EU Tour 2010 – "Die letzte Bratwurst vor Amerika"
Start frei für Runde Zwei. In diesem Jahr geht es mit den eigenen Maschinen los. Lars und ich werden auf dem europäischen Festland bleiben. Abgesehen davon, dass natürlich der Weg das Ziel ist, geht es nach Portugal. Genauer gesagt zur “Letzten Bratwurst vor Amerika“, einem Bratwurststand an der südwestlichen Spitze von Portugal, dem “Cabo de São Vicente. Wie im letzten Jahr versuche ich eine lücklose Dokumentation der Ereignisse zu schaffen und hier einzustellen. Wir freuen uns also schon jetzt auf “Steve” und mal sehen was in diesem Jahr in Raum 230 so abgeht ( wer das nicht mehr genau versteht sollte evtl. noch mal die Berichte der USA Tour lesen ).
Neue Einträge werden immer unten angehängt, außerdem dieses Jahr mit Slideshow zu den Bildern.
( Für Bilder auf die roten Marker klicken!! An einigen Orten gibt es mehrere Fotos, die ohne zu Zoomen evtl. nicht erkannt werden. Also einfach mal ein wenig auf die einzelnen Punkte vergrößern. )
23. Mai 2010 – Post aus Portugal!
Wir sind noch nicht einmal losgefahren, da hat man in Portugal bereits Wind von der Tour bekommen. Wolfgang Bald, der Inhaber des besagten Bratwurststandes, hat uns eine e-Mail geschickt und hält eine Bratwurst für uns bereit. Wir freuen uns auf ein Treffen. Schöne Grüße nach Portugal.
cheers,
Sebastian
24. Mai 2010 Tag 1 – Hmmm Ameisen.
Hallo und Humppa !
Standort: Loh / Deutschland / NRW
Tages KM: 427.00
Gesamtkilometer: 427.00
Wie immer kann man sich auf das Wetter voll und ganz verlassen. Als wir um 10.32 Uhr in Eddelak gestartet waren hatten wir noch ein typisch Dithmarscher Mischwetter. Also wir vorsorglich alles angezogen, was im Schrank zu finden ist. Weiter zur Elbfähre nach Wischhafen. Kaum hat man die Elbe passiert wird das Wetter nicht nur ein bischen besser sondern gleich regelrecht sonnig. Dicke Klamotten schön gedacht aber nun regnete es bei strahlender Sonne und sicher über 20 Grad eher von Innen.
Später gesellte sich zum dem ansonsten fast perfekten Wetter allerdings ein doch recht böhiger Wind. Weil man sich aber hier nicht so recht festen Boden leisten kann, trug der Wind Wesentlichen dazu bei, dass Sand von den Feldern über die Straßen geweht wurde. Regelrechte Sandstürme sorgen dafür das es zumindest bei mir trotz geschlossenen Helms zu Knirschen in den Mundhöhle und tränenden Augen kam.
Wir haben eigentlich keine Tagesziele. Aber die erste Nacht wollten wir eigenltich in Altena verbringen. Dort gibt es nämlich auch eine Burg ( ich glaube das war ja die Burg in der auch Peter Lustig mal eine Folge nach einem Geist gesucht hat – irgendwas mit Filmtricks oder so ) und in dieser Burg gibt es auch eine Jugendherberge. Dies soll sogar die erste Jugendherberge der Welt gewesen sein. Wie auch immer, wir kommen da an ( Stadt ist wunderschön, tolle kleine verwinkelte Gassen, macht super viel Spaß da mit dem Mopped durchzufahren ) und … Jugendherberge nicht besetzt. Auch am Telefon meldet sich nur der AB. Tolle Wurst. Na gut. Dann eben weiter zum nächsten Campingplatz. Das alte N95 rausgekramt. Campingplatz suchen. Hinfahren. Gibts nicht mehr! ( Mal abgesehen davon, das Lars Navi mal echt interessanten Routen ausspuckt. Fahrerisch auf jeden Fall reitzvoll. Versuch 2. Das gleiche Drama. Updatehieße das Zauberwort.
