USA by Bike
( Für Bilder auf die roten Marker klicken!! An einigen Orten gibt es mehrere Fotos, die ohne zu Zoomen evtl. nicht erkannt werden. Also einfach mal ein wenig auf die einzelnen Punkte vergrößern. )
Mehr Bilder zu der USA Tour gibt es hier zu sehen: Bilder USA 2009
Wie versprochen sind noch ein paar Bilder von New York hinzugekommen.
cheers,
Sebastian
29. September – 03.Oktober 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
leider hatten wir in den letzten Tagen kein Internet ( zumindest nicht ohne viel Geld zu investieren ). Daher erst jetzt der Rückblick auf die letzten Tage. Jetzt sitzen wir am Flughafen und warten auf den Flieger. Wir freuen uns schon, mal wieder richtiges (festes) Essen zu bekommen. In den nächsten Tagen werden sicher noch ein paar Bilder hinzukommen, also Keep you updated. Digitales Endergebnis: bisher 800+ Aufrufe von mehr als 450 Besuchern, 7000+ Bilder ( 30gb ), 9400+ Worte im Blog.
cheers und bis nächstes Jahr ( Ostseeumrundung ),
Sebastian
02. Oktober 2009
Letzter ganzer Tag in NY, bevor es morgen wieder gen Heimat geht. Also schnell nochmal mit dem Bus die Tour um den Central Park und durch Harlem. Danach mussten wir natürlich nochmal ein US Kino mitnehmen – “Zombieland” im englischen Original – seeeehr lustig. Nochmal zu Fuß und mit dem Fotoapparat Central Park, 5th Ave, Midtown. Vormerken fürs nächste Mal: Guggenheim Museum und Museum of modern Art – die leider schon geschlossen hatten.
Keep you updated,
Sebastian
01. Oktober 2009
Tag zwei in NY. Weiter geht es mit den Bustouren. Den Rest der Downtown- Tour. Danach nochmal ein wenig zu Fuß durch die Stadt. Dann zu Macy’s und schnell eine einfache Abendrobe besorgen, zumindest etwas anderes als das, was man auf den Moppeds trägt. Abends ging es für mich zu einem original Broadway Musical – “Mama Mia”. Nicht sehr riskant, denn man kennt die Musik. Fazit: Unbedingt zu empfehlen, es wird auf jeden Fall nicht das letzte Broadway Musical gewesen sein. Toll war auch, dass wir in der ersten Reihe gesessen haben. Da die Bühne geneigt ist, bekommt man keinen steifen Hals und hat die Show auf der Bühne, aber auch die Show im Orchestergraben direkt vor einem.
Die beiden anderen Jungs haben den Abend in einem Irish Pub verbracht ( wohl nicht lange, da die Touri-Preise fürs Bier nicht lange zum Bleiben verleiteten ).
Keep you updated,
Sebastian
30. September 2009
Heute haben wir die Motorräder leider wieder abgeben müssen. So wie die Abnahme gelaufen ist hätten wir da auch noch ein paar Kratzer reinmachen können. Ich war froh, dass die Hupen wieder voll funktionierten. Die wurden in Atlanta nämlich ein wenig nass und aus dem Hupen wurde mehr ein leises Quäken. Der offizielle Meilenendstand ist: 3164,2 Meilen ( 5092,28km ).
Eigentlich ist in den Kosten für die Räder ein Shuttelservice von mindestens 8 Meilen enthalten. Leider hatten die Jungs keinen Service. Wir wollten zum Flughafen, von dem aus man günstig mit einem Bus in die Stadt kommt. Aber glücklicherweise haben wir das nicht gemacht, da es nebenan die Bahnstation gab, mit der wir für $7 nach Manhatten gekommen sind, und das natürlich direkt gegenüber von unserem Hotel. super Sache.
Das Hotel scheint das Standard-Touri Hotel zu sein. Irgendwie stehen da den ganzen Tag nur Leute an der Rezeption ( ohne das die Schlange kürzer wird ). Christian musste auf jeden Fall ein wenig länger dort stehen, bis wir unser Zimmer hatten. Das Zimmer ist letztendlich aber ok. Überraschend groß, und sogar mit einem eigenen Raum für das Gepäck. Wenn man aus den dreckigen Fenstern sieht, erstreckt sich dort allerdings nichts anderes als eine Wand. Das Wetter zu erahnen ist also eher schwer.
Nun ersteinmal rein nach NY. Wir wohnen an der 7th Ave, 33th, also nicht weit weg vom TimeSquare und dem Broadway. Zu Fuß die 7th Ave nach Norden Richtung Central Park und dann Kehrt und den Broadway runter bis zur Südspitze von Manhatten (das sind zu Fuß schon ein paar Meter). Danach den Rest von Manhatten bei der Stadtrundfahrt in den roten Doppeldeckerbussen erkunden. Später die Nachttour durch Manhatten und Broklyn
Keep you updated,
Sebastian
29. September 2009
Morgen müssen wir unsere Bikes abgeben. Daher haben wir heute nicht allzu viele Meilen geschafft und uns ein Motel in der Nähe gesucht. Das auf den ersten Blick sehr katholisch wirkende Motel “Benedict” wirkt auf den zweiten Blick dann doch wieder ein wenig merkwürdig. Die optisch anfangsechziger Dame am Empfang ( ich wette Sie hat eine Flasche Whiskey o.Ä. unter dem Tresen stehen ), spricht jeden mit “Darling” an ( daher auch die Alkoholverdacht – wie im schlechten Film ) und trägt für meinen Geschmack zu viel Gold – der Dallas Look.
Es ist auf jeden Fall das erste Motel mit einer mehr Personen Badewanne mit Sauna- und Whirlpoolfunktion, sowie einer Vollverspiegelten Wand hinter den Betten. Ich will gar nicht wissen wer das sonst so absteigt. Das Zimmer zwei Räume weiter verfügte auf jeden Fall auch noch über eine Bar und eine noch größere Badewanne – direkt im Zimmer – mit Bambus Applikationen drumherum. Also wieder den Stuhl unter die Türklinke stellen. Sicher ist sicher.
Abends haben wir lecker Steak gegessen. Auf den Punkt – wirklich lecker. Anschließend Kino: Tim Burtons “9″. Super Film, unbedingt ansehen.
Sonst gab es nichts spannendes an dem Tag, Meilen sind es nicht viele Geworden.
Keep you updated,
Sebastian
28. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
die Motorradzeit nähert sich dem Ende. Heute morgen sind wir wieder aus Washington gestartet. Es ging die Route 1 in Richtung Newark hinauf, wo wir die Motorräder abgeben werden. Auf der Route lagen Baltimore und Philadelphia. Während meine Begleiter es vorzögen die Städte zu umfahren möchte ich zumindestens hindurchfahren, am liebsten fotographieren. Baltimore war nicht sehr fotogen, daher nur ein paar Schnappschüsse mit dem Handy während roter Ampeln. Balitmore haben wir ziemlich mittig durchquert, also Downtown zumindest gesehen, das wollten wir in Philadelphia nicht riskieren.
An einer Ampel hat uns ein freundlicher Mann aus dem Auto angesprochen ( ich nenne ihn mal Steve ). Ich habe ihn akustisch leider sehr schlecht verstanden. Aber was deutlich rüber kam war “Be carefull. Boom, boom, boom (Formt dabei die Hände zu Pistolen)”. Da wollten Lars und Christian dann nicht mehr die gleiche Strecke durch die Stadt fahren und wir haben eine etwas weiter außen gelegene Route gewählt ( und ich habe keine Fotos bekommen ). Die Alternativeroute führte uns dann definitiv durch die bessere Gegend. Großzügig geschnittene Grundstücke, nette Anwesen und vorbei an der Saint Joseph’s University. Die Uni belegt einen kompletten Straßenzug, und das ebenfalls mit ansehnlichen Gebäuden.
Ich kann mir eigentlich kein größeres Armutszeugnis für eine Stadt vorstellen, als wenn man vermeindlich Fremde ( evtl. auch Weiße ) in seiner eigenen Stadt so warnen muss. Aber vielen Dank an Steve, dass er es getan hat.
Wir leben also noch. Uns geht es gut.
Vormerken: Wenn die Serie “The Big Bang Theory” es jemals nach Deutschland schaffen sollte: Bitte mal versuchen – sehr lustig.
Zitat des Tages ( Als wir im Motel nach dem Preis gefragt haben und uns der Preis nicht gefallen hat uns Lars sich freundlich verabschieden will ): “Thank you. We look where other.”
Keep you updated,
Sebastian
27. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
heute wurde der zweite Ausflug nach Washington unternommen. Nachdem gestern die Fußtour einmal durch das Regierungsviertel unternommen wurde und wir bereits mit dem Naturhistorischen Museum angefangen haben, ging es heute weiter durch die Museen ( ist ja schließlich eine Bildungsreise ). Die erste Station war das National Air and Space Museum. Hier gab es also alles Rund um die Luft- und Raumfahrt zu sehen. Nicht nur für Technikinteressierte unwahrscheinlich spannend. Vor allem weil auf der Größe einfach sooo viele Sache ausgestellt werden. Hier am besten mal die Bilder ansehen. Vielleicht hilft das einen kleinen Eindruck von diesem riesen Museum zu bekommen.
