währung bei uns hatten, Kreditkarte ging auch nicht. Lange fragende Gesichter führten dann aber doch zu Akzeptanz von Euro, was an den Tankstellen gar kein Problem ist ).

cheers.
Sebastian

02. Juli 2011 – This is shit

Standort: Neubrandenburg / Deutschland
Tages KM: 330km
Gesamtkilometer: 330km

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,

wir haben die Endstation an unserem ersten Tourtag erreicht. Um 13.00h in Dithmarschen gestartet haben wir es heute bis nach Neubrandenburg ca. 100km vor der polnischen Grenze geschafft. Im Moment sitzen wir in der Pesion “Nobel Hobel”. Der Name sicher überspitzt aber trotzdem eine klasse Unterkunft. Allemale um einiges besser als jetzt draußen im Zelt zu übernachten.

Der Besitzer der “Nobel Hobel” Pension (berechtigte Frage: “Ist der Besitzer einer Pension ein Pensionär?”) ist gleichzeitig auch der Inhaber der angrenzenden Bar “Papagei” – regendbogend bunt. Nennen wir in “Steve”. Wir haben auch bei Steve im Papagei zu Abend gegessen. Kochen kann. Leider haben wir Steve mit unseren nassen Moppedklamotten ein wenig Dreck in den Flur geschleppt. Naja.

Übrigens hängt hier in jedem Raum ein Bild von Steve und seinem Freund? in Clown-Kostüm – in jedem Raum!

Nach den ersten 20km hatten wir unseren ersten Stop um die Regenklamotten überzuziehen. Im Nachherein leider die richtige Entscheidung denn den ganzen Tag sind wir leider nicht mehr aus dem Regen herausgekommen. Die Motivation zu Zelten war dann nicht mehr gegeben.

Neben mir im Fernseher lief bis eben noch das Wetter – “Morgen Regen” – freut einen natürlich ganz besonders …

Vor dem Essen noch einen Rundgang um die Altstadt von Neubrandenburg entlang der alten Stadtmauer. Doch mal ganz Tourist.

Ziel für morgen Führerbunker / Polen. Das wären allerdings gute 650km. Wir lassen uns überraschen.
Frühstück kommt um 08.00h von Steve – und ich habe mich auf Ausschlafen gefreut.

An dieser Stelle sei einmal darauf hingewiesen, dass das Intellibook ( dank der webinale kostenlos in meinem Besitz – völlig legal ) zum Tippen von Text nicht wirklich geeignet ist. Ständig kommt man aus Versehen auf das Touchpad und sofort wird der Cursor mittem im Text positioniert und alles ist weg – aahhhhhh. Und das Mistding ist ist schon das zweite Mal abgestürzt. Bis jetzt kann das Teil leider nicht überzeugen.

Dritter Absturz. Natürlich jedes Mal mit Textverlust.

Auch heuted Nachmittag hat die Technik schon leichte Aussetzer gehabt. So wollte das iPhone mehr Strom beim Aufzeichnen der GPS Daten konsumieren, als durch die 12V Dose geladen werden konnte. Zumindest wenn das Netbook mitgeladen wurden und 3G und Internet aktiviert waren. Deswegen hat di erste Route auch eine gerade Linie zwischen Segeberg und ca. Wismar.

Wir freuen uns schon jetzt sehr auf die Strassen in Polen wenn die Landstraßen hier im Osten schon manchmal abenteuerlich sind. Und warum steh hier in jedem Dorf mindestens ein Wohnblock mit mindestens 3 Etagen ? Das ist doch im Bau viel zu teuer.

Auf nach Polen !

cheers.
Sebastian

01. Juli 2011 – Time’s running

Standort: Dithmarschen
Tages KM: 0km
Gesamtkilometer: 0km

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,

Die Zeit Läuft. 30 hours to go !

cheers.
Sebastian

01. Juli 2011 – Time’s running

Standort: Dithmarschen
Tages KM: 0km
Gesamtkilometer: 0km

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,

Die Zeit Läuft. 30 hours to go !

cheers.
Sebastian

26. Juni 2011 – One week to go

Standort: Dithmarschen
Tages KM: 0km
Gesamtkilometer: 0km

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,

freuen Sie ich auf eine spannende neue Folge von “Mal sehen wie weit Sie dieses Mal kommen”. In dieser Folge geht es für unsere beiden attraktiven Helden mit dem Motorrad einmal um die Ostsee. Gestartet wird am nächsten Samstag (02.07.) in Dithmarschen bevor wir uns dann zuerst in Richtung Führerbunker/Polen ( http://www.wolfsschanze.pl/ ) aufmachen. Weiter über Litauen, Letland und Estland, dann mit der Fähre von Talin nach Helsinki, quer durch Finland, rauf zum Nordkap in Norwegen und durch Schweden und Dänemark zurück nach Deutschland. Grob abgeteckt ergibt das bei Google eine Strecke von rund 6500km auf dem direkten Weg ( siehe Karte unten ). Es wird also doch noch um einiges mehr werden.

Dieses mal technisch noch besser vorbereitet wird der Akku des Netbook während der Fahrt geladen und das Smartphone sollte die ganze Zeit über die GPS Daten mitschneiden. Sofern ich diese Woche noch dazu kommen, sollen die Daten natürlich dann auch zeitnah hier abgebildet werden. Mal sehen wie alltagstauglich das ganze wird und wann genau das Motorrad angschoben werden muss weil der Akku zwar voll, aber die Bikebatterie leer ist ….

Wie auch in den vergangenen Jahren werde ich versuchen möglichst häufig an dieser Stelle zu berichten. Neue Beiträge werden hier eingefügt, beehren Sie uns also bald wieder.

cheers,
Sebastian

// Karte entfernt. Die finale Strecke ist oben eingeblendet.