Also anhalten und mal fragen wo es hier denn einen Campingplatz gibt. “Keine Ahnung. Sonst einfach an der Talsperre wild übernachten.” – ok. Wenn das das offizielle Aussage eines Einheimischen ist, dann man zu. Hinfahren. Angucken. Alles verboten und auch sehr überlaufen. So toll zum wild Campen ist das auch nicht. Aber die Wanderwegkarte zeigt zumindest einen Campingplatz gleich um die Ecke. Hingefahren. Wunderbar. Hier sind wir jetzt in Loh, NRW. Wir haben außerdem Steve ( Name nach Vergessen von der Redaktion frei erfunden ) kennengelernt. Steve kommt eigentlich aus Tönningen und erkannte daher unsere Kennzeichen. Er lebt aber schon seit 50 Jahren nicht mehr da, sondern hier auf dem Platz.
Zelt aufbauen. Klappt ganz gut. Ab morgen sollten wir die Zeit stoppen. Die Dithmarschenflagge ist angebracht. Nur um die Besitzverhältnisse deutlich zu machen. Werden Sie aber wieder reinholen. Sonst wird das begehrte Stück nur geklaut.
Lars hat sogar einen Gaskocher mit und kocht uns Buchstabensuppe. Sehr lecker. Ich denke ich werde auf der Tour abnehmen.
cheers,
Sebastian
25. Mai 2010 Tag 2 – Towel Day
Hallo und Humppa nach Deutschland!
Standort: Clefmont / Frankreich
Tages KM: 509.4
Gesamtkilometer: 936.4
SIND IN FEINDESLAND. STOPP. SIND UMZINGELT. STOPP. HABEN UNS AUF EINSAMEN CAMPINGPLATZ IN CLEFMONT AUF DEM LANDE VERSCHANZT. STOPP. WURDEN VON DEN EINHEIMISCHEN HOLLÄNDERN FREUNDLICH AUFGENOMMEN. STOPP.
Nachdem wir dann eben doch noch einen Campingplatz gefunden hatten sind wir doch irgendwie erschöpft zu “Bett” gegangen sind – das muss an der vielen doch eher ungewohnten frischen Luft liegen.
Gegen 02.30 Uhr wurde ich das erste Mal wach. Der Regen klopfte freundlich an die Zeltaußenwand. Erst leise dann mit immer dickeren Tropfen, dass man ja nicht wieder einschläft und wenn dann mit einem richtig schlechten Gewissen, weil man genau weiß, dass man den morgigen Tag im Regen verbringen wird – tolle Vorstellung. Irgendwann nachts um 04.00 Uhr dann nochmal das gleiche Schauspiel. Wach geworden weil wegen Regen, gefreut das es morgen ein bescheidener Tag wird. Wie immer ist das Glück mit den Dummen. Aufgestanden. Alles trocken. Strahlender Sonnenschein. Los gings.
Bis kurz vor Mittag ( gab nur Frühstück beim Bäcker – die können sehr leckere Schokocrossaints machen ) hatten wir NRW verlassen und die Innerdeutsche Grenze zur Pfalz überschritten. Nachdem Lars dann noch den Achterbahn-Modus in der Streckenfindung fürs Navi aktiviert hatte, war die Tour nur noch ein Spaß. Rauf. Runter. Links. Rechts. Die Hand kam nicht mehr zum Stehen vor Schalten. Ganz großes Mopped-Kino. Irgendwie haben die das hier im Süden deutlich besser mit Bergen und kurvigen Bergstraßen drauf.
Kurz nach dem Mittag hatten wir dann auch die äußere Grenze Deutschlands passiert und durchquerten Luxenburg. Weiter so geile Strecken, wenn auch die Straßenverhältnisse nicht mehr unseren Standarts entsprach. Da ist man so schnell durch das Land, warum noch in Straßen investieren.
Kurz nach der zweiten Tankstelle in Luxenburg hörten da dann auch schlagartig die deutschen KFZ- Kennzeichen auf. Zum Tanken kommt man auf jeden Fall gerne wieder. Gleich 40ct weniger pro Liter. 15min später waren wir schon wieder aus dem dem Land draußen.