Station zwei war das Nationalarchiv. Hier werden die vier wichtigsten Dokumente der USA ausgestellt. Zum einen eine Ausgabe der Magna Charta. Dieses Dokument garantierte dem englischen Adel die politische Unanhängigkeit von der englischen Krone. Außerdem die Unabhängigkeit der Kirche. Das zweite Dokument ist die Unabhängigkeitserklärung, mit der sich die englischen Kolonien als souveräner Staat von England gelöst haben. Weiter geht es mit den vier Seiten der Amerikanischen Verfassung und der amerikanischen Bill of Rights, die die ersten Zusatzartikel zur Verfassung darstellen und den Bürgern eine freie und demoratische Gesellschaft garantieren. Jeder der den Film “Das Vermächtnis der Tempelritter” gesehen hat wird vieles wiedererkennen :-)
Als drittes haben wir den zweiten Teil des Naturhistorischen Museums angesehen, den wir gestern noch nicht geschafft haben. Dieses mal die Prähistorische Abteilung mit den Dinos sowie den Insekten ( es gibt sogar einen Schmetterlingsgarten, der allerdings extra bezahlt werden muss ).
Anschließend hat es noch für das Museum zur Amerkianischen Geschichte gereicht. Der Titel verspricht allerdings mehr als es tatsächlich ist. Es gibt viele Themengebiete zu denen verschieden Exponate ausgestellt werden. Erwartungsgemäß ist die Kriegsabteilung gut aufgestellt und gut besucht. Eine chronoloische Geschichte sucht man allerdings vergeblich. Der Amerikaner ist eben sehr “Eventorientiert”.
Nachdem wir das alles gesehen hatten reichte es aber auch für heute. Die Füße wollen einfach nicht mehr. Zum Glück morgen wieder auf den Maschinen…
Keep you updated,
Sebastian
26. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
heute ging es auf nach Washington. Unser Quartier haben wir ca. 20 Meilen vor Washington in einem Motel bezogen und uns für drei Nächte hier niedergelassen. Heute morgen sind wir dann voller Tatendrang zur nächsten Bahnstation marschiert und wollten von der aus in die Stadt fahren. Schließlich hat der Computerinder von der Rezeption uns die öffentlichen Verkehrsmittel empfohlen. Die Bahn sollte auch direkt an der Unionstation, unweit von dem Regierungsviertel halten. Das tut die Bahn aber leider nur an Werktagen und nicht heute und morgen. Ganz toll. Also wieder zurückgehen und mit den Räder in die Stadt.
In der Stadt angekommen findet man dort aber nicht wirklich Plätze zum Abstellen eines Motorrades an allen Ecken wird man abgeschleppt. Es gibt ein paar Parkhäuser. An einem Platz haben wir nochmal freundlich verhandeln wollen, ob wir nicht nur einen Platz bezahlen müssen. Der gute Mann sagt aber nein. Beim Beraten was zu tun ist, stehen wir nur leider einem Bus im Wege. Schnell die Räder weggefahren, nur die Brille vergessen. Bis es auffällt ist der Bus aber schon über die heruntergefallene Brille gefahren. Nun fahre ich die letzten Tage halt mit etwas weniger Schärfe und hoffe, dass die Brillenversicherung auch sowas trägt.
Letztendlich haben wir in den sauren Apfel gebissen und $15 bezahlt. Beim Gehen sehen wir, dass es kaum zwei Blocks weiter auch Parkhäuser für $7 gibt ;-(. Wieder mal in die Touri-Falle getappt.
Dann erstmal rund um das Regierungsviertel getapert. Wenn es um repräsentative Bauten geht, dann nehmen die lieben Amis schon mal ganz gerne viel Geld in die Hand ( was sicher anderswo gut gebräucht würde, wenn man nur mal 5 min weiter fährt – auch in Washington ). Optisch natürlich alles die reinste Augenweide und auch architektonisch schon spannend.
Also vorbei am Capitol, dem Weißem Haus, dem Washington Monument, dem Lincoln Memorial, sowie den Vietnam, Korea und 2. Weltkriegs Memorial. Das tolle an Washington ist, dass die ganze Stadt von Anfang an als Hauptstadt geplant und angelegt wurde, sodass sich alle Gebäude zu einem resiegen Regierungskomplex zusammenfügen. Rund um diese wichtigsten Gebäude versammeln sich in verschiedenen Reihen alle weiteren Regierungsinstitutionen und Ämter ( wie z.B. Handelskammer, Justizministerium oder das FBI ).
Auf dem ganzen Platz schien heute viel los gewesen zu sein. Vor dem Capitol wurde eine Feier für die Helden des Irak-Krieges abgehalten. Im Centrum war noch ein größerer Markt mit Bücherständen, Flohmarkt und Karussells aufgebaut und am 2. Weltkriegsmemorial waren einige Veteranen unterwegs und haben Gruppenfotos gemacht. Es waren auch viele Rollstuhlfahrer dabei. Der Großteil trug ein T-Shirt mit einem Spruch der bewirkte, dass wir uns doch fehl am Platze fühlten und außnahmsweise mal nicht als Deutsche erkannt werden wollten (übersetzt): “Wenn du das hier lesen kannst, danke einem Lehrer. Wenn du das hier in englisch lesen kannst, danke einem Veteranen.”
Außer der Regierung wird in diesem Viertel auch das Wissen zusammengefasst. Wie das Nationalarchiv ( mit der Unabhängigkeitserklärung, der Congressbibliothek oder den Smithsonian Museen – den wichtigsten und größten Museen des Landes aller Kategorien. Alle Smithsonian Museen sind von Jedermann kostenlos zu besichtigen – wir haben nach dem Außenrundgang als erstes das Naturhistorische Museum ausgesucht. Die Museen sind schon ein wenig anders als in Deutschland. Das Wissen wird mehr in der Breite und weniger in der Tiefe präsentiert, aber dennoch sehr gehaltvoll und optisch und wissentlich sehr gut präsentiert ( mal abgesehen davon, dass die eine Hälfte der Tiere in Petrolium o.Ä. eingelegt ist und die andere Hälfte ausgestopft aber dann einfach hingelegt wird. Bei uns würde der ausgestopfte Vogel irgendwie auf einem Ast sitzen und uns lieb ansehen, hier liegen die Vögelzusammengebunden platt auf dem Schaukastenboden. Lediglich die ganz großen sind ansprechend drapiert ( z.B. Nashörner oder Löwen, etc. ).
Leider wurden wir schon um 17.30 Uhr herausgeworfen, weil das Museum schließt. D.h. morgen geht es in dem Museum weiter ( plus andere ).
Dann haben wir heute versucht zu Waschen. Leider haben die Waschmaschinen und einen Knopf für Bundwäsche für Weißwäsche und einen für Wolle. Nichts mit Temperatur o.Ä. Auch das Waschmittel aus dem nebenstehenden Automaten hier im Motel scheint nicht das tollste zu sein. Denn irgendwie roch die Wäsche nach dem ersten Waschgang nicht viel anders ( wie zwei Wochen alte, verschwitze Shirts die in einer Plastiktüte vor sich hingären ). Also zweite Runde, doppelte Dosies Waschmittel und mit Dufttuch danach in den Trockner ( auch nicht einstellbar mit mit fester Laufzeit – ein paar bedruckte T-Shirts werden es nicht mehr lange machen nach der Hitze ). Jetzt richen die Klamotten schon mal neutral.
Habe ich den Regen erwähnt ? Heute morgen war noch alles gut. Man hat schon fast wieder geschwitzt – auch wenn es schon herbstlicher wird. Gegen Mittag wurde auch die sicherheitshalber mitgenommene Jacke zu viel und musste im Rucksack untergebracht werden. Aber seit 14.00 Uhr fing der Regen an und hat bis jetzt ( 01.30 Uhr ) nicht mehr aufgehört. D.h. wird sind auch dementsprechend durchnäßt wieder im Motel angekommen. Man bekam aber noch aufmunternde Beleidsbekundungen aus vorbeifahrenden Autos zugeworfen :-)
Keep you updated,
Sebastian
25. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
wieder eine zu empfehlende Srecke gefunden. Wer also hier mal als Motorradfahrer vorbeikommt sollte unbedingt auch die Route 30 und die Route 97 befahren. Beide Strecken führen durch die Berge, also eine ständiges Auf und Ab und das bei bester Kurvenlage. Auch heute konnte man das eine oder andere Mal das Schleifen der Fußbretter auf dem Boden vernehmen ( Bitte nicht dem Verleih erzählen – aber die Kurven sind einfach zu schön um die Bretter zu schonen ). Teilweise waren auch Strecken mit einem 11%igem Gefälle dabei – plus Kurven, es gibt nichts Schöneres.
Wie bereits erwähnt ändert sich die Landschaft eigentlich alle 100 Meilen. Heute Morgen wurden wir irgendwie vom Herbst überrascht. Der erste Teil der Strecke scheint insgesamt ein wenig höher gelegen zu sein. Der Mischwald war bereits an vielen Stellen von Bäumen durchsetzt die bereits rote oder gelbe Blätter trugen. Besonders die Bachläufe im Tal boten mit diesem bunten Hintergrund eine malerisches Bild. Wir hatten Glück und der erwartete Regen blieb aus, aber bis zum Mittag war es auf dem Rad doch schon ziemlich kühl.
