FFK09 – Day02

Hallo und Humppa nach Norddeutschland,

Tag 2. Nach einem doch längeren Abend als geplant im Studio 672 – der offiziellen Aftershowparty zur FFK – ging es heute morgen weiter im Text.

“Interface Design – Best Practices” – Die FFK09 ist ja nun ausdrücklich keine reine Entwicklerkonferenz. Es geht um die Verschmelzung von Code und Design. Der für mich beste Vortrag der in die Kategorie “Design” fällt war definitiv dieser. Stefan Nitzsche die großen Probleme und die wichtigsten goldenen Regeln des Interfacedesigns ( nicht das ich mir anmaßen würde alle zu kennen und das wirklich beurteilen könnte, dass es die wichtigsten Regeln sind – aber ich alle schon mal gehört und erfolgreich wieder verdrängt ) in einem optisch inhaltlich und presentatorisch wertvollen Vortrag zusammengefasst. Prädikat besonders wertvoll.

Unter dem Titel “Einblicke in den Werkzeugkasten eines ActionScript Profis” hat Malte Beyer von den Powerflashern ( hat sich da eigentlich jemals jemand Gedanken gemacht das das im englischen schon ziemlich suboptimal ist ?! Flasher = Flitzer [ i.d.R. unbekleidet ] ) einen exemplarischen Workflow – wie er auch bei den Powerflashers vollzogen wird – für das Zusammenspiel von Designer und Entwicklern under Verwendung von FDT und Ivy-Ant-Task gegeben. Immer sehr interessant zu sehen wie man es noch machen kann, und dabei noch Zeit spart …

Während im einen Saal unter dem Titel “Silverlight 3 Sneak Peak” die Vertreter der anderen Plattform mit Sicherheit viel Platz zum Tennisspielen hatten, drängte sich das Publikum zusammen um an den “10 Hot Minutes” teilzuhaben. Denn wenn das Flashforum ruft dann folgen dem alle Großen. Und nun durften die Mal zeigen was man alles mit der Flash Plattform machen kann wenn man dem Status des Normalsterblichen entwachsen ist. Frank Reitberger, Joa Ebert, Nicolas Cannasse, André Michelle und Mario Klingemann hatten jeweils 10 Minuten Zeit das Publikum zu beeindrucken.

Frank Reitberger hat auf seine PixelBender Blobs noch eins draufgesetzt. Den Sound kann auch ein Interface sein ( was von Stefan Nitzsche allerdings ausgeklammert wurde ). Mit dem Geräusch eines Föns hat er PixelBender Effekte gesteuert die den Eindruck von Wind auf ein Bild anwendeten. In der höheren Stufe des Föns wurde die Pixel dann sogar im wahrsten Sinne des Wortes dahingefegt.

Joa Ebert hat in 14 Minuten ein Partikelsystem erstellt, dass mit mehreren Tausend Partikeln performanter lief als ein C-Code der mittels Alchemy eingebunden und eigentlich auch schon performant lief ( und das war mal wirklich SpeedCoding ) – ohne Worte.

Nicolas Cannesse hat mittels HaXe und Physics Engine den Traum eines jeden kleinen und großen Kindes erfüllt. Mit Bauklötzen auf Bauklotztürme schießen und genüßlich zusehen wie alles in sich zusammenfällt. Und der Versuch mit einer Festkörperphysik Flüssigkeiten zu simulieren…

André Michelle schafft es mit 30 Zeilen Code und einer Klasse eine Guitarre aus dem Nichts zu erzeugen. Er demonstriert wie man eine zufälliges Nichts ( White Noise ) in Bytecode so mit kleinen Filter bearbeitet, dass es wirklich wie eine echte Guitarrenseite klingt. Noch ein paar Zeilen und Regler dazu in Jimmy Hendrix konnte einpacken! ( Audio-Design! )

So wie André Michelle seinen Narren an Tönen gefressen hat kommt Mario Klingemann nicht von seiner Bildbearbeitung los. In seinen hot 10 minutes ging er unter die Fälscher und erstellte einen Van-Gough-Filter für Bilder.

Nach der Mittagspause ging es weiter mit “What is SWF?”. Nicolas Cannesse nahm einmal den SWF Bytecode auseinander, bzw. wie dieser überhaupt erstellt wird. Ein wenig Werbung für HaXe war an dieser Stelle durchaus erlaubt, das an der ein oder anderen Stelle besseren OptCode erzeugt als Adobes AS-Compiler.

In dem vorletzten Vortrag ging es bei Andrè Michelle natürlich um Töne. Hier durfte mal in den Source vom Audiotool geguckt werden. Wie erzeugt man ein Delay im AS Code und wo kommen die Töne eigentlich her. Und natürlich gabs auch eine C64 Sounddemo. Amazing :)

Im letzten Vortrag hat Mario Klingemann nochmal den Werdegang eines digitalen Kunstwerks vollzogen. Welche kleinen Gedankenspiele und Codeschnipsel sind nötig, bzw. fügen sich später zu einem Großen und Ganzen zusammen – es gab also jede Menge bunte Bilder zu sehen – sehr passend und ein eindrucksvoller Abschluss für die FFK09 im Mediapark in Köln.

Vielen, vielen Dank an Marc Thiele und Sasche Wolter. Great Job. Well done. See you next year.

cheers,
Sebastian