Wir wollten über Belgien in Frankreich einmarschieren. Belgien sah auch irgendwie gar nicht so viel anders aus. Die Straßen waren noch ein bischen schlechter und irgendwie fühlte man sich bei der Architektur an den ländlichen Osten Deutschlands erinnert. Auf der anderen Seite gab es dann auch wieder sehr süße kleine Dörfer wie Hollywood sie nicht besser hin bekommen hätte. Insgesamt schön mal durchgefahren zu sein.
Und weil wir ja so fleißig sind konnte es gleich mit Staat Nummer vier für den heutigen Tag weitergehen. Einmarsch in Frankreich im frühen Nachmittag. Feind verängstigt. Die Deutschen sind wieder da.
Frankreich ist definitiv Weltmeister im Bauen von Kreisverkehren. Einer nach dem Anderen. Mit dem Mopped allerdings weinger schlimm, da kommt mehr Kurvenstimmung auf :) in dem ansonsten eher gerade verlaufenden Norden Frankreichs. Erinnert ein wenig an die USA. Allgemein hat man doch das ein oder andere Fleckchen scheinbar irgendwie schon mal in den USA gesehen.
Weiter gehts. Verdun links liegen gelassen weiter gen Süden. Die Straßen werden wieder fahrtechnisch attraktiver, wenn auch vom Material her nicht besser. Teilweise schmelzen sie sogar in der Sonne. Wenn man wieder mal den billigen Kram zum Ausbessern genommen hat kann das schon mal vorkommen.
Wir kommen wieder durch sehr viele kleine Dörfer. Irgendwie sind aber alle recht einsam. Man sieht kaum Leute auf der Straße. Vielleicht ist hier ja immer noch Feiertag. Denn bei die Zahl der Kruzifixe und Marienstatuen am Straßenrand kann man es durchaus mit Bayern aufnehmen.
Inzwischen sind wir in Clefmont angekommen. Ein kleiner Ort den man unten von der Starße noch weniger wahrnimmt, als die ganzen anderen kleinen Orte hier in der Gegend. Aber das Campingplatz-Schild ist uns aufgefallen. Am Rande des Dorfes gibt es hier eine große Wiese mit ein paar Bäumen und Bänken plus Wasch/-Verwaltungshaus. Und außer einen paar Holländern mit Wohnwagen ( was denn bitte schön sonst ) keiner da. Im Büro ist leider auch keiner. Wir beschließen aber das Zelt aufzubauen.
Nachdem das Zelt steht kommt ein ( sehr ) kleine Franzose vorbei, der tatsächlich zu dem Platz gehört. Wie bei Franzosen so üblich spricht er nichts außer Französisch. Aber die freundlichen Holländern helfen beim klären der Fragen. Ende gut, alles gut, sind wir mit 6€ für Miete mit freiem Duschen dabei. Der deutsche Platz hatte noch 12€ verlangt, wenn auch mangels Kleingeld nur 10€ bezahlt ( vielen Dank für den netten Nachlaß ).
Jetzt sitze ich hier im Duschhaus auf dem Fußboden im Flur neben der Steckdose und laden nebenbei noch den Akku auf. W-LAN oder sonstiges Internet immer noch fehlanzeige. Aber uns gehts gut ( wenn wir auch keine Nudelsuppe mehr haben und hungrig zu Bett gehen werden um dann morge um do größer zu frühstücken – Tanke oder so ).
Auch ja: Heute ist Towel Day! Wir sind mit griffbereiten Handtüchern gefahren – nur mal so zum Sagen!
An dieser Stelle nochmal Danke an die Fahrschule Rüdiger Kape Hamburg, Eimsbüttel für die gute Ausbildung. In einem Dorf rannte auf einmal ein Hund hinter einer Hausecke auf Lars zu. Da hätte nicht mehr viel gefehlt da hätte der Hund den Reifen sogar bekommen. Aber nun stand der Hund direkt auf der Straße vor mir. Dank des ganzen “Anbremsen und Ausweichen-Trainings” lebt der Hund aber noch und das Mopped hat keinen Krazer :)
Ab ins Zelt, ein Unwetter kommt auf.
cheers,
Sebastian
26. Mai 2010 Tag 3 – Französisches Outback
Hallo und Humppa nach Deutschland!