Gegen Mittag kam die Sonne heraus. Als wir unser Ziel für das Tagesprogramm erreicht hatten war es bereits recht warm. Wir haben uns Gettysburg angesehn, in dem im Juli 1863 der Amerikanische Bürgerkrieg seinen Höhepunkt fand. Halb Gettysburg besteht aus dem “Gettysburg National Military Park”, dem damaligen Schlachtfeld, das nun mit Erklärungen und Denkmalern angereichert wurde. Zahlreiche Bustouren für die Touristen durch das riesige Gelände. Wir haben die selbstgeführte Autotour über das ca 2000ha große Areal genommen. Den Amerikanern ist die ganze Anlage verständlicherweise sehr wichtig, sodass es teilweise unter Strafe steht gewisse Denkmäler auch nur anzufassen!
Aus Gettysburg heraus geht es weiter nach Washington. Die Route 97 ist wieder eine geniale Strecke, bitte mal fahren! Nun sind wir hier 30min vor Washington und werden in diesem Motel die nächsten drei Nächte verbringen und die nächsten beiden Tage Kultur in Washington erleben ( und jedem Menge Bilder machen ). Danach weiter in den Norden auf New York zu.
Trotz des Kulturprogramms haben wir heute erneut 230 Meilen zurücklegen können. Inzwischen sind wir im Bundesstaat Maryland – Nummer 12 auf der Liste (38 fehlen noch, mindestens einer kommt noch).
Keep you updated,
Sebastian
24. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
awesome, wie der Amerikaner sagt. Heute hat Lars auf jeden Fall ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Strecke gehabt, sodass wir die bis jetzt beste Motorradstrecker erwischt haben. Die letzte Nacht haben wir in der Nähe von Logan verbracht ( die Sache mit den Unterhosen in der falschen Größe ). Eigentlich wollten wir die Unterhosen für die Kinder der Reinemachefrau liegen lassen. Aber die kam sofort rein, als wir noch gar nicht weg waren und stürmte gleich mit den Unterhosen in der Hand hinter uns her. Dann mussten wir sie doch mitnehmen. Egal.
Von dort aus ging es über die State Route 550 in Richtung Marietta. Liebe Motorradfreunde. Diese Strecke gehört zum Pflichtprogramm wenn man mal durch Ohio kommt. Der erste Abschnitt ist eine regelrechte Achterbahnfahrt. Enge Kurven und ein ständiges Auf und Ab. Eine wirklich super Strecke. Auch auf dem Rest der Straße wir nicht an Kurven gespart. Zudem geht es noch durch den “Wayne National Forrest”, der die Strecke auch noch optisch eindrucksvoll macht und dabei fahrerisch spannend bleibt.
Sehr spannend auch die Fauna. Bis Indiana war die vorherrschende Lebensform noch das Eichhörnchen. Seit Illinois sind die meisten Tiere die am Straßenrand liegen Waschbären. Innerhalb des Nationalforrest sind es wieder dramatisch viele Eichhörnchen. Das mag daran liegen, dass diese Tiere doch sehr viel auf der Straße unterwegs sind. Alle paar Meilen rannte vor unserer Nase ein Eichhörnchen von der Straße und flüchtete in den Wald. Das erste Eichhörnchen war bereits nicht zu erfolgreich damit. Erst rechts, dann Haken nach links, dann doch wieder nach recht, und dann mit einem großen Satz … mit dem Kopf in in die Leitplanke. Abgesehen von seinen Kopfschmerzen ist aber nichts passiert. Die Größe der Eichhörnchen nimmt allerdings wieder ab. Während die Tierchen in Georgia noch recht putzig waren, nahm ihre Größe Richtung Nordosten sehr zu. Rechnet man das mal hoch müssten die im Westen Kanadas die Größe eines Menschen haben, was das Vorkommen von Big Foot erklären würde.
Aber auch die lebendigen Tiere im National Forrest waren noch reichlich vertreten. Z.B. liefen auch regelmäßig Schildkröten über die Straße ( von denen war auch keine toten Exemplare am Rand zu finden – also zu Recht Millionen von Jahren unverändert überlegt ). Einmal haben wir sogar einen echten Biber in freier Wildbahn ( neben der Straße, aber lebendig ) gesehen.
Marietta ist auch eine Blick wert. Die Straßen die wir gesehen haben sahen sehr einladend aus. Eine mittelgroße Stadt mit Kleinstadtscharm und einen netten Gesamtbild. Weiter ging es auf der State Route 26. Auch gingen wieder große Teile durch waldiges Gebiet mit einer ähnlichen Beschaffenheit wie die Route 550. Also wieder sehr für Motorradfreunde zu empfehlen. Allerdings sind hier die Straßen teilweise schlechter ausgebaut, bzw. derzeit in der Überarbeitung – also nicht bei zu schlechtem Wetter zu empfehlen. Nach dem Überqueren des Ohio River, der auf der Karte viel kleiner aussieht als er wirklich ist, ist man schon in West Virgina ( Bundesstaat Nummer 10 ). Fährt man die geniale Strecke mit Kurven durch Berge und Täler, in dem immer ein kleines Flüsschen fließt an dem man entlangfährt, überquert man bereits nach eine paar Meilen die Grenzen zum nächsten Bundesstaat Pennsylvania ( unser Bundesstaat Nummer 11 ). Großartige Tagesstrecke.
Auch Lars konnten wir heute glücklich machen und wieder ein Klischee aus dem Fernsehen erfüllen. Und zwar haben wir so eine überdachte Brücke aus Holz gefunden, durch die wir dann fahren mussten, nur um auf der anderen Seite wieder umzudrehen und zurückzufahren. Hauptsache gemacht haben.
Zwei Sachen noch nachträglich: Wenn Erdnussbutter irgendwie mit europäischen Geschmacksnerven zu tun bekommen sollte, dann in Form des scheinbar auch hier nur auf Tankstellen erhältliche “Twix Peanutbutter”. Das Ding ist nur lecker. Ich habe schon wegen dem Zeug zugenommen.
Auch zu Hause werden von Zeitungen die kleinen Zeitungsröhren aus Plastik mit dem Aufdruck der Zeitung verteilt. Das ist auch hier so. In Ohio scheint es eine Zeitung zu geben die “The Leader” ( Der Führer ) heißt.
Keep you updated,
Sebastian
23. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland,
nach dem Besuch bei Harley Davidson haben wir in Merryville genächtigt. Nun geht es zurück an die Ostküste. Dabei haben wir die Grenzen zu Ohio überfahren – Bundesstaat Nummer neun. Die Straßen hier verlaufen auch nicht anders als in den Dithmarscher Kögen – Immer schöne gerade aus. Leider sind hier die Dimensionen ein wenig anders. Sodass wir hier den ganzen Tag nichts anderes gemacht haben. Wenn wir Kurven fahren wollten mussten wir zum Tanken links ran fahren. Geradeaus fahren schafft aber auch was weg. Mit 340 Meilen ( 544km ) Tagesleistung haben wir unsere persönliche Bestmarke aufgestellt. Insgesamt sind wir damit nun bei 2282 Meilen ( 3651km ). Mehr ist heute eigentlich nicht passiert.
Die mit meisten Kurven konnten wir auf dem Weg zum Mittagessen fahren ( war auf der linken Fahrbahnseite ). Hier gab es wieder einmal soooo reichlich zu essen, das selbst Christian die Segel streichen musste. Aber das Essen ist hier einfach unglaublich billig. Und in diesem Fall auch unglaublich lecker. “Bob Evans” ist unbedingt zu empfehlen, wenn man mal in den Staat Ohio kommt ( gab hier noch ein paar andere ).
Unseren kleinen Abendhappen und die Getränke für den nächsten Tag haben wir heute Abend wieder im Walmarkt Superstore besorgt. Bereits beim letzten Mal wollten wir noch ein paar Unterhosen besorgen damit wir nicht waschen müssen. Während Lars die Kindergrößen erwischt hat, habe ich beim Einpacken nicht aufgepasst ( die Packen alles für dich in Plastiktüten, wenn eine nur voll aussieht wird die nächste befüllt ), und habe dann die zweite Tüte hängen lassen. Heute der zweite Versuch. Leider ist die amerikannische Größe L ein wenig zu groß. Wir könnten uns eine Unterhosen mit allen teilen. Also beim nächsten Mal Versuch Nummer 3.
Yippie: Für mich gehts am 01.10. zu einem Broadway Musical in New York, die anderen beiden wollten nicht – selber schuld.
Thats all for today.
Keep you updated,
Sebastian
22. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland.