Standort: Flavignac / Frankreich
Tages KM: 557.1
Gesamtkilometer: 1493.5
Zwischenstand: Es regnet. Fahrt unter Wasser, aber es scheint auch so als wenn in der nächsten Stunde noch die Sonne rauskommen würde. Sitzen gerade bei Mc Donalds zum Frühstück. Die sprechen sogar Englisch hier.
Update Tag 3: So richtig beständig gut ist das Wetter aber nicht. Bei Mc Donalds vom Hof gefahren sah es noch so aus, als würde es besser werden. Wenig später wird man dann eines besseren belehrt. Es regnet. Dann hat man ja im Grunde schon keinen Bock mehr. Aber dann wird es auch wieder besser. Die Straßen trocknen recht schnell und das Fahren macht wieder Spaß.
Inzwischen sieht Frankreich auch so aus wie man sich das vorstellt. Man kommt vorbei an Weinberghängen ( obwohl die Weinpflanzen hier so weit im Norden noch sehr klein sind und nur knapp über den Boden ragen ) vorbei. Die Häuser sehen schon wesentlich mediteraner aus (und nicht mehr so kaputt, dass man sich dan den Osten erinnert fühlt) und man sieht Franzosen mit einem Baguett unter dem Arm und jeder scheint seinen eigenen Wein zu machen, weil an jedemzweiten Haus etwas von Weinverkauf steht ( zumindest glaube ich das bei meinem eingeschänkten Französisch ). Die Gegend ist wirklich wunderschön. Nur zu empfehlen.
Das Navi führt uns weiter an einem Kanal lang auf dem sich sogar Schiffe bewegen und jedes Dorf seinen eigenen kleinen Hafen hat. Da wir aber inzwischen schon in stärker hügeligen Gebiet fahren gibt es spätestens alle 1,5 km ein Schiffshebewerk. Will man dort also von einem Dorf zum nächsten mit dem Schiff fahren ist man sicher einen ganzen Tag beschäftigt weil man immer wieder durch die Hebewerke muss. Wie auch immer – mit dem Mopped ein Riesenspaß an der kurvigen Straße neben dem Kanal zu fahren. Wenn man hier abschmiert geht halt nur das Mopped baden.
Aber Frankreich ist ja ein Arschloch. Eine Stunde später – man hatte gerade die Regenklamotten ausgezogen – fängt es endgültig an zu regnen und hört auch nicht mehr auf. Das drückt natürlich die Stimmung. Hinzu kommt, dass das Navi unter massiven Umbaumaßnahmen am Straßennetzes leidet. Dann noch ein Baustelle und der Umleitungsversuch des Gerätes ergibt schon eine sehr abenteuerliche Strecke.
Mitten durch das französische Outback oder durch die Hinterhöfe einzelner Häuser – über Straßen die man eigentlich nur mit Cross-Maschinen befahren dürfte, weil die solange nicht mehr saniert wurden. Abgesehen von einem Teilstück, dass wirklich gerade geflickt wurde indem man einfach nur Tonnen von losem Rollsplit drüber gegeossen hatte. Da sind wir also auch nur mit durchschnittlich 30 km/h vorangekommen. Das waren dann genau die Ecken wo Leute einfach verschwinden und nie wieder auftauchen.
Stunden später lockert es wieder ein wenig auf. Wir folgen dem nächsten Schild in Richtung Campingplatz. Bis wird dann das wieder sehr abgelegene Dörfchen erreicht haben sind wir schon knappe 20km weiter. Direkt an einem See gelegen ( was den Mücken-Anteil ein wenig erhöht ) liegt der Campingplatz. Zelt aufstellen – irgendwann später wird schon einer kommen zum Kassieren. Nochmal ins Dorf, ein wenig zu Essen besorgen. Schon erstaunlich wie gut man mit nur einem französischen Wort Essen kaufen kann “Baguett ?!” – wir sind nicht verhungert.