Wir haben es lebend aus Zombie City herausgeschafft. Das Motel war irgendwie nicht ganz geheuer. Sahen halt irgendwie alle wie die Typen aus klassischen Zombiefilmen aus. Die alte scheinbar unschuldige Oberverantwortliche mir Ihren Zombielakeien. Ein wenig abgeschieden, an einem See gelegen ( um die Überreste loszuwerden und um aus Nebel auftauchen zu können ). Überall auf dem Hof standen Autos. Bei Tageslicht hat man aber gesehen, dass die aller kaputt waren und gar nicht mehr weg konnten ( zum Glück waren unseren Maschinen noch heile am nächsten Morgen ). Die hatten noch nicht mal Internet und wahrscheinlich ging auch kein Telefon um Hilfe rufen zu können. Auch sie Stadt sah für angebliche 80.000 Einwohner kaputt und klein aus. In der risiegen Grube am Ortsausgang wurden sicher auch noch ein paar Leute nach dem Aufessen verscharrt. Also Recine definitiv nicht zum verweilen empfohlen.
Induktionsschleifen für Ampelschaltungen kennen die allerdings schon. Sonst kann man schon mal ein paar Minuten vor einer Ampel verbringen wenn man sich nicht direkt an die Linie stellt sondern einige Meter weiter hinten, weil da auch noch eine Bahnschiene verläuft, solange bis ein anderer Autofahrer einen freundlich auf diesen Umstand hinweist.
Raus aud Zombie-City ging es weiter nach Milwaukee, Wisconsin. Dort haben wir das Harley Davidson Museum besucht. Da gibt das schon tolle Mopped zu sehen. Das ganze Museum ist optisch auch einiges ansprechender gestaltet als das Coca-Cola Museum ( was für “Museen” wir so besucht habe ;-) ). Allerdings gabs da kein Werkserzeugnis am Ende zum freien Mitnehmen. Schade.
Damit hatten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Gleichzeitig haben wir auch das zeitliche Bergfest der Tour gefeiert. Nun geht es in Richtung Osten. Wieder zurück über Chicago nach Ohio, dem neunten Bundesstaat der Reise.
Inzwischen haben wir Station am Highway 30 in Indiana gemacht. Damit haben wir heute ganze drei Bundesstaaten bereist. Damit kommen wir auf eine Gesamtleistung von 1945 Meilen (ca. 3112km).
Auf dem Weg hierher haben wir nochmal Stopp zum Mittagessen gemacht. Da gabs die größten Burger die wir bisher gegessen habe, sodass heute auch keine weiter Mahlzeit mehr nötig war. Für Lars war es ein $160 Burger. Details sind bei Lars direkt zu erfragen. So langsam ist aber auch gut mit der amerikanischen Küche. Mutti: Wenn wir wieder da sind wünsche ich mit Kasslerbraten mit Sauerkraut. Apropos Sauerkraut: Oktoberfest kennt hier aber jeder. In jeder zweiten Stadt hängt ein Werbeplakat, dass irgendein Restaurant ein Oktoberfest veranstaltet.
Außerdem haben wir noch einen Stopp bei Aldi gemacht. Das gibts auch hier ( genauer gesagt Aldi-Süd ). Sogar die Inneneinrichtung ist fast identisch. Hier wird nur nicht mit den Getränken gestartet, sondern mit den Süßigkeiten. Aber ansonsten fühlt man sich wieder ganz in der Heimat. Etwas anders ist nur der Sicherheitsmann an der Tür, des sich im Randgeiet von Chicago befindlichen Aldis. Der gute Mann, ich nenne Ihn mal Steve, fragte uns auch sofort nachdem wir das Geschäft betreten hatten, ob die Helme abgeschlossen wären. Das sollten wir dringend machen, wir könnten die Räder auch gerne direkt vor dem Laden in der Halteverbotszone aufstellen, auf die er eine Auge hätte. Sowas würde einem in Deutschland nicht passieren.
Keep you updated,
Sebastian
p.s.: Den Energydrink “Monster” kann ich nicht empfehlen. Schmeckt zwar fast genauso wie RedBull treibt aber ungemein stärker. Ich musste ständig zum Pinkeln anhalten.
21. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland.
Und nach uns die Sinflut: Hier wird berichtet, dass Georigia und vor allem Atlanta in sinflutartigen Regengüssen absaufen. Im Moment scheinen wir wirklich vor einer Schlechtwetterfront herzufahren. Allerdings werden wir morgen sicher Milaukee erreicht haben und müssen dann wieder in den Süden respektive Osten fahren, wobei wir dem Wetter dann wieder entgegenkommen. Wir werden sehen…
… angekommen. Wir sind jetzt in Recine einem Ort in Wisconsin, besuchter Bundesstaat Nummer acht. Mit dem Wetter hatten wir heute richtig Glück. Gegen aller Erwartungen gab es keinen Regen. Ganz im Gegenteil, die Luft war ideal zum Moppedfahren. Die Kurven konnten also kommen. Blöderweise habe die keine in Illinois. Wie Gestern auch schon ging es hier eigentlich nur geradeaus. Und auch wie gestern, eigentlich nur durch Maisfelder. Wir fahren also schon zwei Tage nur durch Maisfelder. Ohne das zu recherchieren denke ich, dass das das größte Maisanbaugebiet der Welt ist.
Auf der Stecke lag auch Rossville ( vielleicht nicht DAS ). Natürlich zwischen Maisfeldern ( sieh Akte X ), da stimmt was nicht. Da gabs auch komische Schneisen zwischen den Feldern.
Irgendwann nach langen geraden Strecken kamen wir in Chicago an. Ein paar Stopps für Bilder durfte ich machen dann fing die Meute an zu rebellieren. Der Highway 41 geht direkt an dem Lake Michigan ( der wirklick unglaublich groß ist, man sieht kein anderes Ufer, könnte also auch ein Meer sein, ist aber Süßwasser – hab ich probiert ) an Chicago vorbei und bietet einen traumhaften Ausblick. Ich werde definitiv nochmal für eine richtige Fototour nach Chicago kommen müssen. In Sachen Prestigebauten sind die Amerikaner einfach gut und es sieht klasse aus ( zumindest ab und zu ).
Nach den kurzen Fotostopps weiter nach Norden Richtung Wisconsin, wo wir jetzt Rast machen. Also nichts wirklich spannendes passiert heute. Also zurück zu den kulinarischen Ausflügen die letzten Tage: Vorgestern Abendessen bei “Wendy’s” ( im Grunde nur eine weiter Burgerbude mit Chlorwasser-Getränken ), auch wenn der Dollarkurs und die Tatsache das Essen hier einfach billiger ist, das Ganze viel günstiger macht als bei uns. Gestern Abendessen bei “Big Boy” ( bekannt auch Austin Powers ). So langsam habe wir alle Ketten durch. IHOP fehlt noch, wird aber sicher noch passieren. Heute Mittag gabs mal wieder Buffet, also all u can eat für $7, das ist etwas was es hier irgendwie in vielen Restaurants gibt.
Egal wo man hier mit den Motorräder auftaucht, überall wird man angesprochen wo man her kommmt, wo die Tour hingehen soll und alle sind beeindruckt und wünschen natürlich noch eine schöne Reise. Selbst die Amerikaner scheinen noch nie durch Ihr eigenes Land gefahren zu sein. Ok, zugegeben, so bewusst und der Tour wegen bin ich auch noch nie durch Deutschland gefahren und das ist nun weiß Gott kleiner. Beim Stoppen an der Ampel sprach mich ein Mann aus seinem Truck an und zeigte mir nur seine Tasche mit dem Harley Davidson Emblem drauf – einfachste Kommunikation, man versteht sich sofort und ohne Worte. Daumen hoch und zurücklächeln.
Hier in Illinois und Indina scheint es mehr deutsche Wurzeln zu geben. Man ließt hier viele Schilder mit Meyer, Schultz oder Schröder ( in der entnazifizierten Version: Schroeder ). Nachdem ich und Lars bei McDonalds bestellt hatten wurde Christian mit den Worten “Und für Sie ?” begrüßt. Der gute Mann hätte Deutsch in der Schule gehabt. Auch mehrere ältere Herrn die wir getroffen haben, bzw. uns angesprochen haben, weil Sie die Sprache erkannt hatten, waren eine Zeit lang in Deutschland stationiert. Egal wen man fragt, alle lieben Deutschland … ;-)
Keep you updated,
Sebastian
20. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland.
Es regnet in Strömen und wir wollen gleich los. Ich denke heute werden wir keine große Strecke fahren …
… jetzt sind wir angekommen. Das Wetter in den ersten beiden Stunden war in der Tat nicht wirklich angenehm zu fahren. Schon nachdem Beladen der Bikes mit dem Gepäck waren wir bereits ziemlich durchgeweicht. Die Straße die von dem Motel auf unsere gewählte Route führte stand bereits soweit unter Wasser, dass man eigentlich nur noch mit angezogenen Füßen langsam hindurchfahren konnte ( die Autos links und rechts von einem fuhren meist schneller, sodass das Wasser aus allen Richtungen gleichzeitig kam.
Also nochmal schnell zu “The Home Depot” ( Obi für Große ). Dort mit einem Ganzkörper-Gummianzug eindecken, Arme und Beine mit Panzer-Tape abdichten. Nun kann es weitergehen. Die Tour führt entlang des Highway 135 in Richtung Norden. Der Highway führt durch einen kleinen National Park. Die Strecke ist wieder mal eine von den traumhaften Strecken durch eine wunderbare Landschaft, entsprechend kurvenreich, also eine tolle Motorradstrecke. Hätten wir keinen Regen gehabt wäre das eine super Strecke gewesen. Für eigene Touren auf jeden Fall merken ( Hwy: 48, 50 und 135 ).
Tanken und weiter in Richtung Indianapolis. Über die Mittagspause inweg ließ der Regen glücklicherweise nach und hörte dann auch bald komplett auf. Der Rest der Tour wurde dann durchaus angenehmer. Die doppelte Kleidung wurde nun aber eher hinterlich. Denn es kommt zwar nichts mehr rein, aber auch nichts mehr raus …
Indianapolis wurde dann links liegen gelassen und umfahren. Weiter Richtung Norden, Tendenz Chicago bzw. Milwakee ( der Heimat von Harley Davidson ). Einen kleinen Knick nach Westen bevor es dann gerade nach Norden auf Chicago zugehen soll. Glücklicherweise bleibt das Wetter trocken. Aber hier in Indiana kennt man irgendwie kaum Kurven. D.h. die meiste Zeit geht es immer gerade aus. Ein paar Hügel aber das wars auch schon. Hinzu kommt, dass der Weltbedarf an Mais scheinbar hier gedeckt wird. Im Grunde fahren wir nämlich schon den gesamten Staat hindurch nur zwischen Maisfeldern hindurch. Also wieder einmal ein Fernsehen- Halbwissen als Wahrheit geprüft.
Auf der Suche nach einem Motel ( Campen ist bei dem Wetter einstimmig abgelehnt worden ) haben wir Quartier in einem Motel in Danville bezogen ( Gene Hackman hat hier wohl seine Jugend verbracht, hier hängen auch überall Bilder von Ihm ). Danville liegt knapp hinter der Staatsgrenze in Illinois. Bundesstaat Nr. 7 ( fehlen noch 43 ). Illinois ist auch mal wieder eine andere Zeitzone ( Deutschland – 7 Std. ).
Hatte ich eigentlich schon mal von dem tollen amerikanischen Wasser erzählt ?! Da das Rohrleitungssystem nicht mehr das beste ist, wird das Leitungswasser überall gechlort. Das ist Ok beim Duschen, mal angesehen davon, dass man immer so riecht, als wenn man gerade aus ( einem deutschen ) Schwimmbad kommt. Schlimm wird das erste wenn man das Wasser trinken soll. Dann hat Wasser sehr wohl einen Geschmack. Muss man natürlich eigentlich nicht machen, denn Cola ist im Supermarkt meist billiger als Wasser ( aus der Flasche ), aber spätestens wenn man in einem Grill etwas zu trinken bestellt merkt man relativ schnell ob in dem Laden etwas aus der Flasche kommt, oder ob dort Cola-Sirup benutzt wird, und die Cola nach Chlor schmeckt ( was leider häufig der Fall ist ).
Lars musste natürlich noch etwas ausprobieren: In den USA bekommt man gekauften Alkohol immer in braunen Tüten ausgehändigt: Stimmt.
Walmart Superstore ist schon was spannendes. In dem Laden gibt es wirklich nichts das es nicht gibt – wirklich. Von Schusswaffen über Schlauchbooten, Autoreifen, Computer und Süßigkeiten in allen Packungsgröße ( komplette Kartons bevorzugt ) ist alles zu haben. Für die dicken Amerikaner ( nein, sind die lange nicht alle wie das vielleicht ein Vorurteil ist ) gibt es dort sogar kleine Elektrofahrstühle, damit die Leute sich auf der großen Fläche nicht überansträngen ( und z.B. jemanden verklagen könnten ).
Keep you updated,
Sebastian
19. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland.
Ich bin mal wieder in der glücklichen Lage eine Internetverbindung erwischt zu haben.
Heute haben wir unseren 6 Bundesstaat erreicht. Nachdem wir heute morgen noch in Tennessee gestartet sind, ging es den Tag über weiter nach Norden. Über den Highway 431 ging es von Joelton in einen der berühmtesten amerikanischen Orte überhaupt: “Springfield”. Ok, der Name wurde von Matt Groening für seine berühmte Serie “Die Simpsons” meines Wissens wohl deswegen gewählt, weil es der am häufigsten vorkommende Ortsname in den USA ist, aber wir waren zumindest in einem davon ( und es hin nirgends Simpsons- Werbung ).
Kurz nach Springfield ist der Bundesstaat Tennessee bereits zuende und wir überqueren die Grenze nach Kentucky. Die erste Haltestelle ist Russellville. Einem der ältesten Orte im Süden von Kentucky. Als wir nach dem Weg gefragt haben wurden wir wie immer freundlich empfangen und erst einmal darauf hingewiesen, dass in Russellville die Bank steht die Jessie James und seine Bande damals als erstes überfallen haben.
Weiter geht die Fahrt über Elizabethtown. Ich wollte da unbedingt mal durch. Vielleicht sieht man ja etwas was man aus dem Film kennt ( Ich mag den Film – Trailer ). Leider habe ich nichts wiedererkannt von dem an dem wir vorbeigekommen sind. Egal – Wir waren da !!!
Ganz in der Nähe ist das berühmte Fort Knox ( benannt nach dem General von George Washingtons Truppen XY Knox, der später der erste Verteidigungsminister wurde ). Zum einen lagert die Amerikanische Regierung dort ein paar Goldreserven, zum anderen ist das aber im Wesentlichen eine Militärstützpunkt ( der laut Infofilm in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden soll ). Dort findet sich auch das Patton Museum. Da gibts ganz viel über Krieg zu sehen, noch mehr Panzer ( vor allem Amerikanische und Deutsche ). Siehe Bilder.
Die berühmte Westpoint Militärakademie findet sich auch ganz in der Nähe, da waren wir aber nicht, sondern sind weitergefahren nach Louisville. Einmal durch die Stadt, dass man wenigstens sagen kann in Downtown gewesen zu sein um die berühmten Lokale gesehen zu haben. Irgendwo trat dann aber noch eine Mädchenschwarm auf, sodass sich Menschenschlangen quer durch die Innenstadt zogen um irgendwo hereingelassen zu werden.
Verlässt man Louisville in Richtung Norden verlässt man auch den Bundesstaat Kentucky. Damit haben wir Kentucky an einem Tag komplett durchquert. Nun stehen wir in Seymour, ca 60 Meilen vor Indianapolis – unser Ziel für morgen.
Tagesleistung: rund 260 Meilen ( ca 420km ). Gesamtleistung: rund 1300 Meilen.
Keep you updated,
Sebastian
18. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland.
Tag fünf auf dem Bock. Dem Hintern geht es noch weitestgehend gut, auch wenn zumindest bei mir gewisse Verschleißerschein zu merken sind.
Nach dem wir die letzte Nach in der Nähe von Scottsborow in Alabama verbracht haben, ging es heute morgen weiter in Richtung Tennessee. Da wir nur eine kleine Ecke von Alabama auf unserem Weg hatten, waren es ca. 50 Meilen um die Grenzen von Tennessee zu erreichen. Irgendwie haben wie die falsche Straße erwischt. Das führte uns aber einmal mehr auf eine wunderbare Straße. Nicht nur dass wir wieder durch ein paar Dörfer gefahren sind, die eindeutig aus dem Fernsehen stammen könnten, außerdem haben wir auch wieder eine wunderbare Bergstraße gefunden ( siehe Bilder in der Karte ).
Wie immer sind alle überfreundlich. Während wir an einem Bauernhof vorbeigefahren sind winken uns auf der einen Seite zwei ältere Farmer zu, die auf einem Truck sitzend die Gott einen guten Mann sein lassen und das Wetter genießen. Wenig später fährt ein Anderer uns voraus, den wir eigentlich nur nach dem Weg gefragt haben.
Wenn man Alabama verlässt und sich auf den Strassen von Tennessee bewegt fällt einem ziemlich schnell auf. Die Straßen sind auf einmal viel besser und auch die Seitenstreifen weit besser gepflegt. Zumindest von dieser Strecke ausgeht scheint Tennessee der wohlhabendere Bundesstaat zu sein.
Auch in Tennessee haben wir mal wieder eine wunderschöne Motorradstrecke erwischt. Kurzvenreich, aber nicht zu scharf. Die Aussicht wie immer klasse. Alles sieht anders aus, als noch wenige Meilen zuvor.
Für Lars ging es heute zur Jack Daniels Distillery in Lynchburgh Tennessee. Das eigentlich eher abgeschieden gelegene Dorf / Kleinstadt Lynchburgh scheint komplette für dieses eine Produkt zu leben. Wir haben die einstündige Führung durch die Destille mitgemacht. Wenig nach uns wurden mit mehreren großen Bussen noch einige Touristen mehr angekarrt. Aber auch in der Innenstadt reihen sich die Souveniershops aneinander, die alle Jack Daniels Produkte und Merchandising verkaufen ( Sogar die Kartons der Jack Daniels Geburtstags Edition ohne Inhalt ). Die Tour ist auf jeden Fall sehenswert, auch wenn man keinen Alkohol trinkt.