Hier hatten wir auch das erste mal Kontakt mit diesen französischen Toiletten ( Löcher im Boden mit Markierungen für die Füße und Griffen an der Wand ). Glücklicherweise waren die Damen-Toiletten dann mit den uns vertrauten Schüsseln ausgestattet. WIr wechselsten also mal eben die Seiten.
Nachts ging der Regen wieder los. Das wird morgen wieder ein toller Tag.
cheers,
Sebastian
27. Mai 2010 Tag 4 – Schluss mit Lustig
Hallo und Humppa nach Deutschland!
Standort: Oiartzun / Spanien
Tages KM: 491.9
Gesamtkilometer: 1985.4
Auch wenn es noch kurz vor dem Aufstehen geregnet zu scheinen hat, sind wir doch noch halbwegs trocken wieder auf die Strasse gekommen. Heute würden wir es schaffen und endlich Spanien erreichen. Vor uns noch gute 450km bis zur Grenze. Auf dem Weg gab es noch kleine Schauer, aber ansonsten wurde der Tag immer besser und die Straßen immer trockener.
Irgendwie sah es auch schon im spanischer aus. In der einen Stadt schien es sogar eine Stierkampfarena zu geben. Nach einer Weile kamen wir in eine Waldgebiet, das sich später als Nationalpark erwies. Man kam sich gleich wieder wie in den USA vor. Den die nächsten Stunden ging es eigentlich nur gerade aus durch diesen einen großen Wald. Im nachhinein gut, dass wir vorher noch getankt hatten. Denn Häuser oder gar Tankstellen gab es auf der Strecke nicht wirklich mehr viele.
Den Wald durchquert wuchsen endlich wieder mehr Berge und Kurven :) Für die großen Pyrenäen waren wir leider zu weit an der Atlantikküste, das wollten wir uns für die Rücktour aufheben. Aber ein paar kleine Ausläufer waren auch jetzt schon für jede Menge Spaß gut. Ein letzter Halt bevor es dann ab durch die Berge und ab nach Spanien gehen sollte. Die Straße schon kurvig und trocken. Und los gehts… Aber nicht lange. Nach gut 30min dann technischer Ausfall von Lars Maschine. Wir standen in Bera in Spanien ( auch ein schönes Dorf – auch wenn die ganze Gegend einen von den Häusern sehr stark an Bayern erinnert ).
Den ADAC angerufen: “Abschlepper kommt in ca. 1 Stunde.”. Tat er dann auch. Leider konnte auch der Mann kein Stück englisch. In der Werkstatt zu der Lars gefahren wurde – ich mit der eigenen Maschine hinterher – war das nicht anders. Zum Glück hatte – scheinbar der Werkstattbesitzer ( nennen wir Ihn “Steve” ) – eine deutsche Freundin ( “Stevanie” ), die er angerufen hatte um dann das Telefon hin und her zu reichen, damit Sie übersetzen konnte ( später dann am PC mittels Google Translate ).
Das Ende vom Lied: Bis die Teile da wären und das Mopped wieder repariert sein würde, wären wir sicher noch eine Woche dort gefangen gewesen. Der ADAC würde Lars also ausfliegen und ich durfte meine Maschine alleine nach Hause fahren.
Die letzte Bratwurst vor Amerika muss also leider noch ein wenig warten.
Steve hat sich rührend um uns gekümmert. Er hat uns in die nächst größere Stadt gefahren ( Lars, ich wieder mit der eigenen Maschine hinterher ). Dort hatte er bereits ein Hotel gebucht. Wir wollten Ihn dann noch für seine Mühe die letzten 2 Stunden über auf ein Bier einladen, aber er ließ sich auch nicht davon abbringen, dass noch zu bezahlen.
Ein wenig merkwürdig war schon, dass er immer wieder darauf hinwies, dass dieses Hotel sicher sei. Und auch die Dame am Emfang ( Sie konnte Englisch ) wies mehrfach darauf hin, dass überall ums Haus Kameras wären und es sicher wäre das Mopped auf dem Hof abzustellen.