Rauchen sollte auf dem Gelände unterlassen werden. Besondes in den Räumen der Rieselfilter, bei denen der pure Whiskey über die Holzkohle geleitet wird und den sog. Barrelhouses. Während der Führung wurde der Deckel eines solchen Filters angehoben um eine Nase voll der Luft zu nehmen, und die ist auf jeden Fall brennbar. Gleiches gilt für die Lagerhäuser in denen der Whiskey reift. Auch hier riecht die Luft im Grunde nach purem Alkohol. Jeder Whiskey-Liebhaber wird es lieben.
Beim Verlassen der Stadt kam uns noch der “Homecoming”-Umzug entgegen und blockierte die Ausfahrt aus der Stadt. Bei einem solchen Umzug werden Schüler der Uni oder Highschool für Verdienste oder einfach nur als Schönheitskönigin/ -könig gekrönt. Die halbe Stadt schien auf den Beinen zu sein und säumte die gesamte Straße. Der Schulkapelle hatte sich aufgestellt um dem Umzug durch die Stadt zu geleiten. Auf verschiedenen geschmücken Trucks fuhren anschließend verschiedene Sportteams in die Stadt ein und anschließend die Schönheitsköniginnen, alle in Cabrios. Also mal wieder eine Sache mehr aus dem Fernsehen in der Realiät gesehen. Bildungsreise eben.
Weiter ging es durch die Tennessee hin nach Nashville und hindurch ( dort will man nicht in den Berufsverkehr geraten ). Nun sind wir nördlich von Nashville im Motel und entspannen bei dem Prasseln des Regens vor der Tür.
Keep you updated,
Sebastian
17. September 2009
Hallo und Hummpa nach Deutschland.
Bei dieser Reise steht auch die kulinarische Vielfalt im Mittelpunkt. Wie jeder Morgen, so musste auch dieser mit einem anständigen Frühstück begonnen werden. “Waffle House” hieß das Ziel ( nach dem ich mal wieder nicht ausschlafen durfte. Ich brauche dringend Urlaub vom Urlaub ).
Meistens fällt man ja nach drei Sätzen als Nicht-Amerikaner auf und wird gefragt, wo man denn herkommen würde. Interessanterweise lieben, zumindest alle Kellner/innen, Deutschland, wenn Sie hören, dass wir dort herkommen. Das nächste Mal werden wir eine Karte mitnehmen und uns demonstrieren lassen, dass Sie zumindest den richtigen Kontinent kennen.
Nachdem wir gestern beim Besuch von Atlanta schon bis aufs Mark eingeweicht wurden, hatten wir uns wenigstens für heute besseres Wetter erhofft um einmal die Innenstadt trockenen Fußes erkunden zu können.
Leider weit gefehlt. Kaum waren wir auf den Motorrädern unterwegs fing es wieder an zu regnen. Und das kaum weniger als schon am Vortag. Auch wenn wir dieses Mal ein wenig besser ausgerüstet waren, ist das dennoch keine angenehme Tour. In Atlanta angekommen haben wir uns nochmal zu Coca-Cola durchgefragt. Den in dem, vom Amerikaner freundlich “Coca-Cola-Museum” genannte, “World of Coca-Cola”, gibt es allerhand über das Erfolgsgetränk zu lernen. Auch wenn man Wissen und Marketing nicht durcheinanderbringen sollte ist besonders der letzte Teil der spannenste, die freie Verköstigung mit allen Coca-Cola Marken, zugeordnet zu den verschiedenen Kontinenten. Am Ende habe ich ca. 20 Sorten der verschiedensten Limonadengetränken probiert. Und bei einigen fragt man sich wirklich wie sich ein solches Getränk halten kann.
Wer mal die Gelegenheit hat sollte einmal die Mischung aus den beiden Limonadensorten “Bimbo xy” aus Afrika probieren ( auch wenn der Name aus dem europäischen Sprachgebrauch sicher unglücklich gewählt ist ).
Jeder darf zum Ende noch eine Glasflasche Coca-Cola aus der hauseigenen Fertigungsstarße mit nach Hause nehmen und nocheinmal durch den großzügigen Merchandising-Shop schlendern ( ok ich hab mir auch ein T-Shirt gekauft ).
Wer mag kann gerne noch in das gegenüberliegende Atlanta Aquarium gehen – uns war bereits schon zu nass.
Das sollte es dann auch mit Atlanta gewesen sein. Leider machte das Wetter weiß Gott nicht Lust darauf länger zu bleiben. Also raus aus der Stadt. Kaum war man 10 Minuten gefahren befand man sich schon fast im Grünen. Großzügige, baumumsäumte Grundstücke die links und rechts von der Straße leicht erhaben ein wunderschönes Bild formten ( und wieder einmal Prachtbauten von Kirchen ).
Die Landschaft wurde nun auch zunehments hügeliger. Die Straßen verliefen nun auch nicht mehr in langen Geraden, wie dies noch in Floriade oder dem Süden von Georgia der Fall war, sondern immer mehr in Kurven. Für eine Motorradfahrt ideal. Die Kurven waren nicht zu steil und die Geschwindigkeit ohnehin immer stark reglementiert.
Wenn gleich das Wetter noch eine gute Stunde immer wieder von starken Schauern durchzogen war, so wurde man darauf doch schnell wieder durch die Landschaft für alles entschädigt. Der Highway 48 zwischen Nordwest Georgia und Alabama ist schöner als Ihn Hollywood je erschaffen könnte. Die kurvenreiche Straße, die einen um die vielen Berge herauf, herab und herumführt ist links und rechts von hohen Bäumen gesäumt. Kräftigstes Grün und teilweise weite Aussichten in die Täler wollen dich nie wieder von dieser Straßer herunterlassen. Mitten auf dem Berg finden sich ein oder zwei kleine Döfern wie aus dem Fernsehen. Hier kennt definitiv Jeder Jeden. Von jedem Geschäft gibt es eine kleines, dass sicher über 5 Generationen betrieben wird und alles ist uhrig eingerichtet und vom Tourismus abgeschieden. Besser als die Wirklichkeit.
Über die meiste Zeit kommt dir kein Verkehr entgegen und dr bedeckte Himmel unterstreicht eigenlich nur noch die satten grünen Farben. Auf der letzten Kurve der Bergspitze fährst du durch eine kleine Nebelbank, bevor es in Kurven wieder dem Tal entgegengeht. Diese Strecke muss ich unbedingt nochmal fahren ( dann evtl. aber mit mehr Zwischenstopps zum Fotografieren. Dieses mal musste ich es genießen ).
In Alabama angekommen ( Achtung: Zeitzonenwechsel. Hier beträgt die Differenz zu Deutschland -7 Stunden ) flacht es leicht ab. Immer noch leicht kurvig, also super zum Fahren. Endlich sieht man auch mal den einen oder anderen Bauernhof( bisher noch gar nicht ). Hier kommen wir nun auch durch die richtig klischeehaften Kleinstädte. Links und rechts der Hauptstraße sitzen die kleinen Läden, die Autos Parken vorwärts davor. In den Schaufenstern hängen die Anfeuerungsplakate für das lokale Highschool-Footballteam und auch die Autos sind genau die aus dem Fernsehen.
— Einschub: Wie ich Schnarchen nicht abkann. Ich weiß jetzt schon, dass ich wieder die halbe Nacht wach liegen werden, weil Herr Carstens hier den Regenwald abholzen muss während ich das hier schreibe. Werde nochmal die Toilettentür schwungvoll zufallen lassen. —
Tagesstrecke: 175 Meilen. Gesamtstrecke bisher: 894 Meilen ( 1430km ).
Keep you updated,
Sebastian
16. September 2009
Hallo und Hummpa nach Deutschland.
Während Florida noch recht flach ist und auch keine hohe Vegetation aufweist ändert sich die Landschaft nun schneller. Man kann sagen, dass rund alle 100km die Landschaft irgendwie anders wird. Andere Vegetation, mehr Wald, weniger Wald, mehr Sumpf, weniger Sumpf, mehr Lange Strassen, mehr kurze Straßen, Häuser ohne Rädern, Häuser mit Räder und Häuser ohne Räder. Hier im Süden von Georgia scheinen die sog. “Mobile Homes” schon recht im Trend zu liegen. Dabei wird das ganze Haus irgendwo auf einem Stahlträger fertig gebaut und dann 1:1 per Truck ausgeliefert.
Die Dinger scheinen so sehr im Trend zu liegen, dass die scheinbar auch ohne Bestellung ausgeliefert und irgendwo aufgestellt werden. Richtige Häusersiedlungen, geschweige denn Dörfer, sind eher selten oder gar nicht so angesagt. Stattdessen stehen Häuser einfach überall rum. Irgendwo zwischen den Bäumen an der Straße, mal weiter vorne, mal weiter hinten, mal zwei dicht beieinander, mal eine Meile auseinander, stehe die flachen, breiten ( so, dass sie der Länge nach auf den Auslieferungs-LKW passen ) Häuser. Und es gibt wirklich viele Häuser bei denen ein Schaukelstuhl auf der Veranda steht – ganz wie im Fernsehen.
Auch wie im Fernsehen: Die Baumplantagen mit den hängenden Flächten im Geäst.
Auch wie im Fernsehen: Die tollen Warnschildern auf den Straßen “Roadwork Ahead”. Gegen die Arbeitslosigkeit werden einfach viel mehr Personen eingestellt ( sicher zu einem sehr günstigen Kurs ) und viel weniger Maschinen eingesetzt. Also 10 Leute reparieren eine Überlandleitung.
Um so länger man durch Georiga fährt um so mehr schöne Ecken findet man dort. Wirklich traumhaft. Hier fallen aber auch die sozialen Unterschiede auf. Man sieht es einfach von Außen. Besonders auffällig ist dies in offensichtlich ärmeren Gegendenen, in denen Regierungsgebäude stehen ( z.B. Rathaus oder Post ). Die umstehenden Häuser sind ungepflegt der Garten ungeliebt und das Regierungsgebäude klassisch, representativ gebaut, gepflegter und sauberst getrimmter Rasen.
Wenn es sich nicht um öffentliches Gelände handelt scheint sich ohnehin niemand an Abfall zu stören. Wir ein Haus nicht mehr bewohnt wird es verlassen und aus. Dann steht es dort und verfält vor sich hin ( vorhin sind wir an den letzten Überresten zweier Häuser vorbeigefahren. Die Verrottung war so weit fortgeschritten, dass nur noch die gemauerten Kamine standen.
Never the less – Georigia by Bike auf der 341 – schwer zu empfehlen.
Frühstück bei Taco Bell ( eine Fast Food-Kette mit Tacos ). Besser als gedacht mit spannenden Geschmacksrichtungen an der Getränketheke.
Auf der Karte waren wir kurz vor Atlanta. Wir haben uns also ein wenig ( 20min ) Außerhalb ein Motel gesucht. Für die deutsche Fangemeinde sollte es eines mit Internetverbindung sein, damit wir Bilder und Texte einstellen konnten. Auf dem großen Werbeschild wurde ein günstiges Zimmer angeboten mit Breitbandinternet. Gesehen, geblieben. Sobald der Laptop ausgepackt war die ernüchternde Erkenntnis: Ein WLAN ist zwar vorhanden, funktioniert aber irgendwie nicht. Egal wo auf dem Gelände, immer das gleiche Ergebnis. Also schnell zur Rezeption und um Hilfe bitten. Der gute Mann versuchte sofort sein bestes, zeigte die entsprechende WLAN Antenne und auch den Router. Auch direkt neben dem Sender konnte keine Verbindung aufgebaut werden. Er versuchte daraufhin seinen “IT-Guy” zu erreichen. Leider erfolglos. Gut dann eben im nächsten Starbucks. 10min später klopfte es an der Tür und der Klischee-Computer-Inder stand an der Tür um mir helfen zu wollen. Ein paar Reisetipps später und dem Wissen, dass seine Schwester in Berlin eine Nonne im Krankenhaus ist, sollte ich ihn als studierter ITler bei dem Router helfen. Leider scheint der Router nicht richtig zu ticken. Also doch Starbucks.
Während ich mich mit dem nicht vorhanden Internet herumgeschlagen habe, hatte Lars eine nette Bekanntschaft auf dem Gang. SIE fragte woher wir denn kommen und wie unsere Motorrad-Gang heißt. Und wenn wir noch ein Mädel für die Nacht suchten, Sie wäre in Raum 230 …
Nächster Plan: Mit den Bikes schon mal in die Stadt fahren um sich mal in Downtown umzusehen. Die Idee ist toll, die Strecke in die Stadt wieder einmal wunderbar anzusehen. In der Stadt leider Rushhour. Stadteinwärts geht es allerdings noch. Nach der ersten Runde durch die Stadt findet sich auch ein bezahlbarer Abstellplatz für die Maschinen. Kaum sind die Räder abgestellt und abgeschlossen fängt es natürlich an zu Regnen ( ich habe keine Jacke mit, aber den Fotoapparat ). Die Stimmung sinkt, der Regen steigt. Die Straßen rauschen in der Tat Sturtzbäche hinab. Am Randstein rinnt 30min hohes Wasser den Berg hinab. Unbedachtes hineinsteigen würde einen nicht lange auf den Beinen halten. Nach 5min waren wir bereits so durchnässt, dass alles andere auch egal war. Also wenigstens noch einen 15Minuten Spaziergang durch Downtown ( wir hatten die Fusswege für uns komplette alleine ). Während wir das weiter Vorgehen unter einem Vorsprung diskutieren lernen wir “Steve” kennen. Wir sollen bitte warten und noch nicht wieder nach Hause fahren. Schließlich sollen wir Atlante nochmal ohne Regen erleben. Wir versprechen Ihm morgen nochmal wieder zu kommen ( was wir auch machen wollen, schließlich wollen wir Coca-Cola besuchen ). Die Entscheidung war richtig. Das Wetter wird für nicht länger als 10min besser.
Jetzt wird nochmal gegessen. Kulturell. Sprich: Hotters ( Wer das nicht kennt, nicht so wichtig. Die Bedienung hieß Alicia, warum auch immer man sich den Namen dann merken konnte… ).
Keep you updated,
Sebastian
15. September 2009
Hallo und Humppa nach Deutschland. Für die erste Nacht auf den Bikes hatten wir uns ein Motel gesucht. Der Besitzer, bzw. zumnindest derjenige der uns bediente, der selber in den 70ern in Deutschland stationiert war und uns dementsprechend schnell als Deutsche identifiziert hatte und dann auch selber anfing ziemlich gutes Deutsch zu sprechen. Weil wir ja so nette Leute waren hat er uns dann auch gleich noch einen Runden Preis gemacht und 57 Cent erlassen. Und noch besser, wir haben dann noch zwei Pakete “Goodys” bekommen. Leider keine Süßigkeiten sondern Kopfschmerztabletten. Weil wir den guten Mann natürlich nicht enttäuschen wollen haben wir die 12 Schachteln mit Ablaufdatum irgendwann Anfang des Jahres erst am nächsten Morgen heimlich weggeschmissen.
Toll an den Staaten ist ja auch, dass die Eidechsen, die ich früher im Terrarium gehalten habe, hier völlig frei herumlaufen. Z.B. wenn diese putzigen Tierchen erst an der Zimmertür zu deinem Motelzimmer sitzen und unter der Tür verschwinden wenn du dich der Tür näherst ( wir haben Ihn dann aber nicht im Zimmer wiedergefunden ).
Gut in dem Zimmer geschlafen ging es dann gestärkt in den Tag. Erst einmal voll tanken. In den Tank passen ca. 18 Liter. Das entspricht vier Gallonen, mit denen hier gerechnet wird. Eine Gallone kostet ca. $2,40. D.h. für einmal voll tanken zahlen wir ungesfähr 6,50 EUR.
Dann erst einmal Frühstücken. Und zwar wie sich das gehört bei “Rosis Dinner”. Es fällt auf, dass wir mit Abstand das jüngste Publikum. Ansonsten nur Rentner.
Zum Frühstück gibts Pan Cakes ( Pfannkuchen ), Egg ( wir entschieden uns für Rührei ) und Bacon ( gebratener Schinken ). Das schmeckt so, dass man sich dran gewöhnen könnte. Man wird mehr als satt ( die anderen beiden haben nicht aufgegessen ) und man zahlt mit Getränk ( Wasser und Kaffee wären kostenlos ) umgerechnet gerade einmal 4,50€ ( Eidechsen vor dem Fenster ).
Weiter geht es also. Immer noch in Florida ging es immer weiter an der Küste. Häufig kommt man durch Sumpflandschaften. An den Straßenrändern sind häufig kleine Reiher zu sehen, die man zu Hause nur aus dem Zoo kennt. Ab und zu finden sich auch Schilder “Aligator-Farm”, die haben wir aber nicht besucht. Vormittags ist das Wetter noch angenehm. Allerdings ändert sich das meiste schnell und man sucht sich instinktiv Parkplätze im Schatten oder flüchtet zügig in selbigen.
Es geht den Tag weiter auf dem Highway 1 an der Küste entlang, durch Daytona Beach, weiter durch Jacksonville und gegen den später Nachmittag auch heraus aus Florida und hinein in den Bundesstaat Georgia. Gleichzeitig fahren wir nun von der Küste weg und westlich hinein in das Land. Die ersten Kilometer in Georgia lehren vor allem, dass man sich künftig rechtzeitig Gedanken ums Tanken machen sollte. Die Strecken zwischen den Dörfern werden immer länger. 20 Meilen nichts anderes als Bäume und noch nicht mal Gegenverkehr scheint normal.
Wir wechseln von der 1 auf den Highway 341 und machen Rast für den Abend in McRea. Wieder ein Motel. Billiger und besser mit einem Grill nebenan. Es gibt Gegrilltes. Tagessoll: 275 Meilen ( 450km ).
Nach dem Einchecken wollten wir schnell nocheinmal die Stadt sehen und etwas Essen. Bevor es also zu dem Grill gleich nebenan ging noch einen kleinen Spaziergang durch die “Stadt”.