Erst später als Lars im dann gegenüber fallen ließ: “Also das ist Spanien ?!”, wies er unmißverständlich darauf hin, “Pssssst!!! Das ist Baskenland, nicht Spanien. Bloß nicht Spanien erwähnen.”. Erst dann vielen die Graffities an den Wänden “ETA” auf.
Die Nacht haben wir also auf ADAC-Kosten im Hotel verbracht bevor ich am nächsten Morgen die Motorradtour vorzeitig in Richtung Heimat beenden sollte. Lars sollte mit dem Taxi zur Auto Mietstation. Dann mit dem Mietwagen von San Sebastian nach Bilbao, um von dort mit dem Flugzeug via Malle nach Hamburg zu fliege.
cheers,
Sebastian
28. Mai 2010 Tag 5 – Gib Schub Rakete
Hallo und Humppa!
Standort: Herbholzheim (A5) / Deutschland
Tages KM: Sebastian: 1295.6, Lars: 0
Gesamtkilometer: Sebastian: 3281.0, Lars: 1985.4
Der Urlaub war also vorbei. Alleine Fahren macht auch nicht so viel Spaß. Also “Gib Schub Rakete.” ab nach Hause. Bei einer Mischung aus Schnellstraße und mautpflichtiger Autobahn, habe ich die 1.300km von Spanien durch Frankreich hinter die Grenzen Deutschlands in 13,5 Stunden geschafft.
Mehrfach Tanken. Zum Mittag und zum Kaffee gabs jeweils ein Twix, ansonsten durchfahren. ( Leider hab ich erst später von den “Iron Butt Auszeichnungen” (http://www.ironbutt.com/) fürs Langstrecken Moppedtouren erfahren, sonst hätte ich die letzten 300km für die erste Stufe auch noch gemacht – so ein Mist.
Ich bin am Volvic- Berg vorbeigekommen. Der sieht gar nicht so aus wie auf der Verpackung.
Im letzten Drittel von Frankreich hielt ich an einer Tankstelle. Während ich meine Kaffee-Mahlzeit einnahm und nochmal auf die Karte guckte für an die gegenüberliegende Seite der Zapfsäule noch ein Biker. Freundlich nickend grüßte ich. Der gute Mann gucke auf mein Nummerschild sagte aber nichts ( einen Franzosen würde ich auch nicht weiter mit Fragen löchern wollen ). Später habe ich dann aber gesehen, dass der auch aus Deutschland kam. Tagelang keinen Deutschen gesehen, der hält direkt neben mir, dann auch noch Biker sagt aber kein Wort. Eingebildeter Harley Fahrer!
Deutsch-Französische Grenze gegen 22.35 Uhr in Mülheim bei Freiburg passiert. Motel 30km weiter genommen. Der Hintern war echt platt. Ich habe auf dem Bauch geschlafen.
cheers,
Sebastian
29. Mai 2010 Tag 6 – Welcome Home
Hallo und Humppa!
Standort: Eddelak, Dithmarschen / Deutschland
Tages KM: Sebastian: 813,4, Lars: 0
Gesamtkilometer: Sebastian: 4094.0, Lars: 1985.4
Während die französischen Autobahnen ( vermutlich Dank Maut ) wirklich gut gepflegt sind ( wirklich Besenrein und keine Flickstellen ), ähnelt der Aufbau des Straßennetzes eher Supermarktregalen. Möglichst verschachtelt aufstellen, damit der Kunde ja noch an allen Produkten vorbei muss. Spätestens alle 150km änderte sich die Richtung oder man musste eine andere Autobahn nehmen. In Deutschland bin ich auf einer einzigen Autobahn geblieben und kam einmal längs durch das Land. So soll es sein.
Dann mal bis zur nächsten Tour ( hoffentliche länger ). Ich werde heute erst mal zum Imbiss fahren. Irgendwie habe ich Hunger auf Bratwurst.
cheers,
Sebastian
Hello ihr zwei.
Gruß vom Zurückgebliebenen. Hoffe euer Wetter wird an Beständigkeit zunehmen (im positiven Sinne).
Freue mich schon auf eine Masse von Fotos ( irgendwie scheint Lars Sebastian dieses Jahr zu bremsen ;) ).
Also “Ride On!”
PS: Erster