Wenn man so durch die Südstaaten fährt kann man nicht umher, dass einem die doch zahlreichen bis sehr zahlreichen Kirchen auffallen. Besonders die Baptisten stechen dabei hervor ( Teilweise stehen zwei Kirchen direkt nebeneinander ). Auch im Fernsehen sind die Kirchensendungen mit diesen spannenden Wunderheilern und kircheliche Motivationstrainer sehr present. Ich möchte mich keineswegs darüber lustig machen, nur die Intensität mit der der Glaube teilweise gelebt wird scheint mir persönlich befremdlich.
Kaum waren wir nun 5 Minuten in McRea unterwegs stoppte ein Auto vor uns und Steve ( ich nenne einfach mal alle Personen die wir treffen, und deren Name ich mir leider nicht eingeprägt habe Steve ) stellt sich uns vor als jemand von der Nachbarschaftswache und ob er uns helfen könne. Eigentlicgh ein netter Zug, auch sonst wird man immer freundlich und hilfsbereits begrüßt. Im Laufe des Gesprächs ( er steht auf die Scorpions ), das sich zu seinem Monolog über den Sittenverfall der Jugend und Jesus Christus unseren Herren und Erlöser entwickelt, kommen uns Zeifel an der uneingeschränkten Vertrauenswürdigkeit des Mannes auf. Wir verabschieden uns freundlich und nennen Ihm das falsche Motel in dem wir abgestiegen sind.
Keep you updated,
Sebastian
14. September 2009 – Out of Miami
Miami hatten wir genug besichtigt, heute wurden endlich die Bikes abgeholt. Erstmal mit dem Shuttle zur Vermietstation – irgendwo hin wo man noch nie gewesen ist, aber mit den Bikes später wieder rausfinden muss – tolle Vorraussetzung.
Im Office angekommen ( das einzige, dass keine Klimaanlage zu besitzen scheint – ich beneide die Jungs wirklich nicht ) schnell noch ein paar Zettel ausfüllen ( Waschmaschine etc – kennt man ja ) und schon durften die Bikes endlich beladen werden und los gings.
Trotz guter Vorsätze hab ich mich dagegen entschieden die teuere Motorradjacke nicht anzuziehen. Ein entsprechender Hitzschlag wäre sonst sicher vorprogrammiert. Die im Durschnitt gefahrenen 45 bis 55 mph reichen nämlich nicht für eine ausreichende Kühlung während der Fahrt ( schon ohne Jacke nicht ) – egal, endlich los !
Weil nicht voll getankt, erstmal zur nächsten Tankstelle – erstes Abenteur, Fragen hilft, dann klappts auch mit der Kreditkarten-Zapfsäule. Wenn man schon nur fragend in die Gegend schaut kommt wirklich schnell jemand zur Hilfe – “Hey Jungs, was sucht ihr denn !?” – und schon war der Weg zum entsprechenden Highway aus Miami erkärt ( wenn dann auch in der Ausführung noch nicht ganz optimal ).
Highway war gefunden, das richtige stand auf den Schildern, also erstmal raus aus der großen Stadt und die fahrerisch und landschaftlich schönerern Strecken heraussuchen. Die ersten 40 Meilen ging es aber dann doch noch über die schnöde Autobahn. Schafft was weg, ist aber nichts anderes als verbaut und betoniert. Dann endlich runter von der Interstate 95 rauf auf den Highway 1 – immer der Küste endlang, so ca. ab Palm Beach. Optisch wirklich ansprechend. Sogar die Fahrbahnmitte landschaftlich gestaltet und wirklich akurat gepflegt. Da muss irgendwo Geld sitzen. Links und Rechts vom Highway findet man immer wieder die verschlossenen Einfahrten zu den privaten Wohnsiedlungen wie man Sie aus dem amerikanischen Bildungsfernsehen kennt.
Für diese Strecke hat sich die Tour schon jetzt gelohnt. Kann ich wirklich nur empfehlen hier mal vorbeizuschauen.
Immer weiter den Highway hinauf findet man immer deutliche Spuren der US Immobilienkrise. Es finden sich an den Straßenrändern eine Menge leerstehender Gebäude. Aber trotzdem noch genügend Shoppingmeilen, Grills, Tankstellen und und und, sodass man sich wirklich fragt, wie eine solche vielzahl von Geschäften, so dicht aufeinander gedrängt, noch wirtschaftlich arbeiten können.
Egal – Stimmung ist super, amerkianische Küche ( noch ) lecker und billig.
Keep you updated,
Sebastian
13. September 2009
Experiment: In einem wissenschaftlichen Experiment wurde dem Zeitzonenwechsel auf zwei Arten begegnet. Methode 1: Durchschlafen. Ergebnis: Klappt wenn man so lange schlafen kann ganz gut – zugegeben ein wenig langweilig aber erfolgreich, bis jetzt. Methode 2: Versuchen sich mit einem Feierabendbier erst wachzuhalten um dann besser schlafen zu können. Ergebnis: Klappt keineswegs besser, kostet aber auch noch $6.20 für eine 330ml Flasche!
Wir habe es also noch nicht ganz geschafft die US Zeit anzunehmen, waren daher überraschend früh auf den Beinen. Ziel: Miami Innenstadt bzw. Miami Beach. Hinweg: Versuch 1: Bus. Richtige Haltestellen finden: klappt. Feststellen, dass am Wochenende die entsprechenden Linien eher nicht fahren – eigentlich erst auf dem Rückweg, vorher haben wir aufgegeben und sind mit dem Taxi nach Downtown gefahren. Dem Rest von Miami war es a) zu warm und b) auch noch zu früh, sodass wirklich nicht viel los war. Es ging also ein paar Runden duch Miami Downtown, McDonalds, Rock Cafe, Bubba Gump Shrimps und später mit dem richtigen Bus nochmal schnell nach Miami Beach – und das sieht da im Grunde noch genau so aus wie zu Zeiten von Miami Vice. Zumindest die Pastellfarben an allen Häusern sind noch nicht geändert worden.
Rückfahrt: Auch spannend. Man steigt in die vermeindlich richtige Linie ein – bekommt dann während der Fahrt von dem Busfahrin zu wissen, dass dieser Bus eigentlich doch gar nicht da hin fährt wo man hin will, mit dem Hinweis den nächsten Bus zu nehmen. Man steigt mitten in “Little Havana” aus und wartet auf den nächsten Bus. Stellt dort fest, dass der Bus schon der richtige war. Steigt 20min später in den nächsten Bus der gleichen Linie ein, zahlt nochmal, und bekommt dann vom Busfahrer zu wissen, dass die Linie schon die richtige ist, diese aber am Wochenende nicht die ganze Strecke fährt. Für die letzten 3km kann man dann aber doch nochmal ein Taxi nehmen.
Thats for today, keep you updated,
Sebastian
12. September 2009
Haben die Anreise erfolgreich überstanden. Teil I, Flug nach London mit halbwegs Beinfreiheit aber ohne Bordfilme, mit kleinem, sog. kontinentalen Frühstück, ganz in Ordung. Teil II nach Miami schon deutlich ungemütlicher. Aber schlimm wird es erst wenn der Passagier vor dir während deiner Abwesenheit auf Toilette den Sitz nach hinten klappt und dir den letzten Rest Beinfreiheit nimmt. Dafür waren die Filme gut.
In Miami angekommen muss man nur noch die Warteschlange an den Einreiseschaltern überstehen ( ca 2 Stunden Wartezeit ) und dann ist man schon drin. ( Zum Hotel gibts sogar einen kostenlosen Shuttle – und jetzt auch freies WLAN ).
Das Wetter ist allerdings grausam. 31 °C bei deutlich zu hoher Luftfeuchtigkeit stehen eindeutig im Widerspruch zu dicker Motorradbekleidung. Aber Sicherheit geht immer noch vor.
keep you updated,
Sebastian
06. September 2009
T minus einer Woche. Am 12. September soll es endlich soweit sein. Binnen drei Wochen mit der Harley von Miami, Fl nach New York, NY. Google Map verrät, dass es in etwa 2.067 Meilen, bzw. rund 3300 Kilometer Fahrtstrecke sind. Denn wir fahren nicht direkt an der Küste entlang sondern ein wenig ins Landesinnner. Aus Florida heraus geht es erst einmal richtung Atlanta, vorbei an Nashville bis nach Indianapolis und zurück an die Küste über Ohio, Washington bis nach New York City – so der Plan (Google Maps Tour Link).
Wer die Tour verfolgen will, kann das gerne über die oben eingeblendete Karte tun. Laut den guten vorsetzen wollen wir dort regelmäßig Bilder an den entsprechenden Orten einblenden – mal sehen.
cheers,
Sebastian
Ey, und was ist nun mit dem Mädel aus Zimmer 230???
Deinen Schildkröten ist übrigens tierisch langweilig, die drehen immer voll ab, wenn ich rein komme…”endlich Bewegung und kein sinnloses rausstarren aus dem Glas”, das sind wohl ihre Gedanken. Wenn die mehr Schwung hätten, dann würden die mich anhüpfen und dann wahrscheinlich auffressen, die kleinen Vielfrasse.
Sonst alles ruhig hier, bloß manche Damen von der Süderstrasse sind hartnäckig, wenn man sie wieder raus haben will, aber ansonsten steht die Bude noch.
Dann mal noch ein erfolgreiches weiterkommen in den USA…
Grüße aus HH